Verstoß gegen Patientendatenschutz/ärztliche Schweigepflicht

    Hallo,


    ich bin im letzten Jahr zu einem Arzt gewechselt, bei dem ich vor Jahren schon mal war. So sicher war ich mir da schon nicht, ob das die richtige Entscheidung war, da ich ja nicht ohne Grund weg gegangen bin. Damals war das aber eher mein Gefühl, dass der Arzt mit mir überfordert ist. Da er aber immer Vorschläge von mir annahm, dachte ich, es ist nochmal einen Versuch wert. Das hat sich nun als Fehler herausgestellt.

    [...]


    Nun hatte mir mein Mann Befunde mitgebracht, die schon gefaltet waren. Als ich sie mir dann zu Hause anschaute, dachte ich, ich falle aus allen Wolken. Da waren die Rückseiten meiner Befunde auf 4 von 5 Seiten bedruckt, 3 davon mit Daten von anderen Patienten (insgesamt 5 Patientendaten) und 1 davon mit einem leeren Formular. :-o (keine Befunde, aber andere persönliche Daten von Patienten) Mein Mann hat darüber erst noch gelacht. Ich fand das Ganze nicht witzig und meinte zu ihm, ob er das gut finden würde, wenn seine Daten in fremden Händen landen. Nein, das fand er dann auch nicht so dolle. Für mich war klar, dass ich bei dem Arzt nicht bleiben kann und das Vertrauen komplett weg ist. Ich habe dann hin und her überlegt, was ich nun mache und habe es dann doch der Ärztekammer gemeldet, weil ich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren kann.


    Mein Mann hat das nicht verstanden und meinte, ich hätte erst einmal mit dem Arzt reden sollen. Da aber schon hervorgeht, dass das nicht nur ein Versehen war (und das wäre schon schlimm genug gewesen), bin ich da anderer Meinung. Er will auch weiterhin bei dem Arzt bleiben [...]

    Obwohl ich immer noch der Meinung bin, dass ich richtig gehandelt habe, fühle ich mich nun doch mit der Situation etwas unwohl. Zumal mein Mann eben weiterhin dort bleiben will.


    Eine Frage habe ich eigentlich nicht. Ich wollte das nur mal loswerden.

  • 34 Antworten
    Alias 973149 schrieb:

    Mein Mann hat das nicht verstanden und meinte, ich hätte erst einmal mit dem Arzt reden sollen.

    Finde ich reichlich naiv von deinem Mann. Solche Gespräche hätte ich mir auch gespart. Der Arzt weiß, was er darf und was nicht, was ok ist und was nicht. Da muss man nicht erst noch reden.

    Alias 973149 schrieb:

    Er will auch weiterhin bei dem Arzt bleiben

    Das ist doch ok und seine Sache.

    Ich kann dich gut verstehen und hätte genau so wie du gehandelt. Befremdlich finde ich, dass dein Mann bei diesem Arzt bleibt, aber das ist seine Sache. Es gibt keinen Grund dafür, dass du dich komisch fühlen solltest.


    Wenn der Arzt bei deinem Mann eine Geschlechtskrankheit diagnostiziert hätte und den Befundbericht auf die Rückseite eines Arztberichtes für euren Nachbarn gedruckt hätte, dann hätte dein Mann das bestimmt nicht mehr lustig gefunden.

    Nenn ihm doch mal dieses Beispiel. ]:D

    mnef schrieb:

    Finde ich reichlich naiv von deinem Mann. Solche Gespräche hätte ich mir auch gespart. Der Arzt weiß, was er darf und was nicht, was ok ist und was nicht. Da muss man nicht erst noch reden.

    Eben. Das macht doch gar keinen Sinn, denn er weiß doch ganz genau, dass er sich damit strafbar macht. Das muss man einem Arzt ja wohl nicht noch erklären. %-|


    mnef schrieb:

    Das ist doch ok und seine Sache.

    Genau, auch, wenn ich das nicht verstehe. Denke aber, dass er dann vermutlich eh nicht mehr da bleiben kann.

    Rotschopf2 schrieb:

    Ich kann dich gut verstehen und hätte genau so wie du gehandelt. Befremdlich finde ich, dass dein Mann bei diesem Arzt bleibt, aber das ist seine Sache. Es gibt keinen Grund dafür, dass du dich komisch fühlen solltest.

    Ich glaube, es ist einfach Bequemlichkeit, weil er sich ja sonst auch einen neuen Arzt suchen müsste. Ich komme mir jetzt nur als Buhmann vor, als hätte ich jetzt jemanden angeklagt, der nichts weiter gemacht hat, um ihm mal ein Ding reinzudrehen. %-|

    Rotschopf2 schrieb:

    Wenn der Arzt bei deinem Mann eine Geschlechtskrankheit diagnostiziert hätte und den Befundbericht auf die Rückseite eines Arztberichtes für euren Nachbarn gedruckt hätte, dann hätte dein Mann das bestimmt nicht mehr lustig gefunden.

    Nenn ihm doch mal dieses Beispiel. ]:D

    Es waren jetzt keine Befunde auf der Rückseite - es gibt ja noch andere personenbezogene Daten, die nicht in fremde Hände gehören. Aber es ist ja kein weiter Weg mehr bis dahin. Ich habe meinem Mann schon einiges dazu gesagt. Er hat mir da auch zugestimmt, dass ich da Recht habe. Ich glaube, er hat beim Arzt da wohl eine Hemmschwelle, denn sonst sagt er auch, was er denkt und hat einen starken Gerechtigkeitssinn. Auch ich habe mich schon unwohl gefühlt, aber so was geht einfach nicht. Wenn da nicht Einhalt geboten wird, macht der Arzt einfach so weiter.

    Ist denn sicher dass der Fehler dem Arzt unterlaufen ist und nicht seinen Angestellten?

    Wenn die Angestellte da den Bockmist verzapft hat und der Chef dafür gerade stehen muss, kann ich das nachvollziehen dass er dich anruft, um noch was zu retten.

    finde das total uebertrieben von dir, wegen eines dummen fehlers zerstoerst du jetzt die existenz eines ganzes praxisteams, gehts noch?


    du weißt noch nichtmal ob das nicht einfach ein einmaliges versehen war


    ich sehe dich ganz klar als buhmann, ohne ein gespraech direkt zur aerztekammer rennen ist wirklich feige...


    total eklige blockwartmentalitaet, dir scheint ja richrig einer abzugehen wenn du anderen menschen was reindruecken kannst...:(v

    Die Praxis wird doch nicht gleich dichtgemacht wegen sowas.

    Das Schlimmste was dem Arzt passiert ist dass er viel Geld bezahlen muss.

    Alias 973149 schrieb:

    [...]

    Genau. Musst du nicht. An deiner Stelle würde ich auch nicht mit ihm reden.

    Dass dein Mann weiterhin dort Patient bleiben will, ist ja die Sache deines Mannes - daraus entsteht für dich keine Verpflichtung, mti dem Arzt zu reden.

    Alias 973149 schrieb:

    [...]

    Woher bist du dir so sicher, dass das kein Versehen war?


    Richtig, du musst dich nicht rechtfertigen - ich würde auch nicht mehr mit ihm darüber sprechen wollen.

    Wui, finde das auch ganz schön übertrieben. Ein vorheriges Gespräch mit dem Arzt hätte möglicherweise auch geholfen.

    Sylphide schrieb:

    Woher bist du dir so sicher, dass das kein Versehen war?

    Würde mich auch interessieren.

    Natürlich darf so etwas, was bei dem Arzt vorgefallen ist, nicht passieren. Der richtige Weg wäre aber nach meiner Auffassung gewesen, dass du den Arzt sofort, nachdem dir die Daten auf der Rückseite deines Befundes aufgefallen sind, informiert hättest - entweder schriftlich oder mündlich. Ich hätte darauf bestanden, dass er innerhalb einer bestimmten Frist unter Androhung der Mitteilung an die Ärztekammer dir gegenüber entsprechende Erklärung abzugeben hat, wie so etwas passieren konnte.

    Und warum willst du nicht mit ihm reden? Du hast die Anzeige auf den Weg gebracht und jetzt solltest du auch hinter deiner Vorgehensweise stehen. Alles andere ist schlechter Stil.

    paint-it-colourful schrieb:

    Und warum willst du nicht mit ihm reden? Du hast die Anzeige auf den Weg gebracht und jetzt solltest du auch hinter deiner Vorgehensweise stehen. Alles andere ist schlechter Stil.

    Hm... da kann man natürlich drüber streiten, aber meine (ganz persönliche) Meinung ist, dass es darauf ankommt, in welchem Verhältnis / Kontakt / persönliche oder enge Beziehung mein Gegenüber und ich stehen, ob man darüber miteinander sprechen sollte oder nicht.

    Jetzt is das Kind eh schon in den Brunnen gefallen. Dem Arzt wird eher rein gar nix passieren. Die Ärztekammer wirds zu Protkoll nehmen und das wars. Ist nicht so als ob etwas signifikantes vorgefallen wäre in Relation zu schwerwiegenden Fehlern.


    Gebrochene Schweigepflicht seh ich hier aber nicht wirklich. Sowas ist eher ein Versehen aus Unachtsamkeit. Ja, es darf wirklich nicht passieren, aber passiert sowas? Ja und zwar früher oder später bei jedem Arzt (wie auch bei jeder anderen Arbeitsstelle). Mir selbst ist sowas ähnliches peinlicherweise schonmal passiert, aber gsd hat die Patientin angerufen, der Fehler wurde aufgeklärt und man entschuldigt sich bei beiden Parteien.