Blutabnahme ohne Handschuhe

    Ich war heute beim Blutabnehmen, nicht wegen üblichen Diabetes-Programm sondern weil ich seit einem halben Jahr zunehmende Probleme mit den Gelenken bekomme, die auch nicht mehr weggehen.


    Normalerweise gibt es in der Arztpraxis einen extra Raum fürs Blutabnehmen, aber da war heute ein älterer Mann drin, das dauerte und dauerte und nach ca. 15min kam dann eine der Arzthelferinnen raus zu mir und sagte, kommen Sie mit, wir gehen in einen anderen Raum, das hier mit dem Mann kann noch eine Weile dauern, schlechte Venen eben.


    Wir sind dann in den Ultraschall-Raum gegangen, dort war niemand mehr drin, aber auf der Liege lag noch eine Lage Papier mit Zeugs drauf, sie sagte, das ist nur Ultraschall-Gel und hat die Papierlage mit dem Gel drauf zusammengepackt und entsorgt und eine neue Lage für den nächsten Patienten von der Rolle gezogen.


    Dann kam sie zu mir, hat mir am Oberarm das Blut gestaut, dann nach der Vene in der Armbeuge gesucht. Desinfektionslösung in meine Armbeuge gesprüht. Als sie dann mit der Nadel ankam hab ich gefragt, ob sie sich denn keine Handschuhe anziehen würde. Sie meinte nur: "Sollte ich?" - Das klang fast wie: Haben Sie was Ansteckendes? - Ich: "Naja, Sie waren ja gerade noch an dem anderen dran." - Sie: "Ja, aber ich desinfiziere mir ja jedes Mal hinterher die Hände."


    Soweit ich das gesehen habe, ist sie mit meinem Blut nicht in Berührung gekommen. Aber was weiß ich, wie das mit dem alten Mann vor mir war, wo es nicht wie bei mir beim ersten Mal Einstechen geklappt hat.


    Ich ärgere mich, dass ich mich nicht durchgesetzt und darauf bestanden habe. Soweit ich mich erinnere, haben die Arzthelferinnen dort eigentlich nie Handschuhe getragen beim Blutabnehmen. Aber da musste man nicht noch in andere Räume, zig Türklinken bedienen und dann auch noch eine Lage Papier mit Ultraschall-Gel drauf entsorgen, bevor man mir dann Blut abgenommen hat.


    Jetzt mach ich mir so meine Gedanken von wegen Infektionen wie HIV oder Hepathitis. Sie hat mir die Haut in der Armbeuge zwar vorm Einstechen mit Desinfektionsmittel besprüht, aber vorm Einstechen hat sie dann noch mal mit dem Finger nach der Vene getastet. Da frag ich mich schon, ob die Hautdesinfektion überhaupt was bringt, wenn man danach noch mal mit den Fingern darauf herum tatscht und dann da mit einer Nadel durchsticht. Und ob sie sich wirklich nach jedem Patienten die Hände desinfiziert, weiß ich ja auch nicht, das passiert ja alles hinter verschlossenen Türen, das sehe ich ja nicht.


    Muß ich mir Sorgen machen? Oder bin ich durch das Hautdesinfektionsmittel auf meiner Haut abgesichert?


    Dr. Google möchte ich mir nicht antun, daher frage ich hier.

  • 82 Antworten

    Solche wie Du gehen mir ehrlich gesagt auf den Geist. Die Handschuhe sind nicht zu Deinem sondern zu unserem Schutz vor Deinem vielleicht infektiösen Blut. Das Vorgehen ist völlig normal... die Kanüle muss steril sein und der grösste Schmutz von der Haut entfernt.... und man tastet nicht genau da wo man sticht... aber die Vene muss man schon finden. :|N


    Lass die Leute ihre Arbeit tun.

    Die Handschuhe dienen nicht Deinem Schutz, sondern dem der Arzthelferin. Ihre Frage war also völlig richtig. Wenn Du eine stark infektiöse Krankheit hättest, wären Handschuhe für sie besser.


    Deinem Schutz dient es, dass die Einstichstelle desinfiziert wird, die Lösung einwirken kann, und dann eine sterile Nadel verwendet wird. Ob die Arzthelferin oder eine Laborantin mit Deinem Blut in Berührung kommt, spielt für sie möglicherweise eine Rolle, aber nicht für Dich.


    Ich erkenne in Deiner Beschreibung, dass Du Angst hast, irgendeine Infektion indirekt von dem alten Mann bekommen zu haben. Was meinst Du, auf welche Weise das passiert sein könnte?

    Die Leute dürfen auch gerne ihre Arbeit tun, aber ich möchte dabei nicht gefährdet werden. Mein Blut ist nicht infektiös, und ich will, dass es so bleibt. Und mir auch nichts bei derartigen Aktionen holen, wenn sie auf einer bereits desinfizierten Hautstelle nachträglich herumdrücken (ich hab nun mal feine Venen).

    Zitat

    Ich erkenne in Deiner Beschreibung, dass Du Angst hast, irgendeine Infektion indirekt von dem alten Mann bekommen zu haben. Was meinst Du, auf welche Weise das passiert sein könnte?

    Nein, generell denke ich mir, dass sie in den zwei Stunden früh ja hintereinanderweg Leuten Blut abnehmen, und es bei manchen richtig schwer ist. Und ob gestresste Arzthelferinnen immer daran denken, sich hinter die Hände zu desinfizieren, weiß ich auch nicht. Sie hat dann ja auch noch die Überreste vom letzten Ultraschall entsorgt.


    Also bleibt die Frage, ob das Hautdesinfektionsmittel mich auch dann schützt, wenn die Arzthelferin danach noch mal auf der Vene rumdrückt.

    Zitat

    Jetzt mach ich mir so meine Gedanken von wegen Infektionen wie HIV oder Hepathitis. Sie hat mir die Haut in der Armbeuge zwar vorm Einstechen mit Desinfektionsmittel besprüht, aber vorm Einstechen hat sie dann noch mal mit dem Finger nach der Vene getastet.

    Weisst Du überhaupt genau, wie HIV übertragen wird?


    Solange die Frau nicht mit blutigen Händen oder voller Sperma an Deinen Arm geht, sollte es da keine Übertragungsmöglichkeiten geben.


    Das mit den Handschuhen ist nur zum Schutz der Arzthelferin vor Deinen Keimen. ;-) Sie desinfiziert sich ja die Hände.


    Und wenn Du den Leuten nicht vertraust, dass sie ihre Arbeit richtig machen (=Händedesinfektion) solltest Du Dir eine andere Praxis gehen oder nicht mehr zum Arzt gehen.

    Zitat

    Weisst Du überhaupt genau, wie HIV übertragen wird?

    Klar. Und daher nochmal meine Frage (mal rein technisch gesehen in Sachen Desinfektion):


    Schützt ein Hautdesinfektionsmittel auch dann, wenn die Arzthelferin danach noch mal auf der Vene rumdrückt (unabhängig ob sie sich die Hände desinfiziert hat oder nicht)?

    Zitat

    Das mit den Handschuhen ist nur zum Schutz der Arzthelferin vor Deinen Keimen. ;-)

    Ja, daher verstehe ich jetzt auch ihre Frage ;-D


    Trotzdem, sich nur die Angaben eines Patienten zu verlassen ist schon etwas fahrlässig, oder?

    Zitat

    Und wenn Du den Leuten nicht vertraust, dass sie ihre Arbeit richtig machen (=Händedesinfektion) solltest Du Dir eine andere Praxis gehen oder nicht mehr zum Arzt gehen.

    Ich mag die Praxis und die Mädels dort mögen mich auch. Aber wie es mit Händedesinfektion gehalten wird, weiß ich weder bei dieser Praxis noch bei irgendeiner anderen, weil man nicht danebensteht. ;-)

    Louisiana

    Zitat

    Sie hat dann ja auch noch die Überreste vom letzten Ultraschall entsorgt.

    Sie könnte auch Gülle gefahren haben. Das würde wahrscheinlich unangenehm riechen, aber Dich nicht sonderlich gefährden. Deine Haut schützt Dich 24 Stunden am Tag. Und die winzige Stelle, an der die Haut gestochen wurde und damit vielleicht nicht ganz so gut schützt, wurde desinfiziert.


    Nochmal zu Deinem Verständnis: Desinfizieren und Handschuhe gehören zum Schutz des Personals, nicht zum Schutz des Patienten. Um Keime zu übertragen, müssen die erst einmal vorhanden sein. Damit daraus eine Krankheit entstehen kann, muss Dein Immunsystem schwach genug sein, nicht mit ihnen fertig zu werden. Durch solche unbegründeten Ängste trägst Du allerdings zu dieser Schwächung bei. Selbst wenn die Arzthelferin mit blutigen Händen und Viren in diesem Blut die Einstichstelle an Deinem Arm berührt hätte, wäre das noch längst keine "Garantie" für eine Infektion. Aber davon war die Situation doch sicher extrem weit entfernt.

    Zitat

    Die Leute dürfen auch gerne ihre Arbeit tun, aber ich möchte dabei nicht gefährdet werden.

    Du wirst in keinster Weise gefährdet.... das schusterst Du Dir bloss alles zusammen. Also... lass die Leute ihre Arbeit tun. Sie wissen was sie tun.

    Zitat

    Solange die Frau nicht mit blutigen Händen oder voller Sperma an Deinen Arm geht, sollte es da keine Übertragungsmöglichkeiten geben.

    Auch dann wäre keine Gefahr da keine offene Wunde vorhanden ist.

    Zitat

    Schützt ein Hautdesinfektionsmittel auch dann, wenn die Arzthelferin danach noch mal auf der Vene rumdrückt (unabhängig ob sie sich die Hände desinfiziert hat oder nicht)?

    Na klar. Dort, wo sie gedrückt hat, muss nicht einmal desinfiziert werden. Aber üblicherweise wird nicht nur der Einstichpunkt desinfiziert, sondern man geht großzügig darum herum.

    Zitat

    Trotzdem, sich nur die Angaben eines Patienten zu verlassen ist schon etwas fahrlässig, oder?

    Lass das bitte ihre Sorge sein. Es geht um ihre Gesundheit. Fahrlässig wäre es, wenn sie mit einer offenen Verletzung an der Hand in Deinem Blut gewühlt hätte. Damit hätte sie sich gefährden können.

    Zitat
    Zitat

    Kadhidya: Weisst Du überhaupt genau, wie HIV übertragen wird?

    Louisana: Klar. Und daher nochmal meine Frage (mal rein technisch gesehen in Sachen Desinfektion):


    Schützt ein Hautdesinfektionsmittel auch dann, wenn die Arzthelferin danach noch mal auf der Vene rumdrückt (unabhängig ob sie sich die Hände desinfiziert hat oder nicht)?

    Na, wie man den Erklärungen von schnattergusche und Aleonor ansieht, weisst Du s ja offensichtlich nicht ;-)

    Ich muss diesen Faden mal hoch kramen.Ist mir gestern bei der darmspiegelung genauso passiert als die kanüle gelegt wurde .


    Alexandra T verstehe ich hier nicht so ganz.Fakt ist dass man als medizinische Fachangestellte lernt dass man nach der desinfektion NICHT mehr die Einstichstelle berühren sollte.Das ist ein grober fehler welcher bei mir gestern auch wieder gemacht wurde.Ich verstehe mich selbst nicht wieso ich da nicht gleich wieder was gesagt habe.