Menstruationstasse TSS-Gefahr?

    Ich wurde darauf aufmerksam, dass in einer Studie (mir fällt gerade nicht das Land ein, ich glaube in Frankreich) festgestellt wurde, dass von Menstruationstassen wohl eine höhere TSS-Gefahr ausgehe als von Tampons. Da ich jedoch seit einiger Zeit die Tasse nutze und diese deutlich angenehmer für mich ist, da sie sich auch nicht so sehr auf die Flora auswirkt, bin ich nun verunsichert, ob ich sie noch unbedacht nutzen kann. Es wurde beschrieben, dass man sie maximal 6 Stunden tragen solle und dann entleeren, besser seien vier Stunden. Am besten solle man sie nach jedem wechseln abkochen, da festgestellt worden sei, dass ein auswaschen nicht genüge, um die TSS-auslösenden Schadstoffe abzubekommen. Wie soll man das denn dann im Alltag umsetzen? Vielleicht stehe ich auch auf dem Schlauch oder bin ich zu ängstlich ":/

  • 42 Antworten

    Moin, nur sehr kurz, da ich dieses Thema psychisch noch nicht richtig verarbeitet hab und es mich gerade massiv triggert. Ich bin letzten November durch die Benutzung meiner Menstasse schwer an TSS erkrankt. Ich habe sehr, sehr knapp überlebt und kämpfe noch heute mit Nachwirkungen.


    Ich habe mich an die gängigen Regeln gehalten, habe sie vor Benutzung ausgekocht, dazwischen ausgewaschen. Die ersten Symptome traten am Morgen des 2. Menstages bei mir auf, das letzte auswaschen war entsprechend am Abend zuvor (vielleicht 8 Stunden?). Ich kann also nur jedem raten vorsichtig zu sein. Es ist sehr unwahrscheinlich meinen Infos nach, aber es kann passieren, ich weiß außer von mir inzwischen noch von einem weiteren Fall.


    Was du tust, musst du selbst wissen, da kann und will ich dir nix raten. Sicher sind vermutlich nur Binden, aber die sind von der Handhabung her halt nicht der Knüller - find ich zumindest. Was anderes nutzen darf und werde ich persönlich trotzdem nicht mehr.

    Lieben Dank für deine Rückmeldung. Ich war gerade sehr bestürzt über deinen Beitrag. Gut, dass du es überlebt hast. Ich habe bis jetzt von noch keinem gehört, der es hatte.


    Die Aufklärung in diesem Bererich ist doch eher defizitär, zumindest war es bei mir so und ich bin jetzt erst darauf gestoßen...mmh, da werde ich wohl vor allem nachzs erstmal wieder auf Binden zurückgreifen...und erstmal nach jeder Benutzung auskochen...mmh...

    hast du einen Link zur Studie?


    TSS ist eher selten und ich mache mich jetzt nicht verrückt deswegen, denn die Alternative ist ein Leben lang nur Binden zu tragen - was allein wegen meiner Blutungsstärke gar nicht möglich ist.


    die Bakterien müssen ja auch irgendwie an die Menstasse gelangen, durch Händehygiene müsste sich das doch vermeiden lassen oder? ich bewahre meine Tasse auch immer im dazugehörigen Plastikbehältnis auf das auch ausgekocht wird ":/

    Mmh...einen link direkt zur Studie habe ich nicht. Da hab ich leider nichts gefunden. Ich habe es in der lokalen Zeitung gelesen. Im Netz findest du es auch in der "Zeit online" und ich habe diesen link:


    https://m.huffingtonpost.de/2017/07/06/menstruationskappen-risiko-gefahr-studie_n_17390936.html


    Ich weiß schon, dass es sehr selten ist, aber es hat mich irgendwie verunsichert. Es wurde ja vermittelt, dass quasi keine Gefahr von den Tassen ausgeht und man sie 12 Stunden tragen könne und auswaschen ausreiche. Das ist ja gerade im Alltag sehr praktisch. Und nun seien sie quasi gefährlicher als Tampons 🤔 und nachts solle man doch besser Binden nehmen...ach, ich weiß auch nicht. Vielleicht mache ich mich auch zu verrückt. Deshalb wollte ich eben gern andere Meinungen hören.

    Ich finde man kann für die wenigen Tage Abstriche machen und binden nutzen. Egal wie stark, es gibt tolle von always, die sehr dünn und saugstark sind. Da wechselt man wegen dem wohlfühlfaktor dann alle 2 Stunden und gut ist. Das passiert auch nur die ersten beiden Tage. Ausserdem ist die Periode meist in den morgen und vormittags Stunden am stärksten. Gut aushaltbar auch mit binden. Und ich weiss wovon ich spreche. Einfach always night nehmen :)

    Zitat

    Ich finde man kann für die wenigen Tage Abstriche machen und binden nutzen

    Das finde ich zum Beispiel nicht. Meine Periode geht 7 Tage lang und ich treibe fast täglich Sport, gehe Schwimmen oder joggen. Das wäre mit Binde nicht möglich und diese "Abstriche" würden mich in meiner Lebensqualität stark einschränken.

    Zitat

    Egal wie stark, es gibt tolle von always, die sehr dünn und saugstark sind. Da wechselt man wegen dem wohlfühlfaktor dann alle 2 Stunden und gut ist.

    Zitat

    Und ich weiss wovon ich

    ":/


    Ich weiß gerade nicht ob ich lachen oder weinen soll. Aber ich kann dich irgendwie auch verstehen, denn jemand der wirklich nur alle 2 Stunden, und dann auch nur wegen dem Wohlfühlfaktor, die Binde wechseln muss, wird warscheinlich nicht begreifen, dass Binden für manche Frauen einfach nicht geeignet sind.


    Nicht alle Frauen bluten gleich stark. Verallgemeinerung bringen uns hier nicht weiter.


    Bezüglich TSS, ja, mir ist auch bekannt, dass es bei Menstassenträgerinen auftreten kann. Aber ich lebe lieber mit diesem Risiko, da die Vorteile der Menstasse für mich überwiegen.

    Also dass sie gefährlicher sein sollen kann ich hier nirgends rauslesen - auch nicht aus der Studie.


    Es wird dazu geraten die selben Maßnahmen einzuhalten wie beim Tragen von Tampons.


    Die Grafik zeigt auch nur das Bakterienwachstum in einer Kultur während der "Anwesenheit" eines Produkts.


    Sie repräsentiert also nicht das Risiko eines TSS beim Tragen.

    Zitat

    Schubbidubbidu, wie war denn dein Umgang mit der Tasse vor der Erkrankung? Hattest du sie lange ohne Wechseln drin?

    hat sie doch geschrieben:

    Zitat

    Ich habe mich an die gängigen Regeln gehalten, habe sie vor Benutzung ausgekocht, dazwischen ausgewaschen. Die ersten Symptome traten am Morgen des 2. Menstages bei mir auf, das letzte auswaschen war entsprechend am Abend zuvor (vielleicht 8 Stunden?).

    Wie oben geschrieben - mich hat es erwischt, obwohl ich alle Hygieneempfehlungen eingehalten habe. Trotzdem würde auch ich sagen, dass Risiko ist sehr gering. Aber: wenn ihr irgendwelche Symptome bekommt, nehmt das scheiß Ding raus und geht zum Arzt! Bei mir fing es mit Magendarmsymptomen, Schwindel und Fieber an, zwei Tage später war ich fast tot. Die Ärtze haben knapp 2 Wochen auf der Intensivstation um mein Leben gekämpft, ich war über eine Woche im künstlichem Koma, hatte Multiorganversagen und noch einiges mehr. Ob ich mein Leben je wieder wie vorher leben kann ist ungewiss.


    Ich weiß, dass ne Tasse wahnsinnig bequem ist, ich hab sie selbst jahrelang genutzt und finde Binden furchtbar, aber es muss einem bewusst sein, dass eine zwar kleine, aber dennoch sehr reale Gefahr von diesen Produkten ausgeht.

    @ ms92:

    Wie schon geschrieben, ich habe mich sehr penibel an alle Regeln gehalten, weil ich -Ironie des Schicksals- schon immer Angst vor TSS hatte. Das hatte mich ja überhaupt erst zur Tasse gebracht.


    Und ich weiß, dass man gern nach Fehlern sucht, weil die Möglichkeit, dass es einen einfach so erwischt, man Pech hat und nix dagegen tun kann zu erschreckend ist. Aber leider ist es so. Glaub mir, ich bin hunderte Male (allein und mit anderen) durchgegangen wo ich hätte etwas anders machen können, aber ich habe nichts, absolut nichts falsch gemacht. Und ja, das fühlt sich besch*** an, aber das nennt sich wohl Leben...