• Plötzliche Schwindelattacken, hauptsächlich beim Autofahren

    Erst einmal ein freundliches Hallo zusammen, ich möchte vorab sagen, dass ich mich Euch nicht anvertrauen möchte in der Hoffnung eine Diagnose zu erhalten, sondern vielmehr, um zu erfahren, ob manche von Euch meine Problematik vielleicht kennen - und ja, vielleicht möchte ich auch einfach nicht so alleine sein :) Ich muss vorweg sagen, dass ich seit…
  • 20 Antworten

    Hallo Blechpirat,


    das was Du meinst, ist die sogenannte Winkelfehlsichtigkeit. Bei schnellen Sichtwechsel z.B. von rechts nach links braucht es bei dieser "Krankheit" eine gewisse Zeit bis beide Augen zur Deckung kommen. Immerhin müssen sich hier zwölf Augenmuskeln einigen, auf welches Objekt es sich fokussieren soll. Dies führt aber nach meiner Erkenntnis und Erfahrung, nicht zu Schwindelanfällen!


    Alles Gute in die Runde :-)


    Jürgen

    Hallo zusammen,


    Es hat bei mir jedenfalls nichts mit schnellen Sichtwechseln zu tun.


    Manchmal, wenn ich von unten den Kopf nach oben wende und so schnell den Blickwinkel ändere, dann passiert es auch schonmal, aber eben nicht immer. Andererseits wird mir jedoch auch sehr häufig schwindelig wenn ich stur geradeaus gucke.

    Ist zwar schon ein etwas älterer Beitrag - ist mir aber sofort ins Auge gestochen.


    Warum ? Weil ich mit einem zumindest ähnlichen Problem seit nunmehr 10 Jahre herumkämpfe und mir niemand wirklich weiterhelfen konnte.


    Um es kurz zu machen: Ich leide auch seit 10 Jahren unter Schwindelattacken beim Autofahren. Angefangen hat es auf der Autobahn. Allerdings - wenn ich so zurückblicke, hat es schleichend begonnen. Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich alles übersensibel wahrnehme bzw. darauf reagiere. Oder wie hier schon erwähnt wurde - man könnte vielleicht auch sagen, dass ich die Bewegungen des Autos übersensibel wahrnehme.


    Natürlich bin ich auch sofort auf der Psychoschiene gelandet (Panikattacken etc.). 2 Jahre Psychotherapie haben genau gar nichts gebracht. Ich bin mir heute auch sicher, dass es absolut nichts mit Panikattacken zu tun hat. Damals hieß es immer, ich muß mich konfrontieren, dann gingen quasi die Symptome weg. Sie gingen aber auch nach 5 Stunden Fahrt nicht weg, sondern wurden eher immer schlimmer.


    Im Grunde genommen war das, was mir damals alles geraten wurde (Konfrontieren bis zum Abwinken) im höchsten Maße kontraproduktiv.


    Ein Lösung für das Problem habe ich naturgemäß nicht. Allerdings einen Verdacht: psychischer Attackenschwindel bzw. psychogener Schwindel. Das ist ein Feld, wozu es noch sehr wenige Informationen gibt. Ich habe sehr viel darüber gelesen und habe selbst auch einen medizinischen background.


    Ausgelöst wird dieser Art von Schwindel durch Stress - davon hatte ich die letzten 10 Jahre jede Menge. Und - da komme ich jetzt auf den Eingangsposter zurück - er kann auch als Folge einer organischen Schwindelerkrankung auftreten - wie z.B. bei Erkrankungen des GGW-Organs.


    Das größte Problem ist, dass damit meist auch auf der Psychoschiene landet - mit Behandlungen, die absolut keinen Nutzen haben, weil davon ausgegangen wird, dass Angst den Schwindel auslöst und nicht (wie es subjektiv auch wahrgenommen wird) der Schwindel auftritt und daraus (unter anderem) nachvollziehbare Angst entsteht - also genau umgekehrt.


    Ich habe sogar Medikamente gegen Angst bekommen, die aber an der Symptomatik beim Autofahren nicht das geringste geändert haben. Was mich heute auch nicht mehr wundert, weil Angst (oder nennen wir es besser Stressreaktion) ja nicht Ursache, sondern eine der Folgen ist.


    Im Prinzip hat man mir auch absurde Dinge eingeredet. Ich hätte Angst vor dem Autofahren usw. Das war damals völlig absurd, weil ich immer sehr gerne Auto gefahren bin.


    Die einzigen brauchbaren Infos habe ich hier gefunden (unter phobischer Schwankschwindel):


    https://www.lifeline.de/schwindel/schwankschwindel-id147048.html


    http://www.weiss.de/krankheiten/schwindel-ohne-befund/ausloesung/


    Man liest auch immer wieder, dass die Situation Autofahren einer der Auslöser sein kann.


    Bei mir ist es eindeutig so, dass es geschwindigkeitsabhängig ist. In der Stadt geht es (so bis 50-60 km/h), sobald es schneller wird, komme ich mit der Wahrnehmung irgendwie nicht mehr zurecht. Und es hat auch eine gewisse Korrelation mit meinem allgemeinen Stresszustand.


    Wie gesagt - Lösung habe ich keine. Allerdings nur für mich selbst eine Erklärung. Zuviel Stress ist nicht gut. Und gemäß Neurologen ist Autofahren eine der herausfordernsten Dinge für das Gehirn. Von daher halte ich es nicht für Zufall, dass Probleme (zuerst) dort auftreten. Und von daher auch logisch, dass Konfrontation nicht nur nichts bringt, sondern kontraproduktiv ist. Wenn ein Körper/ein Gehirn schon gestresst ist und man stresst es noch mehr, dann kann man eigentlich nicht wirklich erwarten, dass die Symptome verschwinden. Auch diese ganzen Psychoheiler, die alles mögliche versprechen, sind völlig nutzlos, weil es natürlich nicht möglich ist, so ein Problem mit Fingerschnipp zu lösen.


    Nun wird jeder sagen - Stress abbauen - das ist heute natürlich leichter gesagt als getan, denn auf viele Bereiche hat man selbst überhaupt keinen Einfluss mehr.

    Hallo max73, hallo alle zusammen,


    nach langer Zeit der Abwesenheit melde ich mich wieder. Zunächst vielen Dank auch für Deinen Beitrag max73.


    In den letzten Monaten bin ich den hier geäußerten Meinungen nachgegangen. Ein Neurologe war es schließlich, welcher Vestibularisparoxysmie als die wohl eindeutigste Erklärung sieht und mir diese (auf Basis unseres Gesprächs) diagnostizierte. Leider konnte er das Bildmaterial des MRT nicht ausreichend auswerten (aufgrund der zu geringen Auflösung seines Bildschirms wie er sagt). Sei es wie es sei, alle ihm von mir genannten Symptome scheinen zu passen, er verschrieb mir Carbamazepin (2x100mg täglich). Die Beschwerden liessen nach, ich hatte zwischendurch sogar mehrere Monate Ruhe.


    Jetzt im Herbst beginnt der Schwindel (exakt wie im letzten Jahr -> auch im Herbst) erneut, allerdings weniger stark, was ich im Moment auf die Wirkung des Carbamazepins zurückführe. Auftretender Schwankschwindel (in 95% aller Fälle) ist mittlerweile gut "beherrschbar", er ist weniger ausgeprägt als letztes Jahr und insgesamt kürzer. In 5% aller Fälle tritt Drehschwindel auf, welcher allerdings dann extrem stark ist, so etwa 4-5 Sekunden lang.


    Die Diagnose scheint soweit zu passen, zumindest stütze ich mich darauf. Von meinem Morbus Meniere merke ich hingegen in der letzten Zeit so gut wie gar nichts mehr.


    Ich habe versucht, mich so oft wie möglich mit dem Auftreten des Schwindels zu befassen, meine Lebensweise damit abzugleichen und herauszufinden, welche Zusammenhänge bestehen. Nach wie vor ist es so, dass ich nicht klar sagen kann, wann eine Schwindelattacke auftritt, immernoch bleibt mir nur die Aussage, dass es kommt wann es will.


    Allerdings sind mir ein paar Dinge aufgefallen...


    Drehe ich den Kopf (beim Blick in den rechten Außenspiegel oder aber auch beim Nicht-Autofahren) nach rechts und wieder vor, so ist dies schonmal der Grund für einen Schwindel gewesen (mehr als 1 Mal). Gleiches gilt für das Neigen des Kopfes nach vorne und dann wieder aufschauen. Zudem erscheint es mir so, dass Schwindel eher möglich ist, wenn ich etwas vor meinen Augen fixiere (das voraus fahrende Auto oder mein Handy in der Hand), sich der Hintergrund jedoch im Verhältnis dazu bewegt.


    Zudem habe ich das starke Gefühl, manchmal (nicht immer) beim Autofahren das Husten oder Gähnen vermeiden oder unterbinden zu müssen. Ich führe dies darauf zurück, dass bei solchem der Druck im Kopf steigt und dadurch (möglicherweise) ein Gefäß-Nerven-Kontakt entstehen kann (bitte um Korrektur, falls ich hier völlig daneben liege :) ).


    Tatsache ist, dass meine Aussage, dass es hauptsächlich beim Autofahren auftritt, nicht ganz korrekt ist und ich die Sache nur zu subjektiv betrachtet habe. Sicherlich ist eine Autofahrt beim Auftreten eines Schwindels eine potentiell gefährlichere Sache als wenn dies beim Spazierengehen oder gar im Sitzen passiert. Wahrscheinlich kommt hier der von max73 genannte psychsiche Aspekt zum Tragen, denn natürlich ist ein Unfall das letzte was ich für mich oder andere Verkehrsteilnehmer möchte. Da allerdings der Schwindel im Allgemeinen doch nachgelassen hat ist Autofahren mittlerweile weniger das Problem.


    Seit heute bemerke ich jedoch etwas Neues, was ich noch nicht kenne. Im Auto ist es mir zuerst aufgefallen, jetzt im Büro ist das Phänomen jedoch immernoch da. Bitte denkt jetzt nicht, ich sein bescheuert, ich weiß, dass das Ganze sehr abenteuerlich klingt.


    Beim Aussprechen (ich telefonierte im Auto mit meinen Kindern und meiner Frau) bestimmter Buchstaben beginnt vor meinen Augen alles zu wackeln/zittern und ich habe das Gefühl eine nächste (Schwank-)Schwindel-Attacke steht kurz bevor (auch wenn sie letzten Endes nicht eintritt). "Problem" hier sind summende Buchstaben (M, S (nicht wie "scharfes S" ausgesprochen sondern eher wie ein "S" in "Seife"), W). Spreche ich diese Buchstaben in Wörtern lauter aus, dann beginnt es vor meinen Augen zu wackeln, hört jedoch auf, sobald ich aufhöre zu reden.


    Schon lange habe ich bemerkt, dass im Zusammenhang mit meinem Schwindel Probleme mit meinen Augen auftreten, ebenso wie Druck im vorderen Bereich des Kopfes (bei jeder Schwindel-Attacke). Oft kommt es mir vor als könnte ich dann nichts wirklich visuell fixieren. Ebenso habe ich nach einer Schwindel-Attacke schon öfter bemerkt, dass das Sprechen danach (insbesondere beim Autofahren) nicht immer so gut ist, da das Nachklingen des Schwindels dadurch verstärkt wird (kein richtiger Schwindel mehr, aber eine Gangunsicherheit wenn ich denn gehen würde).


    Dass jedoch bestimmte Buchstaben hierbei eine Rolle spielen ist mir absolut neu. Vielleicht habe ich vorher einfach nicht drauf geachtet (so oft kommt es ja nun auch nicht vor).


    Ich habe einen neuen Termin beim Neurologen gemacht, dieser ist jedoch erst am 4.12..


    Meine aktuelle Vermutung ist ja, dass das Aussprechen dieser Buchstaben bzw. Laute, ebenso wie Husten oder Gähnen, den Druck im Kopf erhöhen und zu einer Annäherung von Nerv und Gefäß (in Bezug auf Vestibularisparoxysmie, was ja mein aktueller Befund ist) führen.


    Ist dies möglich? Ändert sich die Lage oder Position einer Arterie so "leicht", sodass ein Kontakt entstehen könnte?


    Was meint ihr zur Diagnose des Neurologen? Bisher habe ich ja den Eindruck als würde seine Medikation helfen, oder ist das Mysterium mit den Buchstaben nun schon wieder was neues? Ein Tumor konnte in 2 Untersuchungen bisher jedenfalls mal ausgeschlossen werden.


    Vestibularisparoxysmie also korrekt bzw. absolut möglich? Oder was ist bspw. mit Perilymphfistel? Jemand Erfahrung damit? Auch dies kann doch sowohl Schwank- als auch Drehschwindel auslösen, korrekt? Auch Probleme mit den Augen werden hier als Symptome aufgeführt...


    Ich danke Euch für Eure Zeit, meinen Beitrag zu lesen.


    Besten Gruß


    Florian

    Hi Florian,


    ich kenne das aus eigener Erfahrung, aber Deine Selbstbeobachtung ist schon heftig.

    Zitat

    Drehe ich den Kopf (beim Blick in den rechten Außenspiegel oder aber auch beim Nicht-Autofahren) nach rechts und wieder vor, so ist dies schonmal der Grund für einen Schwindel gewesen (mehr als 1 Mal). Gleiches gilt für das Neigen des Kopfes nach vorne und dann wieder aufschauen.

    Dann kommt es darauf jetzt auch nicht mehr an ;-)


    Passiert das auch, wenn Du den Kopf absolut ruhig hältst und nur die Augen entsprechend (also schnell zur Seite oder nach oben/unten) bewegst ?

    Hallo Lupo,


    bewusst habe ich darauf noch nicht geachtet, es ist mir jedenfalls so in dieser Art noch nicht aufgefallen. Sicherlich ist ein Schwindel schon aufgetreten, wenn ich den Kopf absolut ruhig gehalten habe, das sogar eindeutig mehrfach, hierbei habe ich nach meinem Empfinden aber die Augen nicht bewegt, sondern "stur" in eine Richtung geblockt (bspw auf das Handy oder aber den Fernseher).


    Kurz gesagt: ja, Schwindel entsteht auch beim Ruhighhalten des Kopfes, Augenbewegungen sind hierbei jedoch nicht Auslöser. Vielmehr glaube ich, dass Kopfbewegungen ausschlaggebend sind, beim Ruhighalten des Kopfes hingegen würde ich vermuten, dass die Haltung des Kopfes der "Knackpunkt" ist.


    Ja, ich beobachte mich in der Tat wohl extrem stark zur Zeit. Grund ist, dass ich darauf bedacht bin, irgendeine Systematik des Auslösens des Schwindels feststellen zu können, oder aber wenigstens Eingrenzungen zu finden. Ich bin schlecht darin, Dinge einfach hinzunehmen, so leid es mir tut :)