cochlea implantat

    Mein (59J.) Hörverlust beträgt beidseitig 80%. Es wird daher seitens der Klinik der Schritt CI-Implantant ins Auge gefasst.


    Ehrlich gesagt habe ich ein ungutes Gefühl dabei. Ein dahingehendes Gespräch mit meinen Hörgeräteakustiker hat dies auch noch bestärkt.


    Aus seinen betreuten Personenkreis hat sich durch das CI bei der Mehrzahl keine Verbesserung ergeben.


    Einzig 1 Person ist happy, wobei diese keine Kosten und Mühen in Bezug auf Reha gescheut hat.


    Ich wäre sehr dankbar über Antworten von Personen, welche mit dem CI Erfahrung gesammelt haben.


    Bei dieser Gelegenheit bitte auch um Erfahrungsberichte zu Hörgeräteversorgung generell.


    forum0818

  • 9 Antworten

    hallo forum0818,


    aus nachvollziehbaren Gründen hat natürlich Dein "Hörgeräteakustiker" ein Interesse, seine "High End" Geräte mit reichlich Profit einen fast tauben Patienten anzudrehen!


    Wenn eine Fachklinik Dir sagt, eine Implantat Versorgung mittels Chlochea sei angebracht, sollte man diesen Ratschlag folgen!


    Dieses Implantat wird nicht leichtfertig implantiert, zuvor werden einige Untersuchungen durchgeführt, ob dieses Implantat überhaupt eine Verbesserung des Hörvermögens ermöglicht!


    Lass Dich nicht verrückt machen, ich habe von vielen Betroffenen positive Rückmeldungen erhalten.


    Alles Gute!


    Jürgen

    @ jürgen44:

    Kann schon sein, dass der Hötakustiker in diesem Fall ein High End Produkt verkaufen will. Aber die Klinik macht mit einer CI-Implantation + Reha einen wesentlichen höheren Profit. Wenn ich also einer Seite Eigennutz unterstelle, muss ich das bei der anderen auch machen ;-)


    Ich persönlich trage weder CI noch Hörgeräte, habe aber öfter mit Menschen mit Hötbehinderung zu tun.


    Leider ist bei einem CI überhaupt nicht vorhersehbar, wie gut das nachher funktioniert. Ich kenne da sowohl Positiv- als auch Negativbeispiele. Dir muss aber bewusst sein, dass du durch eine Implantation dein jetziges Resthörvermögen verlierst. Eine gute Reha nach der Implantation ist sehr wichtig! Andererseits kommen Hörgeräte bei einem so hohen Hörverlust natürlich schnell an ihre Grenzen und das CI hat da mehr Potential.


    An deiner Stelle würde ich mich weiter mit anderen Betroffenen austauschen und evtl. eine Zweitmeinung einholen. Ein Kompromiss wäre vielleicht auch, erstmal nur eine Seite zu implantieren. So müsstest du nicht eine Weile taub herumlaufen (Verheilungszeit der OP) und hättest immer noch ein hörgeräteversorgtes Ohr.


    Wie sieht es bei dir eigentlich mit Gebärdensprache aus?

    Zum Implantat kann ich dir nichts raten aber wie kommt es dass du noch garkeine Versorgung hast?


    Wie kommunizierst du?


    Ich würde mal testen lassen in wie weit ein Hörgerät noch einen Ausgleich schaffen kann. Man hat ja immer die Möglichkeit Hörgeräte ein paar Wochen Probe zu tragen. Das würde ich unbedingt mal versuchen.

    Meine Schwester hat ein Cochlea Implantat und dadurch sehr viel Lebenqualität gewonnen. Sie war komplett taub nach einer Hirnhautentzündung und hört Dank dem Implantat für Schwerhörigenverhältnisse sehr gut. Nur in lauten Umgebungen tut sie sich schwer und liest Lippen, ansonsten möchte sie das Implantat nicht missen, besonders jetzt als Mama, wo man sein Kind natürlich gerne auch hört.

    Zitat

    Meine Schwester hat ein Cochlea Implantat und dadurch sehr viel Lebenqualität gewonnen. Sie war komplett taub nach einer Hirnhautentzündung und hört Dank dem Implantat für Schwerhörigenverhältnisse sehr gut.

    Das ist ja eine komplett andere Situation als beim TE, denn wenn sie vorher komplett gehörlos war, hatte sie ja nichts zu verlieren. Der TE hat ja noch Resthörvermögen, das er mit einer CI-Implantation verliert. Wenn er dann mit dem CI nicht zurecht kommt...

    @ forum0818

    Ich bin selbst hochgradig schwerhörig und würde mir persönlich ein Cochlea Implantat immer nur als letzten Ausweg aufheben. Du verlierst damit wie gesagt dein Resthörvermögen, das heißt, wenn du mit dem Cochlea Implantat dann nicht zurecht kommst, hast du ein Problem. Ein guter Hörgeräte-Akustiker kann auch mit wenig Resthörvermögen noch viel machen. Ich würde mit dem Akustiker eine Probezeit vereinbaren - bei mir ist das Anpassen und 4 Wochen Probetragen immer kostenlos - und dich dann entscheiden. Das Cochlea-Implantat läuft dir ja auch nicht weg und ich würde mich nicht dafür entscheiden, bevor ich nicht 1. alles andere ausprobiert habe und mir 2. 100%ig sicher bin.


    Ich kenne 2 Personen mit CI: meine Gebärdensprach-Lehrerin bekam eines im Erwachsenen-Alter. Sie kam damit gar nicht zurecht und hat es sich letztlich wieder entfernen lassen. Ihre Tochter dagegen bekam bereits als kleines Kind eines und die ist damit sehr glücklich.

    Zur Frage von "Nala85":


    Ich habe scheinbar nicht umfassend informiert. Hörgeräte trage seit 2008, wobei ich mich schon damals (Neuanschaffung 2013!) für sg. Premiumgeräte entschieden habe.


    Zu ClarkeChriffin:


    Gerade die Problematik bzgl. lauter Umgebungen hätte ich schon gehofft mit dem CI eine Verbesserung zu erzielen .....


    Jedenfalls vielen Dank ALLEN für die Antworten.


    Vielleicht hat jemand den LINK einer sg. Selbsthilfegruppe parat?


    Es ist halt so dass man "jeden Strohhalm" aufnimmt um eventuell eine Verbesserung zu erzielen.


    Aktuell ist es so, dass ich am vergangenen Freitag den Termin einer 2.(kompetenten) Meinung hatte.


    Ergebnis: CI wegen dem Risiko noch zu früh!!!

    Ich habe 2009 meine ersten HG bekommen und 2015 nun neue und das war schon nochmal ein Techniksprung. Ist dein Akustiker der Meinung dass man garkeine Besserung mehr mit HG erzielen kann?

    Ehrlich gesagt habe ich nicht den Eindruck, dass vom Verstehen her eine merkliche Verbesserung eingetreten ist. Momentan trage ich ohnehin die "alten" Geräte, nachdem eine Kleinreparatur anstand.


    Verbesserung gab es bei Kommunikationsmöglichkeiten (drahtlos mit TV) und halt grundsätzliche Einstellungsmöglichkeiten (lauter, leiser, Ausrichtung Lautsprecher).


    Als nächste Aufgabe sehe ich, mit dem Akustiker konkret(!) das ausschöpfen der maximalen Leistung nochmals abzuklären, wobei ich schon das Gefühl habe "in guten Händen" zu sein .......

    Das Restgehör kann nach der Op immer noch da sein betonung auf kann.


    Ansonsten gibt es z.b in Bad Nauheim CI- Findungseminare, dort werden alle untersuchungen gemacht und man wird beraten, der Vorteil an dem ganzen ist das dort keiner was dran verdient egal ob du weiterhin Hgs trägst oder CI nimmst.


    Ich selber bin beidseitig Implantiert. Ich hatte vor der Op noch Restgehör gehabt das auch nach der Op noch da war, es ist jetzt weg aber die Op ist nun 6jahre her. Es kommt immer drauf an wie viel Restgehör man noch hat und wie viel man noch damit anfangen kann. Ich hatte vor den Ops jeweils trotz Restgehör mit Hgs ein Sprachverstehen von 10% ohne Mundbild. Da war für mich der Punkt wo ich sagte nun muss ich was ändern Ich komme heute gut mit den CIs klar, kann wieder Telefonieren usw..


    Was du auch nochd machen kannst ist auf der Seite der Dcig.de schauen wo es in deiner nähe eine Selbsthilfegruppe gibt und dich dort mal umzuschauen.


    Noch ein solang du nicht selber hinter der entscheidung pro CI stehst macht es kein Sinn diese Op zumachen.