Wie fühlt es sich an, Arzt zu sein?

    ...hallo. ich bin sehr traurig. ärztin zu werden war für mich schon immer ein traum und der wird es wohl auch immer bleiben. die menschen mit dem weißen kitteln werd ich immer bewundern, sie sind für mich wie die superhelden aus einem comic, ein traum in weiß. mit dem nc werd ichs eh nicht schaffen, dafür bin ich ein viel zu durchschnittlicher mensch. ich hätte als ärztin meinen patienten so viel liebe geschenkt, sie zum lachen gebracht,... warum gibt es weniger studienplätze obwohl ärzte immer gebraucht werden?


    ich bin mit der kraft am ende. warum ich das hier poste? weil ich hoffe ihr könnt mir antworten geben, und weil ich gern unfallchirurgin wär.

  • 176 Antworten

    Wenn man etwas wirklich will, schafft man das auch, dann wartet man eben so lange, bis man sich auch mit einem schlechten Abi hochgeschaukelt hat und einen Studienplatz bekommt, man kann ja in der Zwischenzeit MTA, PTa oder Krankenschwester werden, nützt auch später....


    Unfallärztin zu sein hat wenig zu tun mit Liebe schenken und Händchentätscheln, wenn Du zu jedem Fall erst mal zig Seiten schreiben mußt, wie der Fall abzurechnen geht, wo der Prof hinter Dir steht, weil der nächste Fall ansteht...


    Und stell Dir vor, Du hast eine Notfalleinsatz bei einem Busunglück mit 33 Toten und 64 noch lebenden Menschen, da wird das Lächeln ausbleiben, gefordert ist kühles und klares Denken und das Wegstecken eigener Emotionen.


    Comics sind von der Realität weiß Gott wie entfernt.... Ärztin/Arzt zu sein ist ein knallharter BEruf, in den Anfangsjahren zudem mit dauernden Diensten rund um die Uhr belastet.


    Und dann die ganzen Auflagen von Krankenversicherungen, von Klinikchefs, die einen bestimmten Etat nicht überschreiten dürfen, ansonsten auch noch fehlendem Fachpersonal in Kliniken – die obige Beschreibung im Thread ist weitab jeglicher Realität.

    Das Leben im KH existiert aber durch keine rosarote Brille wie du sie auf hast und die meisten Patienten wollen auch keine "Liebe geschenkt" haben, sondern von ihren Schmerzen und Erkrankungen geheilt werden.


    Einfühlsam und kompetent wäre schon mal eine gute Sache, aber Liebe schenken?? ":/

    Zitat

    wenn du etwas begehrst,dann siehst du alles an dem schön❤

    Wie wäre es mal mit einem Praktikum im KH damit du mal siehst wie die Realität ist? Die heile Welt Schwarzwaldklinik Idylle existiert da eher nicht ....

    Der Arzt-Beruf ist wirklich alles andere als ein Traum und ich beneide Ärzte nicht um ihre Tätigkeit. Auch wenn ich Teile des Studiums ganz spannend finde und meinen Hut vor den Absolventen ziehe, die ihr Staatsexamen bestanden - und dann noch ihre Facharztausbildung in der Tasche haben.


    Trotzdem möchte ich nicht an ihrer Stelle sein: Sehr viel Stress, schwierige Patienten, ekelige Situationen, ständige Konfrontation mit dem Leid und/oder dem Tod der Patienten, viel Verantwortung, ständig hochkonzentriert sein - und eine blitzschnelle Auffassungsgabe haben müssen, sehr viel Arbeit oft für wenig Geld (es gibt auch sehr viele gut verdienende, aber nicht alle), Schichtdienste, Fortbildungen, therapeutische Misserfolge, unzufriedene Patienten, Ärger mit dem Personal, rechtliche Schwierigkeiten, wenig Privatleben.


    Dafür muss man geschaffen sein und das ist nicht jeder.

    Ich möchte definitiv keine Ärztin sein. War auch noch nie mein Interesse.


    Ich stelle mir diesen Beruf wirklich extrem anstrengend vor, vor allem in einem Krankenhaus.


    Never ever. Ich mag Ärzte als Patient in den meisten Fällen nicht und würde auch selbst wie gesagt diesen Beruf niemals ergreifen.


    Die TE ist bestimmt noch ziemlich jung und hat in der Tat die falschen Vorstellungen davon.


    Ein Praktikum im Krankenhaus könnte da wirklich Abhilfe schaffen...mal Sterbende sehen, Tote sehen, schwer leidende Patienten sehen. schwere Unfälle sehen...dann kommt die Realität von allein zurück.

    Medizin ist schon ein interessanter Bereich und der Beruf des Arztes ja im Allgemeinen hoch angesehen (auch wenn da auch schon Wolken am Himmel aufziehen...ganz so ist es ja auch nicht mehr...)...


    Das ist aber auch schon alles...Kommt sicher auch noch auf den Fachbereich an und den eigenen Ehrgeiz...trotzdem ein harter Beruf mit viel Verantwortung und bestimmt nicht immer erfüllend...Allen Patienten kann schließlich nicht geholfen werden...


    Ich möchte nicht tauschen....

    Als ich vor vielen Jahren operiert worden bin, kümmerte sich ein angehender Arzt um uns. Mein Zimmernachbar hatte ihn gefragt, wie er zu diesem Beruf gekommen ist. Er sagte, er hätte Maschinenbau studiert und wäre dann auf Medizin umgestiegen. Wir wunderten uns. Er sagte dann noch, das wäre keine seltene Studienkonstellation.

    Zitat

    ich hätte als ärztin meinen patieten so viel liebe geschenkt, sie zum lachen gebracht

    Und wo hättest du als Ärztin die Zeit dafür gehabt?


    Medizin als Zweitstudium gibt es öfter. Ich kenne auch einen, der sich erst als Steuerberater das Geld dafür angespart hat. Hatte dann aber eine Praxis, um genügend Zeit für die Patienten zu haben; verdient hat er deswegen nicht sehr viel.