Schwere Depressionen durch PMS

    Hallo,

    ich wende mich an euch mit einem Problem, dass mir wirklich (fast) das Leben kostet. Ich schildere euch kurz die Umstände:

    Aufgrund von Kinderwunsch hatte ich die Pille abgesetzt. Schon im ersten Monat hatte ich extrem starkes PMS, eine Woche vor meiner Periode bis zum zweiten Tag meiner Regelblutung. Ich hatte alle Symptome von schweren Depressionen und war so am Boden, dass ich meinen Mann fast verlassen hätte, weil ich einfach an allem gezweifelt habe.

    Den zweiten Monat ohne Pille war es ebenfalls genauso schlimm. Den dritten Monat ohne Pille hab ich, eine Woche vor den Tagen, so verbracht: Zuerst hatte ich zwei Tage, an denen ich so schwere Depressionen hatte, dass ich in den Wald gefahren bin und mir mit Tabletten das Leben nehmen wollte, allerdings die Selbstmordhotline angerufen hab und mich dann halbwegs wieder gefangen habe. Daheim hab ich dann alles an meinem Mann ausgelassen. Abends wird das ganze übrigens auch immer besser bzw. ein wenig "normaler". Nach einem weiteren Tag, in dem ich sehr starke Suizidgedanken und schwere Depressionen aufgrund des PMS hatte, wies ich mich selbst in eine Klinik ein. Drei Tage war ich dort, mir wurden schwere Depressionen diagnostiziert. Morgens und tagsüber konnte ich nur im Bett liegen, fast nichts essen. Abends wurde es dann minimal besser, ich konnte wenigstens duschen und etwas essen und normal mit meinem Mann reden, aber am nächsten Tag war alles wieder extrem schlimm. Als meine Periode fast an Tag 3 war, besserte sich meine Laune schlagartig. Zwar ist noch nicht alles wieder im Lot gewesen, aber es war als wären meine Depressionen "über Nacht" von schwer auf leicht gewechselt. Daraufhin entließ ich mich selbst wieder aus der Klinik.

    Jetzt nehme ich wieder die Pille, weil ich es ohne einfach absolut nicht aushalte. Zwar war ich unter der Pille auch ein wenig gereizt während der PMS-Zeit, aber es war lang nicht so schlimm wie ohne.

    Ich geh davon aus, dass ich einfach extrem stark auf Hormone reagiere. Während meiner Pubertät geriet bei mir alles völlig aus dem Ruder und ich war lange Zeit schwer depressiv. Mittlerweile kann ich mir vorstellen, dass auch das an meiner Überempfindlichkeit (?) an Hormonen liegt.

    Nächste Woche habe ich einen Frauenarzt-Termin, um das zu Besprechen. Der Arzt sprach am Telefon nur von einer Umstellung der Pille, das löst aber mein Problem, wenn ich sie wieder absetzen will, nicht wirklich.

    Es muss doch eine andere Lösung geben, als dass ich nur mit Pille halbwegs überlebensfähig bin.

    Ich wollte mich in Googel ein wenig über das Thema einlesen, aber wenn man nicht weiß, wo man anfangen soll, gestaltet sich das schwer.

    Was sagt ihr zu dem Thema? Gibt es nicht Hormontabletten, die man nehmen kann? Kann man die auch während der Pille nehmen? Gibt es nichts, was mich nicht so dermaßen abhängig von irgend einem Hormonspiegel macht?

    Verzweifelte Grüße

  • 5 Antworten

    Schwieriges Thema. Zumal ich nicht glaube dass deine Depressionen durch PMS "entstehen", sie brechen nur durch hormonelle Schwankungen aus anscheinend. Die Pille scheint deinen Hormonhaushalt zu stabilisieren, sodass die Depression im Schach gehalten ist.


    Viele haben ja eine Veranlagung für Depressionen, die bei Stress oder anderen Belastungen ausbrechen, nie wirklich geheilt sondern eben nur immer wieder behandelt, wenn es akut wird. So scheint es bei dir auch zu sein bei deiner Vorgeschichte in der Pubertät.

    Nimmst du bereits Antidepressiva? Bist du in Therapie?

    Ich würde auch das Thema Kinderwunsch erst mal zurückstellen bis du wieder eine Weile stabil bist/warst. Eine Schwangerschaft stürzt den Körper in weit größere hormonelle Umstellung als die Periode, daher musst du davon ausgehen, dass du auch hier und nach der Schwangerschaft das Risiko hast, dass deine Depressionen akut werden.

    Das Problem ist halt auch dass es dir nicht viel bringt, Hormontabletten statt der Pille zu nehmen, weil man in der Schwangerschaft eigentlich so wenig Medikamente wie möglich nehmen sollte/darf.

    Ich kenne aber eine Freundin die Antidepressiva während der Schwangerschaft genommen hat, die sie bereits seit vielen Jahren vorher nahm, und einen gesunden Jungen bekommen hat.

    Leider ist ihre Depression jetzt wo der Kleine in einer anstrengenden Phase ist wieder ausgebrochen (trotz Antidepressiva), sie ist wieder in einer Klinik. Es ist leider eine sehr hartnäckige Krankheit die hohe Rückfallraten hat. Wenn man lange und schwer depressiv ist sollte man sich meiner Meinung überlegen ob man den Anforderungen an das Elternsein trotzdem gerecht werden kann.

    Es wird wohl immer wieder Rückfälle und schwere Phasen geben.


    Wie sieht denn dein Leben in "guten Phasen" aus, arbeitest du, hast du Freunde, Hobbies, usw? Kannst du halbwegs normal leben?

    Oje, deine Schilderungen kommen mir bekannt vor, ich habe jahrelang unter Depressionen vor der Menstruation gelitten und war in dieser Zeit auch suizidal. Hat bei mir übrigens lange gedauert, bis ich den Zusammenhang geschnallt habe und den Rhythmus meiner depressiven Phase mit dem Rhythmus meines Zyklus in Einklang gebracht habe. Was mir entscheidend hilft, ist hochdosiertes Vitamin B6. Wenn ich das regelmässig nehme, reduzieren sich die tiefen Löcher zu einer leichten Grummligkeit, und mit dieser lässt sich sehr gut leben. So viel ich weiss, steht Vitamin B6, auch in einer hohen Dosierung, nicht im Widerspruch mit einem Kinderwunsch, habe sogar gelesen, dass es fruchtbarkeitssteigernd wirken kann. Vielleicht klärst du das mit deinem Arzt ab, und lässt auch dein Blut überprüfen. Ein Vitamin B12-Mangel kann sich nämlich auch auf die Psyche auswirken. Ich habe damals keine Abklärungen getroffen, sondern einfach aus einer tiefen Verzweiflung heraus ausprobiert. Besser ists natürlich, sich beim Arzt abzusichern; wobei ich bis jetzt noch kein B6-Präparat angetroffen habe, dass den Grenzwert übersteigen würde.

    Hallo Ihr Lieben, auch ich kenne das - leider, zumindest bis zu einem gewissen Grad. Suizidal in dem Sinn bin ich zwar nicht, aber furchtbar niedergeschlagen, unleidig, genervt. Mein armer Mann bekommt dann immer alles ab. Bei mir kommt noch dazu, dass ich ungewollt kinderlos und jede sich nähernde Periode mich wieder daran erinnert, das zieht mich psychisch noch mehr runter. So nach dem Motto: Kind darf ich keines bekommen, aber den Dreck aushalten, das soll ich.

    Ist keine Hilfe und Lösung, ich weiß, aber eine Solidaritätsbekundung!

    Da du die Pille ja wegen Kinderwunsch abgesetzt hast, gehe ich mal davon aus, dass dieser noch besteht und du nach einer Lösung suchst wie du ohne Pille zurecht kommst. Richtig?


    Die Pille weiterhin zu nehmen oder dir irgendwelche Hormone zuzuführen, halte ich nicht für eine gute Idee. Es wird eventuell deine Symptome lindern, aber wirkt ja nicht gegen die Ursache, welche ein Ungleichgewicht in deinen Hormonen und Schwankungen sind. Ich halte es für die beste Idee, wenn man alles daran setzt, dass der Körper dies auf natürliche Weise reguliert.


    Wie bereits gesagt wurde, können dir Vitamine, wie z.B. Vitamin B6 helfen. Auch leide viele Menschen unter Vitamin D Mangel, welches für den menschlichen Körper wirklich erheblich wichtig ist und an tausenden Regulierungsvorgängen beteiligt ist. Eventuell könntest du auch Eisenmangel haben. Ich finde diese Eisen-Tabletten wirklich super, sie enthalten zusätzlich noch Folsäure, was dich beim schwanger werden und in der Schwangerschaft unterstützt.


    Es gibt etliche Kräuter und Naturheilmittel die deinen Körper unterstützen können auf eine normale Hormon-Regulierung zu gelangen, allerdings musst du da etwas Geduld haben. Ich kann dir da dieses Mittel empfehlen, es dauert allerdings einige Monate bis es seine Wirkung entfaltet. Einfaches Leinöl kann dir ebenfalls helfen, du kannst dich ja mal informieren. Falls du die Depressionen wirklich nicht aushältst, bis sich dein Hormonhaushalt reguliert hat, kann ich zu pflanzlichem Antidepressiva raten. Dieses wird aus Johanniskraut hergestellt. ACHTUNG! Johanniskraut macht die Pille unwirksam. Du kannst nicht beides gleichzeitig einnehmen, bzw. macht es keinen Sinn.


    Wozu ich dir ebenfalls noch empfehlen kann, ist Akupunktur. Mir hat es sehr geholfen meine Stimmungen zu regulieren und mich stabiler zu machen, es entspannt wirklich ungemein. Ich weiss dass dem viele kritisch gegenüber stehen, aber bei deinem Leidensdruck ist es bestimmt einen Versuch wert.


    Achte auf eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung. Schokolade, Alkohol, Kaffee und weitere Genussmittel können dein PMS verstärken.


    Liebe Grüsse und alles Gute