Patientenakte

    Hallo Ihr Lieben,


    ich hoffe ihr könnt mir bei folgendem Sachverhalt helfen.


    Meine Mutter ist vor mehr als 20 Jahren als Brustkrebs verstorben.

    Jetzt hat man mir angeraten einen Gen Test machen zu lassen, da ich eine höheres Risiko habe etc. Ich muss jedes Jahr zur Mammographie.

    Die Uniklinik führt diese Gentest´s durch. Sie sagten mir, ich solle die Patientenakte meiner

    verstorbenen Mutter anfordern. Das habe ich auch gemacht. Mir wurde leider am Telefon gesagt, das die letzten 3 Monate fehlen. Von November bis Februar.

    Im November haben die Ärzte Lebermetastasen gefunden im Februar ist Sie verstorben. Und diese Dokumentation fehlt. Alles ist da, ausser dieser 3 Monate. Das hat mich natürlich sehr stutzig gemacht. Die Sterbeurkunde etc fehlen auch.

    Kann ich die einklagen? Wie kommt sowas, eine Akte kann doch nicht einfach verschwinden, bzw ein Teil davon. Ich habe im Internet rechachiert und wurde nicht fündig.

    Vielleicht weiß hir jemand mehr.


    Viele Grüße

  • 20 Antworten

    Stimmt, aber vom Arzt der den Tod festgestellt hat. Und dann gab es noch vielleicht einen der die Leichenschau gemacht hat. Ist aber überall anders, Ländetsache

    Die Unterlagen von vorher stammen vermutlich vom Hausarzt?


    Ich habe mal nachgeschaut - die Mindestaufbewahrdauer von Krankenakten ist 10 Jahre. In manchen Fällen auch 20 Jahren. In Sonderfällen auch bis zu 30 Jahre.

    Unter die 30-Jahresregel fällt deine Mama vermutlich nicht. Aber die 20 Jahre sind ja nun auch schon vorbei. Und ich denke mal - dass Krankenhäuser, die ja einen erheblich schnelleren Patientendurchlauf haben als ein Hausarzt - wirklich nur die unbedingt nötige Zeit aufbewahren.

    In der Regel wird tatsächlich nur 10 Jahre aufbewahrt. Wenn Teile fehlen ist das so und nicht einklagbar.

    Sie müssen nicht mehr vorhanden sein.

    Inwiefern soll die Akte bei deinem Gentest helfen? Es wird doch gezielt nach den üblichen Faktoren gesucht.

    Der Totenschein darf vom Arzt erst dann ausgestellt werden, wenn der Verstorbene sichere Todeszeichen, wie Leichenstarre und Todesflecken aufweist, nach Untersuchung der unbekleideten Leiche. Der vertrauliche Teil des Totenscheins wird dem Bestatter übergeben, dieser beantragt damit die Sterbeurkunde beim Standesamt. Wird die Leiche kremiert, findet im Krematorium eine sogenannte 2.Leichenschau statt. Das gilt für alle Bundesländer der BRD, mit Ausnahme von Bayern. Die Patientendaten werden meistens nach 10 Jahren vernichtet, das variiert aber von Klinik zu Klinik.

    Ein Arzt liest eh keine Akten von A bis Z.

    Ist ja kein Gerichtsgutachter.


    Ich glaube, du machst da völlig unnötig gedanklich ein Fass auf.


    Der Arzt ist sicherlich nur daran interessiert, um welche Kategorie von Krebs es sich handelte. Also dass, was durch Op‘s in der Pathologie bestimmt wurde.

    Und das betrifft eh nicht die letzten 3 Monate mit Lebermetastasen sondern man will die Art des 1. Krebses wissen.


    Entspann dich....

    Hallo!


    ich bin entspannt. Würdet ihr euch nicht fragen, wieso dass so ist?
    sogar Unterlagen von 1985 existieren noch und die letzten 3 Monate halt nicht.
    ich weiß das es um die Art des Krebses ging. Aber wenn man sowas hört wird man schon stutzig. Sie hätte mir ja einfach die Brustkrebsgeschichte schicken können, ohne es zu erwähnen.

    Nö. Es hat nicht jede Einrichtung Platz dafür alles auf Ewig zu verwahren.

    Sie müssen nicht länger als 10 Jahre aufbewahren und fertig.

    Es macht mich nicht stutzig, wenn dann nach 20 Jahren eben alles weg ist von dieser Einrichtung.

    Das ist völlig normal.

    TE. Der Primärtumor ist bekannt, ein Mammakarzinom. Dieser Tumor hat gestreut, also Metastasen in der Leber gebildet, eventuell sogar noch in anderen Organen. In dem Befund der letzten 3 Monate wird stehen, wie deine Mama therapiert wurde. Ich gehe davon aus, palliativ, d h. auf einer Palliativstation mit Linderung jeglicher Symptomatik. Es ist möglich, in diesem Stadium der Erkrankung noch eine palliative Chemotherapie, überwiegend mit 5 Fu zu versuchen, um das Wachstum der Metastasen einzudämmen. Das wird erwähnt sein, wenn diese Form der Chemotherapie überhaupt durchgeführt wurde. Sie verstarb nach 3 Monaten, dann hätte diese Therapie nichts gebracht. Lebermetastasen sind zu therapieren, lach jetzt nicht, mit Alkoholinjektionen. Das wird im Normfall aber nur gemacht, wenn keine anderen Organen befallen sind, also nur die Leber. Ich wünsche dir alles Gute!

    TE. Wenn sie die letzten 3 Monate im Krankenhaus war, auf welcher Station? Palliativstation oder zumindest palliativ behandelt? Vor 20 Jahren war die Palliativmedizin noch nicht so bekannt wie heute. Es wurde eventuell nochmals ein MRT - Magnetresonanztomografie gemacht, zur Metastasensuche. Ein Mammakarzinom streut vorwiegend in die Knochen, d h. es könnten noch andere Metastasen vorhanden gewesen sein, als in der Leber. Lunge und Gehirn ist auch möglich. Genau das wird in der Akte gestanden haben und es bringt dich persönlich nicht weiter. Die genaue Schmerztherapie usw. wird dokumentiert sein, Morphin, Fentanyl u.a. Für dich persönlich ist es wichtig zu wissen, was der Primärtumor war und das war ein Mammakarzinom - Brustkrebs. Du gehst jährlich zur Mammographie, eventuell hat man dir schon dazu geraten zusätzlich eine Mammasonografie durchführen zu lassen,damit bist du noch mehr auf der sicheren Seite in der Früherkennung von Brustkrebs.

    Lulu78 schrieb:

    Hallo!


    ich bin entspannt. Würdet ihr euch nicht fragen, wieso dass so ist?
    sogar Unterlagen von 1985 existieren noch und die letzten 3 Monate halt nicht.
    ich weiß das es um die Art des Krebses ging. Aber wenn man sowas hört wird man schon stutzig. Sie hätte mir ja einfach die Brustkrebsgeschichte schicken können, ohne es zu erwähnen.

    Wer ist nun wieder "sie"?

    Die damals betreuende Hausärztin?


    Wenn deine Mutter während der letzten Zeit durch einen Facharzt mitbetreut wurde - hat der die Unterlagen gehabt. Nicht immer gibts dann Berichte an den Hausarzt, solange eine Behandlung nicht erfolgreich abgeschlossen ist - bzw. sind diese durch den Tod deiner Mutter hinfällig geworden bzw. wurden evtl. auch vergessen (inwiefern ein Facharzt/Krankenhaus nach dem Tod eines Patienten noch in der Pflicht ist, Berichte an den Hausarzt zu schicken, entzieht sich meines Wissens).

    Deshalb hat der Hausarzt vermutlich die Unterlagen bis zur Diagnosestellung im November. Dann fand wahrscheinlich die Betreuung durch einen Facharzt (Onkologe?,...) statt - der dann deine Mutter weiter betreut hat. Dieser hat dann eigene Unterlagen. Und aufgrund der Tatsache,dass deine Mutter verstorben ist, gab´s keinen Bericht - und mehr bekommt der Hausarzt normalerweise nicht - an den betreuenden Hausarzt. Ob das so üblich ist oder ob es nur vergessen wurde - kann man von hier aus nicht sagen.

    Wobei ich mir vorstellen kann, dass gerade bei einem Todesfall die Unterlagen nicht länger als die Mindestverwahrzeit - also 10 Jahre - aufgehoben wird. Deshalb würde vermutlich auch die Anfrage beim betreuenden Facharzt ins Leere laufen.