So eine Entscheidung muss man vor niemanden als sich selbst rechtfertigen. Ich persönlich kann mir z.B. keinen würdevolleren Abschied vorstellen, als ein Mensch der jeden Morgen nach dem Aufstehen dankbar für meine Entscheidung ist.


    Fände es gut, wenn man z.B. bei der Ausstellung des Reisepasses oder des Personalausweises angeben müsste wie man zur Spende steht. Den Angehörigen eine solche Entscheidung aufzuhalsen finde ich nicht ok. Aus diesem Grund weiß in meiner Familie jeder wo meine Patientenverfügung liegt, und, dass ich spenden möchte ;-D Der Tod gehört zum Leben, und das ist gerade auch für das medizinische Personal manchmal schwierig zu akzeptieren.

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    Eltern dieser Kinder

    Die die KAO gegründet haben, meine ich.

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    So eine Entscheidung muss man vor niemanden als sich selbst rechtfertigen.

    Finde ich auch. :)z Aber die Realität sieht oft leider anders aus {:( Z. B. dass viele Nichtorganspender beim öffentlichen Kundtun ihrer Entscheidung von allen Seiten angegangen werden, und Organspender sich oft als die besseren Menschen fühlen. Wie gesagt ist das Thema viel zu sensibel, dass man irgendwen für seine Entscheidung ins Knie f***n könnte.

    Tja, da muss ich dich leider enttäuschen, in erster Linie bin ich der Meinung, dass das eine gute Verwertung ist ;-) Mir ist es so oder so wumpe, was mit meinen Überresten passiert, ich glaube beispielsweise an gar nichts und da mir meine eigenen verwesenden Reste nichts bedeuten, warum nicht recyclen? Ich sehe einfach keinen Nutzen darin, irgendwas davon mitzunehmen. Für mich selbst (da spreche ich nicht für andere! Ich respektiere, dass das anderen wichtiger ist!) ist es im Zustand des Hirntods auch bedeutungslos, ob ich auf natürliche Weise gehen kann oder nicht. Da ich nicht glaube, dass ich in diesem Moment ein Bewusstsein habe und auch nicht, dass danach noch etwas ist, also dass ich dauch keine Erinnerung an den Moment haben werde, brauche ich nicht in Ruhe zu gehen. Für mich (ich betone: ganz speziell auf mich bezogen) spielt das "wie" keine Rolle. Ich glaube nicht, dass ich daraus irgendeinen Nutzen ziehen kann. Und daher ist für mich selbst die Entscheidung zu einer Organspende für meine Überreste genauso logisch, wie die leere Spülmittelflasche in den gelben Sack zu werfen. Und das ganz ohne dass für irgendein Überlegenheitsgefühl zu machen, oder weil ich denke, ich bekomme dann auch irgendwas (von Gott, möglichen Spendern für mich oder wem auch immer) und Schuldgefühle habe ich auch keine. Ich habe im Moment des Unterschreibens eigentlich überhaupt nichts gedacht. Ich hab mir eigentlich nur gedacht, ok, gibt ja eigentlich nichts, was dagegen spricht, also ab dafür. Ich kann aber durchaus auch verstehen, dass es nicht jedem so leicht fällt.

    @ Meeresbaby

    Ich kann dich schon teilweise verstehen, ich wollte auch nie spenden....aus nicht rational erklärbaren Gründen....jedoch habe ich eigentlich nie eine negative Reaktion dazu erhalten bzw. mit wie vielen Leuten bespricht man ob man einen Organspendeausweis hat oder so wie in Österreich in einem Widerspruchsregister steht?


    Heute sehe ich das etwas anders, da mein Vater ein Organ benötigt und gehe sogar so weit lebend spenden zu wollen.


    Insofern...sollten meine Organe leben retten können, dann gerne....trotz aller Hirntod Horrorgeschichten :)z

    Ich hatte mal nen Organspenderausweis. Irgendwann habe ich mir Gedanken gemacht und hab ihn zerrissen, warum kann ich heute eigentlich garnicht mehr nachvollziehen. Ich wollte nicht aufgeschnitten werden... oder so... ":/


    Nachdem ich dann eine Zeit lang Moped gefahren bin habe ich wieder einen, wenn ich schon abtrete kann ich möglicherweise wenigstens noch einem anderen Menschen helfen. Da interessiert mich ne Lunge mehr oder weniger auch nicht mehr ;-)


    Das hat auch absolut nichts mit Religiösen Absichten oder einem schlechten Gewissen zu tun (ich bin nicht gläubig und ein schlechtes Gewissen habe ich auch nicht, muss ich auch nicht haben).


    Irgendwer darf sich dann vllt irgendwann an Nichtraucherlungen ergötzen... Die Leber.... naja :=o ;-D


    Im Endeffekt sehe ich die ganze Sache wie Barceloneta


    Gruß Arctic

    @ Barceloneta

    Das auf meiner "Liste " waren ja nur mögliche Gründe, mit denen Nichtorganspender den Spieß umdrehen könnten. ;-) Der Vorwurf des Egoismus ist falsch.


    Aber ich kann es nachvollziehen, wenn jemanden die Vorstellung tröstet, nach dem Tod noch etwas geben zu können.

    @ orange

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    mit wie vielen Leuten bespricht man ob man einen Organspendeausweis hat

    In meinem sozialen Umfeld kam das Thema schon zur Sprache. Mich interessiert das Thema auch und ich finde, man sollte einfach mal drüber gesprochen haben. Viele (besonders meine Mutter) liefen puterrot an und mokierten sich auf primitivste Art und Weise über meinen "Egoismus" und darüber, wie ich nur "so" denken könnte, weil ich nach meinem Tod von meinen Organen eh "nichts mehr habe" %-| Ich hab denen dann freundlich meine Gründe dargelegt und ihnen erklärt, dass man einem irgendwo liegenden Toten auch nicht seine pralle Geldbörse klauen darf, mit dem Vorwand, dass er "nichts mehr davon hat". Dann haben sie es akzeptiert. Aber in vielen Webforen ist es ganz extrem. Da werden Nichtorganspender ähnlich angeblafft wie ich von meinen Mitmenschen.

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    malagena: habe aber Probleme damit, den Kindern einen zu geben, denn irgendwie bleibt da ein Misstrauen, dass jemand aus finanziellen Interessen den Tod etwas schneller bescheinigen könnte...

    Dafür gibt es extra eine lange "Verteilerkette", also niemand lässt jemanden sterben weil einen OP weiter grad zufällig was gebraucht wird. Das wird zentral erfasst und vergeben – natürlich ist es doof für diejenigen, die lange warten müssen, aber das ist eben der Sinn von dieser Zentralerfassung.

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    kao: Etwa 95 von 100 Menschen, denen Organe entnommen wurden, haben nicht selbst zugestimmt.

    Boah, diese Formulierung regt mich total auf! Das hört sich an, als hätte der Arzt mal eben entschieden, dass er diese süße Niere aber weitergeben will.


    Dabei ist das dann von den Angehörigen entschieden worden!


    Also mit dieser Angstmache und Polemik hat die Seite für mich jetzt jede Seriösität verloren. Kritisch sein ist eine Sache, aktiv sein ist eine Sache, aber mit so betont mißverständlichen Äußerungen Angst schüren, das geht gar nicht!


    >:( >:( >:( >:(

    Ich finde, wenn der Tote keinen Ausweis hatte, sollten die Angehörigen kein grünes Licht für eine Spende geben. Schon gar nicht wenn sie nicht wussten, welche Einstellung der Tote zu dem Thema hatte. Immerhin haben wir hier die Zustimmungsregelung. Keinen Ausweis zu haben, ist eine stillschweigende Ablehnung. Im Zweifel sollten die Organe da bleiben wo sie hingehören. Im Körper.

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    Keinen Ausweis zu haben, ist eine stillschweigende Ablehnung.

    Keinen Ausweis zu haben ist meisten eher ein Ausdruck der Gleichgültigkeit. Und es soll versucht werden, im Sinne des Verstorbenen zu entscheiden. Wenn er sich explizit dagegen ausgesprochen hatte, haben die Angehörigen ja einen Anhaltspunkt, wie sie sich entscheiden sollen, nämlich dagegen. Bei den meisten Zustimmungen durch Angehörige gehe ich aber davon aus, dass diese auch der Meinung sind, im Sinne des Verstorbenen zu entscheiden. Und ich denke, dass es in Deutschland deutlich mehr Leute gibt, die eher Zustimmen, vielleicht mehr noch, denen es einfach tatsächlich egal ist, als Menschen, die es nicht wollen. Und wenn jemand tatsächlich sehr dagegen ist, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einen Ausweis haben, auf dem das steht.

    Meeresbaby,


    findest Du die Formulierung denn astrein?


    Ich finde, das klingt nicht nach "Ihr Wille wird evt nicht erfüllt, wenn sie nicht deutlich ablehnen", sonderm dem tenor der Seite entsprichend klingt da für mich Ärzte-Willkür durch...


    Und das finde ich absolut unmöglich, weil es so mißverständlich formuliert ist.