KK verweigert weitere AU

    Hallo,


    ich habe ein grosses Problem.


    Erstmal hier eine kleine Vorgeschichte:


    Mir wurde am 23.12 vom Arbeitgeber zum 31.1.09 GEKündigt. Ich bin am 27.12 wieder arbeiten gegangen und er hat mich am Arbeitsplatz bloß gestellt und mich für den restlichen Arbeitstag nach Hause geschickt. Am 29.12 musste ich mich Arbeitssuchend melden, wo der Arbeitgeber aber nicht einverstanden war. Daraufhin habe ich mich wegen psychicher Probleme( Z56 G ) krankschreiben lassen. Die AU läuft am 17.01 aus, und ich habe jetzt einen Brief von der Krankenkasse bekommen, dass Sie keine weitere Au anerkennt, weil Sie der Meinung ist das ich eine innerbetriebliche Lösung herbeiführen muss.


    Ich habe nur noch Angstzustände und kann kaum noch schlafen, weil ich Angst habe wieder zu dem Arbeitgeber zu gehen.


    Die Krankenkasse hat geschrieben:


    Ihre Arbeitsunfähigkeit


    Sehr geehrte Frau XX,


    wie wir erfahren haben, sind Sie weiterhin krank bis zum 17.01.09.


    Aus der Diagnose wird ersichtlich, dass Ihre Arbeitsunfähigkeit durch einen Arbeitsplatzkonflikt hervorgerufen ist. Uns ist auch bekannt, dass Ihr Beschäftigungsverhältnis gekündigt wurde.


    Wir habe Verständnis für Ihre Situation und werden daher Ihre Au vorrübergehend anerkennen.


    Eine Au im sozialversicherungsrechtlichen Sinne kann nach dem 17.01 nicht mehr anerkannt werden, da Sie abgesehenvon dem bestehenden Arbeitsplatzkonflikt Ihrer Tätigkeit als Friseurin weiterhin nach gehen können.


    Damit Sie die Möglichkeit haben,eine innerbetriebliche Lösung herbeizuführen, werden wir die Au bis zum 17.01.09 anerkennen.


    Freundliche Grüsse....


    Was kann ich tun?


    Danke im vorraus

  • 6 Antworten
    Zitat

    Am 29.12 musste ich mich Arbeitssuchend melden, wo der Arbeitgeber aber nicht einverstanden war

    Ja wie jetzt ? Der AG schickt dich heim, sagt also, du DARFST nicht arbeiten ?


    Und als arbeitssuchend darfst du dich auch nicht melden ? Was heißt, er war nicht einverstanden ? Wie hat er sich diesbezüglich geäußert ?


    Nimm dir einen Anwalt der auf Sozialrecht spezialisiert ist ! Und ansonsten: Am 19.01. beim Arbeitgeber antanzen und dir schriftlich geben lassen dass du nicht mehr arbeiten darfst !


    Dann muß er dir nämlich dein Gehalt weiterzahlen und du bist aus dem Schneider. Wenn du einfach nicht mehr zur Arbeit gehst kann passieren dass du gar kein Geld bekommst, weil der AG dann sagen kann, du kamst ja nicht arbeiten.

    Das Problem mit der Kasse liegt schlicht und einfach am falschen Diagnosecode:


    Alle Diagnosecodes, die mit "Z" anfangen, sind *keine* Erkrankungen, sondern dienen nur zur Beschreibung von anderen Faktoren, die jemanden dazu veranlassen, Behandlung in Anspruch zu nehmen (das betrifft z.B. auch Vorsorgeleistungen, Kinderwunsch u.s.w.). Wenn die Hauptdiagnose mit "Z" anfängt, handelt es sich nicht um eine Krankheit, also bist Du auch nicht wegen Erkrankung arbeitsunfähig . Die offizielle Anleitung zur Verschlüsselung des DIMDI sagt dazu:


    "Das Kapitel XXI (Faktoren, die den Gesundheitszustand beeinflussen und zur Inanspruchnahme des Gesundheitswesens führen) darf zur alleinigen Verschlüsselung des Behandlungsanlasses nur verwendet werden, wenn Leistungen abgerechnet werden, die nicht in einer Erkrankung begründet sind".


    Das wird auch deutlich, wenn Du im ICD-10 den Text zur Z56 anschaust:


    "Kontaktanlässe mit Bezug auf das Berufsleben,


    Inkl.:


    Arbeitslosigkeit o.n.A.


    Arbeitsplatzwechsel


    Belastende Einteilung der Arbeitszeit


    Drohender Arbeitsplatzverlust


    Nicht zusagende Arbeit


    Schichtarbeit


    Schwierige Arbeitsbedingungen


    Unstimmigkeiten mit Vorgesetzten oder Arbeitskollegen"


    Mit anderen Worten: Diese Diagnose bedeutet, Du bist zum Arzt gegaangen, weil Du gekündigt wurdest und Dir der Job nicht gefällt. Das ist natürlich an sich noch keine Krankheit, deswegen lehnt die Kasse die AU zu Recht ab. Entweder hält Dein Arzt Dich nicht für krank (unwahrscheinlich, sonst hätte er ja keine AU ausgefüllt), oder er beherrscht das ICD-10-System nicht ganz so gut, wie er sollte:


    Wenn Du tatsächlch so massive Angstzustände hast, dass Du nicht arbeiten gehen kannst, wäre die korrekte Diagnose etwas aus dem Bereich F40 bis F41, das sind die Angststörungen. Die Z56 kann dann als zusätzlicher Code verwendet werden, um das Problem näher zu beschreiben.


    Grüße