Tauchen - Druckgefühl im Ohr

    Ich liebte es schon immer, zu tauchen, Freistil, taub, unter Wasser, meine Welt... Als Kind konnte ich 5-6m tief tauchen ohne Einschränkungen.
    Seit ich in der Pubertät bin habe ich bei 2m abwärts jedoch einen immer größeren Schmerz im Trommelfell, je tiefer ich gehe. Das ist natürlich der Druck, warum das erst in der Jugend kam, keine Ahnung, durch das Wachstum vermutlich? Wie auch immer... Tiefer als 3m geht dann gar nicht, weil der Schmerz wirklich stark ist. Ich mache dann einen Druckausgleich (Nase zuhalten, pusten, wie man das halt kennt) und der Schmerz ist auch weg, ich kann tiefer tauchen. Allerdings tut der Druckausgleich auch etwas weh, so ein kleines Stechen, auch das Auftauchen ziept dann ziemlich und nach dem Tauchgang allg. tun mir die Ohren (bzw das Trommelfell) noch eine halbe Stunde weh. Ist das überhaupt gesund oder ist das normal? Und kann man seine Ohren damit schädigen? Kaputt geht bei mir eh nicht mehr viel, da ich seit meinem 3. Lebensjahr taub bin und mit Cochlea Implantaten versorgt, aber da muss ja trotzdem nichts "reißen" oder so...

    Gibt es da eine bessere Methode? Gibt es vllt. spezielle Ohrstöpsel, die dafür sorgen, dass der Druck auf das Trommelfell erst gar nicht entstehen kann? Oder ist das auch viel Trainingssache und das Trommelfell wird mit der Zeit stärker/dicker?

  • 10 Antworten

    Das ist aber schon eine sehr spezielle Frage, die hier wohl nur mit viel Glück beantwortet werden kann, denke ich.


    Da solltest Du eher einen HNO befragen, oder in einem Taucherclub die jeweiligen Ausbilder oder Trainer.


    Was das Trommelfell anbelangt: Entweder Du machst von Beginn an etwas falsch, was das erzeugen von Unterdruck anbelangt, oder dein Trommelfell ist schon geschädigt - die Membrane evtl. zu dünn.


    Hattest Du denn mal Probleme mit den Ohren, z.B. Entzündungen?

    Fizzlypuzzly schrieb:

    Da solltest Du eher einen HNO befragen, oder in einem Taucherclub die jeweiligen Ausbilder oder Trainer.


    Was das Trommelfell anbelangt: Entweder Du machst von Beginn an etwas falsch, was das erzeugen von Unterdruck anbelangt, oder dein Trommelfell ist schon geschädigt - die Membrane evtl. zu dünn.


    Hattest Du denn mal Probleme mit den Ohren, z.B. Entzündungen?

    Gute Idee, ich habe sowieso Anfang August einen Termin, weil meine Nase nachts immer zu ist, was zur Folge hat, dass ich früh wie gerädert wach werde, da zu wenig Sauerstoff....

    Ja, ich weiß, dass das etwas speziell ist, aber vielleicht nicht zu speziell, sodass keine Erfahrungen diesbezüglich vorhanden sind.

    In Bezug auf was, mache ich falsch? Den Druckausgleich? Du meinst, idR sollte das dabei nicht schmerzen?

    Also, bis auf die Taubheit... Probleme mit den Ohren selbst hatte ich aber auch, ja. Ich trug früher Hörgeräte (auch wenn die nichts brachten) und hatte ständig Mittelohrentzündung aufgrund der schlechten Belüftung durch die Ohrpassstücke...

    22:22 schrieb:

    In Bezug auf was, mache ich falsch? Den Druckausgleich? Du meinst, idR sollte das dabei nicht schmerzen?

    Ja genau, ich meinte den Druckausgleich. Sorry, mir fehlte vorhin das richtige Wort.

    Es könnte sein, dass Du den Druckausgleich zu spät vornimmst. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, muss der unter Wasser schon vor dem Abtauchen durchgeführt werden, bin mir aber nicht so sicher.

    22:22 schrieb:

    Also, bis auf die Taubheit... Probleme mit den Ohren selbst hatte ich aber auch, ja. Ich trug früher Hörgeräte (auch wenn die nichts brachten) und hatte ständig Mittelohrentzündung aufgrund der schlechten Belüftung durch die Ohrpassstücke...

    Bist oder hast Du dich mal checken lassen, ob Du überhaupt tauchfähig bist? Wie weit gehst Du denn runter? Taubheit und tauchen ":/, könnte ein Risiko sein. Durch deine ständige Mittelohrentzündung ist das Trommelfell wohl schon geschädigt und deine Ohren signalisieren dir ja auch durch die Schmerzen, dass etwas nicht ok ist.


    Die Ohren sind auch für das Gleichgewicht zuständig und gerade beim Tauchen kann sich das auch ohne Ohrprobleme ganz schnell ändern. Hast Du denn überhaupt mal einen Tauchschein gemacht?

    Genau so, du fängst zu spät an. Ich bin selbst Sport-Taucherin und hatte am Anfang das gleiche Problem.Du musst direkt beim eintauchen anfangen den Druckausgleich zumachen.


    Bei mir liegt es daran das ich als Kind ständig eine Mittelohrentzündung hatte. Wenn ich erst bei 2-3m mit druckausgleich anfange komme ich auch nicht runter, ohne schmerzen.

    Also, Taubheit und Tauchfähigkeit schließt sich nicht aus, ein wenig schmunzeln musste ich da schon. Kommt ja immer darauf an, wodurch man taub wurde, bei mir sind die Sinneszellen in der Cochlea durch AB und Chemotherapie zerstört, da ist das nicht der Fall. Wenn man Probleme mit dem biologischen Aufbau des Ohrs hat, kann ich mir das eher vorstellen.
    Den Tauchschein brauche ich eigentlich nicht, weil ich wirklich nur ganz gemütlich vor mich hindümpel und herumtauche in weniger tiefe Tiefen und bis auf den Druckausgleich gab es nie Probleme und ich dachte mir vllt. mache ich einfach nur eine Kleinigkeit falsch.

    cocosun_75 schrieb:

    Genau so, du fängst zu spät an. Ich bin selbst Sport-Taucherin und hatte am Anfang das gleiche Problem.Du musst direkt beim eintauchen anfangen den Druckausgleich zumachen.


    Bei mir liegt es daran das ich als Kind ständig eine Mittelohrentzündung hatte. Wenn ich erst bei 2-3m mit druckausgleich anfange komme ich auch nicht runter, ohne schmerzen.

    Danke euch beiden, dann ist das Problem, denke ich mal, gelöst! Ich habe den Druckausgleich nämlich nie beim Eintauchen gemacht, weil mir logisch erschien, dass der Druck ja erst in zunehmender Tiefe stärker wird, also da erst Druckausgleich.
    Werde das nächstes Mal gleich umsetzen @:):-)

    22:22 schrieb:

    Werde das nächstes Mal gleich umsetzen

    Viel Spaß, berichte doch mal und schön das Du schmunzeln kannst@:)

    Mit 17 war ich beim DLRG in der Tauchgruppe, mir taten die Ohren weh, wenn wir im Sprungbecken unter dem 5 Meter Turm des Schwimmbades tauchen übten mit Sauerstroffgerät.


    Im folgenden Winter war ich im Hallenbad schwimmen und verlor meine Halskette. Ich sah sie am Grunde in 2 m Tiefe liegen, kein Problem also, mal kurz einfach nur so abzutauchen und sie hochzuholen.


    Mein Glück war, dass zufällig ein Schwimmmeister am Beckenrand stand. Ich tauchte also runter und irgendwas ploppte im Ohr, ich verlor völlig die Orientierung. Wo ist oben, wo unten? Ich konnte das nicht unterscheiden. Ich wurde panisch. Der Schwimmmeister hat mich rausgeholt.


    Mir tat nichts weh, ich hatte aber totale Gleichgewichtsprobleme weiterhin. Da meine Familie auch im Schwimmbad war, halfen sie mir. Sie nahmen das nicht wirklich ernst.


    1 Stunde später bekam ich höllische Ohrenschmerzen. Meine Eltern fuhren mich zu Ohrenarzt, der guckte da rein, meinte da wäre nichts und tschüs.


    Die Nacht war Hölle. Meine Eltern weigerten sich, nochmals mit mir zum HNO Arzt zu fahren, waren 20 km bis dahin. So bin ich dann zum Ausarzt gegangen, der sah rein und meinte, das Trommelfell würde gleich platzen, weil dahinter Flüssigkeit sei...


    Ich habe dann wohl Ohrentropfen bekommen. Es dauerte ein paar Tage, bis wieder alles normal war. Er meinte, ich hätte wohl durch ein kleines Löchlein beim Tauchen Wasser ins Ohr bekommen, was sich entzündet hätte. es spräche auch dafür, dass ich Gleichgewichtsstörungen hatte.


    Die Folge: Beim Tauchen passierte dies erneut. ich war dann bei einem anderen Ohrenarzt, der mir weiteres Tauchen untersagte.


    Ich bin damals nur einmal nach Kanada geflogen, Landeanflüge waren die Hölle. Jahrzehnte später weitere Flüge. Schmerzen wie Hölle, einmal blutete es sogar aus dem einen Ohr.


    Einmal ist das Trommelfell geplatzt, die Schmerzen davor wünsche ich niemanden...


    In Folge wurden Untersuchungen gemacht, auch in der Uniklinik, wo man ausgemessen hat, es findet gar kein Druckausgleich statt. Die Auswertung ergab eine komplette Nulllinie.

    Man hat dann die Eustach'schen Röhren unter Vollnarkose unter Druck aufgedehnt, das hielt von 12 bis Mittag, man wiederholte es noch einmal, anfangs alles gut, dann bei Landeanflüge wieder höllische Schmerzen.


    Das Ausdehnen hatte Nebenwirkungen. Es quietschte dauernd im Ohr, offensichtlich hat sich immer ein Luftbläschen in der Eustach'schen Röhre bewegt. Aber das war so laut, als wenn eine Tür quietscht, andere haben das auch gehört, sich halb kaputt gelacht, aber es trat auch nachts auf, wo ich dann dachte, durch den Lärm fliegt mein Kopf auseinander.


    Es hat also etwas mit einer verengten Eustach'schen Röhre zu tun, die keine Luft weiterleiten kann. Man hat mir dann, auch um weitere Perforationen des Trommelfells zu vermeiden, dauerhafte Röhrchen ins Trommelfell eingesetzt. Macht man sonst wohl nur bei Kindern, die laufend Mittelohrentzündungen haben.


    Die Röhrchen sollen eigentlich bis zu 3 Jahren halten, das war bei mir leider nie der Fall. Spätestens nach 1 1/2 Jahren waren die rausgefallen, das letzte Mal sogar schon nach 11 Monaten. Da hatte sich eine Entzündung entwickelt, ein Röhrchen war im Gehörgang quasi schon halbwegs angewachsen, Entfernung ziemlich gemein. Das 2. steckte halt in dieser Entzündung im Trommelfell, wurde auch gezogen.


    Fazit: nie wieder tauchen, will ich irgendwo hinfliegen, brauche ich neue Röhrchen, was. wegen Corona nicht wirklich wichtig ist. Ich muss im Moment nirgendwo hin.


    Empfehlung: Uniklinik, wo man genau ausmessen kann, wie und ob der Druckausgleich bei dir funzt. Und nein, diese Geräte hat ein normaler Ohrenarzt nicht in seiner Praxis. Viel zu speziell.

    Danke dir für den Erfahrungsbericht, liebe Benita! @:)
    Das zeigt mir wieder, wie wichtig es ist, bei Schmerzen unbedingt auf den Körper zu hören.
    Ich dachte mir ja auch, ob meine Ohren da nicht einfach empfindlich sind wegen früherer Mittelohrentzündungen und ob ich den Schmerz nicht einfach aushalten muss, das sei normal. Ein Glück habe ich es nicht, wie man sieht, hätte ich mir durchaus was Ernsteres zuziehen können, Riss im Trommelfell oder so. Die Orientierung hatte ich noch nicht verloren, also wohl auch noch rechtzeitig.

    Ich glaube, ich weiß genau, welches Gerät zum Drucktesten du meinst.
    Ich bin jährlich zum Einstellen meiner Cochlea Implantate in der Klinik und auch davor regelmäßig beim Hörgeräteakustiker und da wurden mir immer diese Stöpsel ins Ohr gesteckt, worauf ein Druck im Ohr entsteht (man hört auch so einen komischen Brummton) und es ploppt immer kurz. Ganz normal, ohne Schmerzen. Auf Papier gibts dann so einen Kurvenverlauf. Kann damit nicht viel anfangen, aber da ist bei mir alles in Ordnung.
    Ich bin vor 2 Jahren ein paar Mal geflogen, auch da hatte ich ganz normal das Ploppen im Ohr, ohne Schmerzen. Ansonsten fliege ich aber nicht.

    Dass du nicht mehr Tauchen kannst, tut mir total leid. :)* Mir würde das sehr fehlen. Gibt es da keine anderen Möglichkeiten bei dir? Die Medizin ist doch schon so weit fortgeschritten teilweise...

    Als ich jung war, fand ich es natürlich doof, heute, ich bin 70, ist es mir egal.


    Vor wenigen Jahren war ich auf Kuba, das war zu der Zeit, als man die Tube aufgedehnt hatte, ich hatte also kein Röhrchen im Ohr und somit kein Loch im Trommelfell.


    Ich war, wenn ich an der Küste war, schnorcheln. Das war ein unvergessliches Erlebnis. Grandios, diese Erinnerung wird bleiben. Als einmalig verbucht, weil jeder weitere Flug nur noch mit Löchern in den Ohren durch die Röhrchen erfolgen könnte. Somit: nichts mehr mit schnorcheln.

    Aber ich bin so dankbar, dass ich das überhaupt erleben durfte. Das erfüllt mich - statt nun den Rest meines Lebens mit ewigem Bedauern und Klagen zu verbringen, weil es nie mehr gehen wird....

    BenitaB. schrieb:

    Aber ich bin so dankbar, dass ich das überhaupt erleben durfte. Das erfüllt mich - statt nun den Rest meines Lebens mit ewigem Bedauern und Klagen zu verbringen, weil es nie mehr gehen wird....

    Oh, ich wusste nicht, dass du schon 70 bist. Du wirkst auch nicht, wie 70 @:)
    Dann hattest du ja zumindest schon Zeit, um viele, auch andere schöne Dinge zu erleben und zu erfahren. Klingt jetzt auch wieder doof, so nach dem Motto, dass dann ja alles gut ist, weil du es schon hattest, so ist das gar nicht gemeint.... Aber du weißt sicher, wie ich es meine!

    Und deine Einstellung finde ich super, ich halte es genauso. Behalte sie dir @:)
    Es gab eine Zeit, da habe ich (in Bezug auf meine Taubheit zB) alles eher negativ gesehen, gejammert und wie schön das Leben doch ohne dieses Los wäre, ich war im Negativkreislauf gefangen.
    Inzwischen habe ich mich nicht nur damit arrangiert und konnte es annehmen, sondern bin sogar irgendwie auch dankbar dafür. Es hat mich vieles gelehrt, ohne all das wäre ich ein ganz anderer Mensch geworden und das hat mit soviele andere Dinge geschenkt.

    Zu meinen Lieblingssprüchen gehört: In allem, was existiert, ist Licht. Man muss es nur erkennen. Und auch Buddha sagte: Das, was du denkst, bist du. Was du bist, strahlst du aus. Was du ausstrahlst, ziehst du an.
    Das ist wirklich so. Ich habe das richtig gemerkt, als ich es geschafft habe, mein Denken zu ändern. :)*

    Lebenseinstellung und Positivität entstehen zuerst im Inneren. Das eigene Denken erschafft die Realität.