Krankenversicherung, privat oder gesetzlich

    Hallo,


    als Selbständiger bin ich privat krankenversichert.


    Bedeutet, dass ich bei Arztrechnungen immer den 2,3 fachen Satz bezahlen muss.


    Gibt es eine Möglichkeit, dass ich mich so versichern lassen kann, sodass ich wie die gesetzlich Versicherten den normalen, einfachen Satz zu bezahlen habe?


    Denn die Krankenversicherungsbeiträge wachsen mir über den Kopf, dabei gehe ich so gut wie nie zum Arzt.


    Für hilfreiche Antworten wäre ich dankbar!

  • 122 Antworten

    guten morgen


    wie wäre es denn mit einem wechsel zur freiwilligen versicherung bei einer gesetzlichen krankenkasse?


    beitrag wird nach einkommen berechnet und die komplette abwicklung beim arztbesuch ist wie bei gesetzlicher pflichtversicherung.


    spart zeit und geld.


    war jahrelang so bei der barmer. nie probleme.


    schönes wochenende

    Zitat

    Wenn du nie zum Arzt gehst, dann ist es doch egal mit welchem Satz abgerechnet wird??

    Ich gehe davon aus, dass ich einen niedrigeren monatlichen Beitrag zu zahlen hätte, wenn ich bei Arztrechnungen nur den einfachen Satz zahlen müsste.


    Es geht um den monatlichen Beitrag, dieser ist mir viel zu hoch.

    Zitat

    Ich werde mal den Versicherungsvertreter meiner PKV fragen, ob ich nicht zum Basistarif wechseln kann bzw. prüfen, ob dieser Tarif für mich von Vorteil wäre.

    Einen Basistarif kann ich absolut nicht empfehlen. Der Tarif kostet häufig so viel wie der Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung, hat aber wesentlich schlechtere Leistungen. Außerdem musste die Regierung in der letzten Woche bestätigen, dass es keine Behandlungspflicht der Ärzte für Basistarif-Versicherte gibt.


    http://www.krankenkassen-direkt.de/news/news.pl?val=1300574192&news=277749990


    Entstanden ist dieser Tarif nur, weil die privaten Krankenversicherungen dazu gezwungen wurden, da mit der Gesundheitsreform 2007 niemand in Deutschland mehr ohne Krankenversicherung dastehen sollte.


    Menschen, die in der privaten Krankenversicherung sich ihren bisherigen Tarif nicht mehr leisten können, müssen ohne weitere Gesundheitsprüfung in diesen Tarif aufgenommen werden. Das hat zur Folge, dass in diesem Tarif überwiegend kranke Menschen versichert sind. Da der Basistarif sich selbst tragen muss, sind die Beiträge entsprechend hoch.


    Ich würde daher nach einer anderen Lösung suchen.

    Mir geht es schlicht darum, dass ich nicht einsehe, dass ich nach einem Arztbesuch das 2,3-fache von dem zahlen muss, was ein gesetzlich Versicherter zahlen muss.


    Im Supermarkt muss doch auch jeder den gleichen Preis zahlen.


    Weshalb also muss ich beim Arzt für ein und dieselbe Leistung deutlich mehr zahlen als ein anderer?


    Dem entsprechend hoch sind meine monatlichen Beiträge an die Kasse.


    Das möchte ich so nicht. Daher suche ich nach einer Möglichkeit, dass auch ich nur den einfachen Satz und damit einen niedrigeren Beitrag zu zahlen habe.

    Deine Argumentation ist nicht korrekt. 2.3 fach ist der Satz nur von dem was vor Jahrzehnten als Preis im Katalog festgelegt wurde. Die Kassenpatienten haben einen völlig anderen Katalog mit ganz anderen Sätzen. In meinem Bereich (zahnheilkunde) ist der 1.7fache Satz in der Mehrheit das Äquivalent von dem, was der Kassenpatient "bezahlt".

    Zitat

    Mir geht es schlicht darum, dass ich nicht einsehe, dass ich nach einem Arztbesuch das 2,3-fache von dem zahlen muss, was ein gesetzlich Versicherter zahlen muss. Im Supermarkt muss doch auch jeder den gleichen Preis zahlen.

    Du hast Dir doch die Private irgendwann einmal ausgesucht und das gesetzliche System verlassen...


    Und Versicherte werden doch gerade mit der besseren Behandlung beim Arzt von den privaten Versicherungen gelockt. Sie bekommen doch viel schneller einen Termin, mehr Medikamente, der Chefarzt persönlich schüttelt die Hand. So etwas hat dann natürlich seinen Preis.


    Warum hast du denn die gesetzliche Krankenversicherung verlassen?


    Und: Ist es bei deiner privaten Krankenversicherung denn nicht so, dass du ein paar Monatsbeiträge zurück bekommst, wenn du ein Jahr lang keine Leistungen in Anspruch genommen hast? Du schreibst doch, dass du nie krank bist. Diese müsstest du dann auf den Monat gerechnet von deinem Beitrag abziehen.


    Und: Wieso ist dein Beitrag überhaupt hoch, wenn du so gesund bist? Der Beitrag wird doch u.a. entsprechend des Alters und des persönlichen Krankheitsrisikos festgesetzt. Demzufolge kann er nicht so hoch sein.

    Hallo, romie,


    ich war nie gesetzlich krankenversichert.


    Zunächst war ich über meine Mutter (Beamtin) versichert, dann habe ich mich selbst bei dieser PKV versichert.


    Ja, wenn ich keine Rechnungen einreiche, erhalte ich 3 - 4 Monatsbeiträge zurück. Aber dies ist ja kein Zustand.


    Mein monatlicher Beitrag wächst ständig an, und das, obwohl ich seit Jahren keine Rechnungen eingereicht habe.


    Zuletzt wieder um 20 Euro. Ich zahle nun ca. 300 Euro monatlich, nur für mich als Einzelperson. Selbst wenn ich keine Rechnungen einreiche und die Beiträge teilweise zurück erhalte, zahle ich also rund 2500 Euro jährlich für nichts und wieder nichts.


    Da mein jährliches Nettoeinkommen bei etwa 12000 Euro liegt, ist dies für mich ein unverhältnismäßig großer Betrag.

    Hallo Manni,


    du zahlst auf jeden Fall weniger Beiträge als du in der gesetzlichen Krankenversicherung als Selbständiger zahlen würdest (am Beispiel deines Netto-Einkommens berechnet):


    Private Krankenversicherung:


    12.000 Euro Einnahmen / Jahr = 1.000 Euro / Monat / 300 Euro Monatsbeitrag


    Rückerstattung von vier Beiträge im Jahr: 300 Euro x 4 = 1.200 Euro


    1.200 Euro : 12 Monate = 100 Euro


    300 Euro Monatsbeitrag – 100 Euro Beitragserstattung = 200 Euro Monatsbeitrag


    Gesetzliche Krankenversicherung:


    12.000 Euro Einnahmen / Jahr = 1.000 Euro / Monat


    Gesetzliche Mindestennahme, die zur Beitragbemessung herangezogen wird: 1.916,25 Euro


    Absicherung ohne Krankengeld: 1.916,25 Euro x 14,9 % = 285,52 Euro


    Absicherung mit Krankengeld: 1.916,25 x 15,5 % = 297,02 Euro


    Klar, 200 Euro bei 1.000 Euro Monatseinnahmen sind recht viel. In der gesetzlichen Krankenversicherung würdest du als Selbständiger aber mehr zahlen.

    Zitat

    Ich werde mal den Versicherungsvertreter meiner PKV fragen, ob ich nicht zum Basistarif wechseln kann bzw. prüfen, ob dieser Tarif für mich von Vorteil wäre.

    Wenn ich dir das mal so sagen darf: wenn du dich über 300 Euro im Monat beschwerst, wirst du mit dem Basistarif der PKV nichts anfangen können, der liegt nämlich bei ca. 600 Euro, allerdings inkl. Pflegeversicherung.

    Zitat

    Wenn ich dir das mal so sagen darf: wenn du dich über 300 Euro im Monat beschwerst, wirst du mit dem Basistarif der PKV nichts anfangen können, der liegt nämlich bei ca. 600 Euro, allerdings inkl. Pflegeversicherung.

    Der Basistarif kostet also mehr als mein jetziger Tarif?


    Ergibt das einen Sinn?

    Die PKV ist jedenfalls abhängig von Alter und Vorerkrankungen meistens billiger als die GKV.


    Ich zahle aktuell 240 Euro PKV. Darin sind aber auch ein ordnetliches Krankentagegeld.


    Der Satz interessiert mich nicht, denn den muss ich ja eh nur bis zu SB zahlen. Mit dem Satz hat der Beitrag bei der PKV jedenfalls nichts zu tun. Du scheinst dir hier irgendwas zusammenzuträumen. Vielleicht solltest du dich mal mit einem anständigen Versicherungsberater zusammensetzen.


    Bei der GKV wirst du als Patient zweiter Klasse behandelt, wenn du in der PKV bist hast du einige Vorzüge. Wenn du allerdings nie zum Arzt gehst oder unter der SB bleibst und nichts einreichst, kriegst du schon mehr oder weniger Monatsbeiträge zurück.


    Wenn du allerdings wechseln willst musst du nachweisen, dass du über längere Zeit so gut wie nichts verdienst oder dich arbeitslos melden. In dem Moment (da wir in Deutschland ja eine Versicherungspflicht haben) kommst du automatisch wieder in die Pflichtversicherung bei der gesetzlichen (AOK denk ich mal). Wenn du dann anschliessend wieder in die private möchtest kann es aber sein, dass es noch teurer wird weil du eine neue medizinische Einschätzung bekommst usw. Ansonsten sollt es dir frei stehen ob du dann wieder in die private oder in die freiwillige GKV eintreten möchtest.


    [...] Als privat Versicherter kann man immer in die gesetzliche zurück wenn die Situation dafür gegeben ist, sprich man arbeitslos wird oder man heiratet und in die gesetztliche Familienversicherung des Partners eintritt wenn man Geringverdiener ist.

    Zitat

    Als privat Versicherter kann man immer in die gesetzliche zurück wenn die Situation dafür gegeben ist, sprich man arbeitslos wird oder man heiratet und in die gesetztliche Familienversicherung des Partners eintritt wenn man Geringverdiener ist.

    Nein, da irrst du dich aber gewaltig.

    Hallo, romie,


    die Rückerstattung pro Jahr beträgt etwa 800 Euro.


    Damit liegen die Kosten immer noch bei rund 2800 Euro/Jahr, also rund 230 Euro/Monat.


    Aber diese Rechnung trifft ja nur zu, wenn ich nie zum Arzt gehe.


    Ist dies der Sinn der Sache, dass ich dauernd Beiträge zahle, obwohl ich dann sowieso nicht zum Arzt gehe?


    Um einen Vergleich herstellen zu können, muss der Fall betrachtet werden, dass ich den Arzt aufsuche, wenn etwas ist, so dass ich keine Rückerstattung habe.


    Dann zahle ich rund 300 Euro monatlich.