• Hausarztwechsel - oder sollte man doch lieber noch einmal ein Gespräch suchen?

    Mein bisher freundlicher Hausarzt hat sich, seit ich eine Therapie abgelehnt habe (Einnahme eines homöopathischen Mittels) grundlegend geändert, obwohl ich das höflich begründet hatte. Seit dem behandelt er zwar fachlich überwiegend korrekt, aber lässt ständig spitze und bisweilen sehr schnippische Kommentare fallen. Beispielsweise habe ich neulich…
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    L'appelDuVide schrieb:

    Stehe grade vor dem gleichen Problem. Vor ca einem Jahr erst eine neue Hausärztin gesucht, nun scheint sie aber keinen Bock zu haben ihren Job vernünftig zu machen.
    Ich leide, habe Schmerzen und Beschwerden, die meine Lebensqualität auf ein Minimum runterschrauben - sie belächelt das. Nach der Ursache wird nichtmal ansatzweise geschaut.
    Werde nun wieder wechseln. Und wenn ich alle 6 Monate wechseln muss, dann ist das eben so. Von "Das ist nicht so dramatisch" wird man halt nicht gesund.

    Leider ist das tatsächlich so. Liegt aber nicht immer daran das der Arzt nicht helfen will, manchmal kann er einfach nicht. Hängt auch damit zusammen, dass die Selbstverständlichkeit der "Gesundheit" total ungerechtfertigt ist, da der menschliche Körper noch lääääääääääääängst nicht in Gänze verstanden ist.

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    Wenn sie nicht helfen kann, könnte sie mir ja eine Überweisung ausstellen. Tut sie aber nicht, weil das ja heißen würde, dass Madame nicht allwissend ist und ich kein durchgeknallter Hypochonder. %-|

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    kardamom schrieb:
    MaxausA schrieb:

    Wenn ich als Patient keinen puren Zucker - mit verschwindend geringen Wirkstoffpartikelchen - zu mir nehmen mag, ist das eben so.

    Wenn ich als Behandler davon überzeugt bin, dass ich meinem Patienten mit H. helfen kann, und der Patient lehnt ab mit der Begründung, dass er nicht daran glaubt, dann ist es schwer, das hinzunehmen. Ich verstehe, dass es den Arzt ärgert. Zucker mit geringen oder gar keinen Wirkstoffpartikelchen kann ja nicht schaden, es sei denn, man hat eine schwerwiegende Zuckerallergie 😉 Also könnte man ihm ja wenigstens eine Chance geben. Wenn es nichts bringt: Patient hat Recht behalten, Arzt hats probiert, Erfolg bleibt aus, Sache gegessen, weiter im Programm.

    Die Anwendung von H. zu verweigern kann ich nachvollziehen, wenn sie als ERSATZ von anderen, dem Patienten sinnvoller erscheinenden Therapien herhalten soll. Daher meine Frage nach der Begründung.

    Homöopathie hilft ja sowieso nur demjenigen der dran glaubt. Das ist Fakt. Es bezahlen übrigens nicht alle Krankenkassen Homöopathische Mittel.

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    kardamom schrieb:
    MaxausA schrieb:

    Wenn ich glauben will, wende ich mich an die Geistlichkeit in der Kirche. Beim Arzt will ich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt werden - nicht nach reinen Glaubensaspekten.

    Na, wenn das deine "höfliche Begründung" war, dann wäre ich als Arzt auch sauer. Er ist Arzt. Er hat Erfahrung. Es war sicher nicht seine erste Verordnung von H. Du hattest nichts zu verlieren, allenfalls hätte sich bestätigt, dass es nichts bewirkt. Und jetzt versuch mal, das aus seiner Perspektive zu sehen.

    Hat der Arzt wenigstens "Homöopathie" auf seinem Praxisschild stehen ? Weil, wer davon überzeugt ist rennt doch gleich zu einem Homöopathen. Und wer nicht davon überzeugt ist geht dann grade nicht zu einem.

    kardamom schrieb:
    MaxausA schrieb:

    Wenn ich glauben will, wende ich mich an die Geistlichkeit in der Kirche. Beim Arzt will ich nach wissenschaftlichen Erkenntnissen behandelt werden - nicht nach reinen Glaubensaspekten.

    Na, wenn das deine "höfliche Begründung" war, dann wäre ich als Arzt auch sauer. Er ist Arzt. Er hat Erfahrung. Es war sicher nicht seine erste Verordnung von H. Du hattest nichts zu verlieren, allenfalls hätte sich bestätigt, dass es nichts bewirkt. Und jetzt versuch mal, das aus seiner Perspektive zu sehen.

    Ja, notfalls kann man immer noch sagen "Sie haben halt nicht dran geglaubt deshalb hat es nicht gewirkt" - nee sorry,

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    Silbermondauge schrieb:
    kardamom schrieb:

    Na, wenn das deine "höfliche Begründung" war, dann wäre ich als Arzt auch sauer. Er ist Arzt. Er hat Erfahrung. Es war sicher nicht seine erste Verordnung von H. Du hattest nichts zu verlieren, allenfalls hätte sich bestätigt, dass es nichts bewirkt. Und jetzt versuch mal, das aus seiner Perspektive zu sehen.

    Hat der Arzt wenigstens "Homöopathie" auf seinem Praxisschild stehen ? Weil, wer davon überzeugt ist rennt doch gleich zu einem Homöopathen. Und wer nicht davon überzeugt ist geht dann grade nicht zu einem.

    kardamom schrieb:

    Na, wenn das deine "höfliche Begründung" war, dann wäre ich als Arzt auch sauer. Er ist Arzt. Er hat Erfahrung. Es war sicher nicht seine erste Verordnung von H. Du hattest nichts zu verlieren, allenfalls hätte sich bestätigt, dass es nichts bewirkt. Und jetzt versuch mal, das aus seiner Perspektive zu sehen.

    Ja, notfalls kann man immer noch sagen "Sie haben halt nicht dran geglaubt deshalb hat es nicht gewirkt" - nee sorry,

    Im Übrigen hat man doch etwas verloren, wenn man Homöopathie vertraut - nämlich jede Menge Geld im Portmonaie. Bei "richtigen" Medikamentemn muss ich nur meine Zuzahlung leisten und die ist weitaus billiger. Für einen Student mit wenig Geld nicht überheblich.

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    Auch ich würde an deiner Stelle wechseln. Ich vertraue einem Arzt, wenn er mir erklärt, dass das evidenzbasierte Medizin ist, er langjährige Erfahrung hat und es entsprechende Leitlinien gibt bin ich zufrieden. Alternativ ist er ehrlich und weiß nicht weiter/kann mir nicht weiter helfen und verweist mich an einen Kollegen aus einer anderen Fachrichtung der mehr wissen könnte. Käme mir ein Arzt mit Homöopathie um die Ecke, würde ich mich ehrlich gesagt nicht ernst genommen fühlen. Homoöpathie mag ihre Daseinsberechtigung als "Zuckerl" für kleinere Wehwechen haben, aber wegen solcher Probleme sieht mich mein Arzt auch nicht. Bei größeren Geschichten kann mans begleitend einnehmen, aber auch nur dann, und davor müsste mir mein Arzt erklären können, welchen Benefit ich damit hätte.

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    L'appelDuVide schrieb:

    Wenn sie nicht helfen kann, könnte sie mir ja eine Überweisung ausstellen. Tut sie aber nicht, weil das ja heißen würde, dass Madame nicht allwissend ist und ich kein durchgeknallter Hypochonder. %-|

    Nicht nur sie versteht den Menschen noch nicht gänzlich ;) Kann gut sein, dass dir die nächsten 3 anderen auch nicht helfen können, dann aber der 4te. Oder, oder, oder.

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    bei Homöopathie scheiden sich die Geister. Die Einen schwören drauf die Anderen glauben eben nicht daran.

    Ich gehöre auch zu Letzteren, glaube aber sehr wohl,dass der Glaube Berge versetzen kann. Demnach setze ich diese Zuckerkugeln mit Placebo gleich.

    Und ich seh es auch so, man kann sehr wohl was verlieren. Nämlich sehr viel Geld. Diese Mittel werden allesamt aufs grüne Rezept gedruckt und man zahlt das zu 100%. Dafür das die Wirkung nicht bewiesen ist,ist mir das auch zu viel.


    Aber ich glaube,darum geht es in diesem Thread gar nicht als einziges.

    Wenn ich mit dem Arzt und seinen Methoden nicht zufrieden bin, geh ich und da der TE ja sogar einen scheinbar guten Ersatz gefunden hat, umso besser.

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    Ich finde, du gehst sehr reflektiert und wohlüberlegt mit dem Thema um. Deine Haltung ist klar verständlich. Der Drops ist gelutscht.

    Führst du noch einmal ein Gespräch, bin ich sehr sicher, dass er pampig wird. Warum solltest du dir das antun?

    Wechsel einfach und schließ mit dem Thema endgültig ab.

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    MaxausA schrieb:
    kardamom schrieb:

    Na, wenn das deine "höfliche Begründung" war, dann wäre ich als Arzt auch sauer. Er ist Arzt. Er hat Erfahrung. Es war sicher nicht seine erste Verordnung von H. Du hattest nichts zu verlieren, allenfalls hätte sich bestätigt, dass es nichts bewirkt. Und jetzt versuch mal, das aus seiner Perspektive zu sehen.

    Nö. Soll ich eine Krebserkrankung auch zuerst mit Homöopathie behandeln? Hat ja im Gegensatz zu Chemotherapie keine Nebenwirkungen.

    Selbstverständlich nicht, wie ich ja auch schrieb:

    kardamom schrieb:

    Die Anwendung von H. zu verweigern kann ich nachvollziehen, wenn sie als ERSATZ von anderen, dem Patienten sinnvoller erscheinenden Therapien herhalten soll. Daher meine Frage nach der Begründung.

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    H. ist und war Glaubensmedizin - nicht umsonst kehren immer mehr schulmedizinische Ärzte der Homöopathie - welche als Zusatz angeboten wurde - den Rücken. Instanzen wie Heilpraktiker und Co. sind Gelddruckmaschinen, ähnlich wie die Pharma Lobby.


    Soll heißen, wer denkt, dass H. hilft, dem WIRD es vllt sogar helfen. Allerdings wäre dem auch so, wenn ein Heilpraktiker ihnen sagen würde - "Essen Sie jeden tag 2 Twixx"

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    MarkusAusW schrieb:

    Doch, du hast etwas zu verlieren, nämlich jede Menge Geld. Das erstatten die meisten Krankenkassen nämlich - Gott sei Dank - nicht.

    Das ist natürlich eine wichtige Info! Wenn ich an etwas nicht glaube, werde ich auch nicht eine Menge Geld ausgeben, wenn der Leidenstdruck nicht hoch genug ist. Ich kenne Ärzte, die geben mal ein paar Kügelchen, das kostet dann nichts. Oder geben die Empfehlung, welche für sehr wenig Geld zu kaufen, und einfach mal zu probieren. In DIESEM Fall hat man, wie ich oben schrieb, nichts zu verlieren. Aber meine relevante Frage nach der Begründung des TE für die Verweigerung der Behandlung wurde ja nicht beantwortet, weil sie ja "hier nichts zur Sache tut". Na ja.


    Ich habe nochmal eine Frage an dich, Luci32 : In einem anderen Thread über H. schreibst du, dass der Placeboeffekt auch dann zum Tagen kommen kann, wenn der Patient (in dem Fall handelte es sich um mich ;-) ), NICHT an die H. glaubt. Das finde ich außerordentlich interessant! Du bist doch Psychologin, nicht wahr? Hast du zu Quellen dazu? Oder sollte ich einen ExtraThread aufmachen? Ich würde mich gern darüber austauschen. Grund ist, dass ich inzwischen davon überzeugt bin, und meine Beschwerden so gravierend waren, dass ich große Angst davor habe, dass die homöopathischen Arzneien, die ich gelegentlich brauche, eines Tages nicht mehr erhältlich sind. Kann ich mir dann den Placeboeffekt zu Nutze machen? Mich also sozusagen selbst hereinlegen? Denn es geht ja "nur" darum, diese grauenhaften Nervenschmerzen in den Griff zu bekommen. Würde mich über eine Antwort freuen, danke schonmal.