@ Manni:

    Ich bin selber neben regulären Arbeitsverhältnissen noch selbstständig/freiberuflich, z.T. mit 2 Sachen parallel. War noch nie Vollzeit angestellt (gibt's eh nicht, aber das ist ein anderes Thema).


    Bei mir im Bekanntenkreis gibt es einige Personen, die diese Selbständigkeit deutlich weiter ausgebaut haben – aber zumindest eine ganze Weile noch festangestellt waren, eben wegen der ganzen Sozialversicherungs-Sache (Arbeitslosigkeit, Krankenkasse, Rente,...). Eine Freundin hat eine eigene Praxis als Heilpraktikerin – aber hat lange Zeit für einen Kurierdienst gejobbt.


    Selbständigkeit und Job schließen sich nicht aus. Klar, ich kann jetzt nicht einschätzen, wie zeitintensiv Deine Selbstständigkeit ist (angeischts des Verdienstes bis Du entweder unterbezahlt oder nicht voll ausgelastet).


    Also wirklich mal überlegen... zumindest mal gucken, was jobmäßig möglich wäre...


    Das abschließend als kleiner Denkanstoß. Du wärst nicht der Erste und Einzige, der diesen "Umweg" hinsichtlich einer Selbstständigkeit geht/gehen muss!

    Zitat

    freiwillig arbeitslosenversichert

    mal Klugscheißen: gibt es ab 1.1. nicht mehr, das heißt jetzt "Pflichtversicherung auf Antrag".


    Wie der das Wörtchen Pflicht schon vermuten läßt, kommt man dort nicht mehr raus, und die Beiträge werden in den nächsten Jahren rasant ansteigen (stehen schon fest) – das wäre dann noch eine Baustelle wo der TE zu ackern hätte.

    Nein zuza, mit Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wird man zwar in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig, das ist soweit richtig. ABER: wenn Versicherungsfreiheit festgestellt wurde, bezieht sich diese Versicherungspflicht NICHT auf die GKV.


    Vielmehr besteht die Versicherungspflicht, weil es seit 2007 bei uns die allgemeine Krankenversicherungspflicht gibt.


    Die Versicherungspflicht (Krankenversicherung) begründet sich demzufolge nicht über die Aufnahme der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung, sondern über die allgemeine Krankenversicherungspflicht.


    Es bleibt also als einzige Möglichkeit, der allgemeinen Krankenversicherungspflicht nachzukommen, der Weg über die PKV. Entweder über einen normalen Tarif, den man sich selbst zusammenstellen kann, oder, falls die PKV ablehnt oder hohe Risikozuschläge haben will, über den Basistarif. Dieser Basistarif ist genau deshalb eingeführt worden, damit alle, die nicht in der GKV sein dürfen, in der PKV aufgenommen werden MÜSSEN.

    zuza

    Zitat

    das finde ich missverständlich ausgedrückt:

    Habe ich mir schon gedacht und es deshalb bereits an einem Beispiel verdeutlicht. ;-)

    Der kleine Prinz

    Zitat

    Nein zuza, mit Aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung wird man zwar in allen Zweigen der Sozialversicherung versicherungspflichtig, das ist soweit richtig. ABER: wenn Versicherungsfreiheit festgestellt wurde, bezieht sich diese Versicherungspflicht NICHT auf die GKV.

    Das trifft nur zu, wenn man sich zuvor aktiv von der Versicherungspflicht hat befreien lassen.


    Beispiel:


    Hans (20) ist in der PKV versichert, seine Eltern ebenfalls.


    Nun nimmt er ein Studium auf und wird somit als Student versicherungspflichtig.


    Er muss sich somit als Student pflichtversichern und den Studentenbeitrag zahlen.


    Wären seine Eltern gesetzlich versichert, würde allerdings der Anspruch auf kostenlose Familienversicherung vorgehen, so dass er bis zum 25. Lebensjahr bei ihnen kostenlos mitversichert wäre.


    Da nun aber seine Eltern privat versichert sind, entsteht durch die Immatrikulation Krankenversicherungspflicht als Student.


    Wenn er nun aber weiter in der PKV versichert werden möchte (z.B., da er dort weniger Beitrag zahlen muss, da er einen Beihilfeanspruch durch seine Eltern hat und sich somit nur zu 20 % krankenversichern muss und dieses kostengünstiger wäre als der Studentenbeitrag), muss er aktiv einen Antrag auf Befreiung von der Krankenversicherungspflicht stellen. Und diese Befreiung gilt dann auch für sein weiteres Versicherungsleben. Und hier trifft nun dein Beispiel zu.


    Anders ist es aber, wenn jemand z.B. mit 25 Jahren aus der gesetzlichen Krankenversicherung in die private Versicherung wechselt, da er mit seinem Gehalt über der Versicherungspflichtgrenze liegt und dann mit 32 Jahren eine neue Beschäftigung aufnimmt und mit seinem Gehalt wieder unter der Versicherungspflichtgrenze liegt. Dann entsteht in dem Moment wieder Versicherungspflicht zur allen Zweigen der Sozialversicherung (also auch zur Krankenversicherung).


    Und hier bezog ich mich gestern schon auf das eine Jahr Vorversicherungszeit (hallo zuza! ;-) *:) ): Wenn mit dem Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung nicht mindestens ein Jahr wieder Versicherungspflicht vorliegt, also nicht mindestens ein Jahr das Gehalt unter der Versicherungspflichtgrenze liegt, würde er wieder aus der gesetzlichen Versicherung " 'rausfliegen", da er 1. das eine Jahr Mindestfreist nicht erfüllt hat und 2. auch keine Versicherungspflicht in den vorangegangenen 5 Jahren für mindesten 24 Monate bestanden hat.

    Zitat

    Und was ist, wenn man nie sozialversicherungspflichtig war, und mit beispielsweise 56 Jahren versicherungspflichtig wird?

    Das ist dann etwas völlig anderes. Ab 55 Jahre kann man nicht mehr in die gesetzliche Krankenversicherung zurück, egal, ob man versicherungspflichtig wird.


    Aaaaber: Mit 54 schon... ;-)


    Verstehe mich nicht falsch. Ich finde es im Grunde nicht richtig, dass man überhaupt zurück kann. Wer einmal, wenn er jung war das Solidarsystem verlässt und somit dem System seine "Kraft" vorenthält, darf dann im Alter, wenn er tatsächlich Leistungen braucht (und die Private nicht mehr zahlen kann) diese nicht von der Solidargemeinschaft verlangen. Das ist egoistisch und würde das System noch schneller in die Knie zwingen. Schließlich hat es schon genug mit dem demographischen Wandel zu kämpfen.


    Gerechter wäre es, finde ich, wenn die 55 Jahre-Grenze abgesenkt werden würde. Dann würden diejenigen, die wieder versicherungspflichtig werden, wenigstens noch eine längere Zeit Beiträge beisteuern, bevor sie schließlich Rente beziehen, also weniger zahlen und um so mehr Leistungen brauchen (Kosten verursachen), weil sie alt und gebrechlich sind. Fände ich einfach gerechter.


    Aber dann gäbe es wahrscheinlich viel zu viele Sozialfälle, die mit der Regelung, so, wie sie jetzt ist, über die Kassen abgefangen werden sollen.

    es gilt § 6 Abs. 3a SGB V:


    "3a) Personen, die nach Vollendung des 55. Lebensjahres versicherungspflichtig werden, sind versicherungsfrei, wenn sie in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Versicherungspflicht nicht gesetzlich versichert waren. Weitere Voraussetzung ist, dass diese Personen mindestens die Hälfte dieser Zeit versicherungsfrei, von der Versicherungspflicht befreit oder nach § 5 Abs. 5 nicht versicherungspflichtig waren. Der Voraussetzung nach Satz 2 stehen die Ehe oder die Lebenspartnerschaft mit einer in Satz 2 genannten Person gleich. Satz 1 gilt nicht für Personen, die nach § 5 Abs. 1 Nr. 13 versicherungspflichtig sind."


    mir ist nicht klar, wie du auf den begriff der versicherungsfreiheit im fall von manni kommst? er hat während des studiums auf die versicherungspflicht als student verzichtet § 8 SGB V (und dieses gilt dann nur für den zeitraum des studiums und nicht für die spätere aufnahme einer sozialversicherungspflichtigen beschäftigung!) und konnte sich als selbständiger nicht freiwillig gesetzlich versichern, da ihm logischerweise die vorversicherungszeiten fehlten. wenn er jetzt eine sozialversicherungspflichtige beschäftigung aufnimmt, wäre alles paletti, ....

    romie,


    ich finde deine Argumentation richtig.


    Aber

    Zitat

    Wer einmal, wenn er jung war das Solidarsystem verlässt und somit dem System seine "Kraft" vorenthält,

    was ist mit jemandem, der das Solidarsystem nicht verlassen hat, weil er nie drin war? Also mit jemandem, der nie


    sozialversicherungspflichtig war, weil er zum Beispiel immer selbständig war?


    zuza,


    ich komme deswegen auf der Begriff der Versicherungsfreiheit, weil mannis Studium ja vorbei zu sein scheint. Er schreibt ja, dass er selbständig ist.


    Als Selbständiger versichern kann er sich nicht, weil ihm die Vorversicherungszeiten fehlen, auch klar.


    Aber jetzt meine Frage: solange er unter 55 Jahre alt ist, kann er jederzeit eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung aufnehmen, die dann automatisch dazu führt, dass er gesetzlich krankenversichert ist?


    Wenn er über 55 Jahre alt ist, kann er zwar eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit aufnehmen, zahlt alle Zweige der Sozialversicherung, wird aber nicht gesetzlich krankenversichert?


    DARF die GKV ihn nicht aufnehmen oder KANN sie ihn aufnehmen, MUSS es aber nicht?

    Zitat

    was ist mit jemandem, der das Solidarsystem nicht verlassen hat, weil er nie drin war? Also mit jemandem, der nie


    sozialversicherungspflichtig war, weil er zum Beispiel immer selbständig war?

    Das finde ich jetzt ein wenig konstruiert. Eine Ausbildung (oder Studium) steht wohl am Anfang eines jeden Berufslebens. Schließlich muss man ja irgendwo sein Wissen für die Senständigkeit erwerben.

    Zitat

    DARF die GKV ihn nicht aufnehmen oder KANN sie ihn aufnehmen, MUSS es aber nicht?

    Die Frage ging zwar nicht an mich, aber wenn ich schon mal dabei bin.... Sie DARF nicht!


    Und: Ich habe noch einmal nachgesehen: Auch wenn man sich als Student hat befreien lassen von der Krankenversicherungspflicht, kann man zurück in die gesetzliche Krankenversicherung, nämlich dann, wenn man erstmals eine Beschäftigung aufnimmt. Diese Beschäftigung muss dann noch nicht einmal versicherungspflichtig (Entgelt > Versicherungspflichtgrenze) sein (§ 9 Abs.1 Nr.3 SGB V). Diese Regelung ist aber noch recht jung.

    Eine PKV für einen 40-Jährigen (Jahrgang 70) gibt es ab 200 € monatlich. Selbstbeteiligung ist da ähnlich hoch wie jetzt schon...


    Ich arbeite momentan in der Branche, will aber keine Werbung machen. Der Preis gilt nur, wenn man gesund ist.


    Aufgrund der Selbstbeteiligung, die der Ersteller genannt hat, denke ich, er ist bei ander Krankenversicherung, die in den letzten Jahren sehr instabil war. Das liegt daran, dass die Leute dort immer älter werden, aber kaum noch neue dazukommen.


    Einfach einen unabhängigen Makler beauftragen, sich das ganze vernünftig erklären lassen und wechseln. Einfacher geht es nicht. Bitte vorher noch raussuchen, wie genau der Tarif heißt, ob man Krankentagegeld drin hat, und wann Versicherungsbeginn war, das erleichtert die Suche und auch der Vorgang, zu wechseln, wird dann erlichtert und erläutert.


    Viel Glück.


    Vom Basistarif rate ich übrigens auch ab... der ist für Leute, die im Alter über 600 € PKV zahlen...


    Ach ja, und die Gebührensätze... da kann man nur mit dem Arzt sprechen... die PKV kann da erstmal nichts dafür. Wichtig ist, dass man einen Tarif wählt, der überall den 3,5-fachen Satz abgesichert hat, denn bis zu dem Satz darf der Arzt ohne Rücksprache maximal abrechnen.

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