Hausarztwechsel - oder sollte man doch lieber noch einmal ein Gespräch suchen?

    Mein bisher freundlicher Hausarzt hat sich, seit ich eine Therapie abgelehnt habe (Einnahme eines homöopathischen Mittels) grundlegend geändert, obwohl ich das höflich begründet hatte.


    Seit dem behandelt er zwar fachlich überwiegend korrekt, aber lässt ständig spitze und bisweilen sehr schnippische Kommentare fallen. Beispielsweise habe ich neulich einen Befund eines Zweitarztes mit ihm besprochen, der nachts erhebliche Atemaussetzer festgestellt hat (teilweise bis zu 25 Sekunden lang und über die ganze Nacht sehr großflächig verteilt). Darauf meinte er recht spitz, wenn er tauchen würde, würde er auch regelmäßig 20 Sekunden oder länger die Luft anhalten. - Meiner Meinung nach ist es aber schon ein kleiner Unterschied, ob ich mal ein paar Sekunden die Luft anhalte oder über die ganze Nacht häufig verteilt, wo man sich ja eigentlich erholen sollte. Dies ist nur ein Beispiel für spitze Bemerkungen seinerseits, die Liste könnte ich länger fortsetzen.


    Ebenso hielt er 1,5 Jahre alte Blutwerte für aktuell und sehr aussagekräftig, wo der zweite Arzt fast im Zickzack gesprungen ist und gleich einen Labortermin vereinbart hat und auch Auffälligkeiten bemerkt hat, die einen Schlafmangel begünstigen. Allgemein meinte mein Zweitarzt, es sei unbedingt nötig TSH-Werte regelmäßig zu prüfen und zwar nach jeder zweiten Schachtel, alternativ jedes halbe Jahr.


    Kurzer oder langer Sinn: Ich persönlich traue einer Person nicht mehr, von der ich mich nicht für voll genommen fühle und die mich zwar fachlich korrekt behandeln mag, aber die mich laufend mit spitzen und schnippischen Kommentaren bedenkt, die bei meiner derzeitigen psychisch er labilen Situation (das weiß er auch) eher wenig hilfreich sind.


    Im Übrigen wurde mir durch Dritte bestätigt - Kommilitonen, die auch dort behandelt werden - dass sie das ähnlich empfinden und auch mit schnippischen Kommentaren bedacht werden.


    Da mir der Zweitarzt angeboten hat, wirklich regelmäßig die nötigen Werte zu kontrollieren, denke ich darüber nach dorthin zuwechseln - diese Entscheidung lasse ich mir allerdings noch offen.


    Sollte man die betreffende Person einmal auf das Verhalten ansprechen und dass man sich ie überwiegende Zeit wirklich wohl gefühlt hat - oder sollte man stillschweigend wechseln?

  • 51 Antworten

    Wenn er nicht richtig behandelt, dann wechseln. Was gibt es zu diskutieren?


    Wenn es nicht 2 Ärzte sondern Kfz Mechaniker wären, zu welche würdest du gehen? Eins der blöde Bemerkungen macht und nichts tut bis das Auto kaputt ist oder zu einer gehen, der das Auto regelmässig wartet?

    Wie unsicher muß man sein, um das nicht allein entscheiden zu können?


    Wenn mir jemand nicht mehr guttut im Leben, bin ich weg....

    MarkusAusW

    Ich verstehe Deine Skepsis und die hier von Dir gestellte Frage, ich hatte mal ein ähnliches Problem bzw. lange darüber gegrübelt. Tatsächlich halte ich die Antworten von Luci32 und JohnCroissant für absolut richtig.

    BenitaB. schrieb:

    Wie unsicher muß man sein, um das nicht allein entscheiden zu können?

    HÄ?

    BenitaB. schrieb:

    Wie unsicher muß man sein, um das nicht allein entscheiden zu können?


    Wenn mir jemand nicht mehr guttut im Leben, bin ich weg....

    Er reflektiert und holt sich andere Meinungen, um nicht fehlerhafte Schlüsse zu sehen. Wäre vllt auch für dich was ihne immer gleich den Elefanten im porzelanhaus zu mimen

    JohnCrossaint schrieb:

    Du solltest wechseln, das Verhältnis zwischen dir und deinem Arzt ist irreparabel geschädigt.

    Scheint mir nach 2 Tagen darüber Nachdenken auch so zu sein. Schade allerdings, dass er so pikiert ist, nur weil ich die Behandlung mit Homöopathie ablehne. Kann ja nicht jeder ein begeisterter "Fan" davon sein.

    Also das mit den Atemaussetzern war ja nu nicht gerade fachlich korrekt. Und das andere was du schreibst...

    Ausserdem hast du schon einen anderen Arzt "an der Hand" der schon gezeigt hat dass er was taugt.

    Also: WECHSELN !


    >>Allgemein meinte mein Zweitarzt, es sei unbedingt nötig TSH-Werte regelmäßig zu prüfen und zwar nach jeder zweiten Schachtel, alternativ jedes halbe Jahr.<<

    Wie oft bekommst du denn L-Thyroxin verschrieben ? Normalerweise reicht eine Schachtel ein Vierteljahr, so dass nach zwei Schachteln und jedes halbe Jahr eh dasselbe sind :-)

    Zitat

    Wie unsicher muß man sein, um das nicht allein entscheiden zu können?

    Wie unsicher muss man sein dass man es nötig hat einen Ratsuchenden derart vor den Kopf zu stoßen?


    Also lieber TE, ich würde beides machen: Mit ihm sprechen und wechseln. Sachlich sagen warum es so mit dir nicht geht und warum du nun das Arzt- Patientenverhältnis auflöst. Dann kannst du gut und würdevoll abschließen .

    Freimaurer schrieb:
    Zitat

    Wie unsicher muß man sein, um das nicht allein entscheiden zu können?

    Wie unsicher muss man sein dass man es nötig hat einen Ratsuchenden derart vor den Kopf zu stoßen?


    Also lieber TE, ich würde beides machen: Mit ihm sprechen und wechseln. Sachlich sagen warum es so mit dir nicht geht und warum du nun das Arzt- Patientenverhältnis auflöst. Dann kannst du gut und würdevoll abschließen .

    Danke, scheint mir die vernüntigste Lösung zu sein. Ich ziehe es eigentlich immer noch vor, ein Problem mit der Person selber zu klären und solche Dinge nicht zu verbreiten.

    ich würde mir die Mühe wohl auch sparen und auf ein Abschlussgespräch verzichten.

    Ich denke nicht,dass er für dich dann noch wohlwollende Worte über hat.

    Also wechseln und die Akten durch die neue Praxis anfordern lassen.


    Ja manche Ärzte reagieren komisch wenn man ihre Empfehlungen und Behandlungsvorschläge nicht toll findet. Aber man ist ja als Patient nicht unmündig.

    Mietzli schrieb:

    ich würde mir die Mühe wohl auch sparen und auf ein Abschlussgespräch verzichten.

    Ich denke nicht,dass er für dich dann noch wohlwollende Worte über hat.

    Also wechseln und die Akten durch die neue Praxis anfordern lassen.


    Ja manche Ärzte reagieren komisch wenn man ihre Empfehlungen und Behandlungsvorschläge nicht toll findet. Aber man ist ja als Patient nicht unmündig.

    ... und noch komischer reagieren sie manchmal, wenn ein Fachkollege etwas entdeckt, dass sie selbst übersehen haben. Mein (Noch-) Hausarzt meinte darauf, dass die Diagnose des Fachkollegen absoluter Quark sei, das lässt schon tief blicken.

    JohnCrossaint schrieb:

    Du bist deinem Arzt gar kein Gespräch schuldig. Mach einfach wie du meinst

    Wäre vermutlich auch vergebliche Liebesmüh... Ich hätte allerdings schon erwartet, dass ein Typ, der etliche Jahre studiert hat - ein Akademiker also - geeignet mit Kritik umgehen kann und in der Lage ist, sein eigenes Verhalten zu reflektieren. Das gilt dann wohl leider Gottes nicht für alle gebildeten Menschen. Schlimm, dass jemand dermaßen reagiert, nur weil man sich weigert jegliche empfohlenen Tabletten zu schlucken.

    Ich kann deinen Arzt verstehen. Versetz dich mal in seine Lage: er weiß, wie er die helfen kann, du lehnst die Behandlung ab. Das ist schwer zu ertragen, völlig unabhängig von der Bildung. Zumal Homöopathie keine Nebenwirkungen hat und auf keinen Fall schadet. Im schlimmsten Fall wirkt sie nicht.