Versicherungsschutz verloren (aktuell psychisch krank, psychosomatisch)

    Guten Morgen, Community.


    Folgendes Problem liegt vor: mein jüngerer Bruder leider seit 5 Jahren an Angsstörungen (kann nicht unter Leute, geht nicht aus dem Haus etc.). Bis September letzten Jahres hat er es irgendwie hinbekommen, wenigstens arbeiten zu gehen. Ab Mitte September 2017 hat er so eine starke Panikattacke bekommen, dass er seit dem arbeitsunfähig ist.


    Seine letzte Krankmeldung ging bis zum 14.9.2018. Am 17.9.2018 hat er beim Arzt angerufen und dieser meinte, dass er am 20.9.2018 sowieso einen Termin hat und die Bescheinigung dann gleich mitnehmen darf. Jetzt hat er ein Schreiben von der Versicherung erhalten, in dem steht, dass er seinen Versicherungsschutz verloren hat. Ich vermute mal, weil er keinen fließenden Übergang mit den Krankmeldungen hat. Die Versicherung bezieht sich auch auf eine gesetzliche Regelung, nennt aber keinen Paragraphen.


    Falls die Frage aufkommt: in den 5 jahren war er hin und wieder in Therapie, hat aber aus Angst wieder abgebrochen, da ihm eine Klinik empfohlen wurde. Seit der heftigen Störung jedoch, ist er in Therapie und wir hatten ihn endlich soweit, dass er in die Klinik geht und jetzt sowas.


    Hatte schon mal jemand einen ähnlichen Fall und kann uns da behilflich sein? Ist ja nicht so, dass seine Krankheit erst seit einer Woche bekannt ist.


    Besten Dank im Voraus.

    MfG

    wtdee


    P.s.: Es geht wirklich um meinen Bruder

  • 52 Antworten

    Hast du dieses Schreiben gesehen oder hat dir dein Bruder das so wiedergegeben? Mit welcher Begründung sollte keine Versicherung mehr bestehen? Wenn dein Bruder nicht mehr über seinen Arbeitgeber versichert ist und älter als 25 ist, versichert er sich freiwillig. Wenn er das nicht zahlen kann, laufen Schulden auf - aber selbst dann besteht eine Versicherung.

    Ich habe das Schreiben vor mir liegen. Wie gesagt, die Begründung habe ich so verstanden, dass die Krankmeldung zu spät abgeben wurde. Jedoch wurde sie rückwirkend ausgestellt.

    "Laut Gesetzgeber besteht Anspruch auf Krankengeld ab dem Tag, an dem der Arzt die Arbeitsunfühigkeit festgestellt hat"


    Am 20.9 war er schon lt. Versicherung nicht mehr versichert. Er hätte am 17.9 persönlich beim Arzt sien müssen. Vorher gab es keinen Termin und nachdem der Arzt gesagt hatte, dass er es bei seinem Termin am 20.9 mitnehmen kann, hat er sich nichts mehr dabei gedacht, da dieser es rückwürkend ausgestellt hat.

    hallo, ich würde mal mit der versicherung reden, vielleicht ist das ein standardschreiben.


    wenn alle stricke reißen, dann soll er sich freiwillig selbst versichern, das kostet um die 160 - 180 € im monat.


    sich nicht zu versichern ist doof, ich hatte auch mal eine zeit zwischen studium und arbeit und hatte plötzlich zahnschmerzen :-/


    ich glaube es ist wichtig, dass sich dein bruder auch mal beraten lässt, wie er den wiedereinstieg schaffen kann.


    alles gute für euch @:)

    Bei der KK muss eine AU innerhalb einer Woche vorliegen, das Ganze muss durchgehend sein.


    Er sollte da mal anrufen und sich das erklären lassen. Inwiefern das dann rechtens ist, bleibt abzuwarten und sollte dann geprüft werden.

    Es gibt diese Lücke. Und sie ist fatal. Ich weiß nicht, ob der Gesetzgeber sie inzwischen geschlossen hat. Die Krankenversicherungen scheinen nur darauf zu warten, um einen dann aus der Versicherung auszuschließen.

    Bitte stehe Deinem Bruder bei und informiere Dich richtig, ggf. über einen Anwalt oder andere Stellen, die sich mit der Krankenversicherung auskennen, was da zu machen ist bzw. was jetzt zu tun ist.

    Gehe aktiv auf die Suche und warte nicht, bis hier jemand etwas schlaues schreibt!

    Das ganze ist so wichtig, das hat keine Zeit mehr.

    Erstmal danke für die ganzen Antworten.


    Er hat den Versicherungsschutz schon verloren und die schlagen natürlich einen zu Ihren Gunsten Lösungsweg vor, den ich noch am Telefon besprechen muss.


    Dass er sich für eine bestimmte Summe versichern lassen kann, weiß ich, allerdings weiß ich nicht, wie das mit dem Krankengeld ist.


    Eigentlich ist er selber Schuld, da ich ihm gesagt hatte, der Versicherung keine Vorlage zu geben. Das kommt dabei raus, wenn man den Fehler macht.


    Mehno das Schreiben kam am Freitag, bin da also hinterher.

    Das ist wirklich ein ganz schreckliches "Spiel", was die Krankenkassen treiben. Eine Lücke in der AU und schon steht man ohne Krankengekd und Versicherung da. Die KKs sparen auf diese Weise richtig viel Geld.

    Eigentlich hätte sich dein Bruder bereits am 14. September um die neue AU kümmern müssen. Dazu braucht man keinen Arzttermin und ehrlich gesagt, hat der Arzt es versaubeutelt. Der müsste darüber bestens informiert sein, dass es zu keiner Lücke kommen darf. Ich würde zu allererst vor jedem Telefonat/Gespräch mit der Krankenkasse Widerspruch gegen die Entscheidung einlegen. Die Problematik sollte schnellstens dem Arzt geschildert werden. Die haben oft kürzere Wege zu den KK.


    Eigentlich kann man nur auf die Kulanz der KK hoffen. Die Entscheidung ist leider nach der aktuellen Rechtslage gültig. Viel Glück bei den Verhandlungen mit den Verwaltungsmitarbeitern :)*@:) und bitte nicht schnell abwimmeln lassen.


    Gerade bei psychischen Erkrankungen sollte es dort Wege geben, das Problem einvernehmlich zu lösen. Ich war selber von dieser Vorgehensweise 2017 betroffen und konnte es mit der TK lösen.

    Lass dir doch eine Bescheinigung vom Arzt schreiben, dass ein Termin am Montag aus praxisorganisatorischen Gründen nicht möglich war und deshalb die AU (nach tel. Kontakt am Mo) bei Termin am Do rückwirkend ausgestellt wurde.

    Ich nehme an, dass der Bruder der TE nicht mehr beim letzten AG angestellt ist. Sonst hätte er über ihn den Versicherungsschutz. Krankengeld bezieht man, wenn man mehr als 7 Wochen wegen der gleichen Erkrankung AU ist.

    heute_hier schrieb:

    Ich nehme an, dass der Bruder der TE nicht mehr beim letzten AG angestellt ist. Sonst hätte er über ihn den Versicherungsschutz. Krankengeld bezieht man, wenn man mehr als 7 Wochen wegen der gleichen Erkrankung AU ist.

    6 Wochen!

    Bei ihm geht das seit September letzten Jahres (insgesamt seit 5, bis September letzten Jahres konnte er es irgendwie kontrollieren) . Es ist lächerlich, dass die KK da rumheult, wegen der 3 Tage. Ist ja nicht so, dass er in dieser Zeit gesund war.


    Ich warte jetzt auf den Rückruf der Teamleiterin. Habe da eine klare Ansage gemacht und hoffe jetzt auf Kulanz.