Neue Ärztin vorgesetzt - enttäuscht

    Hallo zusammen,


    ich weiss, hier wird mir keiner eine Antwort geben können, was zu tun ist. Aber ich weiss nicht, wo ich mir sonst Luft machen soll. Ich habe eine chronische Erkrankung und gehe deshalb regelmäßig zu einer Fachärztin in einer Klinik-Ambulanz (wegen Fachärztemangel wurde vor ein paar Jahren eingeführt, dass Fachambulanzen sich nach Zulassung wie niedergelassene Praxen verhalten dürfen) und war mit der Ärztin immer sehr zufrieden. Mit der Praxisführung als solches weniger, aber darum geht es mir hier nicht. Die Ärztin war das Einzige, was mich dort weiter hat hingehen lassen.


    Beim Termin Ende letzten Jahres holt mich plötzlich eine fremde Frau ab, sie wäre nun meine neue Ärztin. Ich bin zuvor an zwei Anmeldungen gewesen (das ist dort so üblich) und habe meine alte Ärztin auf dem Gang getroffen. Keine dieser Personen hat auch nur einen Ton gesagt. Wie ich dann erfahren habe, hat meine alte Ärztin eine neue Praxis aufgemacht. Das freut mich wirklich sehr für sie! Bevor einer sagt, ich würde der Ärztin nicht gönnen, zu wechseln. Ich hätte mir nur gewünscht, dass jemand einen Ton sagt. Ich kam mir reichlich überfahren vor und habe vermutlich auch so geschaut, als die freundliche, aber mir unbekannte Frau vor mir stand. Ich ehrlich gesagt etwas perplex und auch enttäuscht. Ich weiss selbst, dass ich mir eine andere Ärztin suchen kann. Aber wer schon einmal einen neuen Facharzt gesucht hat, weiss wie aufwendig und nervenaufreibend das ist... Ich stecke gerade in einer sehr stressigen Phase meines Lebens und das kommt nicht wirklich zu einem guten Zeitpunkt.


    Was denkt ihr?

  • 8 Antworten

    Kannst du nicht in die neue Praxis deiner Fachärztin wechseln?


    Ansonsten: Abwarten ob die neue Ärztin nicht ebenso fähig und sympathisch ist.


    Und ich gebe dir Recht - so einen Wechsel hätte man ankündigen können. Aber genau da liegt denke ich der Unterschied zwischen Ambulanz und niedergelassenem Facharzt.

    @ LilaLina

    Leider ist die neue Praxis recht weit weg. Ich habe eben nachgesehen, es sind über 100km. Da ich Ende nächsten Jahres weiter in die entgegen gesetzte Richtung ziehe, habe ich darüber nicht weiter nachgedacht.


    Damit hast du sicher recht, das werde ich auch erst einmal tun, da ich ja sonst zunächst ohne Arzt wäre. Das war nicht der beste Anfang.


    Ich hatte bisher nur mit niedergelassenen Ärzten zu tun und die Ambulanz fühlt sich in vielerlei Hinsicht auch an, wie eine normale Praxis. Aber du wirst sicher recht haben, dass es dann eben doch eine Klinik ist. Es tröstet mich aber, dass ich nicht überempflich wirke.

    Wenn ein Arzt aus so einem Verbund wechselt, bzw sich selbstständig macht, DARF sie den Patienten davon garnix sagen, weil sie ja der Praxis die Patienten wegnehmen würde, wenn sie es täte. Das steht in der Regel in den Verträgen, die die Ärzte dort im Verbund (oder in der Ambulanz halt) haben.


    Das hat mir mal meine Endokrinologin gesagt, als ein Praxiswechsel bei ihr anstand. Sie sagte, sie wäre natürlich im Zwiespalt, denn der Vertrag untersagte es ihr, die neuen Praxisdaten zu nennen - dennoch würde sie ja natürlich gern ihre Patienten behalten. So leicht ist es aber eben nicht. Und so sagte sie es mir im Vertrauen, ich hielt meine Klappe und googelte die neue Adresse nach dem Umzug. Nur hatte ich etwas mehr Glück als du, denn ihre neue Praxis war ziemlich in der Nähe.

    Verstehe, davon habe ich vorher noch nie etwas gehört. So verstehe ich zumindest, dass meine Ärztin beim letzten Termin im Sommer '16 nichts gesagt hat. Dann hätte sie mir aber vor ein paar Wochen zumindest sage können, dass wir uns nicht gleich im Behandlungsraum treffen. Die neue Ärztin hat mir das direkt auf meine Frage erklärt, wer sie sei. Sie hatte mir sogar verraten, in welcher Stadt meine alte Ärztin ihre Praxis aufmacht. :/ Es scheint zumindest zu diesem Zeitpunkt kein Geheimnis mehr gewesen zu sein...

    Hm..jetzt weiß ich auch,warum ich bei "meinem" Augenarzt jedes mal einen neuen/anderen Arzt vor mir habe.Dieser Augenarzt gehört zu einem MVZ...scheinbar geben die sich da die Klinke in die Hand. :-/


    Blöd ist nur, dass die zwar ungefragt die Patienten übernehmen, aber irgendwie nicht die Akte dazu. Ich muss jedesmal neu erklären,warum ich da bin. >:(


    Von daher kann ich deinen Frust vestehen :°_ zumal es echt ein Glücksgriff ist,einen sehr guten Facharzt zu haben...wenn der/die dann klammheimlich verschwindet,ist es umso trauriger :°(

    Zitat

    Aber genau da liegt denke ich der Unterschied zwischen Ambulanz und niedergelassenem Facharzt.

    Mir ist kürzlich erst ähnliches bei meinem internistischen Hausarzt passiert. Ich habe telefonisch einen Termin bei Herrn Dr. Sowieso vereinbart und als ich hinkam, war Herr Dr. Sowieso weg und die Praxis völlig anders eigerichtet. Nur ein Teil des Personals war "alt". Ich muss auch ziemlich dämlich aus der Wäsche geguckt haben.


    Hieran

    Zitat

    Wenn ein Arzt aus so einem Verbund wechselt, bzw sich selbstständig macht, DARF sie den Patienten davon garnix sagen, weil sie ja der Praxis die Patienten wegnehmen würde

    kann es nicht gelegen haben.


    Die Schwester hat mir auf Nachfrage erzählt, dass der Arzt bereits bei meinem letzten Besuch in Rente und nur noch stundenweise anwesend war. Und da konnte er (nach über 20 Jahren in dieser Praxis) nicht die Klappe aufmachen und so was sagen wie "Das nächste Mal bei meinem Nachfolger"? Ich finde so ein Verhalten gelinde gesagt ziemlich merkwürdig.

    Zitat

    Blöd ist nur, dass die zwar ungefragt die Patienten übernehmen, aber irgendwie nicht die Akte dazu. Ich muss jedesmal neu erklären,warum ich da bin

    Die Akte wird ganz sicher in der Praxis vorliegen. Nur wird der neue Arzt dich im günstigen Fall anhand deiner Äußerungen einschätzen wollen, im wahrscheinlicheren zu faul zum Nachlesen sein.


    Meine Akte ist im Laufe der Jahre durch die ganzen Facharzt-, Klinik-, Laborberichte auch sehr angewachsen.


    Und mir ist es auch zu blöd auf jeden Fakt, den es zu beachten gilt, hinzuweisen. Da kann ich auch gleich die Praxis wechseln. Leider finde ich aktuell keine, die ich ohne großen Aufwand erreichen kann, welche noch neue Patienten annimmt.

    Mal aus der anderen Perspektive

    : Sagen dass man geht, kann man durchaus; bei den Details wrid es - je nach Vertrag - schwierig.


    Das Vergabeverfahren (wenn man wirklich in eine eigene Praxis geht) zieht sich einerseits über Wochen bis Monate, da die Kassenärztliche Vereinigung i.d.R. nur eine Sitzung der Zulassungskommission pro Monat hat. Das ganze Verfahren, wenn man sich als Behandler auf einen Sitz bewirbt, ist zudem lange sehr unsicher, da Klarheit erst in dem Moment der Sitzung entsteht und man bei mitbewerbern nie weiß, wer den Zuschlag erhält. Man investierst im Vorfeld viel Zeit und Mühen, weiß aber nie, ob es auch zur Übernahme kommt. Es macht somit keinen Sinn, etwas zu sagen, auch wenn man seit Wochen mit dem Thema Praxisgründung beschäftigt ist. Wenn es dann aber klappt mit der eigenen Zulassung, muss es i.d.R. mit der Tätigkeitsaufnahme schnell gehen. Es ist also eine blöde Situation.

    Zitat

    Blöd ist nur, dass die zwar ungefragt die Patienten übernehmen, aber irgendwie nicht die Akte dazu. Ich muss jedesmal neu erklären,warum ich da bin.

    Naje, der neue Arzt will Dich kennenlernen und Deine Geschichte von Dir und nicht aus den Notizen eines Vorgängers entnehmen. Irgendwo muss er ja anfangen!

    @ Taps

    Das klingt für mich nicht so, als ob hier eine gesetzliche Vorgabe zu beachten gewesen sei. Klingt für mich eher nach einer menschlichen Problematik.

    @ Sunflower_73

    Das kann ich verstehen. Zu sagen, dass man geht, weil ....die Kollegen blöd sind, das Gehalt zu niedrig oder man einfach lieber pinke Kittel tragen möchte, gehen mich nichts an. Ich fand es - vorausgesetzt dass hier nichts Rechtliches im Wege stand - merkwürdig und menschlich daneben, nichts zu sagen, als der Weggang schon verkündet war und bereits die Nachfolgerin dort arbeitete. Da wird wohl eher nichts mehr unsicher gewesen sein.


    Das mit den Akten/Unterlagen ist so eine Sache. Ich denke, man kann von keinem Arzt erwarten, dass er die komplett liest, wenn er einen neuen Patienten übernimmt. Ich hoffe aber immer, dass zumindest einmal hinein gesehen wird. Die meisten Akten, die ich gesehen habe, hatten die aktuellsten Vorgänge in einer Art Verlaufsliste zu oben auf. Auch immer wieder merkwürdig, sind die Bögen, die man beim ersten Besuch irgendwo ausfüllt. Die werden in den allerseltensten Fällen überhaupt angesehen.