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    Kommt aber auch drauf an, wie die Frage formuliert ist "Alles in Ordnung oder haben Sie Beschwerden" ist etwas anderes, als "Wie läufts denn mit dem Sex?".


    Und letztere Frage möchte ich eigentlich von keinem FA gestellt bekommen, egal, ob männlich oder weiblich.

    Finde ich auch.


    Bin in den 20 Jahren, seit ich zum Gyn gehe, noch nie was derartiges gefragt worden und fände es auch komisch.

    Mein erster FA war ein Mann ( jetzt pensioniert :°( ) und meine jetzige FA eine Frau. Ich mache da keinen Unterschied, für mich ist ein Arzt ein Arzt, egal ob Mann oder Frau.


    Bei beiden kam, zu der Frage nach meinem Allgemeinwohl, die Frage: " wie läuft es mit dem Sex? Irgendwelche Schmerzen, Probleme oder sonstige Fragen? "


    Habe mich also nie unwohl, komisch oder sonst wie betupft gefühlt. Hatte schon interessante aufschlussreiche Gespräche, als ich tatsächlich mal ein Problem beim Sex hatte.

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    Die Frage erfasst den Intimbereich an sich, aber NICHT Schmerzen/Probleme beim Sex.

    Aber ist das nicht irgendwie das Selbe?


    Es kommt immer darauf an wie man eine Frage stellt, wenn der Arzt die Frage wirklich so gestellt hat, ist das schon ein bisschen zweideutig.

    Wenn ich einen Pickel an der Schamlippe habe oder eine Pilzinfektion sonstwas, habe ich auch Schmerzen, Brennen,... Aber völlig unabhängig vom Sex.


    Streng genommen sind da zwei verschiedene Aspekte. ;-) Die sich Laien vielleicht nicht so offenbart, wie hier deutlich wird. Psychiater & Therapeuten werden bspw. mittlerweile auch geschult, explizit nach SEX zu fragen, weil Antidepressiva da entsprechende Nebenwirkungen haben können. Das sind dann auch andere Fragen als nach den normalen Nebenwirkungen. Und man wundert sich, welche Antworten da bei den entsprechenden Fragen kommen (die bei den "normalen" Fragen nicht kommen!).


    Daher (auch wenn es unangenehm ist): Vielleicht beim nächsten Mal auch versuchen, DIESE Perspektive zu sehen.


    Wie gesagt, wenn jemand grundsätzlich nicht sympathisch oder in der ganz allgemeinen Art eher anzüglich scheint (hatte so ein Exemplar mal auf einer Gyn-Station, wo man sich nach einer OP nicht sooo direkt den Arzt aussuchen konnte und ich mich auch nicht sehr behaglich gefühlt habe).


    Aber wenn der Fragestil zum Arzt an sich passt und der einem allgemein zusagt, würde ich da nicht gleich Anzüglichkeiten oder Übergriffigkeit reininterpretieren. Und wenn man es gar nicht haben kann, vielleicht freundliche & deutlich sagen: Nein, möchte ich nicht drüber reden, melde mich selber WENN was wäre. Das Recht hat man auch.


    Aber die explizite Frage, angemessen gestellt (Typsache!), ist per se nicht übergriffig. Sondern eher Bemühen, neuere Kommunikationstechniken umzusetzen. Was Ärzte mittlerweile sogar im Rollenspiel lernen (weil es DENEN auch nicht immer so leicht fällt, sowas anzusprechen!).

    Mein Intimleben und meine Sexualität geht nur mich etwas an, auch nicht meinen Gynäkologen. Ich habe eine Ärztin, schon seit vielen Jahren, aber so eine Frage kam noch nicht. Ich würde auch nicht antworten.

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    Streng genommen sind da zwei verschiedene Aspekte. Die sich Laien vielleicht nicht so offenbart, wie hier deutlich wird. Psychiater & Therapeuten werden bspw. mittlerweile auch geschult, explizit nach SEX zu fragen, weil Antidepressiva da entsprechende Nebenwirkungen haben können.

    Gut, wenn wir mal mit dem Korinthen kacken anfangen wollen, könnte man ganz streng genommen, den Begriff der Sexualität in einer solchen Frage komplett ausklammern, da er über das rein gynäkologische hinausgeht, psychologische und viele andere Aspekte mit einbezieht und von daher einen Frauenarzt tatsächlich nichts angeht.


    Wenn ein Arzt fragt, "wie meine Sexualität läuft", könnte damit von Schmerzen beim Sex bis hin zur sexuellen Orientierung alles gemeint sein.

    Meine erste Gyn hatte beim Vorgespräch zuerst gefragt ob ich schon einmal schwanger war (nein), dann ob ich schon einmal Geschlechtsverkehr hatte (auch nicht) - okay, dementsprechend vorsichtig war sie dann bei der Untersuchung.


    Das macht dann ja auch einen Sinn.


    Aber wenn sie mich z.b. gefragt hätte WARUM ich noch keinen GV hatte, dann hätte ich vermutlich zurückgefragt ob das irgendeinen medizinischen Sinn macht.


    Ein/e Gyn soll untersuchen, wenn frau Beschwerden hat die auf eine Geschlechtskrankheit hindeuten könnten, DANN darf Gyn gerne diesbezüglich fragen.


    Manchmal kommt es vielleicht auch blöd rüber, eine Frau in den Wechseljahren könnte z.B. das Problem einer zu trockenen Scheide haben und da könnte ich mir vorstellen dass ein/e Gyn vielleicht nachfragt. Aber dann bitte mit einem Hinweis darauf, WARUM gefragt wird.

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    weil Antidepressiva da entsprechende Nebenwirkungen haben können.

    Okäh...speziell dazu:


    1) sowas kann - und soll - der Arzt ansprechen der einem das Medikament verschreibt !


    2) außerdem müsste der/die Gyn dann zuerst mal fragen was man für Medikamente nimmt (wurde ich nie gefragt, jedenfalls von keiner Gyn) und dann so als Hinweis "ein AD kann als Nebenwirkung Libidoverlust hervorrufen, haben Sie diesbezüglich Probleme ?"

    Also mein Arzt fragt auch ob ich diesbezüglich irgendwelche Probleme habe, genauso wie er mich jedes mal fragt ob ich wieder einen Abszess hatte ...


    Gehört für mich dazu, der Zahnarzt fragt mich ja auch ob was weh tut ;-D


    Und da ich bewusst nur männliche Ärzte habe, sehe ich sowas auch nicht als Übergriff

    Ich habe dabei, also beim Sex Schmerzen und fragte mal den Frauenarzt früher, ob ich irgendwie verbaut bin, ob da was anatomisch nicht stimmt. Der antwortete dann, dass ich etwas eng gebaut sei, es aber ansich klappen müßte mit dem Verkehr.


    Ich fand meine Frage und die Antwort so sachlich, als hätte ich eine Frage zu meinem Compi gestellt oder so. Peinlichkeiten fühle ich beim FA absolut nicht. Ich bin auch noch nie auf die Idee gekommen, dass der sich aufgeilen könnte. Eine frühere Freundin von mir fand diese Einstellung von mir naiv und falsch. Sie kritisierte mich, dass ich zu einem Mann als FA gehe.


    Also meine Meinung ist...bei den Massen an Muschis, die der täglich sieht, wundert es mich, dass ein FA überhaupt dafür noch was übrig haben kann. :-|

    Die Frage wie es in der Sexualität läuft finde ich ein wenig zu allgemein gehalten und zu flapsig. Da wüßt ich auch nicht so ganz, wie ich antworten soll, weil die Frage so offen ist.


    Die Frage, ob man in der Sexualität Beschwerden hat fände ich passender für die Gesprächsführung. Da kann man ganz einfach nein sagen und das Thema ist abgehakt. Oder eben: "Ja und zwar..."

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    Ich finde die Frage völlig angebracht. Im Medizinstudium wird viel Wert darauf gelegt immer zu fragen "Und was noch? Und was noch?", damit kein Symptom übersehen wird und damit eventuell eine Fehldiagnose entsteht.


    Da man zum Gynäkologen geht um sicher zu stellen, dass alles mit dem Geschlechtsorgan in Ordnung ist finde ich es völlig okay, dass nach dem Geschlechtsverkehr gefragt wird als möglicher Indikator für etwas, das eben nicht in Ordnung ist.


    Das "Wie läuft es sexuell?" des Gynäkologen ist wohl diagnostisch auf einer Ebene mit dem "Wie fühlen Sie sich?" des Hausarzts. ;-D


    Über die Art und Weise wie die Frage gestellt wird kann man sich streiten. Als ich mit 15 zum ersten Mal bei der Frauenärztin war wäre ich froh gewesen, wenn sie etwas lockerer gewesen wäre. Der klinische Umgang mit Sex war mir sehr unangenehm. Ich hatte das Gefühl, dass sie es in meinem Alter als etwas schäbiges sieht, das man nicht beim Namen nennen darf. Andere könnten sich wiederum durch einen etwas salopperen Umgang belästigt werden. Hier muss sich eben der Patient den Arzt suchen, der zu ihm passt. Man kann nicht einfach vom Arzt erwarten, dass er den Patienten immer ansieht, wie sie behandelt werden möchten.

    Ich war schon bei einigen Frauenärzten im Laufe der Jahre (meist bei Gynäkologen aber ein paar Mal auch bei Gynäkologinnen). Wurde bis auf ein einziges Mal nie gefragt, ob beim Sex alles okay ist/ ob es beim Sex Probleme gibt. Wenn die Frage dannach so gestellt wird, finde ich es völlig normal und keineswegs "übergriffig"


    ABER der einzige FA der mir die Frage bislang stellte (ich war das erste Mal bei ihm) sagte: "Und? Sex bringt Spaß?" und mir gefiel sein Unterton dabei nicht...irgendwie ekelhaft wie er das sagte und vor allen Dingen... die Formulierung "Spaß" hat für mich nichts mehr mit dem medzinischen Aspekt der Frage zu tun. :(v

    Mein FA fragt das auch ab und an. Antwort: Alles ok, also nichts was es ärztlich zu klären gäbe. Ich finde die Frage auch nicht verwerflich, macht doch eigentlich nur sympathisch, wenn sowas kommt, statt nur das übliche Schema F bis hin zum Pille-Aufschwatzen :=o Wenn die Frage lockerer gestellt wird hätt ich auch kein Problem damit, "Spaß" find ich nicht gleich anzüglich.