Kurz angebundene Ärzte und die Frage nach dem Sinn

    Meine Hausärztin wollte mir letztens eine Überweisung für eine Untersuchung beim Facharzt verweigern, da sie meinte, ich hätte diese Untersuchung bereits vor drei Jahren machen lassen und daher wäre eine erneute nicht nötig.


    Das passierte mir nicht zum ersten Mal. Ich habe eher den Verdacht, dass Ärzte aufgrund des Drucks der Krankenkassen (warum, wenn sie doch finanzielle Überschüsse haben?) einem Untersuchungen verweigern. Besonders schlimm ist das immer am Ende eines Jahres, so wie jetzt. Ich ging vor zwei Wochen zu meiner Ärztin aufgrund von Übelkeit, Schluck- und Atembeschwerden. Pünktlich kam ich zum Termin, wartete etwa 10 Minuten, wurde aufgerufen. Die Ärztin hatte gleichzeitig noch einen anderen Patienten in ihrem großen Behandlungsraum, wo sie auch ihren Schreibtisch hat. Ich musste dagegen in den kleinen Nebenraum, setzte mich auf die Liege und sie fragte mich, was ich für Probleme hätte. Daraufhin schilderte ich ihr meine Beschwerden, vor allem das mit der Übelkeit. Sie meinte dazu nur, dass ich mich beruhigen soll, und wenn ich Atemprobleme hätte, solle ich tief ausatmen und alles wäre dann in Ordnung. Abgetastet, abgehört und so weiter, wurde ich nicht. Die Sache war innerhalb von 3 Minuten vorbei. Vielleicht nahm sie mich nicht ernst, weil ich schon so lange bei ihr Patient bin (11 Jahre) und hauptsächlich immer mit meiner Psyche zu kämpfen hatte/habe. Nach dem Verlassen der Praxis ging es mir kurz besser, aber Zuhause ging es dann gleich wieder los mit meinen Problemen.


    Ehrlich gesagt traue ich mich schon gar nicht mehr irgendwas zu sagen, wenn ich bei ihr bin. Im Jahr 2005 hatte ich schon mal ähnliche Probleme und damals bestand sogar Verdacht auf Morbus Crohn, der sich dann aber nicht bestätigte. Zwischen September 2005 und Dezember 2008 hatte ich immer wieder schwere hypochondrische Anfälle und immer wieder die verschiedensten Symptome. 2011 war ich deswegen in einer Tagesklinik, aber selbst 'die konnte mir nicht wirklich helfen. Mittlerweile bin ich nur noch am Verzweifeln. Mein Magen wurde insgesamt schon fünfmal gespiegelt, allein zwischen 2009 und 2013 viermal. Trotzdem lässt mich das alles nicht kalt.


    Ich würde mich am liebsten komplett durchleuchten lassen, aber wenn ich das anspreche, heißt es immer von ärztlicher Seite, dass das alles nicht nötig und sinnvoll sei.

  • 7 Antworten

    Selten bin ich auf Seiten der Ärzte, aber in deinem Falle schon.


    Was sollen die denn noch machen?


    Immer wieder bei Adam und Eva mit dir anfangen?

    Was nach 11 Jahren auch manchmal was bringt, ist, den Arzt zu wechseln.


    Ein neuer gibt sich (erstmal) wieder Mühe. Wie lange sei dahingestellt, aber vielleicht kannst du bis dahin etwas für dich erreichen.

    Meine Ärztin ist nicht schlecht, sie nimmt sich normalerweise für jeden ihrer Patienten ausführlich Zeit. Nur habe ich mittlerweile schon den Eindruck, dass sie inzwischen anders behandelt wie 2005, als ich das erste Mal bei ihr war. Damals leitete sie verschiedenste Untersuchungen ein. Sonografien waren selbstverständlich, aber selbst mit denen geht sie mittlerweile sehr sparsam um. Da sie nicht mehr die Jüngste ist, denke ich auch, wird die nicht mehr allzu lang praktizieren. Aber dann hätte ich ein Problem, denn so eine einfühlsame Ärztin findet man heutzutage nicht mehr so schnell. Schon jetzt ist die Praxis im Jahr bestimmt 3 1/2 Monate geschlossen aufgrund von Urlaub oder Fortbildungen. Wobei ich denke, dass die Fortbildungen eher für die Medizinischen Fachangestellten gedacht sind.

    Ja, nochmal: weil bei dir schon alles durch ist. Die weiß, dass du nichts hast, warum soll die dich immer wieder untersuchen?

    Gehen wir mal davon aus, sie würde dir deinen Wunsch erfüllen...


    Ganz Körper MRT.


    Sei dir bewusst, dass die Ärzte dabei vermutlich 2-3 (wenn nicht mehr!) Ungereimtheiten finden, die dich aber garnicht weiter belasten, die auf Krebs oder sonstwas hindeuten könnten, letztendlich aber einfach nur nichts sind.


    Sonst würden es sich die Ärzte ja leicht machen. Nurnoch MRT Geräte kaufen und jedem alle 2 Jahre so nen "Gesamtcheck" machen und schon muss niemand mehr zum Arzt.


    Ach wir haben ihnen ihre Niere rausgeschnitten obwohls kein Krebs war, sondern nur nen seltsamer Schatten? Nunja...Shit happens ne?


    Ich würde an deiner Stelle mal einen Ernährungsplan machen um die Ursache für die Übelkeit zu finden. Also Ernährungstagebuch fühlen, vielleicht findest du ein Muster.

    Tut mir Leid, aber ich bin auch der Meinung deiner Ärztin, die du ja selbst sogar als einfühlsam beschreibst.


    Was erwartest du wirklich, wenn du ELF Jahre immer wieder "vergeblich" schwere Krankheiten angenommen hast und nie wirklich etwas so Schlimmes war? Es IST doch die Psyche bei dir! Wie kannst du das wissen und sehen und trotzdem sauer sein, dass vermutlich die Kassen nicht bezahlen wollen?


    Ich verstehe deine Verzweiflung, und trotzdem reagiere ich auf so etwas mit Verständnislosigkeit. Du hast Ängste und die bereiten deinem Körper Probleme - also willst du die Untersuchungen, nur um zu sehen, dass nichts ist? Das weißt du in Wirklichkeit auch jetzt schon.

    Also wenn ich das so lese, dann würde ich bei Deiner Geschichte auch über einen Ärztewechsel nachdenken...


    Gerade bei einer so individuellen und langwierigen Krankheits/Psyche-Geschichte kann einfach frischer Wind nicht schaden.


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