Hormonungleichgewicht?

    Guten Abend alle zusammen,


    kurz zu mir: ich bin 29 Jahre alt und habe zwei gesunde Kinder.

    Seit etwa einem Jahr erlebe ich mit meinem Körper sehr merkwürdige Dinge, die auf den ersten Blick für mich erstmal nicht zusammen gehörten, allerdings kommt langsam (hoffentlich) etwas Licht ins Dunkel. Ich muss etwas weiter ausholen:

    Wenn ich so zurückblicke in meine Kindheit/Jugend, kann ich eigentlich behaupten, dass es mir bis zu einem gewissen Alter richtig „gut“ ging. Natürlich bis auf normale Erkältungen, Magen Darm Infekte etc. Aber im grossen und ganzen ging es mir gut. Mit 11 Jahren habe ich das erste mal meine Periode bekommen. Leider von Beginn an Mega schmerzhaft und sehr unregelmäßig. Mein damaliger Frauenarzt hat mir also schon relativ früh, ich glaube mit 15, die Pille verordnet. Ab da kann man eigentlich sagen ging es mir nie wieder richtig super gut. Entweder hatte ich wassereinlagerungen, extrem trockene, juckende Haut, Gewichtszunahmen von über 15 kg etc etc. Aufgrund dieser „Nebenwirkungen“ habe ich 3 oder 4 verschiedene Pillen in 4 Jahren genommen, um die „passende“ zu finden. Mit 17 kam dann der eigentliche negative Höhepunkt. Ich habe zu der zeit gerade mein Abi gemacht und hatte viel Stress, auch privat mit einem todesfall in der Familie, Trennung vom ersten Freunde etc, ich bekam heftige Panikattacken, Depressionen und Angstzustände. Dass dies auch unter anderem durch die Pille kam, die ich zu der Zeit nahm, war mir damals nicht bewusst.


    2008 kam ich mit meinem Freund, mittlerweile Mann, zusammen. Ich nahm damals noch die Pille, allerdings eine andere. Ich hatte in den ersten 3 Jahren unserer Beziehung ständig Blasenentzündungen. Als ich wegen einer nierenbeckenentzündung im Krankenhaus war, würde ich auch gynäkologisch einmal komplett durchgecheckt. Der Arzt im Krankenhaus sagte mir damals, ich hätte das PCO Syndrom. Mehrere kleine Zysten an den Eierstöcken, vermehrter männlicher Haarwuchs (unter dem Bauchnabel, am Kinn, etc), unreine Haut, Haarausfall auf dem Kopf wären der beweis dafür. Mit dieser Diagnose gab ich mich jahrelang zufrieden, obwohl die zwei Schwangerschaften 2012 und 2015 dagegen sprachen.

    2016 habe ich mir (leider) die Mirena einsetzen lassen. Die Symptome waren schon nach 3 Tagen so heftig, dass ich sie mir am 14. Tag wieder rausnehmen ließ. Erneut Herzrasen, Panikattacken, Angstzustände, Schweißausbrüche. Laut meinem Frauenarzt hätte er „noch nie“ von solchen Symptomen gehört.. was soll man dazu noch sagen!


    Nun nehme ich seit 2010 keine Pille mehr, denn wie gesagt, wurde damals die Diagnose PCO gestellt und mir gesagt, dass ich dadurch eh nicht schwanger werden kann, nur mit ärztlicher Hilfe.

    Ich hatte meine Tage eigentlich die letzten Jahre immer mehr oder weniger regelmäßig, gleichstark und gleich lang. Seit einem Jahr ungefähr ist aber irgendetwas anders.

    Ich habe die Periode sehr sehr unregelmäßig, wenn ich sie bekomme, habe ich sie zwei Tage, dann zwei Tage pause, dann wieder weitere 2-3 Tage. Meine Haut sieht seit Monaten so schlimm aus, wie seit der Pubertät nicht mehr, ich hab wieder vermehrt Haarausfall, PMS Symptome sind sehr stark (Kopfschmerzen, herzrasen, Durchfall)...

    Nun war mein bisheriger FA da leider echt eine Niete. Egal mit welchen Beschwerden ich bei ihm war, es hieß immer „naja du hast ja das PCO Syndrom, da gehört das dazu“. Also habe ich endlich den Frauenarzt gewechselt (was bei uns auf dem land nicht so einfach ist. Es gibt wenige Ärzte, noch weniger gute Ärzte und die sind alle voll und nehmen keine neuen Patienten mehr auf).


    Letzte Woche war ich also bei meiner neuen Frauenärztin. Ich erzählte ihr erstmal von meinen aktuellen Beschwerden, daraufhin meinte sie „also da wäre ja die Hormonspirale eigentlich genau das richtige für Sie“. Ich dachte echt, das darf nicht wahr sein. Auch mein Hausarzt, der mich sogar mit einer Überweisung hingeschickt hat, weil er schonmal drauf schreiben wollte, worum es geht, meint, dass die Frauenärzte es eigentlich besser wissen sollten, dass die hormonspirale nicht nur lokal wirkt, was ja immer gern behauptet wird.

    Ich habe ihr also erklärt, was ich für Erfahrungen mit der Mirena gemacht habe und sie ließ das Thema dann auch sein. Bei einem ausführlichen Ultraschall sah sie sich die Eierstöcke sehr genau an. Sie meinte, es sieht eigentlich weniger nach PCO, sondern nach einer Folikelreifungsstörung aus. Man sah 5 aneinandergereihte kleine Follikel und eine etwas größere, die den Eisprung in ca 5 Tagen erkennbar machte. Die 5 Tage sind heute um, und ich denke es könnte hinkommen, denn ich hatte heute ein ziehen im Unterleib, sowie heftige Migräne und Magen Darm Beschwerden. Das erklärt auch wieder das herzrasen die letzten zwei Tage...

    Auf den Hormonspiegel angesprochen sagte sie, dass man den zwar schon im Blut testen könnte, allerdings könnte sie schon anhand meiner Schilderungen und ihren Beobachtungen erkennen, dass ich Zuviel Testosteron habe. Da ich hormonelle Verhütung aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen nicht mehr „ausprobieren“ möchte, empfahl sie mir die Globuli Ovaria Comp. und Mönchspfeffer (agnus Castus) einzunehmen.

    Hat jemand von euch ähnliche Beschwerden oder Erfahrungen mit den beiden Mitteln gemacht?

    Entschuldigt bitte für den langen Text, aber da es schon so lange geht, ist es auch viel zu berichten ;)


    Einen schönen Sonntag euch allen! :)

  • 8 Antworten

    Achso, noch eine Anmerkung:

    Meine letzte Regel war am 05.10..... bei der Untersuchung war ich schon ein wenig erschrocken dass ich nicht kurz vor der Periode, sondern erst kurz vor dem Eisprung bin...

    Lass einen Hormonstatus beim Endokrinologen machen. Gyns sehen gerne mal alles mögliche im Ultraschall:=o Möpf würde ich nicht einfach so nehmen, der greift ja auch wieder in den Hormonhaushalt ein...

    Puuh, das ist eigentlich nur noch zum Verzweifeln.

    Zitat

    Ab da kann man eigentlich sagen ging es mir nie wieder richtig super gut.

    Das trifft möglicherweise auch den Kern der Angelegenheit. Hormone greifen tief in die Körperfunktionen ein und die Pille (& Co) verändert auch die hormonellen Regelkreise im Körper.


    "PCO" sagt praktisch nichts aus, außer dass es ein paar "Zysten" an den Eierstöcken gibt,d ie aber in Wirklichkeit Eizellen sind, die es nicht geschafft haben, heranzureifen. Wenn du dich dann für einen kurzen Moment erinnerst, was die Hauptwirkungsweise der Pille ist, reicht es eigentlich eins und eins zusammenzuzählen. Und Ja, die Pille ist tatsächlich häufig der Auslöser für PCO, insbesondere nach dem Absetzen - steht übrigens auch in der Packungsbeilage. Neben PCO, das eigentlich nichts aussagt, gibt es noch das PCO-Syndrom, kurz PCOS. Das ist aber sehr aufwendig formal korrekt zu diagnostizieren und trotzdem keine "Krankheit" im klassischen Sinne, sondern beschreibt nur ein gewisser Körperzustand. Ohne dass bekannt ist, weshalb es zu diesem gekommen ist (naja, es gibt wie gesagt in vielen Fällen den Zusammenhang mit der Pille...). Da sich die "Symptome" von PCOS mit einem besonders schädlichen Pillentyp "behandeln" lassen, stellen Frauenärzte sehr gern die Diagnose PCOS - allerdings nicht formal korrekt und nur als "Vermutung" - und verweisen dann auf die Pille als "Standardteherapie". Ohne zu erwähnen, dass diese hier nichts "heilen" kann und trotz allem gesundheitsschädlich ist. Vielleicht fällt dir auf, wie krank das ist... man verschreibt einem eigentlich gesunden Mädchen die Pille, wodurch es gesundheitliche Probleme bekommt, und die sollen dann mit der Pille behandelt werden. Das ist die Welt in der wir leben... leider. Und wer Frauenärzten blind vertraut, ist leider in vielen Fällen bereits gerloren.


    Kurz gesagt: Die Wahrscheinlichkeit ist tatsächlich hoch, dass alles erst mit der Pille begonnen hat. Und an der Stelle - sorry wenn ich hier etwas pholosophisch werden muss - zeigt sich auch, wohin die menschliche Überheblichkeit und der fehlende Respekt vor dem eigenen Körper führen. Der Körper ist nunmal keine Maschine, die man nach belieben reparieren oder austauschen kann. Auch wenn es heute oftmals so suggeriert wird. Und mal im Ernst: Eine etwas stärkere Körperbehaarung so wie du sie beschreibst haben sehr viele Frauen, sieht man nur nie in den Medien. Ist es deshalb ok, diese Frauen als "krank" zu bezeichnen? Ich sehe es jedenfalls nicht so, dass Haare eine Krankheit sind. Aber sie sollen dann mit gesundheitsschädlichen Medikamenten reduziert werden (antiandrogen wirkende Pillen), die den Körper krank machen, krebserregend sind, auf die Psyche wirken und vieles mehr. Hier zeigt sich auch sehr schön die Bedeutung der "Hauptlaster": Eitelkeit macht blind und führt dazu, dass man sich gegen seinen Körper richtet und ihm letztendlich schadet.


    Was den unregelmäßigen Zyklus in deiner Jugend betrifft: Der ist völlig normal. Aber ja, auch hier wird leider vielen Mädchen unnötig Angst gemacht, um ihnen die Pille verschreiben zu können. Und die meisten bekommen nichtmal mit, dass sie unter der Pille gar keinen (!!) Zyklus mehr haben, sondern künstlich ausgelöste Blutungen, die nicht das geringste mit einer natürlichen Menstruation zu tun haben, geschweige denn etwas über die Gesundheit des Körpers aussagen. Das ist echt traurig...


    Es gibt sanfte Methoden, die bei vielen Beschwerden helfen. Z.B. Tees (Schafgarbe, Hirtentäschel) oder Meditation (Yoga, Achtsamkeitsübungen), bei manchen hilft es auch den eigenen Körper mit NFP zu beobachten. Oft hängen Zyklusbeschwerden auch mit einem zu geringen Gewicht zusammen - der Körper braucht eine ausreichende Menge an Körperfett, um einen stabilen weiblichen Hormonhaushalt aufbauen zu können. Das wäre auch ein Tipp für jetzt: Achte darauf, dass du nicht zu dünn bist (am besten ein BMI von 22 oder höher).


    Von "Mönchspfeffer" wiederum rate ich dir deutlich ab. Der wirkt wie Hormone und ist ebenfalls ein tiefer Eingriff in den Körper. Die meisten Frauen, die ihn ausprobieren, berichten von mehr Problemen/Beschwerden als hilfreichen Effekten.


    Jetzt ist mein Beitrag auch etwas länger als geplant geworden, aber ich hoffe die eine oder andere Stelle kann dir ein wenig weiterhelfen.


    Viele Grüße und alles Gute!

    NFP werde ich auf jeden Fall ausprobieren, weniger zur Familienplanung sondern um meinen Zyklus besser kennenzulernen und zu verstehen. Laut der FA sollte ich ja am Sonntag ungefähr meinen Eisprung gehabt haben, da sie einen fast ausgereiften Follikel auf dem US gesehen hat. Habe aber gestern meine Periode bekommen?! Die heut Mittag schon wieder aufgehört hat... morgen geht es dann wahrscheinlich weiter. Das soll nochmal einer verstehen ???

    Huhu zusammen, auch wenn der Thread schon ein wenig älter ist möchte ich doch meine Erfahrungen mit euch Teilen.


    Zu mir, ich bin w/23 und bekam mit 14/15 zum ersten mal meine Periode. Dann kam auch schon der erste FA Termin, mit verschreibung der Pille.


    Von da an, hab ich mal 10 kg zu genommen, dann aber wieder schnell abgenommen. Dank der ganzen Pillenwechsel (welche eigentlich nicht nötig waren, in meinen Augen zumindest) hab ich mittlerweile Übergewicht, hab durch meine letzte Pille ca 50 Kg zugenommen.


    Dann bin ich umgestiegen auf die Drei-Phasen-Pille Triquilar. Dadurch hab ich keine Heißhungerattacken mehr, jedoch das Gewicht geht nicht runter... Was aber mein Schweinehund schuld sein kann |-o


    Jedenfalls hab ich durch die Pille ständig irgendwas neues, durch die 3-Phasen-Pille momentan erhöhte Cholesterinwerte...


    Soweit so gut wie es so schön heißt. Meine Periode kommt eigentlich jeden Monat zur gleichen Zeit (ja auch zur gleichen Uhrzeit ;-D) und ist von keinen bis mäßigen Schmerzen eigentlich aushaltbar. Vor ca. 4 Monaten wurde bei mir HPV Diagnostiziert, war aber mit einem PAP 1 noch vollkommen in Ordnung, mal schauen was da in 2 Monaten bei rum kommt, wenn die wieder Kontrollieren müssen...


    Egal zurück zum Thema. Mit der Spirale konnte ich mich bisher nicht anfreunden, bin nicht so der Typ für OPs etc. auch zu dem Hormonstäbchen hab ich bisher kein Vertrauen fassen können. Da mein Mann und ich immer ohne Kondom miteinander schlafen und wir aktuell auch noch keine Kinder wollen (Kinderwunsch aber vorhanden ist) ist das Stäbchen für mich da keine Option.


    Hast du denn auch mal die 3PP ausprobiert? Kann hier jemand vielleicht Erfahrungen vom Homöopathischen Verhütungsmitteln mitteilen?


    Wie ist das mit dem Mönchspfeffer, hast du das ausprobiert?


    Lg

    Achso und die Pille wurde nur verschrieben aufgrund der Pickelhemmenden wirkung, wegen nichts anderem.


    Und mit den ersten beiden Pillen (ist mittlerweile die 5. Pille also die 3PP die ich ausprobiere) hatte ich jeden Tag unterleibschmerzen welche mit der Periode immer schlimmer wurden.

    Es gibt keine homöopathischen Verhütungsmittel. Wenn du 50 kg Übergewicht hast solltest du dir darüber im Klaren sein, dass die Pille bei einem BMI von über 27 nicht mehr zuverlässig wirkt...

    Nullachtfuenfzehn schrieb:

    Es gibt keine homöopathischen Verhütungsmittel. Wenn du 50 kg Übergewicht hast solltest du dir darüber im Klaren sein, dass die Pille bei einem BMI von über 27 nicht mehr zuverlässig wirkt...

    Alles gut, die Pille wirkt bisher weiterhin. Bisher jedenfalls und ich nehm die jetzt glaube ich schon 2 Jahre minimum :-)