Starke Periode&Anämie

    Abend, ich brauche einen Ratschlag zu folgendem Problem: Als ich 11 war, hatte ich zum ersten mal meine Periode, die sehr häufig und sehr stark war, was ich damals allerdings für normal hielt.


    Einige Jahre später stellt sich beim Hausarztbesuch heraus, dass ich daher eine Anämie hatte. Ich bekam also eine Bluttransfusion im Krankenhaus und ein halbes Jahr Eisentabletten. Desweiteren wurde ich zum Frauenarzt geschickt.


    Bei meiner Untersuchung machte dieser einen Ultraschall von den Eierstöcken und erklärte mir dann, dass er die Ursache für meine Blutung nicht finden könne, und die einzige Möglichkeit für mich wäre, die Pille zu nehmen. Da ich es natürlich nicht besser wusste, sagte ich damals zu.


    Erst nachdem ich die Pille eine Weile genommen hatte, fragte ich, ob es denn wirklich keine anderen Möglichkeiten gäbe. Der Arzt verneinte dies. Ich zog andere Ärzte zu Rate und immer hieß es, man könne nicht wissen, was die Ursache sei, und es gäbe außer der Pille keine andere Möglichkeit. Desweiteren könne man auch nicht sagen, ob das später besser oder schlechter werden würde, z.B. nach der Pubertät.


    Ich kam dann allerdings zufällig darauf, dass in meinem Bekanntenkreis viele unter starken Blutungen leiden. Im Gegensatz zu mir nehmen diese Personen aber hauptsächlich Kräuter oder Magnesium ein (letzteres habe ich auch einen Mangel). Was mein Arzt für Unsinn hielt.


    Was ich eigentlich wissen will, ist:


    Kann wirklich nicht die Ursache meiner starken Blutungen festgestellt werden? Zur Erinnerung, bei mir wurde nur Ultraschall gemacht und noch ein negativ ausgefallener Test, ob ich das Von-Willebrand-Syndrom habe.


    Was für Möglichkeiten gibt es für mich? Also können bestimmte Kräuter und Pflanzen tatsächlich helfen, oder Magnesium einzunehmen?


    Da ich noch in der Pubertät bin, wie wahrscheinlich ist es, dass dieses Problem weiter bestehen bleibt?


    Was soll ich eigentlich tun? Weiter die Pille nehmen? Oder absetzen und testen, wie es sich mit der Periode verhält? Ich fürchte mich irgendwie davor, dass es dann wieder stark ist, weil es wirklich nervig war, trotz Tampons und Binden dauernd auszulaufen und diese stündlich wechseln zu müssen.

  • 7 Antworten

    Styptysat plus (gibt es in der Apotheke, möglicherweise erst auf Vorbestellung) ist Hirtentäschlkraut in der Kapsel. Das Kraut gibt es auch als Tee, ist günstiger aber den Geschmack muss man mögen (ich mag ihn nicht).


    Das Wort blutungsregulierend.


    Definiere mal "sehr häufig" was die Frequenz deiner Periode ohne Pille angeht.

    Danke für die Antwort.


    Zunächst waren nur die starken Blutungen ein Problem, also für die ersten 3 bis 4 Jahre habe ich nur einmal im Monat für eine ganze Woche nahezu durchgängig geblutet.


    Und dann war es etwas mehr als ein halbes Jahr so, dass ich zwei Mal im Monat meine Tage hatte. Also eine Woche Blutung, zwei Wochen Pause, und die vierte Woche war wieder Periode.


    Aber nach eben diesem halben Jahr hab ich mit der Pille angefangen und nehme sie bis heute

    Dein Körper braucht eine gewisse Zeit, um ein stabiles hormonelles Gleichgewicht während der Pubertät aufzubauen. Danach wird es bei vielen besser. Aber genau das hast du durch die Pille verhindert. Du hast unter der Pille keinen Menstruaton und keinen Zyklus, die Blutungen in der Pillenpause sind künstlich ausgelöst und haben nicht das geringste mit einer natürlichen Regelblutung zu tun - deine Menstruation ist durch die Pille also nicht "schwächer" geworden, sondern du hast sie gar nicht mehr. So viel zum "Helfen" durch die Pille.


    Dass Frauenärzte der festen Überzeugung sind, dass nur die Pille hilft, hat einen ganz einfachen Grund: Sie verdienen an Pillenpatientinnen mehr Geld. Das liegt am pauschalenbasierten Abrechnungssystem mit den Krankenkassen. Inzwischen ist es Alltag, dass Frauenärzte (auch wenn ich das nicht pauschal verallgemeinern will) sogar zu dreisten Lügen greifen, um ahnungslosen Mädchen Angst zu machen, so dass sie die Pille nehmen. Einer Freundin von mir wurde beispielsweise mal gesagt, nur die Pille könne gegen ihre Zyklusprobleme helfen, und es wurde regelrecht Druck auf sie ausgeübt, dass sie sie nimmt. In Wirklichkeit hatte sie einfach nur Untergewicht in Verbindung mit Prüfungsstress - vollkommen offensichtliche Ursachen für Zyklusprobleme. Sie hat die Pille zum Glück nie genommen, und als es ihr wieder besser ging und sie etwas zugenommen hatte, waren auch die Zyklusprobleme ganz von allein verschwunden.


    Die Pille ist auf jedenfall extrem gesundheitsschädlich (sie verändert leider auch den Hormonhaushalt zum Teil irreversibel). Niemand kann sagen, wie dein Körper reagiert, wenn du sie wieder absetzt. Es besteht die Möglichkeit, dass es dann auch (zumindest vorübergehend) schlimmer wird als bevor du mit der Pille angefangen hast. Aber du solltest dich eben auch fragen, ob du dein Leben lang die Pille nehmen willst. Und was die Pubertät betrifft: Die wird durch die Pille eben auch beeinflusst (z.B. das Brustwachstum, aber auch dass der Körper kein hormonelles Gleichgewicht und keinen stabilen Zyklus aufbauen kann).


    Alternativen gibt es auf jeden Fall. Hirtentäscheklraut hat dir ja schon jemand empfohlen, eine Freundin von mir hat mit Schafgarbentee sehr gute Erfahrungen gemaht (im Zweifelsfall einfach mal in der Apotheke fragen). Außerdem gibt es spezielle Yoga-Übungen, die sich in der Regel stabilisierend auf den Zyklus und den Unterleib auswirken, und die sind wenn man sie konsequent anwendet sehr effizient. Du hättest also weit mehr ausprobieren können, bevor du mit der Pille begonnen hast...


    Wenn dir dein Gefühl bereits sagt, dass dir die Pille nicht gut tut, dann setz sie ab. Und versuche einen anderen Weg zu finden. Denn wie gesagt, gesund ist sie definitiv nicht. Sie wirkt auch auf Teile des Gehirns und auf die Pscyhe. Aber vielen Frauen ist das gar nicht bewusst, bzw. wird es erst nach dem Absetzen so richtig bewusst...


    Viele Grüße und alles Gute!

    @ esgehtwieder

    Danke für deine ausführliche Erklärung! Bei mir war es ja auch so, dass mir die Pille aufgezwungen wurde und ich erst Jahre später von der Wirkung erfahren habe. Hätte ich gewusst, dass es Alternativen gibt, hätte ich sie ja nie angefangen.

    @ Nullachtfuenfzehn

    Große Tampons laufen nach zwei Stunden voll. Brauche zusätzlich Binden, die ich dann aber auch häufig, 4 bis 5 h, wechseln muss. Nachts schlafe ich mit mehreren Handtüchern, weil ich glücklicherweise tief schlafe, aber dann nicht wechseln kann bevor ich auslaufe. Am nervigsten ist eben, dass das eine ganze Woche so geht. Also schwache Tage habe ich ja nicht, sondern 7 Tage so stark.

    Es gibt eine ganze Reihe von Gerinnungsstörungen (nicht nur von Willebrand), die Störung könnte unter anderem außer an Faktoren beispielsweise auch am Thrombozyt selbst oder auch beim Fibrin liegen. Das müsste vom Hämatologen/Genetiker geklärt werden.


    Wie steht es mit der Beweglichkeit? Sehr biegsam? Lässt sich der Daumen bis um Unterarm drücken? Kann bei der Beuge nach vorne der Boden mit den kompletten Handflächen berührt werden?