Ich versuche auch mal eine Antwort zu einem schwierigen Themenkomplex.


    Er hat nämlich ursprünglich gar nichts mit Religion zu tun. Es geht um kulturelle Regeln, die, bevor es Empfängnisverhütung gab, dafür sorgen sollten, dass ein Mann, der eine Frau heiratet, sicher sein durfte, dass er sie nicht bereits schwanger zur Frau nahm - also einen "Bastard" heranziehen musste.


    Heutzutage ist dies im Zeitalter von Schwangerschaftstests oder Verhütung kein Thema mehr, abgesehen davon, dass sich die Moralvorstellungen gewandelt haben und "fremde" Kinder in sogenannten Patchworkfamilien angesehene und geliebte Mitglieder werden.


    Leider haben Religionen hier verfestigend gewirkt und inzwischen hinterfragt leider niemand mehr auf Seiten der Gläubigen den ursprünglichen Grund für die heilige Jungfräulichkeit, sondern hält sie für "gottgegeben".


    Doch dies alles - und hier kommt mein Rat - sollte die muslimische Frauenärztin wissen. Sie kennt ihre Kultur und Religion und weiß um die Nöte junger Frauen und die Ängste und Drohungen deren Eltern. Du wärst sicher nicht ihr erster Fall dieser Art. ;-)


    Glaubst du allen Ernstes, beautymelly, dass dich diese Ärztin "verraten" wird, wenn sie weiß, wie deine Eltern ticken? Wird sie dich wegen eines eingerissenen Stückchens Haut einem psychologischen Martyrium aussetzen? Diese Ärztin hat eine akademische Laufbahn hinter sich, hat vermutlich in Deutschland studiert, lebt und arbeitet auf jeden Fall hier. Vielleicht hat sie ein Herz (Ärzte haben in der Regel ein großes Herz, weil sie in den Beruf gegangen sind, um Menschen zu HELFEN) und sieht über den kleinen "Makel" hinweg.


    Sieh es mal von der Seite: Würde sie dich verpetzen und deiner Mutter brühwarm erzählen: "Deine Tochter ist keine Jungfrau mehr!" und du hättest schwere Konsequenzen zu erleiden - Rausschmiss zu Hause, Ächtung durch die Eltern etc. - glaubst du nicht, dass sie, die Ärztin, Angst haben müsste, dass du zu Behörden gehst und so der Fall an die Öffentlichkeit kommt? Glaubst du nicht, dass diese Ärztin dann Angst haben müsste, ihre Approbation zu verlieren, da sie ja gegen ihre Schweigepflicht verstoßen hat?


    Du bist volljährig und kannst frei entscheiden, wer welche Informationen von deinem Arzt erhalten darf. Ohne deine Einwilligung DARF die Ärztin deiner Mutter nichts sagen.


    Ich denke, die Ärztin wird nichts sagen, egal, was bei der Untersuchung herauskommt.


    Und wenn doch, es gibt genügend Anlaufstellen in Deutschland, um dich in Sicherheit zu bringen. Wir haben hier gelernt und verbessern diese Angebote laufend. Aber in einem solchen Fall würde ich die Ärztin bei der Polizei anzeigen, weil SIE sich falsch verhalten hat, nicht DU! @:)

    Hallo Beautymelly,


    Du sagst deiner Mutter, dass dich der 1. FA-Besuch sehr strak mitgenommen hat, und dass du jetzt erst einmal nicht mehr hingehen möchtest... es gibt ja aktuell keinen Anlass..vielleicht auf später verschieben – einen Versuch ist es wert.


    oder


    Falls gar nicht vermeidbar, gehst Du mit deiner Mutter zur FA und wartest ab was passiert..sprich das Thema Jungfernschaft nicht an....


    Auch wenn deine FA entdeckt, dass du keine Jungfrau mehr bist, wird sie – da sie ja Muslimin ist – nichts sagen – sie weiss schliesslich, dass sie dir damit viel Ärger einbringt....


    ...falls doch etwas zu diesem Thema gesagt wird, stell dich völlig ahnungslos...ich glaube das ist für dich aktuell einfacher und für deine Mutter einfacher zu akzeptieren (ich bin mir absolut sicher, dass sie weiss, dass du keine Jungfrau mehr bist – zugeben könnte sie das vermutlich nie).


    Wenn Du mehr Kraft hast, versuche dich all diesen Zwänen zu entziehen...

    Hallo, ich muss mich entschuldigen, ich hatte beautymelly gefragt, wie alt sie ist, dabei schrieb sie doch, dass sie 19 ist. %:|


    Also, ab 18 hast Du als Patientin ein Recht, auf der ärztlichen Schweigepflicht zu bestehen, auch gegenüber Deinen Eltern.


    Da gibt es keinerlei "Wenn" und "Aber".


    http://de.wikipedia.org/wiki/Verschwiegenheitspflicht#Was_f.C3.A4llt_unter_die_Schweigepflicht.3F


    Schweigepflicht ist Schweigepflicht und damit basta!

    Wenn die Ärztin so denkt wie die Mutter, reicht ein vielsagender Blick – so viel zum Thema Schweigepflicht.


    Ich empfinde diese ganze Sache als unehrlich – nicht das Verhalten der TE, die als volljährige Frau das Recht hat, alleine über sich zu bestimmen, sondern insbesondere von der Mutter, die den Quatsch mit der Brustvorsorgeuntersuchung wahrscheinlich selbst nicht glaubt.


    Es geht darum, nun auch den letzten Winkel im Leben (im Körper?) der Tochter auszuleuchten.

    beautymelly

    Zitat

    Einige verstehen hier etwas falsch..

    Das denke ich nicht. Was stellst Du Dir denn unter Hilfe vor? Wie stellst Du Dir eine Lösung vor, wenn Du nichts ändern willst? Nur Du kannst Dir selbst helfen. Was also bist Du bereit zu tun und was zu ändern? Ansonsten wüsste ich nicht, was Du machen könntest, um Deinen Lügenberg aufrecht zu erhalten und so tun, als würdest Du weiterhin das tun, was Dir Deine Eltern vorschreiben. Die einzige Frage ist doch – willst Du weiterhin von ihnen abhängig sein oder nicht? Allerdings – tust Du es ja auch jetzt nicht, denn dann hättest Du ganz einfach keinen Sex mit Deinem Freund gehabt. Was also willst Du? Willst Du Dir Deinen eigenen Weg finden, selbstverantwortlich handeln oder willst Du Deine Eltern weiterhin anlügen und so tun, als würdest Du alles tun, was sie von dir verlangen?

    Zitat

    also muss ich zu dieser Ärztin zur Untersuchung nur wie und was soll ich dort tun damit meine Mutter nicht von ihr herauskriegt das ich keine Jungfrau mehr bin + auch in Zukunft dies nicht herausfindet..

    Du bist nicht 12, Du bist 19.

    Zitat

    Ich nicht und brauche Ich auch nicht.... Ich suche einfach nur einen Ratschlag was ich machen könnte was ich mit der Ärztin z.B. besprechen könnte oder das jemand seine Erfahrungen berichtet was die Frauenärztin bei einer Untersuchung durchführt oder oder oder.....

    Woher soll Dir das hier jemand sagen können? Niemand hier kennt die Ärztin, niemand hier kennt Deine Mutter, etc. Umgekehrt hast Du ein Bauchgefühl, dass die Ärztin Deiner Mutter sowieso sagen wird, dass Du keine Jungfrau mehr bist. Ich setze das jetzt voraus, dass das wirklich so ist, dass Du keine Jungfrau mehr bist. Ich denke, Du wirst dieses Bauchgefühl nicht grundlos haben, dass sie es Deiner Mutter sagen wird. Damit hast Du aber auch schon die Antwort auf Deine Frage. Was also könnte Dir hier jemand in Bezug darauf schreiben?

    Nochmal:

    Zitat

    Umgekehrt hast Du ein Bauchgefühl, dass die Ärztin Deiner Mutter sowieso sagen wird, dass Du keine Jungfrau mehr bist.

    Die Ärztin DARF es nicht sagen oder auch nur andeuten. Sie müsste sogar die Tochter fragen, ob die Mutter bei der Untersuchung dabei sein darf. Hier gilt deutsches Recht.


    Und falls die Ärztin es doch sagt oder andeutet, dann sollte beautymelly schnurstraks zur Polizei laufen und die Ärztin anzeigen. Den Rest übernimmt dann der Staatsanwalt.


    Dann wäre die Sache wenigstens publik und vielleicht erklärt jemand auf "höherer Ebene" der Mutter, was Religionsfreiheit hierzulande bedeutet.


    Vielleicht bekommt sie ein Einsehen und die Mutterliebe zählt letztlich mehr, als die Angst vor Allah.

    Zitat

    Und falls die Ärztin es doch sagt oder andeutet, dann sollte beautymelly schnurstraks zur Polizei laufen und die Ärztin anzeigen. Den Rest übernimmt dann der Staatsanwalt.

    Und Du hast also den Eindruck gewonnen, dass ein solches Handeln dem Wesen der TE entsprechen würde?

    Zitat

    Und Du hast also den Eindruck gewonnen, dass ein solches Handeln dem Wesen der TE entsprechen würde?

    Sie wollte Ratschläge.


    Was ich vorschlage, ist vernünftig und rechtsstaatlich. Quasi der Versuch, sie aus der Parallelgesellschaft herauszuholen, die sie offenbar im eisernen Griff hält.


    Wenn du allerdings meinst, dass sie das nicht will, dann wird sie sich die Strafpredigt ihres Vater anhören müssen.


    Schade!


    (Diese Variante finde ich auch nicht besonders einfühlsam!)

    ich würde an ihrer stelle vorher schon bei der ärztin vorbei gehen. ich würde der ärztin alles erklären, bzw. zugeben, dass ich keine jungfrau mehr bin. und sie direkt darauf hinweisen, wenn während der untersuchung etwas darüber erzählt wird, die ärztin mit konsequenzen rechnen müßte. ich denke, dass die te doch dazu wohl noch in der lage sein wird, ihren mund aufzumachen, gegenüber einer "nicht-verwandten", auch wenn die ärztin den selben glauben hat. sie soll da härtere geschütze ausfahren und ganz klar auf die konsequenzen hinweisen, die es dann haben würde, wenn besagte dame den mund nicht hält. und falls mama während der behandlung nach dem jungfernhäutchen fragen sollte, kann die ärztin ganz einfach sagen, dass sie dieses nicht sagen darf!