rechtliche Situation bei Schäden durch Fehlbehandlung, OP etc

    Wie ist das eigentlich? Wenn z.B. bei einer OP etwas schief läuft und der Patient geschädigt wird oder gar verstirbt, und das Ereignis nicht in realistischem Bezug zum Gesundheitszustand oder der OP bzw Grunderkrankung steht (also, nicht zu erwarten gewesen wäre bzw. Hinweis auf einen Ärztefehler ist), ist das dann ein Fall für die Staatsanwaltschaft, oder sind Ärzte rechtlich vor sowas geschützt?


    Kann ja eigentlich nicht sein, dass sie sich nicht für dramatische Folgen von Fehlern zu verantworten hätten, sagt der gesunde Menschenverstand, es könnte sich rechtlich ja z.B. um fahrlässige Körperverletzung oder Tötung handeln. Andererseits stelle ich es mir aus der Sicht eines Chirurgen auch schwierig vor, noch meinem Beruf auszuüben, wenn bei Fehlern derart heftige Konsequenzen drohen.


    Wie ist denn da die Rechtslage?


    Einfach mal neugierdehalber gefragt.

  • 9 Antworten

    als geschädigter bist du grundsätzlich in Deutschland der gearschte. ich kenne einen der hatte ne knie op, knie versaut, musste seinen Job aufgeben und Entschädigung: nada.


    du brachst auf jeden fall Rechtsschutz, dann kann man es versuchen. gerechtfertigte summen sollte man aber nicht erwarten.

    und wenn soll dann beweisen dass der Chirurg murks gebaut hat?

    es gibt ja unterschieden zwischen Werkvertrag und Dienstvertrag. beim Arzt hast hast du keinen Anspruch darauf, dass es besser wird....

    ich mein bei groben fehlern, da könnt ich mir vorstellen dass vielleicht was getan wird. also bei der herz op wird die lunge ausgetauscht, statt das herz. (also jetzt mal überzogen).

    aber bei anderen dingen: nee, glaub ich nicht. der Arzt sitzt immer am längeren hebel.

    wieviel arztopfer gibt es denn? tausende. die auch noch unentschädigt sind oder jahrelang klagen...

    Hm, wobei das ja streng genommen alle Berufsgruppen mit Verantwortung betrifft. Auch ein Bus- und Bahnfahrer hat das Leben seiner Klienten in der Hand. Und wenn die Mist bauen sind sie auch nicht vor Strafverfolgung geschützt.

    Der Einzelfall entscheidet. Heftige Konsequenzen drohen und das ist gut so. Gut ist auch, dass sie nur drohen, wenn man auch wirklich heftige Fehler gemacht hat. Was viele Patienten als heftige Fehler empfinden und unter "Fehlbehandlung" führen ist selten eine rechtlich relevante Fehlbehandlung, die zu Konsequenzen führt.

    Wenn auch nicht wissenschaftlich, gibt Wikipedia dazu schon einen Überblick: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Behandlungsfehler


    Natürlich ist der Arzt haftbar. Nicht umsonst wird über jedes Risiko aufgeklärt, wenn es auch noch so klein ist. Handelt der Arzt gegen Standard oder fahrlässig, ist er haftbar.

    Ebenso das Pflegepersonal.


    Als Beispiel:

    Ich verabreiche dem Patienten eine i.m.-Injektion.

    Dabei beachte ich die aktuellen Hygienestandards und bestimme auch die Lokalisation nach Standard. Erleidet der Patient trotzdem einen Nervenschaden, bin ich nicht haftbar, da ich die Injektion korrekt gesetzt habe. Für anatomische Abweichungen kann ich nichts und ich bin auch nicht in der Lage, die Nerven von aussen zu erkennen.


    Desinfiziere ich die Stelle nicht korrekt und der Patient bekommt einen Spritzenabszess, bin ich absolut haftbar. Das Gleiche, wenn ich einfach irgendwo hinsteche, ohne abzumessen.

    Will der Patient die Spritze nicht und ich steche ihn trotzdem, kann er mich wegen Körperverletzung anzeigen.


    Die Schwierigkeit bei Behandlungsfehlern ist oft der Beweis. Der Patient muß nachweisen, dass Arzt oder Pflege falsch, bzw. fahrlässig gehandelt haben.