Wenn ich jetzt nachweise, 2012 vom Einkommen her zuviel Krankenkassenbeiträge gezahlt zu haben. Kann ich dann nachträglich das Geld zurückfordern? Obwohl ich meine Gahaltsangabe 2012 zu spät gemacht habe? (Freiwillige gesetzliche KV)

    Nein. Du hast es versemmelt durch deine fehlenden Angaben, die Widerspruchsfrist für den damaligen Beitragsbescheid ist verstrichen und rückwirkendes Runterstufen ist ohnehin nicht möglich, wenn der Versicherte einfach nicht mitwirkt. Die Krankenkasse hat gemäß ihrer Verwaltungsrichtlinien für solche Fälle gehandelt, daran gibt es nichts zu rütteln.

    Sieht sehr schlecht aus:


    § 240 Abs. 4 SGB V

    Zitat

    Veränderungen der Beitragsbemessung auf Grund eines vom Versicherten geführten Nachweises nach Satz 2 können nur zum ersten Tag des auf die Vorlage dieses Nachweises folgenden Monats wirksam werden

    @ Eddie the Eagle

    Du hast soviel Zeit, Dich hier im Internet voll und ganz, über die ach so schlimme Krankenkasse auszulassen. Wenn Du die Zeit mal eher in einen Telefonanruf oder sogar einen persönlichen Besuch bei der Krankenkasse gesteckt hättest, dann hättest Du gemerkt, dass dort vollkommen normale Leute sitzen und das man mit den Menschen auch reden kann!


    Wenn Du Dich aber stur stellst, macht das die Krankenkasse genauso und verlangt zwangsläufig den Höchstbetrag von Dir! Denn dazu gibt es eindeutige Gerichtsurteile und danach richtet sich die Krankenkasse.


    Ein paar Leute sind ja hier, die meinen, dass sie nicht zahlen brauchen. Denen sei gesagt, dass die Krankenkasse Ihr Geld schon bekommen wird. In der Regel kann die Krankenkasse auf 30 Jahre im Voraus Geld bei Euch Pfänden. Ich war selber Mitarbeiter einer Krankenkasse, bevor ich auf Grund einer Querschnittlähmung berufsunfähig wurde.


    Damals in der Regressabteilung hatten wir auch so einen ganz schlauen Spediteur (hatte ca. 20 Fahrzeuge, viele davon waren in einer Finanzierung bzw. Leasing). Wir haben den Herrn diverse Male angeschrieben, aber er hat sich über längere Zeit (Monate) nicht bei uns zurückgemeldet. Des Weiteren hat er auch jeden Gesprächstermin mit uns "platzen" lassen und ist gar nicht erst erschienen.


    Wir kamen dann aber sehr schnell an unser Geld, allerdings hatte das für den Spediteur erhebliche Nachteile. Denn die Krankenkasse hat das Firmenkonto sperren lassen (kenne jetzt den richtigen Fachausdruck nicht!). Folge war, dass an alle Leasing und Finanzierungsbanken ein Schreiben automatisch vesendet wurde und innerhalb von wenigen Stunden, standen Beschäftigte der Banken bei dem Spediteur und haben die Fahrzeuge sichergestellt, damit der Spediteur vielleicht nicht auf die Idee kommt und Fahrzeuge zu verkaufen, um eventuell an Geld zu bekommen.


    Keine drei Stunden später sahen wir den Spediteur das erste Mal in unserer Abteilung. Er hatte über 15.000 € in bar mit dabei, wenn wir bloß das Firmenkonto wieder freigeben!


    Wie gesagt, der Sperrung des Kontos, gingen sehr viele Versuche unsererseits zuvor, um in Kontakt mit dem Spediteur zu kommen. Manche begreifen leider nur die harte Gangart.


    Aber noch ein anderer Fall von den Leuten hier, die sich über die Versicherungspflicht in der Krankenversicherung aufregen: Seit Ihr schon jemals richtig krank gewesen? Ich meine jetzt nicht ein Schnupfen! Ich bin seit dem 05.05.2007 inkomplett querschnittgelähmt. Wenn es die Krankenversicherung (Solidaritätsprinzip) nicht geben würde, dann könnte ich mich aufhängen. Nur für den Fall, dass manche meinen, dass Ihnen so etwas nichti passieren kann. Mir ist es weder beim Farradfahren, noch beim Motorradfahren passiert. Ich hatte eine Routineoperation und bei mir sollte eine Rückenmarksnarkose (PDA, was viele Frauen bei der Entbindung erhalten) gemacht werden. Tja, dabei ist es passiert und seitdem bin ich inkomplett gelähmt. Mein Rollstuhl kostet rund 7.500 €, mein Sitzkissen ca. 900 €, mein Elektrorollstuhl 19.200 € und mein monatlicher Bedarf an Morphium gut 2.500 €. Aktuell habe ich gerade einen Lolly im Mund, welcher nach und nach Fentanyl (Opiat) abgibt. Von diesen Dinger benötige ich 3-5 am Tag. Ein einziger kostet knapp 80 €.


    Demnächst werde ich wieder mehrere Wochen in einer Fachklinik für Menschen mit Querschnittsyndrom liegen. Tagespreis liegt bei 1.200 € – über 2.000 €. Und in einer solchen Klinik liegt man nicht 5 Tage. Beim letzten Mal, lag ich dort über 5 Wochen. Zusätzlich benötige ich am Tag gut 6 Katheter für die Blase und alle 3 Tage einen Katheter für den Darm. Zusätzlich habe ich ein umgebautes Auto, welche um die 65.000 € gekostet hat


    Ach ja, noch etwas. Für die Spaßvögel, die meinen, dass sie in einem solchen Fall einfach den Arzt verklagen. Habt Ihr Rechtschutz? Die Streitsumme liegt bei mir, bei gut 4,8 Millionen Euro und das Verfahren wird gut 15 Jahre dauern. Hätte ich nicht auch eine solche Versicherung, dann könnte ich, obwohl ich Recht habe, nicht auch Recht bekommen!


    Des Weiteren solltet Ihr froh sein, dass wir das Solidaritätsprinzip haben. Wenn wir alle privatversichert wären, dann sähe es sehr schlecht für Euch aus, wenn Ihr so krank, wie ich werden würdet. Denn in der Privatversicherung sichert Ihr Euer privates Risiko ab: Seid Ihr viel krank, zahlt Ihr viel! Seid Ihr wenig krank, zahlt Ihr wenig!


    Ich hatte so oft Besuch von älteren Menschen bei uns in der Krankenkasse, die Ihre extrem hohen Beiträge zur Privatversicherung nicht mehr zahlen konnten, da sie im Alter schwer krank wurden!


    Liebe Grüße


    Heiko

    Zitat

    Sollte nach Zwangs-GKV und Zwangs-Rundfunkgebühr noch die Zwangs-Rente kommen, muss ich wohl leider auswandern. Dann ist kein Platz mehr für mich hier.

    Das ist eine gute Idee. Dann fällst du wenigstens den deutschen Kassen nicht zur Last, wenn du irgendwann mal krank bist. Die ewige Gesundheit hat niemand abonniert.


    Ich habe gerade ein Land besucht, in dem es keine Pflichtkrankenversicherung und kein Sozialsystem gibt.Die zwei Regeln dort sind extrem einfach:


    a) Wer nicht arbeitet, verhungert.


    b) Wer nicht seine Arztbesuche selbst bezahlen kann, der verreckt auf der Strasse.

    Zitat

    weil vieles nicht bezahlt wird, lohnt sich für mich eine Versicherung nicht.

    Das ist bei vielen Versicherungen so:


    Ich fahre seit Jahrzennhten unfallfrei Auto und muss dennoch KFZ-Haftpfliicht bezahlen.


    Ich zahle seit Jahrzehnten für meine Lebensversicherung und dennoch lebe ich immer noch. Erst wenn ich tot bin, profitieren meine Erben von meiner Lebensversicherung.


    Ich muss mein Haus feuerversichern. Bis jetzt lohnte es sich für mich nicht, denn mein Haus ist noch nie abgebrannt.


    usw...

    http://www.tagesschau.de/inland/gkv-gesetz100.html


    Interessanter Artikel dazu und vor allen Dingen die Beispiele in den Kommentaren dazu.


    Da wurden z.B. von jemand, der ein halbes Jahr gar nichts verdiente, die vollen 650 Euro monatlich verlangt, eben weil er keinen Verdienstnachweis vorlegen konnte. Ohne Verdienst kein Verdienstnachweis, ohne Verdienstnachweis Ruin durch abzockende Krankenkasse.

    Habe nach Einschaltung eines Anwaltes jetzt alles zuviel gezahltes Geld wiederbekommen! Musste noch nicht einmal prozessieren.


    Hatte mir zwar noch überlegt, 60% Zinsen zu fordern, habs aber dann doch gelassen. Vom Richter zu hören, dass 60% Zinsen völlig unangemessen wären und mehr als 0,2% Zinsen nicht angemessen - das hätte ich mir schon gerne reingezogen! ;-)

    Zitat

    Wird man dann gepfändet oder kommt ins Gefängnis?

    ersteres. also, inkasso und kontopfändung.


    ist mir schon mal passiert – wegen weniger fehlbeträgen und eigener dummheit, sie rechtzeitig (mitsamt mahngebühren) zu begleichen.

    Zitat

    Weißt du wie teuer medizinische Behandlungen sind?


    GibNichtAuf

    Ja. Arztrechnungen bewegen sich bei mir zwischen 35 und 120 Euro.

    Zitat

    ... aufwendigere Behandlung, dann kann sich die Summe auf locker 100000 Euro summieren.

    Merkwürdig, diese runde Summe. Gewürfelt?


    Nee im Ernst. Klar können Kosten auftreten, die man nicht mehr aus der Portokasse zahlen kann. Ist aber überall der Fall. Verkehrs- und Privathaftpflicht, Einsturz des Hauses (sogar locker gewürfelte 150000 Euro).


    Das Aufblasen des Teufels macht aber nicht mehr Geld in der Kasse, aus dem der Teufel zu zahlen ist.

    Zitat

    und hab mich dann 2012 geweigert, Auskunft zu erteilen.


    Statt des Minimalbeitrages sollte ich dann den Maximalbeitrag zahlen, woraufhin ich die Zahlungen eingestellt habe.


    Bin wieder auf den Minimalbeitrag, soll aber für einige Monate den Maximalbeitrag nachzahlen. Obwohl ich nachgewiesen habe, dass mein Einkommen 2012 so niedrig wie sonst auch ist. Habe es aber erst Ende 2012 gemacht. Darf einen die Krankenkasse ruinieren?

    dann hast du dir den schlamassel mit dem maximalbeitrag ja selbst eingebrockt. in der regel fragt die krankenkasse hartnäckig sogar 2-3 nach, ob man nicht doch bitte angaben machen möchte – wenn man dann sein reales (niedriges) einkommen bewusst nicht mitteilt, dann nimmt die krankenkasse eben den bemessungsbeitrag als richtlinie. das ist wirklich eigenes verschulden,dass du jetzt diesen stress u. ärger hast!

    grundsätzlich, so meine erfahrung, entstehen probleme immer dann, sobald man briefe nicht mehr öffnet, sich nicht mehr meldet, einfach alles ignoriert.


    da beginnt dann eine art Spirale, abwärtsspirale. ein Ärgernis folgt gewissermaßen dem nächsten, und man sieht sich förmlich von "bösen bösen behören o.ä." umzingelt.


    egal wo, finanzamt, behörden jeglicher art oder krankenkasse etc.


    man muss mit den Leuten dort sprechen.


    wenn die krankenkasse nichts mehr von dir hört, dann kreierst du dir selbst probleme.


    ein Anruf, ein ausgefülltes Formular - und deine beiträge wären immer korrekt gewesen. stattdessen hast du es ja förmlich drauf hinauslaufen lassen, dass du den höheren Beitrag zahlen musst (das wurde dir in den vorherigen schreiben der kk auch angekündigt übrigens).


    warum das ganze, um sich dann über die zusätzlichen kosten und den ärger aufzuregen?


    das ganze hättest du dir ersparen können - und was da ein Anwalt jetzt retten soll… ?!;-)