Verweigung der Behandlung durch einen Diabetologen

    Ich bin seit >10 Jahren Diabetiker Typ 2. Ich bekomme sowohl orale Medikamente (Metformin, Forxiga) als auch eine Injektion Langzeitinsulin abends (20 Einheiten Levemir). Damit bin ich gut eingestellt.


    Nun muss ich alle 3 Monate zur Kontrolluntersuchung. Dort bekomme ich dann auch die Rezepte mit den Medikamenten für die nächsten 90-100 Tage. (Nadeln, Tabletten).


    Nun war ich Mitte Dezember wegen akuten Beschwerden und eine Operation im Krankenhaus. In dieser Zeit sollte die Quartalsuntersuchung sein. Die habe ich vom Krankenhaus aus abgesagt. Am 23.12 wurde ich entlassen, mit der Vorgabe mich die nächste Woche ins Bett zu legen und zu schonen. Ich hatte Schmerzen und blutete auch immer noch.


    Aber ich hatte keine Nadeln mehr um mir mein Insulin zu spritzen.


    Also bin ich am 27.12. zum Diabetologen um zumindest ein Rezept für meine Injektionsnadeln zu erhalten. Stand da mit Schmerzen in der Praxis und wurde abgewiesen. Ich bin gesetzlich versichert und hatte nur meine Gesundheitskarte aber keine Überweisung. Ich habe mich dann zu meinem Hausarzt geschleppt, der hatte aber leider geschlossen (Urlaub bis ins neue Jahr). Zurück geschleppt. Aber ich wurde nur darauf verwiesen, das ich ohne Überweisung nicht behandelt werden darf. Ich habe gesagt das ich keine Nadeln mehr habe und gerade aus dem Krankenhaus komme und Schmerzen habe. Egal. Ich solle mir einen anderen Hausarzt suchen und eine Überweisung holen.


    Ich bin dann gegangen und habe mir in der Apotheke die Nadeln selbst gekauft (ging zum Glück. 31 Euro)


    Ich finde das ganze eine bodenlose Frechheit. Hätte ich die Nadeln nicht gekauft, wäre ich vielleicht nach 2-3 Tagen ins Zuckerkoma gefallen und wer weiss wie das ausgegangen wäre.... ich hätte nicht gedacht das Behandlung heute so aussieht.


    Fakt ist: ich habe den ganzen Fall meiner Krankenkasse gemeldet. Und nun das witzige: Es liegt kein Behandlungsfehler vor, weil ich mir die Nadeln selbst kaufen konnte. Hätte ich das nicht gemacht und wäre als Notfall ins Krankenhaus gekommen wegen Zuckerschock wäre das ein Behandlungfehler. Weil ich aber selbst aktiv geworden bin, ist es keiner.


    Ich finde das eine Sauerei.


    Die Frage ist: soll ich das ganze Thema auf sich beruhen lassen und mir einfach einen neuen Arzt suchen?


    Option: Mich an die Ärztekammer wenden und dort beschwerden. Meine Freundin war bei dem Vorgang dabei.


    Und dann stellt sich mir eine weitere Frage. Die Empfangsdame in der Praxis hat meine Gesundheitskarte eingelesen. Ich nehme an, das für das Q4/2016 abgerechnet wird. Allerdings hat keine Behandlung stattgefunden und mir wurde sogar mein Lebensnotwendiges medikament verweigert. Die Krankenkasse kann das selbst nicht prüfen und hat mich an die kassenärtzliche Vereinigung verwiesen. Aber die hat (laut Internet) gar keine Kontaktadresse für Patienten und steht wohl ausschliesslich ihren Ärtzen zu diensten. Macht es Sinn dort trotzdem anzufragen? Hat damit jemand Erfahrung?


    Ich denke der eigentlich Grund für die Ablehnung meiner Person ist, das ich die ständig angebotenen IGEL-Leistungen abgelehnt habe. Seit meinem ersten Besuch in der Praxis wurde ständig versucht mir Sachen anzudrehen. Neue Blutzuckermessgeräte (meins ist 2 Jahre alt), Ernährungskurse (hab ich bereit 3 gemacht), andere Medikamente und bla bla bla. Die Ärztin habe ich vielleicht 15 Minuten gesehen, die Praxis wird eigentlich von 10 Assistentinnen betrieben. Nebenbei hat das Gespräch mit der Ärztin nicht gebracht weil sie wohl von ihrer Assistentin geimpft wurde aber nichts verstanden hatte. Sie hat ständig alles durcheinander gebracht und vermutlich wäre ich schon tot wenn ich sie nicht dauernt berichtig hätte weil sie meine Medikamente gar nicht kannte.


    Also alles runterschlucken und hoffen das diese Praxis nicht zuviel andere Patienten umbringt oder was machen?

  • 30 Antworten

    Achso... ich bin erst seit 9 Monaten bei diesem Diabetologen, weil ich umgezogen bin (400km). Mit den alten Ärtzen gab es nie Probleme.

    Zitat

    Ich habe mich dann zu meinem Hausarzt geschleppt, der hatte aber leider geschlossen (Urlaub bis ins neue Jahr).

    Schön gelaufen ist das für dich sicherlich nicht.


    Fakt ist, dass Du von einem Facharzt nur behandelt wirst bei Vorlage der Überweisung durch den HA. Wenn HA Urlaub machen oder wegen Erkrankung die Praxis geschlossen ist, muss immer eine Vertretung angegeben sein. Dort hättest Du mit Sicherheit eine Überweisung erhalten.

    Zitat

    Und dann stellt sich mir eine weitere Frage. Die Empfangsdame in der Praxis hat meine Gesundheitskarte eingelesen.

    Da Du keinen Termin hattest und auch kein Gespräch mit dem Arzt, hätte die Karte nicht eingelesen werden dürfen. Ob über das Gespräch mit der Helferin eine Abrechnung vorgenommen werden darf.... Ich kenne die evtl. neuen Abrechnungsmöglichkeiten nicht.

    Zitat

    Die Krankenkasse kann das selbst nicht prüfen und hat mich an die kassenärtzliche Vereinigung verwiesen. Aber die hat (laut Internet) gar keine Kontaktadresse für Patienten und steht wohl ausschliesslich ihren Ärtzen zu diensten. Macht es Sinn dort trotzdem anzufragen? Hat damit jemand Erfahrung?

    Die KV prüft die Abrechnungen. Nachfragen bringt nichts, wenn dann nur schriftlich. Die KK kann dir hier die für den Bereich zuständige Anschrift mitteilen.

    Zitat

    Also alles runterschlucken und hoffen das diese Praxis nicht zuviel andere Patienten umbringt oder was machen?

    Sicher kannst Du dich wehren, überlege dir nur ob es den Aufwand wert ist. Was Ärzte mit den Pat. machen kannst Du nicht wissen, und ich wäre mit solchen Äusserungen vorsichtig.

    Zitat

    Fakt ist, dass Du von einem Facharzt nur behandelt wirst bei Vorlage der Überweisung durch den HA. Wenn HA Urlaub machen oder wegen Erkrankung die Praxis geschlossen ist, muss immer eine Vertretung angegeben sein. Dort hättest Du mit Sicherheit eine Überweisung erhalten.

    Gibt es da Unterschiede?


    Ich war bisher letztes Jahr beim Augenarzt, beim Enddarmspezialisten und brauchte keine Überweisung.


    Die haben mich so drangenommen. ":/


    Auch bei meinem Chirurgen brauche ich nie eine Überweisung.

    Zitat

    Also alles runterschlucken und hoffen das diese Praxis nicht zuviel andere Patienten umbringt oder was machen?

    Du kannst dich schriftlich bei der KK beschweren und eben auf evtl. unberechtigte Abrechnungen hinweisen.


    Ansonsten wenn du so unzufrieden bist, einen anderen Arzt suchen.


    Unabhängig davon gibt es in Internet diverse Portale in denen man Ärzte bewerten kann.

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    Gibt es da Unterschiede?

    Ja die gibt es. Ein Ha kann z.B. nicht deine Augen untersuchen und auch nicht weiter behandeln, ausser ein Rp ausstellen für Augentropfen. Notfallversorgung schließe ich mal aus. Bei Rheuma, Diabetes und sonstigen chronischen Erkrankungen, die eine weiter führende Versorgung vor Ort erfordern, ist eine Überweisung erforderlich. Du wirst bei einem Rheumatologen z.B. ohne Überweisung nicht angenommen bzw. behandelt. Dadurch soll auch verhindert werden, dass Hypochonder jeden Facharzt aufsuchen können. Einen Termin zu bekommen ohne lange Wartezeiten ist ein Grund....und die evtl. unnötigen Kosten.


    Sicher wird man auch schon mal ohne Ü-schein behandelt, wenn die Erkrankung bereits diagnostiziert wurde und man schon über längere Zeit dort in Behandlung ist (Vertrauensverhältnis). Deshalb muss aber trotzdem ein Ü-schein nachgereicht werden. Jedenfalls besteht oder kenne ich diese Regelungen für Versicherte in der GKV nur so.

    Zitat

    Du kannst dich schriftlich bei der KK beschweren und eben auf evtl. unberechtigte Abrechnungen hinweisen.

    Ich hab mich schriftlich bei meiner Krankenkasse beschwert. Die meinte aber, das ich mich an die Kassenärztliche Vereinigung wenden soll wegen der Abrechnung.


    Ich bekomme das Gefühl, das die Kassenärzte abrechnen können was sie wollen... scheint niemand zu prüfen.

    Zitat

    Ansonsten wenn du so unzufrieden bist, einen anderen Arzt suchen.

    Das sowiso. Und wieder einen 3-Monats-Vorrat anlegen, für solche Fälle.

    Zitat

    Unabhängig davon gibt es in Internet diverse Portale in denen man Ärzte bewerten kann.

    Eigentlich ist mir das zu wenig... mich ärgert es, das eine Praxis mit so einem Verhalten durch kommt... und in dieser Praxis wird offensichtlich Geld gedruckt.

    Zitat

    Fakt ist, dass Du von einem Facharzt nur behandelt wirst bei Vorlage der Überweisung durch den HA. Wenn HA Urlaub machen oder wegen Erkrankung die Praxis geschlossen ist, muss immer eine Vertretung angegeben sein. Dort hättest Du mit Sicherheit eine Überweisung erhalten.

    Das Problem ist: wenn du dich in der neuen Stadt nicht auskennst, keinen Vertretungsarzt kennst und frisch operiert mit Schmerzen rumläufst macht das keinen Spaß.


    Ich hätte einfach in die Notaufnahme des Krankenhauses fahren sollen. Allerdings ist mir das auch zuwieder, weil da heute schon zu 70% Patienten sitzen, die da gar nicht hin gehören. Allerdings kein Wunder, wenn man so in der Praxis behandelt wird.


    Interessanterweise gibt es sehr viele Seiten im Internet, die behaupten das eine Überweisung zum Facharzt zwar Erwünscht, aber nicht erforderlich ist.


    z.B. hier: Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg die sollten es ja eigentlich wissen.

    Zitat

    Auch deshalb sollten mit der Überweisung die schon erhobenen Befunde und Therapiemaßnahmen übermittelt werden. Zwingend notwendig ist eine Überweisung zu Ärzten für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Radiologische Diagnostik bzw. Radiologie, Strahlentherapie und Transfusionsmedizin. In allen anderen Fachgruppen dürfen Patienten ohne Überweisung weder abgelehnt noch mit der Bitte um Nachreichung einer Überweisung zum behandelnden Hausarzt zurückgeschickt werden.

    Danach hätte der Diabetolge mir meine dringend benötigten Medikamente und Heilmittel nicht vorenthalten dürfen. Ich bin seid 9 Monaten dort in Behandlung und gut eingestellt. Es gab keinen therapeutischen Grund für die Nicht-Behandlung.


    Vielleicht sollte ich mich einfach mal schriftlich an die Kassenärztliche Vereinigung in Köln wenden, die für meinen Fall zuständig ist.

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    Sicher kannst Du dich wehren, überlege dir nur ob es den Aufwand wert ist.

    Das ist sicherlich die Kernfrage.

    Zitat

    Was Ärzte mit den Pat. machen kannst Du nicht wissen, und ich wäre mit solchen Äusserungen vorsichtig.

    Ich weiss was sie mit mir gemacht haben. Ich bin zum Glück ziemlich gut informiert, was meine Erkrankungen und mögliche Behandlungen angeht und kann dadurch dadurch auf lebensbedrohliche Situationen reagieren. Wäre ich ein 80 Jahre alter Mann gewesen, wäre ich vermutlich nach Hause gegangen, hätte kein Insulin mehr gespritzt und wäre ein paar Tage später in der Notaufnahme gelandet.


    Aber so gesehen hast du recht, ich bin vermutlich der Einzelfall wo etwas schief gelaufen ist. Von anderen Patienten weiss ich nichts.

    Zitat

    Es liegt kein Behandlungsfehler vor, weil ich mir die Nadeln selbst kaufen konnte.

    Empfinde ich ehrlich gesagt auch so - Du warst ja in der Lage selbständig eine Apotheke aufzusuchen.

    Zitat

    Die Frage ist: soll ich das ganze Thema auf sich beruhen lassen und mir einfach einen neuen Arzt suchen?

    Ja - alles andere fände ich kleinliche Erbsenzählerei nach dem Motto "hätte/könnte/würde..".


    Fakt ist: Du bist eben kein bettlägeriger 80 Jähriger, bei dem im selben Fall hätte/könnte/würde...


    Es gibt wertvollere Dinge, mit denen man seine Zeit verbringen kann als mit solchen "Kleinkriegen".


    :)*

    Ich geb ja zu das mich das ärgert weil ich leider schon öfter das Opfer solcher Ärzte gefunden bin... was mich das letzte Mal vor 6 Jahren in die Notaufnahme brachte...


    Vermutlich sollte ich das wirklich auf sich beruhen lassen, dem Arzt die 30 Euro für die Nichtbehandlung gönnen und einfach weiter gehen...

    Zitat

    Vermutlich sollte ich das wirklich auf sich beruhen lassen, dem Arzt die 30 Euro für die Nichtbehandlung gönnen und einfach weiter gehen...

    :)^


    Damit holst Du Dich selbst aus der Opferrolle.


    Weitergehen und "vergeben" ist groß. :)z

    Zitat

    Auch deshalb sollten mit der Überweisung die schon erhobenen Befunde und Therapiemaßnahmen übermittelt werden. Zwingend notwendig ist eine Überweisung zu Ärzten für Laboratoriumsmedizin, Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie, Nuklearmedizin, Pathologie, Radiologische Diagnostik bzw. Radiologie, Strahlentherapie und Transfusionsmedizin. **In allen anderen Fachgruppen dürfen Patienten ohne Überweisung weder abgelehnt noch mit der Bitte um Nachreichung einer Überweisung zum behandelnden Hausarzt zurückgeschickt werden.

    Offenbar hat da wohl jedes Bundesland seine eigenen Richtlinien. Mein Mann brauchte noch nie eine Überweisung für die Strahlenbehandlungen und Transfusionen. Auch nicht für die immer wiederkehrenden stat. Aufnahmen, da hier die Klinik der eigentliche Behandler ist. Für die Behandlungen in diesem Jahr stellten wir fest, dass er seine Versichertenkarte verloren hatte. Nach Rücksprache mit der KK erhielten wir am nächsten Tag ein Schreiben für die Klinik, dass die Behandlung gesichert ist. Das war beruhigend für alle, die Transfusionen werden trotzdem durchgeführt.


    Man kann es drehen und wenden wie man will, niemand kann alle Vorschriften kennen. Warum das eine dort so läuft und hier nicht, warum Ärzte auch mal ohne Vorlage eines Ü-scheins einen Pat. behandeln. Ich regel das lieber vor Ort, indem ich mir die entsprechenden Auskünfte hole. Auch wenn es manchmal Hartnäckigkeit erfordert.

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    Danach hätte der Diabetolge mir meine dringend benötigten Medikamente und Heilmittel nicht vorenthalten dürfen. Ich bin seid 9 Monaten dort in Behandlung und gut eingestellt. Es gab keinen therapeutischen Grund für die Nicht-Behandlung.

    Da ich mich mit Diabetes überhaupt nicht auskenne... darf denn nur der Diabetologe deine benötigten Medikamente verschreiben? Wenn ja, ist das dann auch abhängig vom Diabetes Typ?

    Die Tabletten habe ich mir erstmal von meinen Hausarzt verschreiben lassen. Damit ich in Ruhe einen neuen Facharzt suchen kann. Nur in der Regel machen die das nicht so gerne, zumindest meine Erfahrung.

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    Vermutlich sollte ich das wirklich auf sich beruhen lassen, dem Arzt die 30 Euro für die Nichtbehandlung gönnen und einfach weiter gehen...

    Oder die VK nicht abgeben ;-)

    Ich wollte nur mal einwerfen, dass ich bei meinen Ärzten (auch ein Diabetologe dabei) Überweisungen auch immer nachreichen darf, aber ich weiß nicht, wie kulant da die Ärzte im Allgemeinen sind.

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    Die KV prüft die Abrechnungen.

    Ja, aber erstens liegen die Daten vom letzten Quartal u.U. noch nicht vor und zweitens werden -wenn sich das Procedere nicht geändert hat- die Abrechnungsdaten getrennt von den Personendaten an die KV übermittelt.


    Eine Zusammenführung der Informationen erfolgt nur in bestimmten Fällen (z.B. bei Unfällen, wenn also Rechte Dritter gewahrt werden müssen). Diese Fälle sind genau definiert. Die KV weiß also wirklich nicht, ob für den TE was abgerechnet wurde.

    @ AufDerArbeit

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    Ich bekomme das Gefühl, das die Kassenärzte abrechnen können was sie wollen... scheint niemand zu prüfen.

    Solange nicht Punkte miteinander kombiniert werden, die nicht vereinbar sind. Wer soll das kontrollieren?

    Zitat

    ich hätte nicht gedacht das Behandlung heute so aussieht.

    Ja leider. Ich könnte mittlerweile ganze Bücher füllen.


    Hake es ab, als dumm gelaufen und suche dir einen anderen Diabetologen. Es bringt nichts, sich ewig zu ärgern.


    Für dich wäre im konkreten Fall vielleicht auch eine Notfallambulanz infrage gekommen. Ist dein Hausarzt Internist?