25 und ich höre dumpfer

    Erst seit einem jahr ist mir bewusst, dass ich gerade mal bis 14 khz hören kann, und das mit 25 jahren (was nicht wirklich berauschend ist). Außerdem ist mir erst jetzt bewusst geworden, warum ich öfters nachfragen muss, wenn jemand was sagt. Ich kann die hohen frequenzen einfach nicht mehr so gut hören wie früher und das zieht mich momentan sehr runter.


    Ich hatte mir geschlossene kopfhörer mit einem flachen frequenzgang gekauft und hatte mich sehr drauf gefreut. Zu erfahren, dass der "dumpfe" sound nicht an den kopfhörern sondern an meinem gehör liegt ist irgendwie schwer zu glauben. Ich habe eine große leidenschaft für musikproduktion und habe fast den eindruck, das jahrelange lernen und die begeisterung dafür kann ich in die tonne werfen.


    Der arzt sagte noch, mein gehör ist für mein alter im rahmen. Allerdings hat er nur von 125 Hz bis 8000 Hz gemessen, was die höhen, die viel zur klangqualität beitragen, gar nicht berücksichtigt. -15dB ist ja bekanntermaßen die schwelle zu leichten hörschäden (ich hatte besonders im bereich von 125 hz bis ca 1000 etwa -12 bis -16, ansonsten etwa 0 bis -10 (die höhen höre ich allerdings nicht gut)). Chronischen Tinnitus von etwa 7 dB habe ich etwa da, wo meine wahrnehmung aufhört (bei 12-14 khz).


    Wie dem auch sei, alles dreht sich nur noch darum. Ich schreibe bald prüfungen und habe mit der lernerei große schwierigkeiten.


    Wird es denn jemals einen lösungsansatz für solche probleme geben? 30.000 Häärchen im Gehörgang ist ja wirklich nicht viel. Die Gefahr, welche zu zerstören, ist einfach bei jeder belastung enorm. Wird es je stammzelltherapien geben und wenn ja, werden sie zugelassen sein? Angeblich gibt es tiere, die diese zellen regenerieren können.

    Ich passe momentan sehr auf und höre nur noch leise musik. Es ist aber einfach deprimierend, wenn alles auf einmal (weil ich es jetzt wo es mir bewusst ist umso mehr wahrnehme) so bassintensiv ist.


    Das waren jetzt keine konkreten fragen sondern einfach nur ein hilfeschrei. Fände es nett wenn jemand mit ähnlichem vielleicht irgend einen rat hätte, wie ich damit umgehen kann. Ich weiss noch nicht mal, ob ein digitales anheben der höhen eine lösung auf dauer ist (ist das nicht auch umso mehr schädigend für meine ohren?)


    VG

  • 17 Antworten

    Hallo Randomdawg,


    wenn du bis 8 kHz Schwellen bis 15 dB hast, ist das ganze ja erstmal nicht schlecht. Laut WHO gilt dies übrigens als normalhörend. Mich wundert es, dass dir die 15 dB so zu schaffen machen. Ebenfalls wundert mich, dass du davon ausgehst, dass deine schlechte Empfindung davon ausgeht, dass du alles über 14 kHz nicht hörst.

    Du beschreibst, du hörst dumpf. Würde bei dir nur die Luftleitung gemessen oder auch die Knochenleitung? Wäre nämlich interessant zu wissen, ob die Werte voneinander abweichen.


    An einer Therapie zum Ersatz der Haarzellen wird übrigens intensiv geforscht. Aufgrund deines doch relativ geringen Hörverlustes würde ich da aber nicht weiter drüber nachdenken. Nur ganz leise Musik hören ist auch Quatsch. Irgendwann regelt das 'System' hoch. Wenn's ganz krass kommt, kann eine Hyperakusis die Folge sein.


    Liebe Grüße,

    Laale

    Hast du ein aktuelles Audiogramm?


    Bei 15db würdest du nicht nachfragen müssen.

    Wenn man selbst schon bemerkt, dass man schlecht hört und man nachfragen muss, ist der Hörverlust normal schon etwas ausgeprägter.


    Wenn es dich wirklich belastet wäre ein Hörgerät eine Überlegung wert. besonders wenn du öfter nachfragen musst

    Randomdawg schrieb:

    Allerdings hat er nur von 125 Hz bis 8000 Hz gemessen

    Woher weißt du dann, dass dein Gehör bei 14kHz endet und mit welchem Wahrnehmungspegel?


    Ich finde 14kHz gar nicht übel - kommt halt auf die Schwelle an. Linear ist das Gehör bis dahin bei keinem Menschen.


    Gemeinhin geht man davon aus, dass bei 20kHz die Hörfähigkeit des Menschen endet. Deine 14kHz sind gerade mal eine halbe Oktave davon entfernt. Ich finde nicht, dass das schlecht ist.

    Rene_2 schrieb:

    Wenn es dich wirklich belastet wäre ein Hörgerät eine Überlegung wert. besonders wenn du öfter nachfragen muss

    Das Hörgerät müsste der TE dann aber selbst zahlen. Bei so einem geringen Hörverlust macht keine Krankenkasse was.

    Wurde das Ohr schon untersucht? Wie sah das Mittelohr aus? Hast du eventuell einen Erguss o.ä, sodass du deshalb alles als dumpf empfindest?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese 15 dB so viel ausmachen. Wie lange geht das nun schon?

    Es geht mir ja im Vordergrund um das Musik hören und die Musikproduktion. Die letzten jahre habe ich mich damit intensiv beschäftigt und hatte mir sogar überlegt, eine Tontechnik-Ausbildung oder ähnliches zu machen. Bis 14 khz höre ich, weil ich das selbst getestet habe. Dumpf hört sich einfach alles mit meinen Kopfhörern an.. es entspricht einfach nicht mehr der Klangqualität die ich früher einmal hatte (wenn ich drüber nachdenke), und bis zu viermal nachfragen muss ich tatsächlich, selbst wenn ich mich sehr stark fokussiere (besonders konsonanten kann ich schwer voneinander unterscheiden).

    Luft- und Knochenleitung scheinen ok zu sein (Knochenleitung verstehe ich allerdings nicht, das müsste mir jemand bestätigen). Dass ich die höhen schlechter wahrnehme bestätigt sich einfach dadurch, dass ich (egal mit welchen kopfhörern) mit einem equalizer bei verstärktzen 14 khz und ca 10 khz erst normal höre.

    Also eine hyperakusis werde ich sicher nicht bekommen.. so leise höre ich auch wieder nicht aber vorsichtig.

    [IMG:https://image.ibb.co/crKrVy/002.jpg]

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    Laale18 schrieb:
    Rene_2 schrieb:

    Wenn es dich wirklich belastet wäre ein Hörgerät eine Überlegung wert. besonders wenn du öfter nachfragen muss

    Das Hörgerät müsste der TE dann aber selbst zahlen. Bei so einem geringen Hörverlust macht keine Krankenkasse was.

    Wurde das Ohr schon untersucht? Wie sah das Mittelohr aus? Hast du eventuell einen Erguss o.ä, sodass du deshalb alles als dumpf empfindest?

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese 15 dB so viel ausmachen. Wie lange geht das nun schon?

    Also laut dem arzt sah mein ohr OK aus (er war allerdings sehr jung, etwa mit 25 in meinem alter). Was ich allerdings habe ist ein knacken in meinem ohr nach jedem sport und auch so, einen merkwürdigen druckausgleich, sodass sich mein ohr "öffnet" und nicht "schließt" (so kann ich das jedenfalls am besten beschreiben). Ich glaube das ist darauf zurückzuführen, dass ich als kleiner junge eine zeit lang ziemlich tief getaucht bin und hinterher ziemliche ohrenschmerzen hatte (seitdem auch dieses druckproblem und knacksen).

    Auch zu bemerken ist, dass ich die töne während des audiogramms wirklich sehr leise wahrgenommen habe. Andere leute würden vielleicht erst eine stufe später diese klänge als "wahrnehmbar" erkennen.

    Das Audiogramm sind so aus, als hättest du da Mal einen Erguss gehabt. Es spricht auf jeden Fall dafür, dass da in deinem Mittelohr etwas passiert (ist). Kinder weisen den Verlauf des Audiogramms bei Paukenergüssen auf, daher kommt mir das bekannt vor. Deine Erklärung mit dem Knacken spricht ebenfalls dafür, dass mit der Belüftung etwas sein könnte.

    Wurde schon Mal ein Tympanogramm gemacht? Da kann man grob gesagt das Mittelohr und seine Funktion abschätzen.


    Dass du die Töne beim Audiogramm so leise wahrgenommen hast, ist absolut normal, da an der Wahrnehmungsschwelle gemessen wird.

    Zitat

    Aber so ein Audiogramm würden sich viele wünschen

    Ich würde es gerne mal sehen. Ansonsten ist das ziemlich schwer zu beurteilen, inwieweit eine Beeinträchtigung vorliegt. Die Aussage man höre bis xxkHz ist für sich allein betrachtet ja recht wertfrei. Wenn ich 18kHz über meine Hornlautsprecher mit 30 Watt rausjage, höre ich das vermutlich auch noch - aber das heißt nicht, dass ich mit der Frequenz ernsthaft was anfangen könnte.

    Laale18 schrieb:

    Das Audiogramm sind so aus, als hättest du da Mal einen Erguss gehabt. Es spricht auf jeden Fall dafür, dass da in deinem Mittelohr etwas passiert (ist). Kinder weisen den Verlauf des Audiogramms bei Paukenergüssen auf, daher kommt mir das bekannt vor. Deine Erklärung mit dem Knacken spricht ebenfalls dafür, dass mit der Belüftung etwas sein könnte.

    Wurde schon Mal ein Tympanogramm gemacht? Da kann man grob gesagt das Mittelohr und seine Funktion abschätzen.


    Dass du die Töne beim Audiogramm so leise wahrgenommen hast, ist absolut normal, da an der Wahrnehmungsschwelle gemessen wird.

    Wie kommst du denn zu dieser Annahme? Zumindest habe ich keinen Erguss wahrgenommen, aber was im audiogram spricht denn dafür? Tympanogramm musste ich eben Googlen und habe ich nicht gemacht. Laut dem Arzt keine Löcher im Trommelfell, was ich aber irgendwie skeptisch sehe.. meine Ohren haben einen sehr schlechten druckausgleich besonders nach dem sport. Sollte ich das denn mal machen und wenn ja, mit welcher Begründung? Falls da etwas nicht stimmt, hat das Auswirkungen auf die Wahrnehmung des klanges?

    Comran schrieb:
    Zitat

    Aber so ein Audiogramm würden sich viele wünschen

    Ich würde es gerne mal sehen. Ansonsten ist das ziemlich schwer zu beurteilen, inwieweit eine Beeinträchtigung vorliegt. Die Aussage man höre bis xxkHz ist für sich allein betrachtet ja recht wertfrei. Wenn ich 18kHz über meine Hornlautsprecher mit 30 Watt rausjage, höre ich das vermutlich auch noch - aber das heißt nicht, dass ich mit der Frequenz ernsthaft was anfangen könnte.

    Naja ich glaube schon, dass man klar sagen kann dass es eine Obergrenze gibt. Ab 12-14 kHz müsste ich eben die lautstärke arg aufdrehen und selbst dann höre ich nichts.

    Rene_2 schrieb:

    Nun gut mit diesem Audiogramm hast du wirklich keine Probleme.

    Kann sein, dass du vielleicfht mit dem Druckausgleich Probleme hast.


    Aber so ein Audiogramm würden sich viele wünschen

    Tut mir wirklich leid für die, die schlechtere Ergebnisse haben..

    Ich komme darauf, weil du in den Tiefen etwas schlechter bist als in den hohen.

    Ein Tympanogramm zeigt ja nicht nur die Schwingung vom Trommelfell, sondern des gesamten Mittelohres samt Luftvolumen. Von daher wäre es Mal gut zu schauen, wie schwingfähig das ganze ist, vor allem weil du Probleme mit dem Druck schilderst. Mit dem Tymp kann auch erkannt werden, ob ein Über oder Unterdruck in deinem Ohr herrscht.

    Nach wie vor bin ich aber der Meinung, dass du normalhörig bist (laut Audiogramm und Freiburger).


    Deine Messung mit den 14kHz ist auf jeden Fall nicht genau. Da würde ich wenig drauf geben.

    Ich ziehe meine Vermutung mit der Schallleitungsschwerhörigkeit erstmal zurück. Dafür sind Luft und Knochenleitung zu nah beieinander.


    Übrigens, wie oben schon Mal erwähnt, Menschen haben kein lineares Gehör, dem entsprechend musst du wahrscheinlich bei der ein oder anderen Frequenz bei deinem Kopfhörern regeln.

    Laale18 schrieb:

    Ich komme darauf, weil du in den Tiefen etwas schlechter bist als in den hohen.

    Ein Tympanogramm zeigt ja nicht nur die Schwingung vom Trommelfell, sondern des gesamten Mittelohres samt Luftvolumen. Von daher wäre es Mal gut zu schauen, wie schwingfähig das ganze ist, vor allem weil du Probleme mit dem Druck schilderst. Mit dem Tymp kann auch erkannt werden, ob ein Über oder Unterdruck in deinem Ohr herrscht.

    Nach wie vor bin ich aber der Meinung, dass du normalhörig bist (laut Audiogramm und Freiburger).


    Deine Messung mit den 14kHz ist auf jeden Fall nicht genau. Da würde ich wenig drauf geben.

    Ah, okay. Finde ich selber aber auch merkwürdig mit den tiefen frequenzen.. meine vermutung ist aber dass die messungen nicht genau waren (da waren ein paar hintergrundgeräusche und das ganze war nicht so toll isoliert). Kann aber auch stimmen.
    Was die 14 khz angeht ist das schon ziemlich genau wenn man bedenkt, dass ich mit meinem programm und equalizer das visualisieren kann ("fabfilter pro-q 2"). Außerdem hören alle meine mitmenschen (außer in meiner familie) mehr als 14 khz.


    Jedenfalls bin ich dir dankbar für deinen rat! Vielleicht sollte ich mir ja eine zweite meinung holen und einfach mal das tympanogramm machen lassen. Der komisch druck ist wirklich ständig da und ich will nicht irgend dauerhafte schäden riskieren.

    Schöne woche wünsche ich dir!

    Zitat

    Ich würde es gerne mal sehen.

    Ach, das zweite Bild ist es ja :-D

    Hast du mal ein Knalltrauma gehabt? Die Lücke bei 6kHz ist schon etwas auffällig. Ich hatte so was mal nach einem Death Metal Konzert bei 4kHz, weil auf dieser Frequenz die Distortion-Gitarren so richtig grell braten. Das war aber reversibel.


    Die Empfindlichkeit bei 8kHz finde ich top. Wie weit es bei 14kHz wieder runtergeht, das findet man da ja nicht wieder.


    Zitat

    Naja ich glaube schon, dass man klar sagen kann dass es eine Obergrenze gibt. Ab 12-14 kHz müsste ich eben die lautstärke arg aufdrehen und selbst dann höre ich nichts.

    Das finde ich arg früh. Da ich auch nebenberuflich im Audio-Bereich einiges mache, weiß ich, dass dieser Bereich noch einige hörbare Feinheiten regelt, z.B. von Becken am Schlagzeug oder Zischlaute beim Sprechen verständlicher macht.

    Klar, da spielt sich der ganze headroom ab und der bereich sorgt für mehr räumlichkeit (auch wenn man keine noten voneinander unterscheiden kann). Leider höre ich eben nicht mehr, das ist ja mein problem.

    Knalltrauma soweit ich weiss nicht, habe aber dummerweise während dem joggen immer laut musik gehört und war schon ein paar mal neben einer riesen sub bass anlage.