Plötzliche Schwindelattacken, hauptsächlich beim Autofahren

    Erst einmal ein freundliches Hallo zusammen,


    ich möchte vorab sagen, dass ich mich Euch nicht anvertrauen möchte in der Hoffnung eine Diagnose zu erhalten, sondern vielmehr, um zu erfahren, ob manche von Euch meine Problematik vielleicht kennen - und ja, vielleicht möchte ich auch einfach nicht so alleine sein :)


    Ich muss vorweg sagen, dass ich seit einigen Jahren Morbus Meniere Patient bin. Dieses Leiden kenne ich mittlerweile zu genüge, kann damit umgehen und es stellt für mich weniger eine Belastung als viel mehr ein lästiges Übel. Den hierdurch auftretenden Schwindel kann ich einschätzen, ich kenne ihn aufgrund der mittlerweile unzählbaren Anfälle. Der Schwindel, wegen dem ich hier nun schreibe ist jedoch anders, und ich bin sehr sicher, dass er im "optimalsten" Falle von MM "begünstigt", jedoch nicht dadurch ausgelöst wird.


    Alles begann in der Zeit in der ich unser neu erworbenes Haus renoviert habe. Das Rauschen im Ohr (aufgrund des MM) ist bei mir nahezu ständig vorhanden, weswegen dies als Indikator für den nächsten Schwindelanfall leider nicht mehr herangezogen werden kann. Während der Renovierung begannen sehr plötzliche (noch plötzlicher als bei MM) kurze und extrem heftige Drehschwindelattacken. Ich musste in den 3 Wochen Urlaub tatsächlich jeden Tag für etwa 5-10 Minuten die Arbeiten unterbrechen und mich hinlegen. Dieser Schwindel war deutlich häufiger als der des MM, aber auch verhältnismässig kurz.


    Nach kurzer Zeit gesellten sich Attacken hinzu, die nur ein paar Sekunden anhielten. Diese waren so stark, dass ich mich hinlegen, oder zumindest hinknien musste. Nach etwa 5-10 Sekunden war der Schwindel verschwunden und ich fühlte mich wie vorher.


    Nachdem diese (sehr) kurzen Attacken aber auch nach 2-3 Monaten nicht verschwanden habe ich mich an meinen Hausarzt gewandt. Dieser hat via Blut- und Urintests einige Organe geprüft, mich an einen HNO und einen Orthopäden überwiesen. Der HNO seinerseits hat mich direkt zum CT des Schädels und zur Uniklinik nach Köln weitergeschickt. In der Folge kamen ein MRT des Schädels sowie ein CT des Felsenbeins im Ohr hinzu.


    Einzige bisher gestellte Diagnose ist die der Uniklinik, dass ich MM habe (was ich bereits wusste) und dass meine Symptome sehr untypisch dafür seien.


    Mittlerweile hat sich der Schwindel weiter "verändert". Er tritt zumeist beim Autofahren auf, hauptsächlich auf der autobahn (fahre jeden Tag 125km zur Arbeit (Einsatz beim Kunden) und 125km wieder zurück). Herzrasen, leichter Schweissausbruch, ein absolutes Unsicherheitsgefühl und das Gefühl, meine Augen könnten nichts fixieren...im schlimmsten Falle rechts ranfahren, 1-2 Minuten warten und dann weiterfahren.


    In der Folge ist mir häufig noch eine gewisse Zeit übel. Zudem kommt dann (das ist mir bewusst) die Angst hinzu, dass eine weitere Attacke folgen könnte.


    Die Symptome (wie gerade beschrieben) werden begleitet von einem spürbaren aber nicht allzu großen Druck im Kopf (Schläfen und Stirnbereich) und im Augenbereich. Nach einigen Sekunden "fällt dieser Druck regelrecht ab" (spürbar).


    Nachdem ich eines Tages mit dem Auto gedreht habe, also einen Kreis gefahren bin, hatte ich ebenfalls eine solche Attacke (hefiger Drehschwindel, eindeutig). Ich dachte mir gut, nun weiss ich genau was passiert und wie es ausgelöst wird. Allerdings hat sich diese Theorie wieder zerschlagen als ich erneuten Schwindel vor dem Rechner auf der Arbeit bekam.


    Ich weiss, das klingt nun alles sehr durcheinander, aber nach jetzt fast 3 Monaten Ärzte-Rennerei mit immernoch fehlender Diagnose oder wenigstens einer Richtung oder Ahnung eines Arztes zieht mich das Ganze doch recht runter muss ich gestehen.


    Ich fasse noch einmal zusammen, damit es vielleicht deutlicher wird:


    - Kurze, heftige Attacken


    - meist beim Autofahren, allerdings auch am Rechner, beim auf das Handy gucken, selten "einfach so" ohne erkennbaren Grund


    - häufig eindeutiger Drehschwindel, aber auch manchmal ein einfaches Unsicherheitsgefühl, wackelnde Umwelt und das Gefühl die Augen könnten nichts fixieren, leichtes Druckgefühl im Kopf


    - meine persönliche und durchaus sehr subjektive Meinung ist, dass ich das Gefühl habe, dass es stark damit zu tun hat was ich sehe --> sich bewegende Umwelt, ich bewege mich und sehe dabei irgendwas (denn manchmal habe ich das Gefühl, dass das leichte Kopfwackeln beim Autofahren aufgrund der Unebenheiten der Fahrbahn ausreichen, um ein Unsicherheitsgefühl auszulösen)


    - MRT und CT des Schädels und des Felsenbeins sind unauffällig


    - Leber-, Nieren-, Nebennieren-, Schilddrüsenwerte unauffällig


    - Blutdruck zu hoch (in der Spitze bis 230/160), allerdings immer nur 3-4 mal am tag, im Mittel (lt. Hausarzt) ok, daher kein Medikament oder Maßnahme, kein feststellbarer Zusammenhang zum Schwindel


    Im Februar folgt ein Termin beim Neurologen, ich hoffe, dieser kann mir endlich weiter helfen. Mit den Ergebnissen des MRT und des CT muss ich nun zurück in die Uniklinik nach Köln. Diese wollen im Falle keines Befundes im Schädels (in dem ja auch alles in Ordnung ist lt. Radiologe) über eine Meniere-Therapie nachdenken, ich habe allerdings wenig Interesse daran, mir das Gleichgewichtsorgan in dem einen Ohr abtöten zu lassen, da ich der Überzeugung bin, dass der mich nun so intensiv beschäftigende Schwindel NICHT vom MM kommt.


    Ich hoffe ich konnte meine Situation einigermassen verständlich darstellen, ich bin sehr durcheinander und suche einfach nur nach einem Stohhalm an dem ich mich festhalten kann. Vielleicht kennt jemand von Euch ja solche oder ähnliche Symptome und kann mir davon berichten.


    Danke für Eure Aufmerksamkeit.


    Florian

  • 20 Antworten

    Hallo Florian,


    vielleicht hast Du schon einmal die Meldung in der Presse oder im TV gelesen,gehört oder gelesen:


    Aus ungeklärter Ursache kam der Autofahrer in die Gegenfahrbahn,rammte dort einen PKW, alle drei Insassen starben, der Unfallverursacher kam mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus.....!


    Willst Du, nachdem Du wieder eine Zeitung lesen kannst, diese Meldung lesen?


    Hallo Florian, gern können wir uns wegen der Problematik eine PI schicken.


    Sollte im Forum Interesse bestehen, bin ich gern bereit diese Problematik zu debattieren.


    LG


    Jürgen

    http://www.med1.de/Forum/Neurologie/721616/


    Und google mal Vestibularisparoxysmie ;-) Hört sich stark danach an.


    Recht unbekannte Krankheit und die wenigsten Radiologen bzw. Neurologen achten beim MRT drauf bzw kennen sie gar nicht.

    Hallo und erst einmal vielen lieben Dank für die Nachrichten.


    Natürlich möchte ich nicht Grund einer solchen Zeitungsmeldung sein. Ich bin mir der Lage bewusst und vermeide Autofahrten so gut ich es kann. Auf der Landstraße (ich wohne weit aber der Zivilisation) besteht jederzeit die Möglichkeit des sofortigen Anhaltens, auf der Autobahn bleibe ich stets auf der rechten Spur um ggf. rechts ran zu fahren. Dennoch stimme ich natürlich zu, dass ich nicht immer richtig handele, aber die Arbeit verlangt leider auch nach mir.


    Ich habe es einmal gegoogelt, und ja, das klingt sehr einleuchtend. Zumindest passt es absolut. Vielleicht suche ich nun nur wieder einen Strohhalm und bewerte das ganze deshalb zu subjektiv, aber ich danke euch dennoch für diesen Hinweis.


    Kann ein Neurologe, mit dem Material meines MRTs so etwas diagnostizieren?


    Vielen Dank nochmal für eure Zeit und eure Mühen.


    Florian

    Ja kann er!


    Nur leider ist die Krankheit recht unbekannt und die meisten Neurologen bzw. sogar die Radiologen kennen sie nicht.


    Am besten geht man damit zu einer Schwindelambulanz oder in eine Uni Klinik.


    Bei Fragen kannst mir gerne eine Nachricht schicken :)

    Hallo Flob81,


    mein Beitrag sollte nicht als erhobener Zeigefinger gelten, ich selbst-als Morbus Menière Betroffener bin auf Autofahrten, weil beruflich notwendig, von diesen schweren Schwindelanfällen "überfallen" worden. Ein rechts ran, war nicht immer möglich. Meine einzige Reaktion war eine Vollbremsung!!!


    Nun aber genug zu diesem Thema!


    Du fragtest, ob ein Neurologe auf einer MRT-Aufnahme etwas in Richtung "MM" diagnostizieren könne, ich sage nein!


    Bildgebende Verfahren sind nicht geeignet, diese Krankheit auch nur im Ansatz zu erkennen. Wie auch, in der anfallsfreien Zeit erscheint das Innenohr bei einer MRT völlig normal. Erst bei einem akuten Anfall könnte man vielleicht beim MRT etwas erkennen, nur die Wahrscheinlichkeit just bei einem MRT einen Anfall zu erleiden, ist sehr gering!


    Um einen "MM" zweifelsfrei zu diagnostizieren bedarf es einer großen Anzahl von Untersuchungen.In meinen Beiträgen habe ich mehrfach darauf hingewiesen, ich möchte das Forum nicht mit Wiederholungen langweilen.


    Sollten Dich dennoch diese Untersuchungen interessieren, bin ich gern zu Auskünften bereit!


    Alles Gute


    jürgen

    Hallo Jürgen,


    Vielen Dank für deinen Beitrag, habe deinen ersten Post auch nicht als einen solchen verstanden :)


    Nein, ich meinte damit, in ein Neurologe die von pupu04 angesprochene Krankheit diagnostizieren oder zumindest in Betracht ziehen kann.


    Mit Mm komme ich mittlerweile klar, soweit es eben geht.


    Danke für eure Antworten, ihr helft mir im Moment sehr damit.

    Zitat

    Mittlerweile hat sich der Schwindel weiter "verändert". Er tritt zumeist beim Autofahren auf, hauptsächlich auf der autobahn (fahre jeden Tag 125km zur Arbeit (Einsatz beim Kunden) und 125km wieder zurück). Herzrasen, leichter Schweissausbruch, ein absolutes Unsicherheitsgefühl und das Gefühl, meine Augen könnten nichts fixieren...im schlimmsten Falle rechts ranfahren, 1-2 Minuten warten und dann weiterfahren.


    In der Folge ist mir häufig noch eine gewisse Zeit übel. Zudem kommt dann (das ist mir bewusst) die Angst hinzu, dass eine weitere Attacke folgen könnte.

    Hallo Flob81,


    also, was Du hier beschreibst klingt eher nach klassischer Panikattacke und hat auf jeden Fall eine große psychosomatische Komponente.


    Man nennt das "reaktiven, psychogenen Schwindel", d.h. es existieren grundsätzlich körperlich begründete Schwindelsymptome (in Deinem Fall durch MM), aber die in bestimmtem Situationen ausgelösten Attacken sind eher psychischer Natur.

    Das doch Quatsch. Es gibt genug Schwindelarten die durch bestimmte Bewegungen bzw. Situationen ausgelöst werden.


    Jemanden pauschal in die Psycho Ecke zu schieben ist eig eine Frechheit. Haben bei mir auch genügend Ärzte versucht, was war es am Ende? Eine Krankheit die kaum ein Neurologe auf dem Schirm hat...

    Hallo zusammen,


    Danke für eure Beiträge.


    Lupo, ja, diesen Aspekt habe ich auch bereits in Betracht gezogen. Und sicherlich spielt die Angst vor einem weiteren Schwindel eine mögliche Rolle.


    Die Krankheit, auf die mich Pupu aufmerksam gemacht hat scheint wohl unter anderem durch "falsche" Atmung auslösbar zu sein. Wer weiß, vielleicht habe ich döse Angst öfter und vielleicht atme ich aufgrund dessen anders und vielleicht wird der schwindel dadurch begünstigt.


    Wie schon vorher öfter erwähnt, bewerte ich das ganze wahrscheinlich sehr sehr subjektiv. Ich suche natürlich endlich nach einer plausiblen Erklärung für das ganze.


    Was mich allerdings von der reinen Angst angebracht hat ist die Tatsache, dass es beim Autofahren keine besonderen Situationen gibt, bei denen ich sagen würde dass sie der Auslöser sind. Auch wird mir schwindelig (wenn auch seltener) wenn ich kein Auto fahre. Mal meine ich es sei eine bestimmte kopfbewegung, mal habe ich das Gefühl es passiert beim scrollen vor dem Rechner. Doch jedes Mal stelle ich fest, dass ich keinen direkten Grund nennen kann...und das macht mich wahnsinnig...

    Zitat

    Wie schon vorher öfter erwähnt, bewerte ich das ganze wahrscheinlich sehr sehr subjektiv.

    Das ist doch normal - man erlebt es ja auch subjektiv.

    Zitat

    Was mich allerdings von der reinen Angst abgebracht hat ist die Tatsache, dass es beim Autofahren keine besonderen Situationen gibt, bei denen ich sagen würde dass sie der Auslöser sind.

    Naja, außer der Tatsache an sich, dass man bei Tempo 100+ auf der Autobahn eben besser keine Schwindelattacke bekommt... ;-).


    Zudem läuft das sehr unterbewusst ab - ich habe ähnliche Situationen erlebt - aber objektiv und medizinisch betrachtet gibt keine körperliche Krankheit, die Schwindel und andere Symptome hauptsächlich auf der Autobahn auslöst.


    :)*

    Hallo Lupo,


    ja, das verstehe ich und kann ich nachvollziehen.


    Was heißt "hauptsächlich auf der Autobahn"...? Ja, ich glaube so habe ich das geschrieben, es ist ja nur so dass ich sehr viel unterwegs bin...somit kann ja auch das ein Grund dafür sein, dass ich es (mal wieder subjektiv) als hauptsächliche Zeit ansehe und nenne...


    Ich weiß es doch auch nicht....


    Aber die Tatsache dass es manchmal Dreh- andere Male aber wiederum schwankschwindel ist (beides jeweils sehr eindeutig) lässt mich wiederum stark an die von Pupu genannte Erkrankung glauben.


    Heute zB war es sogar von morgens bis zum späten Nachmittag eine Art dauerschwindel (leichter Schwankschwindel, diesmal aber die ganze Zeit andauernd) und ich bin kein Auto gefahren, nicht mal im Dorf oder so.

    Zitat

    das Gefühl die Augen könnten nichts fixieren

    Vielleicht könnte es sich lohnen, sich diesen Teil mal näher anzusehen (sorry f. Wortspielerei).


    Habe vor Jahren unter sehr ähnlichen Symptomen gelitten, allerdings wesentlich drastischer (mir ging's dreckig wie nie zuvor), und kein Arzt fand eine Ursache. Kam dann schließlich selbst dahinter, dass es an den Augen lag. Sie arbeiteten nicht mehr richtig zusammen, ein Auge fokussierte nicht mehr richtig. Das Gehirn kommt mit den widersprüchlichen Informationen, die es dann geliefert bekommt absolut nicht klar.


    Ich habe dann das "gute" Auge teilweise abgedeckt, so dass das andere gewissermaßen wieder trainiert wurde, und glaub es oder nicht, innerhalb eines Tages ging es mir wieder gut. Das ist viele Jahre her, und dergleichen ist nie wieder aufgetreten.


    Vielleicht magst du einen einfachen Test machen: Am Wochenende, wenn du nicht fahren musst, mal piratenmäßig mit Augenklappe rumlaufen. Wenn der Schwindel dann ausbleibt, hast du einen Hinweis ;-)

    Hallo Blechpirat,


    auch dir danke ich für deinen Beitrag.


    Ich weiß, ich klinge jetzt wahrscheinlich etwas wirr, aber ja, auch die Augen hätte ich bisher sehr in Verdacht. Ich hatte sehr lange das Gefühl es hängt stark davon ab wenn sich vor meinen Augen etwas bewegt...


    Doch dann kamen mal wieder Situationen dazwischen, die scheinbar mit schnelleren Bewegungen vor meinen Augen nicht zu tun zu haben scheinen...

    Versuch das einfach mal mit der Augenklappe. Kannste auch aus einem Gummiband und einem Papiertaschentuch improvisieren. Kostet nix, kann nicht schaden und sollte es tatsächlich daran liegen, wirst du es sofort merken und weißt, in welche Richtung du weiter forschen solltest.