Organspende - ja oder nein?

    Hallo liebe Forenmitglieder,


    derzeit bewegt mich das Thema ''Organspende'', und mich würde interessieren, was ihr so darüber denkt.
    Ich habe mich mit dem Thema auseinandergesetzt und würde niemals Organe spenden. Immerhin gibt es genug Fälle, in denen Leute fälschlicherweise für hirntod erklärt wurden und auf dem OP-Tisch wieder aufgewacht sind. Viele behaupten ja auch, dass die ''Toten'' während der Organentnahme nichts spüren würden, aber genau wissen tun sie es ja nicht. Zudem werden die Organe ja quasi schnell entrissen, denn es ist ja ''nur'' ein ''toter'' Körper. Es gibt ja auch die Möglichkeit, dass sich die Seele gerade vom Körper trennt, und dies geschieht dann, während gewaltsam Organe entrissen werden... Klar, kann auch sein, dass das Unfug ist, genau weiß es aber niemand.

    Was ist eure Meinung zu dem Thema? Würdet ihr Organe spenden? Gab es in eurem Umfeld positive/ negative Erfahrungen diesbezüglich?

  • 470 Antworten

    Ich habe einen Organspenderausweis und bin bereit alles zu spenden.
    Im Tod noch vielleicht ein Leben retten zu können finde ich persönlich eine schöne Vorstellung.
    An unsterbliche Seelen und ähnliches glaub ich nicht.
    Außerdem bin ich davon überzeugt, dass hirntot eben hirntot ist. Da vertrau ich voll und ganz den Ärzten und Skandale waren ja immer nur wer die Organe bekommen hat und nicht, dass die Spender noch gelebt hätten. Aber auch da bin ich echt pragmatisch: lieber bekommt sie jemand "Falsches" als das sie einfach mit mir eingebuddelt/ verbrannt werden.

    Und selbst wenn ich evtl. der Wahrscheinlichekeit von 0,0000001% wieder aufwachen würde: Meine Horrorvorstellung wäre es, als Pflegfall irgendwo rumzuliegen.

    Ich habe einen Organspendeausweis und werde alle meine Organe spenden.


    Ich war schon bei Explantationen dabei und weiß, dass Organe nicht gewaltsam entrissen werden. Und dass hirntote Menschen nicht plötzlich wieder aufwachen und vom OP Tisch hüpfen. Und wenn ich mich mal in einem Zustand befinde, in dem man mich für hirntot hält, möchte ich gar nicht mehr weiterleben. Und ich habe jeden Tag mit Menschen zutun, die nur weiterleben können weil ihnen andere Menschen Organe spenden. Und Menschen, die leiden und sterben weil Menschen lieber Schauermärchen glaube, die einem schlechten Horrorfilm gleichen, als sich vernünftig über Organspenden zu informieren.

    Ich habe da noch keine Meinung zu und schiebe das Thema noch etwas auf. Meine Frau hat den Organspendeausweis, aber sie ist auch immer etwas "direkter" in diesen Entscheidungen.


    Mich treibt nicht um, ob ich vielleicht verfrüht ausgeschlachtet werde, davor habe ich keine Angst. Ich habe auch keine ethischen Bedenken. Meine Bedenken gehen in die Richtung, wie es nahestehenden Menschen geht, wenn z.B. im Fall meines Todes der Leichnam erst später freigegeben wird oder sie wissen, dass Teile von mir entfernt werden. Ich habe noch keine wirkliche Ahnung, was das mit mir machen würde, wenn ich das als Hinterbliebener in der aktuen Trauer auch noch erleben muss.


    Ich muss ich irgendwann mal entscheiden. Bin jetzt 50 und hoffe, erst "Halbzeit" zu haben. Aber wenn ich noch lange damit zögere und trotzdem mit 80 abtrete, wird man meine Organe vermutlich auch nicht mehr verwenden wollen.

    hallo, ich habe einen spenderausweis bei mir, zwar nicht für alles, deckt aber vieles ab.


    ich habe eine weile auf der dialysestation gearbeitet und konnte es hautnah erleben was „leid“ wirklich heisst.


    so manche alltagsprobleme sind wirklich pillepalle im vergleich zu dem was ein dialysepatient durchmacht.


    deshalb bin ich gerne bereit meine organe zu spenden wenn ich nach meinem ableben zumindest einem helfen kann.

    Ich bin Österreicherin und habe mich somit nur bewusst "nicht dagegen" entschieden.

    Dass es Fälle gab die am OP Tisch aufgewacht sind hätte ich gerne belegt. Denn die Fälle von "fälschlich diagnostiziertem Hirntod" waren Fälle wo die Diagnostik nicht 100% nach den Leitlinien geschah. Aufgewacht ist da keiner ... sondern es geschah einfach nicht nach Protokoll.

    Ich komme aus Österreich und dort ist man automatisch Organspender, wenn man nicht aktiv widerspricht.


    Ich persönlich fände es auch irgendwie schön, wenn mein Tod noch helfen könnte, Leben zu retten. Ich brauche die Organe dann schließlich nicht mehr, umso besser, wenn jemand anders dann weiterleben kann. An diese Horrorgeschichten, von denen du schreibst, glaube ich jetzt nicht. Finde es auch schade, dass diese Ängste so weit verbreitet zu sein scheinen. Ich kenne Menschen, deren Organe versagt haben und die teilweise schon jahrelang auf Wartelisten für Transplantationen stehen. Warum sollte ich Organe, die Lebensqualität verbessern oder Leben retten könnten, mit ins Grab nehmen?

    Ich arbeite (unter anderem) auf Intensivstationen. Wenn jemand hirntot ist, ist das eindeutig feststellbar - und der Hirntod ist unumkehrbar. Ohne Gehirn ist es unmöglich, Schmerz zu empfinden.


    Auch bin ich Spenderin - ich denke, meine Seele kann sich auch so von meinem Körper lösen :-) verstehe aber auch, wenn jemand nicht spenden mag. Behandle viele Spender und auch Empfänger, empfinde Organspende als gute Sache.

    Ich habe schon seit Jahrzehnten einen Organspendeausweis. Mir ist es piepegal, ob ich komplett oder mit fehlenden Organen eingeäschert werde. Und solange auch nur das kleinste Organ von mir einem Menschen das Leben verlängern bzw. verbessern kann, dann ist das doch großartig.

    Bei uns in der Schweiz wird zur Zeit sehr aggressiv für Organspende geworben. Das hat bei mir leider das Gegenteil bewirkt. Früher hätte ich gerne Organe gespendet, mittlerweile würde ich dies nur noch innerhalb der Familie tun, beispielsweise eine Niere oder Teile der Leber. Der Druck, der in der Schweiz mehr oder weniger offensichtlich ausgeübt wird, hat bei mir - auch wenn mir absolut bewusst ist, dass die potentiellen Empfänger natürlich nichts dafür können und nun schlussendlich darunter leiden - dazu geführt, dass ich umso stärker an diesem letzten Stück Selbstbestimmung festhalte.

    Ich kann es rational nicht erklären, aber für mich stimmt der Gedanke nicht mehr.

    Hallo,

    Ich habe auch einen Organspendeausweis und gebe meine Organe nach dem Tod „gerne“ an Menschen weiter, die sie noch gebrauchen können. Was soll ich nach dem Tod noch mit Ihnen? So kann man schwerkranken Menschen noch eine Freude machen.


    An die Leute die sich hier gegen eine Organspende aussprechen: möchtet ihr denn selbst mal ein neues Organ haben ? Meiner Meinung nach haben nur Menschen,die auch bereit sind ihre Organe zu spenden, Anspruch auf Organe

    Ich habe einen Organspendeausweis und darauf angekreuzt, dass ich keine Organe spende, damit meine Angehörigen im Fall der Fälle nicht auch noch von Ärzten unter moralischen Druck gesetzt werden sowas entscheiden zu müssen. Das finde ich persönlich sehr wichtig.


    Meine Gründe sind, dass ich die Hirntod-Definition nicht überzeugend finde und dass ich möchte, dass alle lebensverlängernden Massnahmen sofort eingestellt werden und alle Maschinen abgestellt werden sollen, wenn ausgeschlossen ist, dass ich nochmal zu Bewusstsein komme und ein Leben unabhängig von Maschinen je wieder möglich ist.

    Ich habe einen Organspendeausweis. Auf dem kann man aber beispielsweise auch vermerken, was man NICHT spenden will. Etwa: nicht das Herz, nicht die Hornhaut...


    Frage an die Österreicher: wenn jemand verunglückt und KEINE Widerspruchserklärung mit sich führt, wird dann automatisch davon ausgegangen, dass man keine hat ? Oder werden die Verwandten gefragt ? So wie in Deutschland wohl gefragt wird, ob der Verstorbene einen Organspendeausweis hat ?

    @ maike2802


    Ich habe lange Zeit auf der Herzchirurgie gearbeitet und möchte mittlerweile auch keine Organe mehr empfangen. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass nach einer Transplantation nicht einfach alles "in Ordnung" ist. Die immunsuppressive Therapie, die einer Abstossung des Organs vorbeugen soll, ist ein Hammer. Es sind zahlreiche Einschränkungen damit verbunden und wie viel Zeit man dadurch wirklich gewinnt, kann einem niemand sagen.