Notfallmedizin versus Chronische Erkrankungen

    Ist es nicht so, daß unser Gesundheitswesen einzig auf die Notfallmedizin ausgerichtet ist und es keine Anlaufstellen für Chronische Erkrankungen gibt, weil keiner so richtig Zeit und Ahnung hat?

    Sorry, ist kein Vorwurf, denn es wird eindeutig zu wenig Geld dafür zur Verfügung gestellt, aber wer sollte sich denn nun dafür einsetzen. Wäre es sinnvoll, wenn die Patienten auf die Straße gehen und protestieren oder gibt es andere Lösungen?

  • 11 Antworten

    ich finde da ist was wahres dran, auch die hohe Spezialisierung und die wenigen interdisziplinären Anlaufstellen tragen dazu bei, das ein sehr enger Fokus herrscht. Bei systemischen Erkrankungen die der Hausarzt oder internist nicht sofort erkennt, folgt meist ein jahreslanger Ärzte Marathon

    Für Notfälle ist doch gesorgt, nur was hat das mit chronischen Erkrankungen zu tun?

    Ich verstehe nicht wirklich, was Du damit sagen willst.

    Unter einer zentralen Notfallambulanz verstehe ich die Erstversorgung akuter Notfälle, z.b. Myocardinfarkt, Apoplex mit Verlegung auf eine Stroke unit, schwere Verletzungen durch Verkehrsunfälle etc. Entsteht durch eine chronische Erkrankung, wie Asthma bronchiale ein Notfall - Status asthmaticus, ist umgegend der Notarzt zu verständigen. Chronische Erkrankungen, wie Herzinsuffizienz, KHK, Neurodermitis und unzählige andere Diagnosen werden von den entsprechenden Fachärzten therapiert und diagnostisch regelmäßig kontrolliert. Ich hoffe, durch diese Beispiele die Differenz zwischen Notfallmedizin und chronischen Erkrankungen ausreichend erklärt zu haben.

    Hyazynthe schrieb:

    Ich hoffe, durch diese Beispiele die Differenz zwischen Notfallmedizin und chronischen Erkrankungen ausreichend erklärt zu haben.

    Falls Du mich gemeint haben solltest, mir ist das schon klar.

    Für mich wird es an der Stelle schwierig, wo mehrere Erkrankungen aufeinander treffen und man mehrere Fachärzte gleichzeitig braucht. Für mich ist das einmal das Zusammentreffen mehrerer verschiedener Erkrankungen und zum anderen eine sehr komplexe Grunderkrankung, die mehrere andere behandlungsbedürftige Baustellen nach sich zieht. Irgendwie kocht jeder Facharzt da sein eigenes Süppchen und keiner macht sich so richtig Gedanken um einen Zusammenhang. Den muss man dann als Patient selber finden.


    Als Lösung sehe ich Zentren, die mehrere Fachärzte bündeln. Die müsste es halt flächendeckend geben und nicht nur vereinzelt.

    Aber bei dem generellen Ärztemangel und dem Alter vieler Ärzte sehe ich da schwarz. Da würde auch alles Protestieren nix gegen helfen.

    melb1985 schrieb:

    Für mich wird es an der Stelle schwierig, wo mehrere Erkrankungen aufeinander treffen und man mehrere Fachärzte gleichzeitig braucht. Für mich ist das einmal das Zusammentreffen mehrerer verschiedener Erkrankungen und zum anderen eine sehr komplexe Grunderkrankung, die mehrere andere behandlungsbedürftige Baustellen nach sich zieht.

    Wenn ich dich richtig verstanden habe, kann ich dir auch zustimmen. Ich möchte das mal erläutern. Ich habe eine Reuma Diagnose, wobei klar ist das mein Rheuma auf die Organe geht. Ein Laie hat bestimmte Vorstellungen, was Rheuma ist und das ist oft sichtbar. Bei mir nicht. Soweit vorweg.


    Zu dieser Diagnose gehören oft noch andere Erkrankungen, die sich früher oder später einstellen, eingestellt haben. Natürlich wurden nach Erstellung meiner Diagnose alle Untersuchungen vorgenommen, um den derzeitigen Stand zu erfahren. Bekomme ich Herzprobleme, kann nicht vernünftig schlucken etc. wende ich mich zuerst an den HA bzw. Rheumatologen.

    Denn das kann einfach nicht alleine betrachtet werden, weil es sich um fortschreitende Prozesse handelt.


    Das erfordert regelmässige Ktr und mit Sicherheit würde mein Rheumatologe mich zur weiteren, intensiveren Abklärung an einen weiteren Spezialisten überweisen, schon alleine wenn sich seiner Erfahrung nach gravierende Veränderungen am Herzen ergeben haben könnten. Und mein Herz ist gesund, auch wenn ich zwischenzeitlich Probleme habe.


    Deshalb muss man/ich aber nicht von einem zum nächsten Herzspezialisten hüpfen, weil die erkannte Grunderkrankung die Ursache ist.


    Den Zusammenhang sollte man als Betroffene(r) auch evtl. iwann selbst erkennen können, Infos gibt es genug. Es genügt sich mit dem HA und in meinem Fall mit dem Rheumatologen auszutauschen.


    Das erfordert dann mMn eine Aussage der Ärzte bei denen ich in Behandlung bin, wie weiter vorgegangen werden muss oder kann.


    Man kann aber auch partout darauf bestehen, es gäbe keine vernünftige Versorgung von chron. Erkrankten.

    Fizzlypuzzly schrieb:
    Hyazynthe schrieb:

    Ich hoffe, durch diese Beispiele die Differenz zwischen Notfallmedizin und chronischen Erkrankungen ausreichend erklärt zu haben.

    Falls Du mich gemeint haben solltest, mir ist das schon klar.

    Den/ die FS meinte ich, nicht dich.

    Ich habe mir jetzt sogar die Mühe gemacht die anderen Themen der TE anzuklicken, aber ich verstehe dass Anliegen immer noch nicht.