aber hallo,


    du bist 19.... somit erwachsen und deine mutter muss nicht wirklich mit ins behandlungszimmer. ich würde mich weigern, wenn meine mutter (wenn ich 19 wäre) ins behandlungszimmer ginge. etwas intimsphäre sollte dir auch zugestanden sein.


    zumal es wohl auch dinge gibt die eine mutter nicht mehr zu interessieren haben oder nichts anzugehen haben. du bist erwachsen.


    aber warum beendest du den ganzen stress nicht und suchst dir ne eigene Frauenärztin, wenn du keinen männlichen Arzt magst?

    Ich habe auch alles gelesen und muss sagen, dass ja nun wirklich fast ALLE Varianten an Lösungsmöglichkeiten vorgeschlagen wurden...es scheint mir aber, dass für die TE keine akzeptable Lösung dabei ist ,- und das Jungfernhäutchen wieder intakt zaubern können wir ja auch nicht.


    Deshalb gibt meiner Meinung nach für die TE nur diese Lösungen:


    1) Zur FA gehen mit dem Risiko, dass es rauskommt und die Konsequenzen tragen.


    2) Nicht zur FA gehen unter einem Vorwand und riskieren, somit das Misstrauen der Eltern zu wecken.


    3) Die FA heimlich aufsuchen, das Problem schildern und riskieren, dass sie sich nicht an die Schweigeplicht hält.


    4) Den Eltern reinen Wein einschenken und die Konsequenzen tragen (kommt wohl am wenigsten in Frage)


    Alle Varianten sind mit Risiken und ev. Konsequenzen verbunden und es ist kaum möglich aus der Sache rauszukommen ohne das Risiko einzugehen, dass alles auffliegt.


    Im Übrigen wundere ich mich, dass die Eltern den Freund "erlauben". Ich unterstelle auch, dass die Mutter die Tochter nicht aus reiner Besorgtheit ("in deinem Alter solltest du auch schon Vorsorgeuntersuchungen machen lassen") unbedingt mit zu ihrer FA nimmt und bei der Untersuchung dabei sein will, sondern so einen bequemen Weg gefunden hat, immer "up to date" zu sein, was das Jungfernhäutchen ihrer Tochter anbelangt.

    Ach, mir fällt da noch ein Lösungsversuch ein, aber der wird es vermutlich auch nicht bringen:


    Sag deiner Ma einen Tag vor dem FA Termin, dass du deine Regel bekommen hast aber sie gerne zum Übersetzten zu der Ärztin begleitest. Um nicht das Misstrauen deiner Mutter zu wecken, bau noch ein, dass ihr dann ein Termin nach deiner Regel bei der FA vereinbart. Ich schätze mal, dass deine Mutter dich auch zu dem Termin begleiten will. Somit darf dieser Termin nie wahrgenommen werden. Deshalb musst du, an dem Tag an dem du für deine Mutter bei der FA übersetzt, irgendeinen Grund finden, warum du nicht zu der FA deiner Mutter gehen willst (ist dir unsympatisch oder sowas). Das sagst du deiner Mutter dann und sag ihr auch gleich, dass du dir eine andere FA suchst. Deine Mutter kann dich ja gerne zu der neuen FA begleiten...zuvor aber solltest du der neuen FA aber mal einen Besuch abstatten und ihr von deinem Problem erzählen. Dann kann deine Mutter so oft sie will mit bei den Untersuchungen dabei sein und erfährt dennoch nichts.


    Das Ganze ist wirklich einfach nur :(v und dass man sich so komische Lösungen ausdenken muss um ganz selbstverständliche und menschliche Dinge geheimzuhalten, finde ich wirklich schlimm!

    Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Frauenärztin zum ersten Mal mit einem derartigen Problem konfrontiert wird. Und ich glaube nicht, daß sie da gleich mit so einer Info an die Mutter rausplatzt. Ich denke, solche FÄ sehen das öfters und werden auch öfters mal um entsprechende Reparaturen angefragt. Es hängt aber davon ab, was das für eine Ärztin ist. Ist sie eher im Alter der Mutter näher oder dir, TE? Wie konservativ ist sie, da wäre ein Indikator vielleicht, ob sie selber Kopftuch trägt.


    Klar, es bleibt ein Restrisiko, daß die Ärztin tatsächlich plaudert. Aber ich würde anstelle der TE wirklich so vorgehen, daß ich die Mutter bitte, nicht im Behandlungszimmer dabeizusein, mit der Begründung "ist mir peinlich". Die TE ist ja schließlich kein Baby mehr, da darf einem das peinlich sein!

    Ich würde auch mit solchen Eltern nicht länger zusammen leben wollen und ausziehen, die TE ist alt genug, hat die Ausbildung abgeschlossen, somit sollte sie auch finanziell nicht mehr von den Eltern abhängig sein. Aber das würden die Eltern wohl auch nicht akzeptieren wollen :|N


    Die Idee mit der Regel finde ich ganz gut!

    In muslimischen Familien ist es meines Wissens ein absolutes No-Go, daß eine unverheiratete Tochter auszieht und alleine lebt. Man muß da völlig andere Maßstäbe anlegen, als wir das für eine "normale" deutsche Familie tun würden. Sie würde sich damit der Gefahr aussetzen, verstoßen zu werden. Ist Schwachsinn, aber ist in diesen Kulturen leider so.

    Zitat

    Im Übrigen wundere ich mich, dass die Eltern den Freund "erlauben". Ich unterstelle auch, dass die Mutter die Tochter nicht aus reiner Besorgtheit ("in deinem Alter solltest du auch schon Vorsorgeuntersuchungen machen lassen") unbedingt mit zu ihrer FA nimmt und bei der Untersuchung dabei sein will, sondern so einen bequemen Weg gefunden hat, immer "up to date" zu sein, was das Jungfernhäutchen ihrer Tochter anbelangt.

    :)^ Genau deswegen soll sie zum Arzt. Von wegen Vorsorge ;-D ja ne is klar.

    Du bist 19 Jahre alt und hast das Recht dich hier zu entfalten wie du willst.


    Wenn deine Eltern dich rausschschmeissen würden gäbe es staatliche Stellen die dir helfen würden.


    Wenn sie noch weiter gehen würden, Gewalt, Zwangsehe, ins Herkunftsland schicken etc, gibt es auch Hilfe, auch von Leuten die sich auf muslimische Frauen spezialisiert haben.


    Mach dir keine Vorwürfe, du hast nichts schlimmes gemacht, hattest nur Sex. Wenn das mit deinen Eltern nicht vereinbar ist müsst ihr getrennte Wege gehen.


    Du hast hier in Deutschland Rechte und als erwachsene Frau bestimmst nur du in welchem Masse du deine Rechte beschneiden lässt.


    Wenn bestimmte Sachen mit deinen Eltern nicht gehen muss man halt getrennte Wege gehen.


    Und in dem Moment wo du befürchtest man könnte dir was antun wende dich an Hilfsorganisationen.


    Niemand hat das Recht die dir deine Freiheiten zu nehmen. Die Religion deiner Eltern, ihre Ansprüche an dich sind einzig und allein ihre Sache, du allein bestimmst wie weit du mitgehst.


    Und ob du jungfräulich in die Ehe gehst bestimmst auch nur du.


    Es ist dein Körper, nur du verfügst über ihn, inklusive Geschlechtsteile.


    Nur sei vorsichtig, leider haben sich Töchter schon öfter verschätzt wie weit bereit ihre Eltern zu gehen sind wenn es um die Ehre, Religion etc geht.


    Sobald du auch nur ahnst das etwas passieren könnte verschwinde lieber.


    Nichts ist wichtiger als deine Freiheit und dein Selbstbestimmungsrecht, auch nicht deine Familie.

    Manche sehen die Sache hier aber auch etwas zu leicht, finde ich ":/

    Zitat

    Wenn deine Eltern dich rausschschmeissen würden gäbe es staatliche Stellen die dir helfen würden.

    Wer denn konkret? Und wie schnell gibt es diese Hilfe?


    Ich kann dir von unserem Jugendamt sagen, dass da erstmal jemand vorbei kommt, dann finden Gespräche mit jedem einzelenen, mit allen zusammen statt, dann wird ein Gutachten geschrieben, dann werden Hilfen beantragt und zack sind einige Wochen um.

    Zitat

    Wenn das mit deinen Eltern nicht vereinbar ist müsst ihr getrennte Wege gehen.

    Das ist doch nur die allerletzte Alternative, die hier überhaupt nicht erwünscht ist.


    Mal eben mit der Familie brechen? Sich die nächsten Jahre alleine durchschlagen, obwohl man eigentlich in einer intakten Familie leben könnte? Man mag die moralischen und religiösen Einstellungen nicht nachvollziehen können, aber deswegen komplett von der gesamten Familie abwenden?


    Ich persönlich würde eingehen und hätte nicht die Kraft, komplett alleine dazustehen.

    Zitat

    Sobald du auch nur ahnst das etwas passieren könnte verschwinde lieber.

    Wohin denn? Frauenhaus? Nach drei Tagen ist sie dort wieder raus, weil es sehr viel schwerwiegendere Fälle gibt.

    @ beautymelly:

    Ich würde wohl vor dem Termin heimlich alleine zur Frauenärztin gehen, mich ihr anvertrauen und auch mitteilen, dass sie deiner Mutter nichts sagen darf, da sie ja unter Schweigepflicht steht.

    Ich staune immer wieder... einerseits Todesangst vor Eltern und Konsequenzen und sich nicht wehren können/zu Feige dazu sein, andererseits trotzdem Sex haben. ??? Geht nicht in meinen Kopf. Wenn man vorher weiß was kommt und damit nicht umgehen kann, warum lässt man es nicht gleich bleiben?


    Sag deiner Mutter, es ist dir unangenehm, sie soll draußen bleiben und mach der Ärztin klar, dass du die Schei*e aus ihr rausklagst, wenn sie gegen ihre Schweigepflicht verstößt?

    Einfach schlimm das eine Frau deswegen Angst haben muss ich verstehe diese Kultur nicht. Gut meine Mutter hätte ich jetzt auch nicht umbedingt gesagt das ich keine Jungfrau mehr bin. Einfach weil ich denke das es nur mich was angeht. Aber ich hätte sicher keine Angst haben müssen wenn Sie es erfahren hätte. Ich bin christin auf dem Papier. Meine mutter ist noch nie mit mir ins Behandlungszimmer gekommen. Das finde ich schon speziell.

    Zitat

    Wer denn konkret? Und wie schnell gibt es diese Hilfe?

    Hier in Berlin sehe ich öfter Angebote wo man sich auf muslimische Frauen und Mädchen spezialisiert hat und schnell und unbürokratisch hilft weil schon einiges passiert ist wo nicht geholfen wurde.

    Zitat

    Das ist doch nur die allerletzte Alternative, die hier überhaupt nicht erwünscht ist.


    Mal eben mit der Familie brechen?

    Manchmal geht es nicht anders.


    In einigen Kulturen wird oft die Junfräulichkeit der Tochter als Teil der Familienehre gesehen. Und leider helfen da denn keine klärenden Gespräche.


    Ich möchte hier nicht verallgemeinern oder Menschen über einen Kamm scheren, aber so eine Situation kann auch eskalieren.


    Es muss nicht gleich in Gewalt ausarten, es reicht ja das ihr ein Ehemann vorgesetzt werden würde oder sie ins Herkunftsland der Eltern verbracht werden würde.

    Zitat

    Wohin denn?

    Gerade in den Grossstädten hat sich in den letzten Jahren viel getan, weil das die Bedürfnisse muslimischer Frauen und falsche Ehr und Religionsvorstellungen öfter kollidiert ist.


    Ist bei uns im Regionalfernsehen öfter mal Thema. Da gibt es stellen um Konflikte zu schlichten bis hin um das "Untertauchen" zu organisieren.


    Die TE sollte wissen das es das gibt und vor allem nicht die Schuld bei sich suchen.


    Das ganze Thema ist sehr komplexes Thema, wo selbst die Fachleute das Verhalten der Parteien nicht einzuschätzen ist. Leider ist vom verstossen bis hin zu Schlimmeren alles drinn.


    Und diesen Konflikt sollte die TE nicht allein austragen, weil oft die Töchter am wenigsten einschätzen können wie weit die Familie gehen würde.


    Wer will dann schon glauben das die eigene Familie sich zusammen setzt und Massnahmen wie Zwangsehe, Verschleppung oder gar den Tod berät.


    Sie ist halt nicht nur in einer schwierigen sondern auch in einer nicht ungefährlichen Situation, wo sich selbst erfahrene Sozialarbeiter schwer tun die Lage richtig einzuschätzen.


    Auch die Familie bekommt oft Druck aus dem Umfeld wenn die Tochter keine Jungfrau mehr ist und kann ausgestossen werden bis die Ehre wieder hergestellt ist.


    Mir tut es nur um die TE leid, ich will ihr weder Angst machen, noch die Gefahren die es geben könnte verschweigen, ist halt immer ein schmaler Grat.

    Wie wäre es denn mit dieser Variante:


    Der Mutter sagen, dass gern wieder ein Ultraschall von außen gemacht werden kann aber ein Anschauen der Scheide von außen durch die FA der TE peinlich und unangenehm ist und dass dies nicht in Frage kommt und ja nun auch gar nicht sein muss, da die TE ja eh noch nie Sex hatte ;-D


    Ich meine, zwingen können weder die Mutter noch die FA die TE ja zu dieser Untersuchung.


    Nun sagt mir bitte nicht, dass die FA auch beim Ultraschall vom Bauch aus sieht ob man noch Jungfrau ist :-X

    @ Virtuosa

    Naja die Sache ist halt das die Mutter wissen will ob die Tochter noch Jungfrau ist, weil es ihrer Meinung nach die ganze Familie betrifft.


    Und da kommt man mit Vernunft halt nicht drann.


    Normal ist ein Arzt ja Vertrauenssache, das ist hier leider nicht gegeben.


    Und auch das eine 19 Jährige Angst hat eingesperrt zu werden ist recht befremdlich.


    Meiner Meinung nach kommt man hier mit Vernunft nicht weiter, wenn die Tochter die Freiheiten möchte die ihr zustehen wird sie diese erkämpfen müssen, und da wird man um eine Konfrontation nicht herumkommen.

    @ QualDerNamenswahl

    Da hast du Recht, dass man hier nicht mit Vernunft weiterkommt und ich gebe dir auch Recht, dass Freiheiten erkämpft werden müssen und dabei Konfrontationen entstehen werden ABER ich schätze die TE nach all dem was sie bisher geschrieben/geantwortet hat nicht so ein, als dass sie Rechte erkämpfen will und bereit ist, Risiken einzugehen.


    Bei mir hinterlässt die TE den Eindruck, dass sie


    a) versucht, nach den Maßstäben ihrer Eltern zu leben und


    b) da dies in Punkto Sex vor der Ehe nicht geklappt hat nun Angst vor den Konsequenzen hat


    und c)versucht, jeglicher "Aufdeckung" und somit Konfrontation aus dem Weg zu gehen.


    Ich glaube, dass ihr Motiv Angst ist und jemand der Angst hat, wird nicht um seine Rechte kämpfen.

    Um nochmal zu verdeutlichen welche Rolle die Jungfräulichkeit spielt.


    Es ist nicht unüblich das in der Hochzeitsnacht die Familie des Mannes wartet bis der Akt vollzogen ist um das Bettlaken zu überprüfen, teilweise wird es abgezogen und dem Rest der Familie gezeigt.


    Wie beschissen muss das für die Frau sein.


    Und wehe es ist kein Blut drauf, das kann sogar zur Aufhebung der Ehe führen.


    Natürlich ist das nicht Standard, aber es kommt auch nicht grad selten vor, die Jungfräulichkeit der Braut spielt halt eine grosse Rolle und für die Familie der Braut wäre das mehr als unangenehm wenn kein Blut auf dem Laken ist.


    Und wie die TE schon erwähnt hat herrscht der Irrglaube das das Hymen nur durch Sex beschädigt wird, Sport, Anatomie etc zählen als Argument einfach nicht.