Gehören Schulnoten ins Anamnese-Gespräch beim Gynäkologen?

    Da es mich doch gewundert hatte in einem anderen Thread hier zu lesen, dass Fragen des Arztes nach den Schulnoten seiner Patienten normal oder zumindestens nicht unüblich zu sein scheinen, habe ich diesen Thread aufgemacht.


    Ist das wirklich so?


    Ich bin selbst nur einmal von einer Ärztin nach meinem Zeugnisdurchschnitt gefragt worden, aber zum einen hat sie erst (für mich sehr verwirrend) drumherum gefragt anstatt mit der Sprache rauszurücken und zum anderen war das nicht im Erstgespräch, sondern viel später irgendwann. Ihre Motivation war zudem persönliche, private Neugier und hatte keinen fachlichen Hintergrund. Ich wäre auch sehr irritiert, wenn ein Arzt – noch dazu ein Gynäkologe – so erpicht auf die Schulnoten ist. Was geht den das an, was man für Noten hat – selbst wenn sie sehr gut sein sollten usw.? ???

  • 78 Antworten

    Das hängt nicht zuletzt vom Arzt ab. Mittlerweile haben psychosoziale Faktoren (da gehört der Beruf eben genauso dazu) durchaus einen gerechtfertigten Anteil im Anamnesegespräch. Das dezidiert nach den Noten gefragt wird, wäre mir noch nicht untergekommen, aber ein Gespräch über den Beruf oder die Tätigkeit ist normalerweise schon dabei. 'Wie läufts im Studium/ Job?' etc.


    Probleme im Beruf (ja, auch der Schule), können bereits vorhandene Erkrankungen verschlimmern oder sogar auslösen. Als Extremfall fällt mir da eine Patientin mit Adipositas und beginnenden Diabetes ein, wo erst nach einem wirklich detailliertem Anamnesegespräch herausgefunden wurde, dass der eigentliche Auslöser für die jetzige gesundheitliche Problematik der Ernährung geschuldet war – die wiederum durch Stress / negative Faktoren im beruflichen und sozialen Umfeld ausgelöst wurden.


    Seine Daseinsberechtigung hat das also meines Erachtens nach durchaus.

    Wenn der Gyn beim ersten Termin mit einer jungen Patientin erst etwas smalltalk machen will, warum nicht. Vielleicht will er sich auch ein bild über die geistige reife machen, falls die neue Patientin sehr jung scheint. Auf jeden fall bringt es die patientin nicht um, fragen zu beantworten und im zweifel nachzufragen, wofür der arzt diese Information braucht.

    Also ich geh seit knapp 30 Jahren zum Gyn und bin noch nicht einmal nach meinen Schulnoten gefragt worden. ":/ Würde mich auch sehr irritieren und ich würde ihn wohl fragen,ob das relevant für meine Behandlung wäre. ;-D

    Ich könnte mir vorstellen, dass sie sich ein Bild machen will, wie zuverlässig ein junges Mädchen bei der Verhütung ist. Ob man das allein an den Schulnoten erkennen kann, ist die andere Frage, aber womöglich sind Ärzte dieser Meinung. Die "fleißigen", lerneifrigen Mädchen nehmen dann auch gewissenhaft die Pille .. so in etwa.


    Anders kann ich mir das nicht erklären. Passiert ist mir das aber selbst nie, auch wurden mir noch bei keinem Gyn Fragen zum Privatleben gestellt. Das allenfalls beim Allgemeinmediziner.

    @ Chi

    Also je besser die Noten, desto reifer der Patient?

    Zitat

    Auf jeden fall bringt es die patientin nicht um, fragen zu beantworten und im zweifel nachzufragen, wofür der arzt diese Information braucht.

    Naja – wenn man danach gehen würde, könnte man als Arzt seine Patienten so einiges fragen und darauf spekulieren, dass einem die Rolle des Arztes in vielen Fällen zu genügend Antwortbereitschaft seitens des Patienten verhilft, um seine private Neugier zu stillen. :-/

    @ Monika65

    Zitat

    Die "fleißigen", lerneifrigen Mädchen nehmen dann auch gewissenhaft die Pille .. so in etwa.

    Ich dachte das sind diejenigen, die den Arzt nerven, weil sie sich eigenständig informiert haben (da sie des Lesens mächtig und Willens sind im Gegensatz zu manch anderen) und kritische Nachfragen stellen anstatt brav zu tun was der Doktor vorgibt. :-D

    @ Grognor:

    Stress in der Schule wäre ja ein relevantes Thema für körperliche Beschwerden/die allgemeine Verfassung. Aber die Noten alleine sagen doch nichts darüber aus, wie viel Stress ein Patient als Schüler subjektiv empfindet.

    @ all

    Nee aber mal ernsthaft:


    Einen plausiblen Grund kann ich immer noch nicht erkennen. Außer hinterfragenswerte bis bedenkliche Vorurteile aufgrund der Noten. So gesehen sollte jeder an der Stelle Lügen, damit der Arzt einen als Patienten weiterhin für voll nimmt.

    @ Brombeerküchlein

    Zitat

    Würde mich auch sehr irritieren und ich würde ihn wohl fragen,ob das relevant für meine Behandlung wäre. ;-D

    ja genau ;-D. Stell dir vor dein Arzt findet nach Jahren heraus, dass er dir gegenüber eigentlich viel mehr äh hätte abnehmen müssen an geistiger Arbeit, weil er dich versehentlich von deinen Noten her zu gut eingeschätzt hatte. :[]

    Zitat

    Aber die Noten alleine sagen doch nichts darüber aus, wie viel Stress ein Patient als Schüler subjektiv empfindet.

    Das nicht, aber sie sind ein Indiz dafür. Besonders wenn es nicht nur in einem Fach, sondern überall kriselt.


    Ich versteh ehrlich gesagt warum man sich hier so sehr auf den Faktor 'Noten' fixiert. Es können viele Dinge bei der persönlichen Anamnese abgefragt werden. Der Job oder die Tätigkeit ist eine davon. Schlafverhalten, finanzielle Situation etc. gehören da unter Umständen genauso dazu.


    Das mag für den Patienten auf dem ersten Blick nicht immer logisch oder nachvollziehbar sein, aber wie gesagt, es hat einfach seine Daseinsberechtigung. Früher haben sich Patienten oft beschwert wenn man sie objektiv rein nach pathologischen Kritierien oder Faktoren abgefertigt hat, ohne auf psychosoziale Faktoren Rücksicht zu nehmen... jetzt wo man mal nachfragt, stößt das auf Unverständnis, oder wie? ":/


    Vor allem, würde ich mir vorstellen, dass sich solche Fragen durchaus auch eignen ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis aufbauen zu können. Es gibt halt durchaus Ärzte die ihren Patienten ganzheitlich betrachten und ihn nicht nur auf ein Krankheitsbild oder ein Symptom beschränken.

    Wie Grognor sehe ich es auch. Wenn man sich ein Bild machen will oder muss, dann muss man eben Fragen stellen. Bei jungen Patienten ist die Schule ein guter Ansatzpunkt. Mich haben diverse Ärzte nach meinem Beruf gefragt und wie es so läuft. Nun fragt man nach meinem Hausfrauen und mutterdasein. So what?

    @ Grognor

    Aber wenn man als Patient so massiven Stress im schulischen oder beruflichen Umfeld erlebt, sollte man doch in der Lage sein, dass dann nötigenfalls selbst anzusprechen? Davon ab kann es einem (psychisch/psychosomatisch) auch mit guten Noten schlecht gehen. Das gehört aber nicht in den Fachbereich Gynäkologie. Beim Hausarzt/Allgemeinmediziner wäre das ok, wenn der sowas abfragt, finde ich.

    Zitat

    Vor allem, würde ich mir vorstellen, dass sich solche Fragen durchaus auch eignen ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis aufbauen zu können. Es gibt halt durchaus Ärzte die ihren Patienten ganzheitlich betrachten und ihn nicht nur auf ein Krankheitsbild oder ein Symptom beschränken.

    Ok, aber ich bin ja nicht beim Kaffeeklatsch mit einem anderen, privat, sondern stehe in einem Behandlungsverhältnis mit dem Arzt. Da kann man doch gleich zur Sache kommen anstatt sich über Schulnoten zu unterhalten? ":/


    Wobei meiner Erfahrung nach die Hausärzte mehr zu diesem WiewarsimUrlaub-blabla -small-talk neigen. Für die "ganzheitliche Betrachtung" finde ich es völlig ausreichend, wenn der Arzt das Gespräch effizient und lösungsorientiert gestaltet anstatt Zeit mit irrelevanten Fragen zu verschwenden.

    @ Chi

    Zitat

    Bei jungen Patienten ist die Schule ein guter Ansatzpunkt.

    Wenn man den Eindruck hat, dass etwas im schulischen bereich nicht rund läuft, z.B. Schikane durch Mitschüler, Leistungsdruck, wäre es doch ergiebiger den Patienten direkt danach zu fragen anstatt stumpf nach den Noten zu fragen?

    @ chi

    Zitat

    Nun fragt man nach meinem Hausfrauen und mutterdasein. So what?

    Wenn cih das fragen darf: Welche besonderen Risiken für deine Gesundheit ergeben sich denn aus deiner Rolle als Hausfrau bzw. Mutter?

    Snaiperskaja [VSS]

    Ich bezweifle, dass es auf diesem Planeten einen Arzt gibt, der explizit die Schulnoten erfragt.

    Zitat

    Aber wenn man als Patient so massiven Stress im schulischen oder beruflichen Umfeld erlebt, sollte man doch in der Lage sein, dass dann nötigenfalls selbst anzusprechen?

    Manchen ist aber auch gar nicht klar, dass sie sich gerade in einer stressigen Situation befinden, manche schämen sich auch, dass sie Stress empfinden – Stichwort "Jammern" – und wieder andere finden, dass es ja eh nichts zur Sache tut. Was soll es also schaden, wenn ein Mediziner abklopft, ob es "rund" läuft?

    Ein Gynäkologe hat doch solche Fragen gar nicht zu stellen. Bei einem ganz jungen Mädchen verstehe ich es noch eher, aber eine erwachsene Frau ist selbst in der Verantwortung, was sie erzählt und was nicht.


    Davon abgesehen haben die meisten Ärzte auch gar keine Zeit dafür.

    Ich habe gestern auch in dem Faden reingeschaut von dem ich vermute, dass er dich zu diesem hier inspiriert hat. Der erste Gedanke, der sich mir da aufdrängt - kann es sich vielleicht einfach um einen - zugegeben etwas gezwungenen - Versuch handeln, etwas ins Gespräch kommen zu wollen, um die Stimmung aufzulockern ? Also quasi Smalltalk ?


    Mein Diabetologe quatscht auch immer mit mir, fragt mich, wie es mir so geht, wie es im Studium und bei der Arbeit läuft, etc pp. Und früher eben nach der Schule.


    Hinzu kommt dann natürlich noch dad hier bereits angedeutete - Im Zuge des Bestrebens, sich ein ganzheitliches q der Lebensumstände der Patienten machen zu wollen, kommen dann eben solche Fragen. Wobei ich zugeben muss, dass die Frage nach Schulnoten direkt schon recht spezifisch ist ":/

    Zitat

    so massiven Stress im schulischen oder beruflichen Umfeld erlebt, sollte man doch in der Lage sein, dass dann nötigenfalls selbst anzusprechen

    Hast du das Fallbeispiel gelesen, das ich vorher niedergeschrieben habe? Von der Patientin mit Adipositas und beginnenden Diabetes Mellitus. Für sie war damals dieser Zusammenhang aus ihren Erkrankungen und Stress bzw. Ernährung nicht nachvollziehbar ... weil sie sich nur auf das pathologische Symptom (eben hier Körpergewicht und vermehrte Urinausscheidung) konzentriert hat.


    Warum sollte ein Patient von sich aus etwas erwähnen, was für ihn seiner Meinung nach keine kausalen Zusammenhang mit seiner jetzigen Problematik darstellt?


    Nochmal. Warum fixierst du dich so auf die Noten? Die können ein Kriterium von vielen sein. Vor allem ist es nunmal ein Kriterium das man bei Schülern leicht anwenden kann. Man kann den Knirps, der in die Grundschule oder ins Gymnasium geht schlecht fragen wie sein Arbeitgeber zu ihm ist.


    Aus mehreren Kriterien, eben auch den Noten, ergibt sich ein Bild für die persönliche Anamnese... da fallen viele andere Dinge auch noch mit rein – die Noten oder schulischen Leistungen allein bilden keine alleinige Grundlage für die persönliche Anamnese.


    Für dich steht das Behandlungsverhältnis im Vordergrund. Okay, ist ja auch gut so. Aber das ist deine eigene Präferenz und lässt sich nicht auf alle Patienten übertragen. Dank der persönlichen Anamnese ist es möglich unter Umständen ein fachliches Konsil, z.B. von einem Psychologen einzuholen... Bekannte von mir ist COPDlerin und hat massive Probleme mit ihrer Erkrankung, was sie aber noch mehr belastet sind die psychischen Folgeerscheinungen die sich daraus ergeben.


    Wenn sich ihre behandelnde Ärztin damals nicht auch auf die persönliche Anamnese konzentriert hätte, wäre nie ein psychologisches Konsil und eine dementsprechende Betreeuung erfolgt – die dann auch erfolgreich (!) die subjektiv auftretenden Beschwerden der Patientin gelindert haben.


    Das unterschiedliche Fachbereiche unterschiedliche Anamneseverfahren haben bestreite ich nicht – aber in alle sollte bis zu einem gewissen Grad eine persönliche Anamnese auch einfließen.


    Mit der Zeit fließen da natürlich auch Präferenzen des Arztes mit ein und er nimmt Dinge dazu oder streicht welche, die ihn nicht so wichtig erscheinen.

    Zitat

    Für die "ganzheitliche Betrachtung" finde ich es völlig ausreichend, wenn der Arzt das Gespräch effizient und lösungsorientiert gestaltet anstatt Zeit mit irrelevanten Fragen zu verschwenden.

    Das stimmt so einfach nicht. Auf die für ihn relevanten Dinge legt der Arzt ohnehin im Gespräch wert... der Patient hat immer noch die Möglichkeit, Dinge die ihm relevant erscheinen, dabei zu äußern.


    Das was du hier schilderst ist deine persönliche Meinung, die kann und soll dir auch keiner nehmen. Ich kann dir an dieser Stelle aber nur sagen, dass ich das, was ich hier schreibe mir nicht einfach aus den Fingern sauge, sondern das wiedergebe, worüber sich klinische Psychologen seit Jahren den Kopf zerbrechen.


    Nämlich wie man ein allgemeines Anamneseschema für Patienten erstellt, das ein ganzheitliches Patientenbild liefert ... sowohl was eben pathologische Faktoren als auch psychosoziale Faktoren miteinschließt – ohne das man dabei in Gefahr läuft eventuell Dinge, die vielleicht nur eine Randnotiz sind, aber essentiell für die Diagnostik / Behandlung sein könnten, übersieht.

    Mein Gyn fragt mich auch das ein oder andere, das ergibt sich aber meist aus der Situation. Wenn ich z.B. mit voller Tasche Freitags direkt von Arbeit komme.


    Ob das für die Anamnese jetzt wichtig weiß ich nicht, kann mir aber vorstellen, dass bestimmte Dinge Hinweise geben können.


    Wie dem auch sei, ich seh es als Smalltalk und lenkt etwas ab. Grade beim Gyn muss es für mich nicht schweigsam zu gehen und ein guter Arzt merkt schon (oder sollte es zumindest merken) ob es der Patientin unangenehm ist oder nicht.

    @ Dumal

    Zitat

    Ich bezweifle, dass es auf diesem Planeten einen Arzt gibt, der explizit die Schulnoten erfragt.

    In dem anderen Thread hier im Unterforum wurde das so angegeben: http://www.med1.de/Forum/Gynaekologie/683280/


    Und dass ein gewisses privates Interesse (gerade nicht fachliches!) bestehen kann zumindest nach dem Notendurchschnitt, weiß ich aus persönlicher Erfahrung.

    Zitat

    Manchen ist aber auch gar nicht klar, dass sie sich gerade in einer stressigen Situation befinden, manche schämen sich auch, dass sie Stress empfinden – Stichwort "Jammern" – und wieder andere finden, dass es ja eh nichts zur Sache tut. Was soll es also schaden, wenn ein Mediziner abklopft, ob es "rund" läuft?

    Aber dann würde man doch anders fragen, als sich explizit nach den Noten zu erkundigen? Z.B. sowas wie, ob in der Schule alles auf Stand ist; oder ob einem die Schule gefällt, man sich dort wohl fühlt ... aber dass dann auch weniger beim Gynäkologen, sondern eher beim Allgemeinmediziner.

    @ Grognor

    Zitat

    Nochmal. Warum fixierst du dich so auf die Noten?

    Nicht ich tue das, der Arzt hat das in dem anderen Fall getan. Deshalb ja dieser Thread.

    Zitat

    Nochmal. Warum fixierst du dich so auf die Noten? Die können ein Kriterium von vielen sein.

    Eben. Warum dieses Nachfragen zu diesen, wenn die gewünschte Information doch eigentlich eine ganz andere ist? Danach könnte man doch direkt fragen bzw. es abklopfen mit allgemeiner gehaltenen Fragen, vgl. meine Beispiele an Dumal?

    Zitat

    Vor allem ist es nunmal ein Kriterium das man bei Schülern leicht anwenden kann. Man kann den Knirps, der in die Grundschule oder ins Gymnasium geht schlecht fragen wie sein Arbeitgeber zu ihm ist.

    Naja – ob der Schüler lieber über sein Zeugnis und seine Noten spricht? Zumal dem Schüler bei halbwegs vorhandener Intelligenz auch klar sein wird, dass seine Noten in das Bild mitreinspielen, dass der Arzt sich von ihm macht. Hier wurde auf der ersten Seit ja das Stichwort mit der Einschätzung der geistigen Reife genannt von chi.


    Wenn es darum gehen sollte in Wirklichkeit, sollte man nicht so tun als wenn man "einfach so" mal danach fragen würde und das als small-talk zu tarnen versuchen. Wobei es zugegeben als Test klappen könnte ...

    Zitat

    Dank der persönlichen Anamnese ist es möglich unter Umständen ein fachliches Konsil, z.B. von einem Psychologen einzuholen... Bekannte von mir ist COPDlerin und hat massive Probleme mit ihrer Erkrankung, was sie aber noch mehr belastet sind die psychischen Folgeerscheinungen die sich daraus ergeben.

    hmm – ich weiß nicht was COPD ist, hat das was mit Gynäkologie zu tun? Denn um diesen Fachbereich geht es vorliegend ja.

    Zitat

    Hast du das Fallbeispiel gelesen, das ich vorher niedergeschrieben habe? Von der Patientin mit Adipositas und beginnenden Diabetes Mellitus.

    Ja habe ich; aber abgesehen, dass mir als Laie das nicht nach einem gynäkologischem Problem klingt, geht es doch darum, dass man nach den Schulnoten fragt, obwohl eine andere Nachfrage zum Thema Schule/Wohlbefinden doch viel effektiver wäre.


    Die Frage nach den Noten geht an möglichen Problembereich des Schülers vorbei. Ausnahme wäre, wenn der Patient bei der Frage nach seinen Noten einen Heulanfall bekommt oder sowas in der Art. Aber sonst? Der nennt seine Noten und fertig. Sehr aufschlussreich.

    Zitat

    Das unterschiedliche Fachbereiche unterschiedliche Anamneseverfahren haben bestreite ich nicht – aber in alle sollte bis zu einem gewissen Grad eine persönliche Anamnese auch einfließen.


    Mit der Zeit fließen da natürlich auch Präferenzen des Arztes mit ein und er nimmt Dinge dazu oder streicht welche, die ihn nicht so wichtig erscheinen.

    An sich finde ich es (aus Patientensicht quasi) völlig legitim, dass ein Arzt seinen persönlichen Behandlungs- und Gesprächsstil hat. Aber ich fände es gleeichwohl seltsam, wenn der Arzt umbedingt Details zu meinem PKW wissen möchte. Letzteres könnte ja auch Anhaltspunkte für meinen psycho-sozialen Status quo geben oder Anlass für psychische Belastungen meinerseits sein (also das Thema Auto, Straßenverkehr -> Unfälle, Traumata; oder Finanzierung des PKW; Kaufpreis bezahlen, Unterhaltskosten -> finanzielle Situation des Patienten). Trotzdem fände ich die Frage als generelle Anamnesefrage unangemessen, bestenfalls seltsam.

    @ enigmatic1606

    Zitat

    Ich habe gestern auch in dem Faden reingeschaut von dem ich vermute, dass er dich zu diesem hier inspiriert hat. Der erste Gedanke, der sich mir da aufdrängt – kann es sich vielleicht einfach um einen – zugegeben etwas gezwungenen – Versuch handeln, etwas ins Gespräch kommen zu wollen, um die Stimmung aufzulockern ? Also quasi Smalltalk ?

    Ich glaube du vermutest richtig bzgl. des anderen Threads ;-). hmm ... als simple small-talk-Frage ist sie aber doch schon sehr gezielt und persönlich, oder? Ich wüßte wirklich nicht, dass Schüler lockerer werden, wenn sie über ihre Schulnoten reden "müssen" :-/