Sterilisation gegen meinen Willen

    Liebe Med1 - Schreiber!


    Ich habe lange überlegt, ob ich einen Faden öffnen - und hier über mein Problem reden soll. Ich bin wegen dieser Geschichte schockiert, versuche sie gedanklich immer wieder beiseite zu schieben und an etwas anderes zu denken, was mir zeitweise gelingt, aber ich komme immer wieder darauf zurück, da ich einfach nicht glauben kann, was da passiert ist und ich immer noch hoffe, dass man das irgendwie hinbiegen kann.


    Zu mir: Ich werde in ein paar Tagen 41 und bin kinderlos geblieben, da ich mich bis jetzt nicht reif für ein Kind gefühlt - und auch nicht den richtigen Mann gefunden habe, mit dem ich eine Familie hätte gründen können. Außerdem bekam ich vor 7 Jahren die Diagnose Hashimoto Thyreoiditis (eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem die Schilddrüsenzellen angreift und langsam zerstört, so dass es zu einer Unterfunktion kommt (es werden weniger Schilddrüsenhormone produziert, so dass man lebenslang auf eine Hormonsubstitution in Form von Tabletten angewiesen ist). Daher wäre es so schon nicht leicht gewesen, schwanger zu werden, aber ich wusste, dass ich wenigstens die Möglichkeit hatte, es zu versuchen, auch wenn meine Zyklen immer sehr kurz - und die Eisprünge wahrscheinlich auch nicht mehr so regelmäßig waren.


    Vor 3 Monaten bin ich wegen einer Infektion zu einer Routineuntersuchung zum Gynäkologen gegangen, bei der mir Gewebeproben oder Abstriche für's Labor entnommen wurden. Dabei wurden mir beide Eileiter mit zwei kleinen Schnitten (durch die Vagina) mit einem Endoskop von der Gebärmutter getrennt! :(v :-( Normalerweise wird dieser Eingriff nur durch die Bauchdecke unter Vollnarkose gemacht, deswegen wollte ich es auch erst nicht glauben, aber so soll es wirklich passiert sein. Ich war, wie gesagt, wegen einer harmlosen Infektion in dieser Praxis und wollte nur untersucht werden und ein verschreibungspflichtiges Medikament dagegen bekommen.


    Ich wurde, so wie nebenher gefragt, ob ein Kinderwunsch bestehen würde, was ich erstmal verneint habe, da ein Kind nicht in meine aktuelle Situation gepasst hätte und mir von anderen Leuten eingeredet wurde, dass ich nicht in der Lage wäre, ein Kind großzuziehen und zu erziehen. Als in der Praxis dann nochmal nachgehakt wurde, ob ich mir wirklich sicher wäre, habe ich die Frage wieder bejaht, weil ich unter Druck gestanden habe und das Gefühl hatte, dass man diese Antwort von mir hören wollte. Es wurde nur von kleinen Schnitten gesprochen - daher dachte ich, dass diese sich auf die Gewebeentnahme bezogen. Dass man mich sterilisieren wollte, wurde mit keiner Silbe erwähnt! Ich muss dazu sagen, dass ich an dem Tag extrem übermüdet und überreizt war, da ich in der Zeit hart arbeiten musste (körperlich) und zu dem Zeitpunkt schon stark abgenommen hatte, so dass ich geschwächt war und die Situation schamlos ausgenutzt wurde. Im Hinterkopf hatte ich mir die Option einer Schwangerschaft offen gelassen und hätte einer Sterilisation niemals zugestimmt!


    Jetzt ist es also passiert - ich erinnere mich noch, dass ich während der Untersuchung rechts und links jeweils einen Schnitt gespürt habe und dass meine Mens einen Monat später lange auf sich warten ließ, was in meinem Fall ungewöhnlich war, da ich - wie gesagt - sonst 3 Wochen-Zyklen hatte. Ich dachte erst, dass es am Stress lag, der negative Auswirkungen auf meinen Hormonhaushalt hatte. Mir wurde dieser Eingriff auch lange verschwiegen, bzw. habe ich ihn erstmal für einen Fake gehalten, mit dem man mir Angst machen wollte.


    Ich finde es so abartig, respektlos und widerwärtig, was da gemacht wurde und ich frage mich, was die Leute sich dabei gedacht haben! Wie kann man so übergriffig sein, dass man bei jemandem derart in die Intims- und Privatsphäre eingreift und einfach die Entscheidung übernimmt, dass dieser keine Kinder mehr bekommen darf?! >:( :(v :|N


    Ich bin bis jetzt nicht wieder beim Gynäkologen gewesen, um den Schaden begutachten zu lassen - ob die Eileiter nur eingeschnitten wurden oder inzwischen gänzlich abgetrennt sind. Weil ich kein Vertrauen mehr habe! Und mir wurde jetzt schon von anderen Leuten gesagt, dass der Eingriff irreversibel wäre und dass eine Op nur mit großen Risiken verbunden - und wenig erfolgsversprechend wäre!


    Es gibt einige Leute, die sich ohne Ende freuen, dass ich jetzt keine Kinder mehr bekommen kann! Angeblich wäre ich immer noch zu unreif, zu einfältig, zu kindisch, zu naiv, zu undiszipliniert, zu unorganisiert, zu, zu, zu.....um Kinder großzuziehen. Ich hätte schlechte Gene, die ich an meine Kinder weitergeben - und die zu Verhaltensauffälligkeiten führen würden. :-X Daher wollte man zukünftigen Generationen viel Ärger ersparen, indem man, schnipp-schnapp, einfach meine Eileiter durchgetrennt hat! :-X :-p


    Für mich wäre jetzt genau der richtige Zeitpunkt gewesen, um es zu versuchen - der Kinderwunsch ist da! Aber mir wurde wahrscheinlich alles kaputt gemacht! >:( Angeblich besteht noch die Möglichkeit der künstlichen Befruchtung, aber ich weiß von anderen, dass man kaum eine Chance hat, schwanger zu werden, bzw. ist das Risiko einer Fehlgeburt sehr hoch. Erstmal dauert es lange, bis sich überhaupt eine Eizelle einnistet und wenn es klappt, verliert man den Embryo oft in den ersten Schwangerschaftswochen.


    War jemand von Euch schon mal in dieser Situation und kann mir da weiterhelfen? Gibt es Möglichkeiten, das Ganze rückgängig zu machen? Ich bin wirklich verzweifelt......Und bitte kein Mitleid, sondern konstruktive Ratschläge....Und auch bitte keine Ratschläge, dass es im Leben noch andere Möglichkeiten gibt, als Kinder zu kriegen....Die kann ich gerade gar nicht gebrauchen! :-(


    Ganz liebe Grüße an alle, die mein Posting lesen. @:)


    Eure Juliette42

  • 40 Antworten

    Na ohne, dass du zu einem anderen Arzt gehst und dort erstmal untersuchen lässt, was wirklich gemacht wurde, wirst du wohl nie Gewissheit haben.


    Falls es so sein sollte, wie du schreibst, bleibt dir nur noch den Arzt zu verklagen, denn eine Zustimmung musst du schriftlich geben. Falls dies nicht vorliegt.... ":/ ...aber eigendlich unvorstellbar, was du so schreibst :-o

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    Also sorry, diese Story klingt sehr an den Haaren herbei gezogen.


    Du gehst zum Arzt wegen einer Infektion und man schnippelt an Dir rum ohne, dass Du Fragen dazu stellst und ohne Narkose?


    Du hast nichts unterschrieben? Nicht nachgefragt?


    Wie auch immer: geh schnellstens zu einem anderen Gynäkologen und lass erstmals nach schauen, was wirklich gemacht wurde. Dann kannst Du weitere Schritte gehen. Alles andere hilft Dir nicht weiter.

    Also erstmal vorweg: Hashimoto ist kein Hindernis bei Kinderwunsch. Ist die Erkrankung bekannt und gut behandelt, also gut mit Medikamenten eingestellt, wird die Lebensqualität in keinster (!!!) Weise eingeschränkt. Bin selbst problemlos mit Hashimoto im 2. Zyklus direkt schwanger geworden. Kurzum: die Erkrankung ist nicht so dramatisch, wie das in deiner Beschreibung rüber kommt.


    Und das bringt mich auch weiterführend zu Zweifeln:


    Woher weißt du plötzlich, dass eine Sterilisation durchgeführt wurde?


    Wer hat das erzählt?


    Und hast du was unterschrieben?


    Meine Empfehlung wäre zuerst: ab zu einem anderen Arzt und Meinung einholen, was da wirklich passiert ist.


    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass eine Sterilisation durchgeführt Wird, ohne das schriftliche Einverständnis der Patientin einzuholen. Man muss ja auch für jede andere OP und Körperverletzung unterschreiben.

    Zitat

    Es gibt einige Leute, die sich ohne Ende freuen, dass ich jetzt keine Kinder mehr bekommen kann! Angeblich wäre ich immer noch zu unreif, zu einfältig, zu kindisch, zu naiv, zu undiszipliniert, zu unorganisiert, zu, zu, zu.....um Kinder großzuziehen. Ich hätte schlechte Gene, die ich an meine Kinder weitergeben - und die zu Verhaltensauffälligkeiten führen würden. :-X Daher wollte man zukünftigen Generationen viel Ärger ersparen, indem man, schnipp-schnapp, einfach meine Eileiter durchgetrennt hat!

    Das klingt nach Verfolgungswahn und verzerrter Wahrnehmung, nicht nach Realität...

    Wenn du nicht mehr beim Arzt warst, woher weißt du dann das es so ist?


    Ausserdem macht bestimmt kein Arzt so einen Eingriff ambulant (ohne Betäubung?) in seiner Praxis. Ich wüsste ehrlich auch nicht wie das durch die Vagina funktionieren soll? ":/


    Desweiteren würde er sich auch strafbar machen weil man so einem Eingriff mit Unterschrift zustimmen muss.


    Also nochmal, wie kommst du darauf das der Arzt das gemacht hat?

    Zitat

    Na ohne, dass du zu einem anderen Arzt gehst und dort erstmal untersuchen lässt, was wirklich gemacht wurde, wirst du wohl nie Gewissheit haben.

    Ich habe Angst, dass ein anderer Gynäkologe sich wieder anstiften lässt und mir noch mehr schadet! Wenn die Eileiter nur angeschnitten sein sollten, könnte er z.B. auf die Idee kommen, sie gänzlich zu trennen. Weil einige Leute aus meinem Umfeld sofort herausbekommen würden, zu welchem Gyn ich gehen würde....

    Zitat

    Falls es so sein sollte, wie du schreibst, bleibt dir nur noch den Arzt zu verklagen, denn eine Zustimmung musst du schriftlich geben. Falls dies nicht vorliegt....

    Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, etwas unterschrieben zu haben, bzw. wurde mir auf Nachfrage in der Praxis gesagt, dass ich nichts unterschrieben hätte und dass der Gyn so einen Eingriff angeblich niemals durchführen würde. Es ist aber zu 95% so passiert - ich weiß von anderen, dass sie das Gleiche erlebt haben!


    Wahrscheinlich werde ich erstmal nur zur Ultraschalluntersuchung gehen - ich möchte im Moment nicht, dass sie von innen untersuchen, weil ich dann nicht kontrollieren kann, was gemacht wird. Dann kann man schon mal feststellen, ob die Eileiter ganz gerissen sind. Den Rest, also die feinen Schnitte sieht man dann wahrscheinlich erst, wenn von innen, genauer untersucht wird.

    Zitat

    Ich habe Angst, dass ein anderer Gynäkologe sich wieder anstiften lässt und mir noch mehr schadet! Wenn die Eileiter nur angeschnitten sein sollten, könnte er z.B. auf die Idee kommen, sie gänzlich zu trennen. Weil einige Leute aus meinem Umfeld sofort herausbekommen würden, zu welchem Gyn ich gehen würde....

    Tut mir leid, aber ich denke du solltest eher deine psyschische Gesundheit anzweifeln.


    Das ist doch paranoid.

    Zitat

    Ich finde auch die Frage nach den Kosten gut: so eine Sterilisation ist doch recht teuer und muss selbst gezahlt werden!

    Wenn sie ordnungsgemäß durchgeführt wird, dann ja. Aber anscheinend gibt es da eine günstigere, schnellere Variante... :-X