Paukenröhrchen bei Funktionsstörung der Ohrtrompete

    Ich habe seit ca. 3 Jahren eine Tubenfunktionsstörung, die nach einer Erkältung aufgetreten ist. Seither habe ich ziemliche Probleme mit dem Druckausgleich, bin aber mit Kortisonspray einigermaßen klargekommen. Nun habe ich nach einer Erkältung wieder verstärkt Druck auf den Ohren, so dass ich überlege mir Paukenröhrchen setzen zu lassen. Denn ich möchte auch mal wieder verreisen könne. Wer hat Erfahrung mit dem Einsetzen von Paukenröhrchen als Erwachsener? Verbessert sich der Druckausgleich? Mit welchen Nebenwirkungen ist zu rechnen?


    Würde mich über hilfreiche Antworten freuen, denn ich bin etwas verzweifelt - danke!

  • 19 Antworten

    Das ist ein Eingriff von wenigen Minuten (ich hatte immer Vollnarkose) und es lohnt sich null, sich überhaupt Gedanken zu machen.


    Worüber man sich Gedanken machen sollte: die Ohren in Zukunft gut zu verschließen. Beim Duschen, im Schwimmbad, zusätzlich im Schwimmbad noch ein Neoprenband benutzen.


    Und wenn man dauerhaft Probleme hat, sollte man sich gleich auch dauerhafte Röhrchen einsetzen lassen, weil die normalen schon nach wenigen Monaten rausfallen könnten.

    Hallo BenitaB.,


    vielen Dank für deine Antwort...das wenige was ich im Netz finde sind negative Erfahrungsberichte, gerade von Erwachsenen. Ich bin daher dankbar, mal was positives zu hören!


    Beste Grüße

    Zitat

    das wenige was ich im Netz finde sind negative Erfahrungsberichte

    Das ist "normal", das Netz ist eine Negativselektion; zufriedene posten eher seltener.


    Ich hatte auch für ca. 6 Monate ein Paukenröhrchen; wurde mit lokaler Betäubung eingesetzt (also nur so eine Salbe aufs Trommelfell); der Trommelfellschnitt tat nicht weh, das Einsetzen des Röhrchens war dann eine ziemliche Prozedur. Meist geht's relativ schnell, nur bei mir brauchte der Doc ein paar Versuche. Ist aber auch zum Aushalten. Das Entfernen geht dafür ziemlich rasch; zwickt einmal und das wars.


    Ansonsten hatte ich durch das Paukenröhrchen dann eine leichte lokale Infektion mit Ausfluss aus dem Ohr, dann habe ich nach einiger Zeit meinen eigenen Puls im Ohr gehört. Aber nur, wenn es ganze leise war. Das war nicht zwingend störend, ist aber doch ein wenig spooky. Lt. Doc war dann offenbar ein kleines Gefäß in der Nähe des Röhrchens. Nach einer Zeit ist zum Pulsieren ein konstantes Rauschen dazugekommen.


    Nun ist mein Paukenröhrchen seit ca. 2 Monaten draussen; der Puls war bald weg, das Rauschen ist geblieben; bilde mir aber ein, es wird gaaaaaaaanz langsam leiser.


    Der Druckausgleich funktioniert mit Paukenröhrchen automatisch. Ist dann gleich ein ganz viel besseres Gefühl.


    In kurz: Ich würde es an deiner Stelle machen; kann zwar Komplikationen geben, aber das Ergebnis ist meist besser als die Nebenwirkungen.

    Die Überlegung steht bei mir auch an. Alternativ gibt es die Möglichkeit des Aufpustens bzw. Weiten. Man sagte mir, dass man wie eine Art Ballon in den Verbindungstunnel zwischen Nasennebenhöhle und Ohren geht und die Gänge somit um einiges geweitet werden. Ich war jetzt im CT und muß mir noch einen Termin bei meiner HNO Ärztin holen. Dann gucken wir mal. Aber ich glaube Paukenröhrchen sind da sicher besser. Und es gibt sogar dauerhafte? Wie ist das dann beim Baden etc?

    Das Aufweiten hatte ich 2 Mal. Mit starken Nebenwirkungen.


    Man kommt an einen Kortisontropf. Ich vertrug kein Kortison .


    Und über Wochen hinweg quietschte es in meinem Kopf, als wäre dort eine quietschende Tür. Das haben auch alle anderen gehört, besonders, wenn ich gerade zufällig telefonierte-


    Und weil ich besonders beim Fliegen Probleme hatte oder bei Fahrten in den Bergen, war die Wirkung auch nicht so dolle, mir ist sogar das Trommelfell geplatzt.


    Erst seitdem ich dauerhafte Röhrchen im Trommelfell habe, ist Ruhe im Karton.

    Ich leide auch unter chronischen Druckausgleichsstörungen, die v.a. auf dem rechten Ohr bei einer Erkältung, die auf die Ohren schlägt, unerträglich werden,...widerwärtigster Fehldruck und man kann das Gehör nur noch verstöpselt ertragen, bis die Erkältung weg ist und die Tuben wieder "knack" machen...dann geht es wieder.


    Trotzdem würde ich mir nie und nimmer solche Röhrchen setzen lassen und noch Zusatzprobleme riskieren, die man nun wirklich nicht noch braucht.


    Ich versuche es immer mit den natürlichsten Dingen.

    BenitaB


    das ist mal eine gute Auskunft. Ich glaube ich bevorzuge da auch die Röhrchen. :)z Cortison bekomme ich nicht mehr. Hab das zu genüge aufgrund meines Rückens schon erhalten und dadurch eine Prädiabetes bekommen. Daher wird Cortison vermieden bei mir.

    @ Chevylady

    Zitat

    Alternativ gibt es die Möglichkeit des Aufpustens bzw. Weiten

    Mir hat der HNO diesbez. gesagt, dass es diese Methode schon lange gibt; wegen Erfolgloskeit wieder lange in der Schublade gelegen ist; seit einigen Jahren aber wieder praktiziert wird. In seinem Krankenhaus hat man sich die Methode angesehen, aber nach Rücksprache mit anderen Krankenhäusern, haben sie sich dagegen entschieden. Die Rückmeldungen der anderen Krankenhäuser waren auch nicht wirklich toll. Manche haben mit dieser Methode wieder aufgehört, weil kaum dauerhafte Erfolge zu erzielen waren.

    Zitat

    Trotzdem würde ich mir nie und nimmer solche Röhrchen setzen lassen und noch Zusatzprobleme riskieren, die man nun wirklich nicht noch braucht.

    Aber ständige perforierte Trommelfelle und Blutungen ins Ohr wären dann die dauernden Alternativen, während die Röhrchen einem diese Probleme ersparen...


    Sorry, aber wer jemals vor Schmerzen wimmerte, bis das Trommelfell endlich platzt (dann ist der vorherige Schmerz durch einen weniger Schlimmen ersetzt), wird danach jankern, Röhrchen zu bekommen.

    Zitat

    Habt ihr ein auffälliges Tympanogramm?

    Ich wiederhole mich mal. Ich hatte ein Röhrchen, aber aufgrund einer chronischen Entzündung in der Tube die bei mir Schwindel verursacht. Meine Hoffnung war die Entzündung würde ausheilen. Ich musste einsehen dass das ein Trugschluss war.


    Aber obwohl sich immer wieder Flüssigkeit bildetet, war mein Tympanogramm OK.


    Das Röhrchen an sich hat mich überhaupt nicht gestört. Es war in 5 Minuten gelegt, völlig unkompliziert.

    Zitat

    Mir hat der HNO diesbez. gesagt, dass es diese Methode schon lange gibt; wegen Erfolgloskeit wieder lange in der Schublade gelegen ist; seit einigen Jahren aber wieder praktiziert wird. In seinem Krankenhaus hat man sich die Methode angesehen, aber nach Rücksprache mit anderen Krankenhäusern, haben sie sich dagegen entschieden. Die Rückmeldungen der anderen Krankenhäuser waren auch nicht wirklich toll. Manche haben mit dieser Methode wieder aufgehört, weil kaum dauerhafte Erfolge zu erzielen waren.

    Das verwundert mich jetzt. Hatte ich doch grade erst einen Bericht zu dieser "neue" Methode angesehn. Ich hab das auch schon in Erwägung gezogen, aber ich weiß gar nicht ob eine chronische Entzündung da eine Indikation ist.

    @ Tatjana6472

    Wie äußert sich der Schwindel? Wie wurde die Entzündung erkannt? Einfach vom HNO oder war das aufwendig?


    Die Methode dürfte nicht ganz unumstritten sein:


    https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/abstract/10.1055/s-0042-106331


    Mein HNO meinte, er würde sich da niemals selber machen lassen; 10 bar Druck im Kopf sind ja auch nicht ohne. Außerdem hat er selber ein Belüftungsproblem (frag mich aber bitte nicht wo); wo sämtliche Untersuchungen aber auch keinen Befund gebracht haben.


    Mein Tympanogramm ist übrigens auch komplett unauffällig. Lt. Aussage meines HNO hat dies auch nicht immer was zu bedeuten, da hier mit einem Druck gemessen wird, den viele Leute gar nicht selber zusammenbringen.


    Mein Fazit: In der Medizin ist noch seeeeeeeehr viel unklar.

    Wer aber wie ich ein so auffälliges Tympanogram mit entsprechenden Problemen hat, sollte schon tätig werden.


    Mit den Röhrchen im Trommelfell sind alle Probleme weg. Welch wunderbare Sache.


    Ich hatte auch schon mal eine Entzündung an den Röhrchen, bei denen, die irgendwann rausfallen. War täglich beim HNO Arzt, wo mit H2O2 Lösung gespült wurde. Das heilte dann ab. Aber die dauerhaften Röhrchen habe ich seit fast 2 Jahren im Ohr, damit gab es noch nie Probleme.