jaja, redet euch nur ein, daß wir über einen Zellklumpen sprechen. [Link auf eine tendenziöse und fachlich zweifelhafte Webseite durch die Moderation gelöscht]]] bereits in der 8. Woche sieht man Hände, Füße etc.


    Und noch ein Irrglaube: in Deutschland kann man Spätabtreibungen auch bei gesunden Kindern machen, eine med. Indikation der Mutter ereicht aus - und das können auch psych. Störungen sein.

    @ Watch-Irony

    Zitat

    der gesetzgeber hat doch relativ eindeutig geregelt ab wann eine abtreibung legal ist oder? ergo ist es auch relativ klar wann leben anfängt. somit steht für mich fest dass ein 3 monate altes embryo kein mensch ist, sondern lediglich eine ansammlung von zellen.

    nicht dein Ernst, oder? nur weil der Gesetzgeber es so festgelegt hat, ist es also absolute Realität??


    Durch solche Denkweise war der Holocaust erst möglich, ich dachte, wir hätten dazu gelernt und würden auch gesetzliche Regelungen ethisch hinterfragen...

    diekruemi

    finde es auch voll schlimm dass nur aufgrund einer dämlichen gesetztesgebung, worin steht dass ein kind mit 3 monaten nur ein zellklumpen ist, so viele leute ihr schlechtes gewissen bereinigen wollen...


    war bei der ausstellung körperwelten wo auch kinder gezeigt wurden dich noch legal abgetrieben werden durften und selbst beim allerkleinsten "zellklumpen" den es da gab konnte man schon sehn dass das mal ein mensch wird!


    und dieses kind war erst wenige wochen alt...

    DieKruemi

    Was von diesen Abbildungen zu halten ist, kannst du weiter oben im Faden mehrfach nachlesen. Habe 4 Kinder zur Welt gebracht und ausreichend Ultraschallfotos zum Vergleich zur Verfügung. Ich könnte dir beweisen, dass sämtliche Bilder auf diesen obskuren Websites gefaket bzw. mit falscher SSW-Angabe versehen sind.

    @ Lilablassblau

    habe zwar keine Kinder geboren, arbeite aber in einer Uni-Frauenklinik und weiß, was unsere OP-Schwestern per Pinzelle nach einer Abtreibung aus dem Sieb fischen müssen, um eine erfolgreiche Abtreibung zu dokumentieren......

    nur mal so zum Nachdenken.....

    aus beruflichen Gründen beschäftige ich mich mit der Thematik, insbesondere mit den ethischen Problemstellungen im Zuge der Pränataldiagnostik.


    als ich grad eine Publikation zu dem Thema las, sagte eine gute Bekannte von mir, die an einer erblich bedingten Krankheit leidet, an der sie sterben wird: "was hab ich für ein Glück, daß ich in den 60ger Jahren geboren bin. Unter den heutigen Maßstäben wäre ich wohl nicht gebärenswert"

    @ Lilablassblau

    die unterschiedlichen Darstellungen, wann ein Embryo wie weit entwickelt ist, resultieren auch oft daraus, daß Ärzte rechnerisch den Beginn der Schwangerschaft mit dem letzten Tag der Periode gleichsetzen, die Befruchtung jedoch meist 14 Tg. später stattfindet. d.h. eine Frau in der 10. Schwangerschaftswoche hat einen 8 Wochen alten Embryo im Leib.

    Die Berechnung der SSW war mir durchaus bekannt, und ich kenne den weiblichen Zyklus als NFP-Anwenderin ganz gut. Trotzdem weichen meine US-Bilder zeitlich erheblich (im Einzelfall 10 Wochen)von den auf vielen Abtreibungs-Websites dargestellten ab, obwohl meine Kinder alle gut im Zeitrahmen lagen.


    Ich finde durchaus, dass sich jede Frau sehr gut informieren und überlegen sollte, ob sie abtreibt, und zwar egal aus welchem Grund. Nur die eigentliche Entscheidung darf ihr keíner abnehmen. Und ob eine Frau/Familie mit einem behinderten Kind leben kann oder nicht, ist individuell sehr verschieden; daher muss die Entscheidung auch individuell getroffen werden, natürlich auch abhängig von der Art und Schwere der zu erwartenden Behinderungen. Und das muss jede/r mit seinem/ihrem Gewissen ausmachen.

    @ Lilablassblau

    da hast du völlig Recht, bei uns in der Klinik reden wir bei Behinderung des Kindes der Frau auch nicht rein. Wir schicken allerdings die Frauen nach Hause, die abtreiben wollen, weil ihnen eine Schwangerschaft grad nicht in die Lebensplanung paßt. Denn unsere Ärzte lassen sich nicht instrumentalisieren.


    Hatte mal eine Frau vor mir, die hatte eine Zwillingsschwangerschaft und wollte, daß wir eines im Mutterleib töten, weil sie nur ein Kind wollte - bei sowas platzt mir die Hutschnur. natürlich haben wir auch sie weggeschickt. Oder die Frau, die abtreiben wollte, weil dem Kind ein Finger fehlte- sie wollte halt nur ein Kind, und das sollte dann bitte perfekt sein...


    Was mich schlichtweg besorgt, ist die Tatsache, daß sich die Wahrnehmung und das Wertesystem verschoben hat. Vor 20 Jahren haben Frauen, die behinderte Kinder pflegten, von ihrer Umwelt Anerkennung und Unterstützung erfahren, heute muß man sich rechtfertigen, wenn man nicht abtreibt und ich frage mich, wann die Krankenkassen entsprechend reagieren und im Falle des Nicht- Abtreibens das behinderte Kind aus der Krankenversicherungs-Leistung nehmen. In den USA ist hierfür die Basis schon geschaffen...

    DieKruemi

    Zitat

    und weiß, was unsere OP-Schwestern per Pinzelle nach einer Abtreibung aus dem Sieb fischen müssen, um eine erfolgreiche Abtreibung zu dokumentieren...

    Also: Ich habe ein 6-wöchiges Praktikum bei einer Pathologin gemacht; jeden Tag kamen ca. 5 Abtreibungen. Im Schnitt um die 9 SS-Woche rum. Ich habe assistiert, und man sah' nichts und wieder nichts. Es war ein Gemisch aus Blut und Gewebeklumpen ( exakt wie nach einer normalen Abrasio, also eine Ausschabung die prophylaktisch auch bei nicht-schwangeren Frauen gemacht wird), das wurde so festgehalten, und nicht mit der Pinzette nach Beinen gefischt.%-| Nur um mal wieder zu den Fakten zurück zu kommen.

    DieKruemi

    Zitat

    heute muß man sich rechtfertigen, wenn man nicht abtreibt

    Vor wem? Hast Du im Bekanntenkreis soetwas schon mal erlebt? Ich kann mir das ehrlich gesagt nicht vorstellen. Es ist schließlich die Entscheidung der Frau, und von niemandem sonst. Diese Entscheidung gehört nicht diskutiert, wer das tut ist wohl geistig minder bemittelt, gelinde ausgedrückt.

    Zitat

    In den USA ist hierfür die Basis schon geschaffen...

    Ehrlich? Hast Du da evtl. Quellen, das würde mich ja schwer interessieren. Ausgerechnet die USA, wo womöglich bald ein Geburtenzwang herrscht (d.h. Abtreibung verbietet :-o ) und Abtreibungsärtze regelmäßig von Gegnern abgeschlachtet werden... :-/

    Zitat

    Ich habe assistiert, und man sah' nichts und wieder nichts. Es war ein Gemisch aus Blut und Gewebeklumpen (exakt wie nach einer normalen Abrasio, also eine Ausschabung die prophylaktisch auch bei nicht-schwangeren Frauen gemacht wird), das wurde so festgehalten, und nicht mit der Pinzette nach Beinen gefischt. Nur um mal wieder zu den Fakten zurück zu kommen.

    genau. und ich war bei abtreinungen dabei (praktikum) und diese ganze verblödeten internetpages sind völliger mist, kann man da nur sagen. völlig übertriebener quatsch.

    Meine güte...

    Zitat

    es ist kein Zellklumpen es ist ein lebendes wesen

    natürlich ist es ein Zellklumpen... bis zu einer bestimmten woche (in diesem fall der 12.) ist es nichts anderes als ein zellklumpen und diese dummen HPs sind doch wie schon so oft bestätigt nur fakes, um junge mädchen davon abzuschrecken abzutreiben und weil es vielleicht irgendwelche perversen anmacht tote föten anzuschaun. es regt mich echt auf, dass immer wieder diese irgendwo aus dem internet gefischten seiten als wahr abgestempelt werden, wo doch so UNENDLICH viel mist im internet herumschwirrt.


    Eine Abtreibung ist eine persönliche entscheidung genau wie die, dass man ein kind behalten möchte oder dass man sich überhaupt entscheidet ein kind haben zu wollen. warum sollte einem diese entscheidung aufgedrängt werden?


    Wenn man sich nicht bereit fühlt ein Kind zu haben dann ist es das gute recht jeder Frau, denn schließlich hat die Frau auch ein Mutterrecht.


    [Äußerungen zur Frage, ob behinderte Kinder "lebenswert" seien, durch die Moderation gelöscht] Natürlich sollten wir diese menschen nicht sterben lassen oder so'n scheiß, schließlich ist es auch unsere Natur Mitgefühl und Menschenliebe zu empfinden, aber warum sollte man etwas auf die Welt bringen, wenn es von der Natur ungewollt ist?

    Man darf Abtreibungen auf keinen Fall unterschätzen, ich meine damit auch die psychischen Folgen. Meine Mum arbeitet ab und zu als Heimhilfe für alte Menschen, da war mal eine verwirrte Neunzigjährige, die sich immer mit einer Puppe gespielt hat und eines Nachts hat sie sich die Puppe eingeführt und ist an den Verletzungen gestorben. Natürlich hat man dann nachrecherchiert und ist daraufgekommen, dass sie so mit 24 eine Abtreibung machen musste, weil eine Frau, die damals ein uneheliches Kind bekommen hat, ja nichts mehr wert war. Im Unterbewußtsein hat sie dass wohl nie verkraftet und wenn man alt ist kommt alles irgendwie raus. Ich find das total gruselig.


    Ich persönlich bin der Meinung, dass jede Frau selbst entscheiden soll und wenn es gesundheitliche Risiken darstellt, dann kann man das auch moralisch vertreten. Ich kenn halt ein paar Exemplare, die zu faul zum Verhüten sind und mit der Einstellung leben, "ich kann ja eh noch immer abtreiben", da werd ich schon böse.


    Persönlich möcht ich eigentlich keine Kinder haben und spiel mich mit dem Gedanken, vielleicht mal eine Unterbindung zu machen, nur bei 20-Jährigen machen die das nicht (ist eigentlich eh gut), muss halt bei Pille und Gummi bleiben. Aber sollte ich ungewollt schwanger werden, würde ich das Kind austragen, hab nämlich eine tolle Familie, die hinter mir steht und genug Geschwister zum Babysitten ;-)