• Fragwürdiges Medikamentenrezept (homöopathisch) bei kompetentem Arzt

    Guten Morgen, ich habe seit geraumer Zeit einen geröteten Rachen und ein ab und zu aufkommendes Kloßgefühl im Hals. Ich war bei einem HNO Arzt mit dem ich äußerst zufrieden war und einen Kontrolltermin in einigen Wochen habe. Als ich mir nun das Medikament, welches mir verschrieben wurde, genauer anschauen wollte, musste ich mit Entsetzen feststellen,…
  • 26 Antworten

    Es geht rein darum, und ich weiß dass die beiden Varianten nicht vergleichbar sind, dass es sich hier nicht um schulmedizinische (chemische) Mittel handelt, sondern um eine Alternative Heilmethode bei der jeder selbst entscheiden kann ob er was davon hält oder nicht. Also Arzt anrufen und neues Medikament anfordern

    Graógramán schrieb:

    Die Potenzen sind so niedrig, dass noch Wirkstoffe enthalten sind. Dieses Zeichen im dem Beipackzettel „Ø“ bedeutet, dass bei ein paar Inhaltsstoffen die komplett unverdünnte Urtinktur verwendet wurde.

    Das mit der "unverdünnten Urtinktur" bezieht sich auf Scrophularia nodosa:

    < Die Pflanze wurde in der Volksheilkunde gegen eine Vielzahl von Leiden verwendet, beispielsweise gegen Lymphdrüsenschwellungen, gegen Hautleiden und zur Wundheilung, bei Halskrankheiten oder als harntreibendes Mittel.


    Scrophularia nodosa findet Anwendung als Wirkstoff in homöopathischen Arzneimitteln.[6] Die zugeschriebene Wirkung besonders gegen Schwellungen, Ekzeme und Geschwüre ist wissenschaftlich jedoch nicht bestätigt. >

    Quelle

    Wie schon geschrieben: Es gibt selten, aber doch auch Überlappungen zwischen Schulmedizin / pflanzlicher Medizin und Homöopathie - gerade wenn in Rezepturen kaum oder nicht verdünnte Stoffe verwendet werden.

    Sylphide schrieb:

    MissRosy "Homöopathie" und "pflanzliche Medizin" haben nichts miteineinander zu tun. Ich glaube, du wirfst hier Begriffe durcheinander.

    Ja, scheint so. Passiert aber erstaunlich oft.

    Aus dem Beipackzettel:

    Die Wirkstoffe sind:

    Taraxacum officinale Ø 0.8 g; Calendula officinalis Ø 0.45 g; Acidum arsenicosum D8 0.1 g; Chelidonium majus D8 0.05 g; Veronicastrum virginicum Ø 0.03 g; Echinacea D3 0.03 g; Phytolacca americana D2 0.02 g; Silybum marianum D1 0.02 g; Marsdenia cundurango D2 0.01 g; Hydrastis canadensis Ø 0.01 g; Lycopodium clavatum D2 0.01 g; Sanguinaria canaden- sis D8 0.01 g“


    Quelle: https://www.pascoe.at/fileadmi…en_AT_006_210717A_Web.pdf

    Madame Charenton schrieb:

    was hast du denn für eine Diagnose? evtl ist auchkein richtiges Medikamrnt nötig, bzw. es reichen Tee und repeptfreie Halstabletten8-(

    Diagnose:

    • Septumdeviation {J34.2 G}
    • Allergische Rhinpathie durch Pollen {J30.1 G}
    • Globus {F45.8 G}
    • Hyperplasie der Zungengrundtonsille {K14.8 G}
    • Schiefnase {M95.0 G}, Muschelhyperplasie bds
    • keine Dyphagie
    • Tonsillen vorhanden
    • Obutrierendes Cerumen
    • Subluxatio rechts
    • Hypopharynx leergeschluckt
    • Nasengänge frei
    • prominente rechte Rachenmandel
    • Valleculae aufgebraucht
    • Kehlkopf Form und Funkation regelrecht

    Möglicherweise fehlt irgendwie die Rötung des Rachens, die mir mein Hausarzt bereits zweimalig bestätigte.

    Calendula officinalis Ø 0.45 g

    < In der EU ist die medizinische Anwendung der Ringelblume durch den Ausschuss für pflanzliche Arzneimittel (engl. Committee on Herbal Medicinal Products, kurz HMPC) der europäischen Arzneimittel-Agentur (engl. European Medicines Agency, kurz EMA) geregelt. Laut der HMPC ist eine medizinische Wirkung anhand von Studien nicht ausreichend belegt, jedoch wird die Pflanze auf Grund langer traditioneller Nutzung als nicht-gesundheitsschädlich eingestuft. Vor einer Nutzung bei bestehender Allergie gegen Pflanzen der Familie Asteraceae (Korbblütler) wird gewarnt.[5] >

    Quelle


    Außerdem, dieses Mittel wird ja sogar auf der Packung offiziell als "Homöopathisches Arzneimittel" bezeichnet.

    Somit erübrigt sich jede weitere Diskussion!

    MissRosy schrieb:

    Ich weiß nicht wann ihr was ihr alle gegen Homöopathie habt. Es gibt durchaus pflanzliche Mittel die bei diversen Krankheiten wie Erkältungskrankheiten nützlich sind. Das ist sogar erwiesen. Grundsätzlich ist es ja sehr positiv wenn es der Arzt erst mit der Natur versuchen will anstatt gleich mit einem richtigen Medikament ran zu gehen. [...]

    Homöopathie und pflanzliche Arzneimittel sind nicht das selbe. Pflanzliche Mittel enthalten Wirkstoffe, fallen unter das Arzneimittelgesetz, müssen ihre Wirkung unter zig Tests beweisen, und sind evidenzbasiert. Das heißt, wenn du was pflanzliches gegen Halsschmerzen bekommst, wirkt das auch nachweislich gegen Halsschmerzen.


    Homöopathie hingegen besteht zumeist aus Zuckerkügelchen, die mit einer verdünnten(nennt sich potenziert) Lösung benetzt sind. Diese lösungen sind in der Regel so stark verdünnt, dass man nichts nachweisen kann. Zum Verständnis, im Verhältnis hat eine D24/C12 Potenzierung 1 Tropfen Wirkstoff im Volumen des Atlantik.


    Außerdem konnte man bei Homöopathie konnte man noch nie eine Wirkung feststellen, die nicht dem Placeboeffekt zugeschrieben werden kann.

    Dass sich die Diskussion automatisch erübrigen würde, nur weil diese Arznei als homöopathisches Mittel zugelassen ist, ist Unfug.


    Und ja, qualitativ hochwertige Studien haben (gerade bei höher potenzierten) homöopathischen Mitteln keine Wirkung über Placebo hinaus gefunden.


    Solche Studien haben aber in der Regel (höher potenzierte) homöopathische Einzelmittel untersucht. Solche kann man aber nicht 1:1 mit kaum oder nicht verdünnten Komplexmitteln vergleichen.

    Da muss schon differenziert werden - genau wie in der konventionellen Medizin auch nicht alle Medikamente undifferenziert untersucht und bewertet werden.

    Dass bei Homöopathie noch nie in Studien eine über Placebo hinausgehende Wirkung gefunden werden konnte, ist übrigens auch schlicht nicht wahr. Man kann die Qualität solcher Studien in Frage stellen (mache ich auch!) - aber geben tut es solche Studien, die Homöopathie (auch klassische, hochpotenzierte..) als wirksamer als Placebo einstufen durchaus: Wissenschaftliche Studien zur Homöopathie

    Graógramán schrieb:

    Dass bei Homöopathie noch nie in Studien eine über Placebo hinausgehende Wirkung gefunden werden konnte, ist übrigens auch schlicht nicht wahr. Man kann die Qualität solcher Studien in Frage stellen (mache ich auch!) - aber geben tut es solche Studien, die Homöopathie (auch klassische, hochpotenzierte..) als wirksamer als Placebo einstufen durchaus: Wissenschaftliche Studien zur Homöopathie

    Super Link, vielen Dank!