Endometriose: Gestagen-Pille durch Hormonspirale ersetzen?

    Vorab: Ich poste diese bewusst hier und nicht unter Verhütung. Falls es nicht okay ist, bitte verschieben!


    Bei mir wurde vor knapp 7 Jahren Endometriose festgestellt, da war ich 40. Es gab schon gut 15 Jahre vorher erste Hinweise, aber man kam halt erst so nach und nach drauf. Jahrelange Pilleneinnahme haben es wohl auch gut getarnt; subjektiv war die Endometriose auch nicht sooo schlimm.

    Es kam dann aber die OP und Diagnose, und einige Monate später die Einstellung auf eine reine Gestagen-Pille (Jubrele). Diese nehme ich jetzt 6 1/2 Jahre tagtäglich durch. Einerseits ist es okay (Keine Blutung bzw. gelegentliche Schmierblutungen. Praktisch keine Migräne mehr. Nebeneffekt: Sichere Verhütung.). Andererseits habe ich durch die Pille eindeutig zugenommen. Völlig im Rahmen, aber es stört - und ich kriege auch max. 1-2 kg runter; hätte aber gerne ca. 5 kg weniger.

    Auch stimmungsmäßig vermute ich, dass sie ein wenig negative Effekte hat; bin aber nicht wirklich sicher.


    Trennungsbedingt ist der Verhütungsbedarf nun weggefallen. Und ich merke eine deutliche Pillenmüdigkeit, um ehrlich zu sein. Komplett zu verzichten würde aber das Risiko wirklich starker Blutungen beinhalten. Und natürlich Verschlechterung der Endometriose, von der ich eigentlich nichts merke.


    Mein Gyn meinte gestern nun, dass man es alternativ mit der Hormonspirale versuchen könne. Ohne Garantie bzgl. Endo, aber sie habe in einzelnen vergleichbaren Fällen damit durchaus einen guten Effekt.


    Daher würde mich nun interessieren, ob es hier Frauen gibt, die mit oder wegen Endometriose tatsächlich die Hormonspirale haben legen lassen...


    Ich hatte früher auch mal eine Kupferspirale; das Legen war nicht so angenehm und im Zshg. damit wurde nach über 15 Jahren Pilleneinnahme die Endo halt erst deutlich.


    Danke schonmal!

  • 28 Antworten

    Ich lese hier mal mit! Ich nehme die Desogestrel Aristo, die müsste baugleich mit der Jubrele sein, nicht wegen Endometriose, sondern wegen starker Blutungen ohne Hormone.

    Mein Gyn ist sehr pro Mirena, aber ich traue mich (noch) nicht. Ich hatte mal eine Gold-Kupfer-Spirale, und die ist prompt verrutscht.

    es gibt frauen, die sich wegen endo die hormonspirale haben legen lassen. obs was bringt ist allerdings höchst individuell (also ob die symptome damit wirksam unterdrückt werden bzw. weniger nebenwirkungen als bei der pille auftreten). das kann man also nur ausprobieren, wie es bei einem selber wirkt.


    ich persönlich würde an deiner stelle denk ich die pille erstmal absetzen und schaun, wie die situation dann ist, ohne hormonelle verhütung. die stärke der blutungen variiert über die jahre, und auch die beschwerden, die die endo macht. wobei ich da jetzt in deinem beitrag nicht rauslesen konnte, welche endo- bedingten beschwerden du hattest. wenn diese ohnehin nicht so schlimm waren, wäre das für mich erst recht ein grund, es ohne hormone zu probieren.

    Ich hatte extrem heftige Blutungen und diverse Endo-Herde an Darm und Blase. Was während der Blutung zum Gefühl geführt hat, als würde man meine Eingeweide umstülpen. Ich habe damals aufgr. einer anderen Erkrankung (Knie) aber konstant relativ starke Schmerzmittel (teilweise Opioide) genommen und kann somit die Schmerzen auch nicht so wirklich beurteilen. Es waren deutliche Schmerzen, aber ich bin da halt auch hart im Nehmem. Ansonsten: Extremer Eisenmangel, Infusionstherapie über Jahre. Jeden Monat 2-3 Tage nicht oder kaum arbeitsfähig; im jetzigen selbstständigen Job mit festem Zeitrhythmus würde das direkt Einkommensverlust bedeuten.

    Von mittlerweile 3 Bauch-OP's wg. Eierstockcysten ganz abgesehen, 1x offener Bauchschnitt. Komplett gespaltene und zusammengenähte Gebärmutter. Nach der OP (die die endgültige Diagnose brachte) war ich wg. einer anderen OP zwangsweise noch ohne das Gestagen-Präparat und es war gruselig.


    Kurzum:

    OHNE Hormone werde ich bestimmt nicht ausprobieren. Ganz ehrlich nicht. Kann gut gehen, kann aber auch böse werden und das kann ich mir beruflich auch nicht erlauben. Und bin selber auch nicht scharf drauf, im schlimmsten Fall sogar wieder ein OP zu riskieren.

    Ich kann zwar leider nichts zum Thema beitragen, aber ich lese mal mit.

    Bei mir besteht aktuell nur der Verdacht auf Endometriose. Die Abklärung erfolgt im Oktober.

    Aber selbst wenn sich der Verdacht nicht bestätigt, werde ich mir überlegen müssen, wie ich mit meinen starken Schmerzen umgehe.

    Gibt es denn hier Frauen, die generell mit Mirena nach der Cerazette oder einem Generikum gut klargekommen sind?

    Ich habe nämlich neuerdings unter der Desogestrel Aristo ständig Schmierblutungen (ca. drei Tage alle zwei Wochen), obwohl nie vergessen und immer pünktlich eingenommen. :(v

    Ich habe diese Schmierblutungen auch immer wieder mal. Teilweise über Wochen fast konstant, dann monatelang nichts, dann doch wieder einige Tage,... Leider mit zunehmenden Schmerzen, was ich auch weniger lustig finde. Insgesamt stören die Schmierblutungen mich aber nicht (mehr) sonderlich; alles besser als die Extrem-Blutungen vorher. Und genau das schreckt mich von einem Wechsel ab.

    Aber:

    Ich habe ja die Jubrele verordnet bekommen. In der Apotheke wurde mir dann öfter nochmals eine Generikum angeboten. Und da habe ich festgestellt, dass ich gerade mit der pille von Aristo mehr Probleme als bei der Jubrele habe, was die Schmierblutungen angeht. Bin jetzt wieder bei der Jubrele, die paar Euro...

    Sunflower_73 schrieb:

    Leider mit zunehmenden Schmerzen, was ich auch weniger lustig finde.

    Ich habe das Geschmiere mit dem vollen Programm. Bauchweh, Brust-Aua, wirklich blöd.

    Sunflower_73 schrieb:

    Und da habe ich festgestellt, dass ich gerade mit der pille von Aristo mehr Probleme als bei der Jubrele habe, was die Schmierblutungen angeht.

    Aha?! Das ist ja interessant! Um's Geld geht es mir gar nicht, mein Arzt hatte mir die Aristo verschrieben, und es ging ja auch jahrelang gut.

    Dann wäre die Jubrele wohl absolut einen Versuch wert!

    Kein Problem! :-)


    Nochmal kurz quasi OT, da keine Endo:

    Eine Gynäkologen (über die Krankenkasse) hat mir empfohlen, die nächsten Tage mal zwei Pillen zu nehmen.

    Mit der Jubrele hatte ich am Beginn der Einnahme auch ewig lange Schmierblutungen, das hat sich jetzt gelegt. Aber ich werde die trotzdem wieder absetzen, weil ich mich irgendwie schlechter drauf fühle mit der Pille. Es ist so subtil, dass ich es nicht 100% auf die Pille zurückführen kann und die Tagesform ist ja nicht immmer gleich. Aber Depression ist schon eine bekannte Nebenwirkung.


    Die Mirena hat mein FA auch empfohlen, aber das ist mir ein zu teures und aufwendiges Experiment.


    Allerdings habe ich auch keine Endometriose, meine Menstruation ist seit der Geburt komplett schmerzlos. Dafür habe ich jetzt Mittelschmerz, aber das dauert nicht lange.

    Den Tipp mit den 2 Pillen hatte mir meine Gyn auch mal gegeben; hat bei mir nix bewirkt außer Kopfschmerzen.


    Ich nehme die Jubrele jetzt über 6 Jahre und bin mir bzgl. Stimmung auch nicht sicher. Meine auch, etwas zu merken; andererseits habe ich so viel Stress und Generve, dass das ausreichen würde.

    Auch deswegen kam meine Gyn auf die Mirena, weil es noch mal eine andere/geringere Hormonbelastung wäre. Und ganz ohne geht es wg. der Endometriose nicht. Da jetzt aber auch wieder ein Myom wächst etc., war ich neulich kurz davor zu sagen: Hysterektomie.

    So, ich bin jetzt wieder zu Hause und kann noch ein bisschen ausführlicher erzählen.


    Also: Bei meinem Gyn habe ich erst einen Termin in knapp fünf Wochen. Früher geht auch keiner. Also habe ich über meine Krankenkasse mit einer sehr netten Gynäkologin gesprochen. Sie sagte mir, erstmal zwei Pillen pro Tag, und zwar wirklich zwei Mal am Tag, nicht beide auf einmal. Idealerweise im Abstand von 12 Stunden, dann ist die Hormonlage stabiler.

    Und dann meinte sie, je nachdem was dann der Ultraschall zeigt, würde sie mir eine Endometriumablation empfehlen, wenn die Kinderplanung abgeschlossen ist. Und das ist sie ja.

    Wegen der Mirena habe ich sie auch noch gefragt. Sie hat mir davon abgeraten, und ich fand die Begründung auch sehr schlüssig. Wenn ich nämlich jetzt, mit der Pille, schon Schmierblutungen habe, und die Mirena geringer konzentriert ist, wäre die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass ich damit auch Schmierblutungen hätte. Und das wäre doch schade ums Geld, wenn sie dann nach ein paar Monaten wieder raus käme. Sie wisse sehr wohl dass es viele zufriedene Anwenderinnen gibt, aber für mich sei das eher nichts. Wirklich, sehr sympathisch, die Frau!


    Bezüglich der Pille bin ich mir recht sicher, dass sie irgendwas mit mir macht. Meine Libido ist z.B. nicht mehr so wie früher, aber zum Glück nicht ganz weg. Ohne Hormone ging es aber bisher nicht. Wenn es eine Ablation wird, dann ja, aber sonst nicht.


    Also, liebe Sunflower_73 , ich verstehe es sehr gut, dass es dir nach einer Hysterektomie ist. Ablation bei Endo hilft ja wohl nichts, was?

    Auf die Libido hat die Jubrele auch definitiv einen negativen Einfluss bei mir. Noch ein Grund, warum ich sie absetzen will.


    Keine Blutung zu haben (nach den anfänglichen ewigen Schmierblutungen) ist zwar super, aber die Nachteile wiegt es leider nicht auf. Meine Kinderplanung ist ebenfalls abgeschlossen, schade dass man die Blutung nicht einfach abstellen kann. Selbst ohne Schmerzen, es nervt einfach.