Zu gut hören - es raubt mir den letzten Nerv

    Ich bin schon von Kind an sehr lärmempfindlich. Das geht soweit, dass ich bei anhaltendem "Lärm" erst nervös und dann aggressiv werde. Und ständig die Diskussion um Fernseher oder Radio. Ich sage, es ist zu laut, die Familie mault, sie könne nichts verstehen.


    Auch das sogenannte selektive Hören funktioniert nur zum Teil. Dadurch habe ich ständig viele Geräusche im Ohr und höre Gespräche, die noch in eingen Metern Entfernung in normaler Tonlage geführt werden.


    Ich habe die Lärmempfindlichkeit immer auf mein Nervenkostüm zurückgeführt. Gestern wurde im Rahmen eines Gutachtens en Hörtest durchgeführt. Die Ärztin vom med. Dienst wollte es nicht gläuben und hat den Test noch mal gemacht. Bei hohen Tönen liegt die Hörschwelle bei 12 db, bei 25 db ist die Schmerzschwelle, für mittelfrequente und tiefe Töne liegt die Hörschwelle bei 15, bzw. 18 db.


    Die Ärztin sagte, in 20 Jahren Berufserfahrung habe sie noch nie ein solches Testergebnis erlebt. Ich würde ja im wahrsten Sinne des Wortes das Gras wachsen hören. Dabei habe ich das Gefühl, dass ich seit dem Schlaganfall im Dez. 2007 nicht mehr ganz so gut höre wie vorher.


    Viele beneiden mich um mein gutes Gehör, aber ich bin nur noch genervt. Schwerhörigkeit macht einsam, Überhörigkeit aber auch. :-|


    Ach ja, ich bin nicht etwa ein Teenie, der noch nicht in die Disco darf, ich bin inzwischen 50 J.


    Vielleicht gibt es hier Leidensgenossen, die mir erzählen, wie sie mit diesem Problem umgehen.

  • 11 Antworten

    Hallo Rita 173,


    ich möchte Dir auch herzlich gratulieren zu Deinem guten Gehör. Ich hätte gern Dein Luxusproblem!


    Ich bin nach einer Ohrenerkrankung (MM) auf einem Ohr ertaubt. Für unsere "Wehwehchen" gibt es leider wenige, hilfreiche Mittel, die Schwerhörigkeit zu kompensieren.


    Dir könnte ganz sicher ein guter Hörgeräteakustiker Linderung verschaffen, indem er Dir ganz- profan ausgedrückt- ein Oropax anpasst.|-o


    Alles Gute und hoffentlich ein Leben lang ein gutes Gehör, wünscht Dir


    Jürgen44


    :)^:)^:)^

    Ein zweifelhafter Luxus. :|N


    Ich leide auch unter Tinitus. Zum Glück nicht ständig. Ich würde Dir gerne etwas von meinem Gehör abgeben, dann wäre uns beiden geholfen. An den Gehörgeräte-Akustiker habe ich auch schon gedacht. Ich werde mich mal beraten lassen, kann ja nicht schaden.

    genau das hätte ich jetzt auch vorgeschlagen. entweder watte oder ohrstöpsel in die ohren und dann ist alles etwas gedämmter und nervt dich nicht mehr so:)^ ich kann dich gut verstehen. habe zwar ein normales gehör (glaube ich jedenfalls) aber ich bin auch sehr geräusch empfindlich... es gibt da ne seite:http://www.empfindsam.de/index.php die ist für hochsensible menschen (da geht es um empfindlich keiten gegen geräusche, gerüche, farben...).


    *:)

    Hallo, als ich nach einer Woche in Delirium aufwachte, hatte ich auch Überhörigkeit.

    Konnte von 20m Entfernung hören was die anderen sagen. Hab dann immer Ohrstöpsel getragen damit mir der Schädel nicht platzt.

    Ich besitze trotz Tinnitus auch ein sehr empfindliches Gehör. Daher schlafe ich sehr schlecht und bin sofort wach, wenn eine Mücke hustet. Ich höre auch Fledermäuse oder andere hohe Töne, die andere gar nicht wahrnehmen, wie z.B. die Piepser gegen Marder in den Autos. Find ich furchtbar die Dinger.


    Hatte das immer auf meine Hochsensibilität zurückgeführt. Keine Ahnung. Das Problem ist jedenfalls da und raubt mir auch sehr oft die Nerven. Vor allem halt beim Schlafen. Auf der anderen Seite mag ich auch laute Konzerte. Ich trage da natürlich Gehörschutz.

    Ja, hier! Mir helfen Ohropax, Noise Cancelling Kopfhörer, angenehme Musik (lieber angenehme Reize als unangenehme), und Baumarktkopfhörer für die Baustelle.


    Ansonsten habe ich einen Partner, der recht rücksichtsvoll ist. Als ich Zuhause gelebt habe, gab es regelmäßig dramatische Szenen, weil der Lärm (TV, Radio, Waschmaschine et.c) extrem schmerzhaft für mich war und mich aggressiv machte.

    Ich kenne so etwas auch, aber in einem anderen Zusammenhang. Halte die Umstände evt. aber für vergleichbar. Ich habe auch einmal eine Krankheit gehabt. Danach war ich geruchsempfindlich wie noch nie zuvor in meinem Leben. Ich habe Gerüche im Nanogrammbereich gerochen und das dauerhaft mit all ihre Facetten. Das ist genauso nervig gewesen. Denn ich habe das damals auch als negativ empfunden. In der duftstoffschwangeren Welt heutzutage ist das alles andere als angenehm gewesen. Ich habe dadurch auch irgendwann körperliche Probleme bekommen, wie Schmerzen, Kribbeln ect. Das habe ich alles solange ertragen, bis ich dies selbst umprogrammiert habe. Ich habe jeden Duftstoff, egal was, als für mich angenehm "bewertet" oder zumindest als neutral angesehen oder ich habe dies als etwas angesehen, das trotz seines Gestanks, keinen Einfluss auf mich hat. Schon nach ein paar Tagen wurde die Empfindlichkeit besser und war dann irgendwann ganz weg. Ich kann seitdem Gerüche ect. wieder ausblenden, ich rieche die dann auch nicht mehr, wenn ich sie nicht riechen will.

    Bei anderen Sinnesorganen könnte das unter Umständen genauso sein. Ich glaube, man kann die eigene Reaktion auf etwas gezielt steuern und man kann sie auch gezielt ins gleichgültige Desinteresse befördern und dann ist auch die eigene Wahrnehmung irgendwann wieder selektiv auf das Wesentliche beschränkt.


    Passieren kann einem so etwas durchaus hin und wieder im Leben. Hier hat einmal eine Frau geschrieben, sie hat das nach einer OP plötzlich gehabt, ähnlich wie ich auch. Was bei der OP passiert ist, kann man bewusst nicht wissen, aber man hat ja ein Zellgedächtnis, dass dann auch Reaktionen hervorbringen kann, eine Art Alarmbereitschaft bei Düften, Geräuschen ect.


    Vielleicht ist es ein Versuch wert. Vielleicht ist es bei dir aber auch ganz anders.

    Ich kenne es teilweise, aber bei mir ist es zum Beispiel so, das ich mich draußen mit lauter Musik abschirme das heißt meine eigene Musik die ich lauter oder leiser machen kann stört mich nicht, aber bei anderen bin ich da sehr empfindlich. Ich kann dummerweise auch nicht sehr gut filtern, so dass ich schön öfters mal Gespräche die gar nicht für mich bestimmt waren mitgehört habe, oder wenn jemand neben mir am Festnetz telefoniert kann ich oft mithören ohne Lautsprecher.


    Caramala 3 schrieb:

    Bei anderen Sinnesorganen könnte das unter Umständen genauso sein. Ich glaube, man kann die eigene Reaktion auf etwas gezielt steuern und man kann sie auch gezielt ins gleichgültige Desinteresse befördern und dann ist auch die eigene Wahrnehmung irgendwann wieder selektiv auf das Wesentliche beschränkt.

    Du glaubst gar nicht wie oft ich das zuhören bekommen habe %:|und leider ist dem nicht so, ich wusste zum Beispiel nach der Schule ein Jahr lang nicht was ich tun sollte und bin vom Arbeitsamt zu einer Massnahme gezwungen worden bei der alle möglichen Leute zusammen gewürfelt waren, man musste ein Praktikum machen und einmal in der Woche traf man sich und machte Aufgabe da war es immer ziemlich laut und ich war dementsprechend genervt, irgendwann habe ich das mal mit der Leiterin besprochen und die kam mir mit autogenem Training und anderem Zeug, ich habe alles versucht aber für mich war es untragbar. Inzwischen weiß ich den Grund bei mir, aber ich kann mir vorstellen dass es auch anderen Menschen genauso geht. Wenn du immer den Gesprächen anderer ausgeliefert bist und die dann auch noch laut sind und du wegen des Lärms Probleme beim denken bekommst, dann ist das purer Stress. Ich mache inzwischen genau deswegen auch Home Office, wobei es in der Arbeit geht in der Gruppe waren halt alle möglichen Leute zusammen gewürfelt und der Raum war außerdem noch eng und es hat gehallt, das ist bei uns im Büro zum Glück nicht so.

    cleasan-teine schrieb:

    Ja, hier! Mir helfen Ohropax, Noise Cancelling Kopfhörer, angenehme Musik (lieber angenehme Reize als unangenehme), und Baumarktkopfhörer für die Baustelle.


    Ansonsten habe ich einen Partner, der recht rücksichtsvoll ist. Als ich Zuhause gelebt habe, gab es regelmäßig dramatische Szenen, weil der Lärm (TV, Radio, Waschmaschine et.c) extrem schmerzhaft für mich war und mich aggressiv machte.

    Waschmaschine empfinde ich krass, aber bei mir ist es im Sommer der große Ventilator der bei uns oben steht, ich gehe deswegen immer sehr spät ins Bett und mache ihn vorher aus, weil ansonsten kann ich nicht schlafen. Ich habe aber schon Menschen angemotzt weil sie zu laut Serien geschaut haben |-o