Ja, es gibt Ärzte, die sind einfach arrogant. Genauso gibt es Pflegepersonal, die man als Stationsdrachen betitelt und das ist noch geschmeichelt.


    Gerade im Krankenhaus gibt es eine informelle Hierarchie, die dringend entstaubt werden muss. Da gibt es tatsächlich Chefärzte, die den roten Teppich erwarten, sobald sie die Station betreten. Und glauben sie sind der Chef von allen, der ihm über den Weg läuft.


    Der Chefarzt tritt bei Visite dann den Oberarzt, der wiederum den Stationsarzt, der den kleinen Assistenzarzt rüffelt.


    Der will seinen Frust ebenfalls abladen und glaubt, da ist die Pflege der richtige Ansprechpartner. Weit gefehlt, denn nun kommt der Auftritt des Stationsdrachens. Nach einer klaren Ansage an den Arzt ärgert sie sich trotzdem maßlos über den arroganten Schnösel von Assi und verpasst den Pflegeschülern dann erst mal kollektiv einen verbalen Einlauf. Jawoll, denn die sind eh alle blöd. Und entschwebt mit ihrer Wolke von Macht wieder an ihren Schreibtisch, zufrieden damit, mal zur Seite und nach unten getreten zu haben.


    Jetzt mal im ernst. Arroganz kann man nicht am Berufsbild festmachen. Es gibt in allen Berufsgruppen Deppen, aber auch nette herzliche Menschen.


    Es gibt tatsächlich Ärzte, die dem Team mal Kaffee kochen, die sich ans Bett einer älteren Dame setzen und die Hand streicheln, damit die Pflege ihren Rundgang fortsetzen kann. Die der Pflege auch mal beim Umbetten helfen, wenn es einen diarrhoeischen Unfall gab. Die wirkliches Interesse haben, bei einer Behandlung einen gemeinsamen Weg einzuschlagen. Junge Ärzte, die erfahrenes Pflegepersonal um Rat bitten und damit ihre Hose runterlassen.


    Und, um gut zusammen zu arbeiten, muss jede Seite bzw. Berufsgruppe seinen Teil beitragen. Da reicht es nicht zu sagen, die Ärzte sind arrogant. Den Zahn der Arroganz kann man im Team ganz gut ziehen, gerade den jungen Assistenten.


    Trotz allem ist der Ungangston im Krankenhaus oft rau. In speziellen Situationen kann man einfach nur "Befehle" bellen, weil es die Umstände erfordern. Da ist dann kein Raum für Sprachkultur und ein "Würden sie bitte..."


    Und ja, Götter in Weiß gibt es nicht mehr. Der Patient hat jetzt schließlich Google ]:D

    Ärzte - besonders Chrirurgen - sind ganz seltsame Zäpfchenköpfe (oft jedenfalls), die sich für göttergleich halten. Heile gemacht haben mich nach einem Unfall, den ich mal hatte, nicht die Ärzte, sondern die Pfleger.


    Die sind teilweise nicht mal richtig Lese-Schreib-kompetent. >:( >:(

    Zitat

    Junge Ärzte, die erfahrenes Pflegepersonal um Rat bitten und damit ihre Hose runterlassen.

    Ich würde das nicht mal als Hose runterlassen bezeichnen, denn letztendlich ist es einfach Fakt, dass man als junger Arzt zwar massig theoretisches Wissen angehäuft hat, praktisch hingegen doch unter dem Pflegepersonal anzusiedeln ist.. vor allem am Anfang. Und dann um Hilfe zu bitten hat nichts mit Hosen runter lassen zu tun.. ist ja nichts schlimmes ;-) besser mal um Hilfe bitten als scheiße bauen und überheblich sein..


    aber denke da ist viel auch Erziehungssache schon von Kindheit an.. ob man gelernt hat mit anderen "zu arbeiten" oder eben sein Ding um jeden Preis durchzuziehen..


    Aber wie hier ja schon mehrfach geschrieben wurde: verallgemeinern ist in allen Berufsgruppen fehl am Platz.


    Überall gibts Arschlöcher, Besserwisser, Feiglinge, Faulpelze, Überflieger aber eben auch sozial Kompetente, Menschliche, Liebenswürdige, Nette und herzliche Personen ;-) und vieles mehr und dazwischen an Charakterzügen..


    Aber keinen Charakterzug kann man an einer Berufsgruppe fest machen.. ;-)

    Meine Erfahrung ist: ich hatte in den letzten Jahren leider mit einer ganzen Reihe von Ärzten zu tun und ich muss sagen, die meisten haben sehr wenig kommunikative Kompetenz bis dahin, dass sie nervös, gestresst wirken und einem Blödsinn erzählen; wie z. B. dass noch nie irgendwo die Rede davon war, dass bei bestimmten Kontrastmitteln, die den Stoff Gadolinium enthalten, sich dieser im Gehirn anreichert, dort andockt.


    Ein anderer sagte zu mir, die ich 7 Jahrzehnte hinter mir habe: "bei alten Leuten spielt das keine Rolle mehr".


    Ich finde hinter solchen Äußerungen steht alles andere als eine heilsam wirkende Haltung, solange man definitiv nicht weiß, welche Folgen solche Anlagerung im Gehirn hat - könnte ja vielleicht auch ein Faktor für Demenz sein, werden. Das behaupte ich nicht; finde aber schlimm, dass sich in der gängigen Medizin kaum das Ziel "wirkliche Heilung" zeigt.


    Ärzte, die ich als kontruktiv in ihrer Kommunikation erlebe, sind leider eine seltene Ausnahme.


    Unser Medizinwesen, -system ist eine Katastrophe, hat sehr abgewirtschaftet.