Blutspende

    Ich muss jetzt einfach mal einen Beitrag zur Blutspende schreiben, weil es mich so sehr ärgert wie häufig der Gedanke aufkommt die Spende als HIV-Test zu missbrauchen.


    Natürlich wird bei der Blutspende ein HIV-Test gemacht. Bei der ersten Untersuchung eines Spenders, ohne dass gespendet wurde, meist ein ELISA, später wenn dann bereits gespendet wurde werden auch PCRs durchgeführt (natürlich vor Freigabe des Blutes). Dennoch gibt es auch beim Blutspenden die diagnostische Lücke, also die Zeit, in der eine frische Ansteckung nicht nachgewiesen werden kann.


    Und genau aus diesem Grund bitte ich alle, die irgendwie Angst haben infiziert sein zu können:


    Geht zum Gesundheitsamt, nicht zum Blutspenden!!!!


    Beim Gesundheitsamt wird der Test anonym durchgeführt, bei manchen Ämtern reicht sogar ein Anruf um das Ergebnis zu bekommen. Das ist doch auch wesentlich angenehmer, als beim Spenden. Hier geht ein positiver Befund durch ziemlich viele Hände und ist alles andere als anonym.


    Meine Vermutung ist, dass es nur darum geht, dass man beim Gesundheitsamt sagen muss, dass ein Test gemacht werden soll und ev. noch begründen muss warum. Bei der Blutspende geht das automatisch. Aber für die im Gesundheitsamt ist das nichts besonderes, sondern deren Alltag. Sie sind dort auch an die ärztliche Schweigepflicht gebunden und kennen ja nicht mal euren Namen. Wenn ihr Angst habt, dass sie euch wiedererkennen, dann geht in eine andere Stadt!


    Überlegt euch doch bevor ihr zur Blutspende geht um einen HIV-Test machen zu lassen, wie es wäre wenn ihr selbst einen Unfall hättet und zum Überleben auf eine Blutkonserve angewiesen wärt. Welche Anforderungen würdet ihr an den Blutspender stellen? Würdet ihr wollen, dass derjenige nur mal eben einen HIV-Test machen wollte?


    Jeder der Blut spendet wird den Spenderselbstauschluss-Zettel kennen. Auf diesem Zettel kreuzt man nochmal an, ob die Spende wirklich verwendet werden darf, oder nicht. Wenn ihr es, warum auch immer, wirklich nicht lassen könnt zum Spenden zu gehen um einen HIV-Test zu bekommen, dann kreuzt bitte wenigstens auf diesem Zettel an, dass die Spende verworfen werden muss.


    Denkt bitte in diesem Moment nicht nur an euch, sondern an die Schwerstkranken, die auf Blutkonserven angewiesen sind!


    Vielen Dank fürs lesen

  • 24 Antworten
    Zitat

    Überlegt euch doch bevor ihr zur Blutspende geht um einen HIV-Test machen zu lassen, wie es wäre wenn ihr selbst einen Unfall hättet und zum Überleben auf eine Blutkonserve angewiesen wärt. Welche Anforderungen würdet ihr an den Blutspender stellen? Würdet ihr wollen, dass derjenige nur mal eben einen HIV-Test machen wollte?

    Das wär mir sowas von egal, Hauptsache ich hab das Blut und kann weiterleben.


    Nein, geht lieber zum Blut spenden statt zum Gesundheitsamt! Das Ergebnis ist Dasselbe und ihr rettet damit möglicherweise auch noch ein Leben!

    Einschränkung zu meinem Beitrag: Klar, bei ner möglichen frischen Ansteckung NICHT zum Blut spenden, da das wie Amiri gesagt hat nicht so schnell nachgewiesen werden kann beim Blut spenden.


    Aber wenn die mögliche Ansteckung länger zurückliegt, geht Blut spenden!

    Ich gehe mit schlechtem Beispiel vorran... wobei ich sagen muss das ich keinen Risikokontakt hatte sondern nur die normalen Körperkontakte zu meinem pos. Kumpel


    War nach 7 Wochen zur Blutspende ... und es war alles negativ ( ist ja auch kein Wunder... denn es gab ja kein RISIKO )


    nun nochmal zu den Tests:


    Der Antikörpertest ist fast der selbe wie beim Gesundheitsamt gem. Aussage einer Aidshilfe noch etwas besser aber die diagnostische Lücke ist die selbe!


    Dann wird aber standardmäßig noch der PCR-RNA durchgeführt... und der liefert nach Aussage eines Laborarztes nach 2 Wochen zuverlässige Ergebnisse und erfasst sowohl HIV 1 wie auch HIV 2


    Die Frage nach dem ob und wie das jetzt dazu aufrufen soll die Blutspende dazu zu mißbrauchen, lass ich jetzt mal im Raum stehen... das wird in dem Fall dann nicht euer Gewissen, sondern eh eure Psyche entscheiden ... so wie es bei mir der Fall war...


    ab BITTE BITTE wenn ihr euch dazu entschließen solltet...


    KREUZT AUF DEM ZETTEL ( Vertraulicher Selbstausschluß ) AN DAS EURE SPENDE !!!*NICHT*!!! VERWENDET WIRD !!!


    So helft ihr nicht nur euch sondern auch anderen

    Also, mir wäre es überhaupt nicht egal, wenn ich durch eine Bluttransfusion mit HIV infiziert werden würde.


    Wer vorsätzlich ohne Gummi poppen kann, der soll die Tests (insbesondere PCR) auch gefälligst aus der eigenen Tasche bezahlen, anstatt heuchlerisch unter dem Vorwand einer guten Tat zur Blutspende zu gehen.


    Blutspende soll anderen Menschen helfen! Sie ist keineswegs dafür da, um an kostenlose Antikörper-/PCR-Tests zu kommen. Wie beschränkt und egoistisch muss man eigentlich sein? Das Personal im Blutspendewesen hat sicher wichtigere Dinge zu tun, als das Blut von Leuten zu testen, die ihre Spende sowieso nicht zur Verwendung freigeben.


    Wenn schon, dann geht man zum Gesundheitsamt, Hausarzt oder einer Aidshilfe.

    Hallo panamera84


    Ist Dir bewusst, dass Du grosse Kosten verursachst wenn Du die Blutspende - egal was Du angibst - als Aidstest missbrauchst? Es wird auf HIV mittels Ak-Test und PCR getestet. Dies alleine kostet schon. Dann auch all die anderen Tests. Nein, man geht zum Gesundheitsamt und macht den Ak-Test. Dieser ist nicht so arg teuer wie all die Tests beim Blutspenden. Andere sollen nicht dafür bezahlen, dass Du nicht den Mut hast - oder was auch immer - zum Gesundheitsamt zu gehen.

    Zitat

    Also, mir wäre es überhaupt nicht egal, wenn ich durch eine Bluttransfusion mit HIV infiziert werden würde.

    Logisch, mir auch nicht. Aber wenn jemande bei der Blutspende eben das motiv hatte, nen ksotenlosen HIV-Test durchzuführen, der Test ist negativ, das Blut sauber, dann ist es mir echt Latte, dass mein Lebensretter sich eigentlich nur testen lassen wollte.

    Und Du kannst wirklich sicher sein, dass er negativ war? Keine diagnostische Lücke etc.? Nein, Blutspende ist Blutspende und HIV-Test ist HIV-Test.

    Was ich damit sagen wollte ist einfach die Tatsache zu was die eigene Psyche in der Lage ist, da geht es natürlich um das Gewissen ... aber in dem moment nur leider an 2. Stelle... das ist einfach so


    Ich denke da täglich dran was ich eigentlich mit meinem total unverantwortlichen Verhalten hätte ausrichten können...


    Bloß wenn ich dieses Thema nicht ansprechen würde, wär es auch nur die halbe Wahrheit... dieses Forum dient nun mal dazu alle Dinge einzuschätzen aber auch kritisch zu betrachten


    und dazu gehört einfach in diesem Fall das Thema Blutspende ... es zu verschweigen wäre ein schwerwiegender Fehler


    und da die meisten Fälle hier sowieso im Netz rumsurfen und nach möglichkeiten suchen, kommen sie zwangsläufig mit diesem Thema in berührung... und was dann passiert sollte allen klar sein... ich glaube nicht das sie als erstes dieses Forum besuchen...

    @ AlexandraT

    Und ich spende Blut nicht erst seit diesem Vorfall... und möchte es auch weiterhin tun...ohne Angst zu haben sondern nur mit dem Gedanken zu Helfen

    Liebe panamera84,


    so wie du schreibst hattest du ja keinen Risikokontakt, sondern nur Kontakt zu einer HIV-positiven Person.


    Es geht mir darum, dass Menschen bei denen ein wirkliches Risiko einer Infektion besteht nicht spenden gehen. Und damit meine ich z.B. intimen, ungeschützen Kontakt zu einer Person deren Status nicht bekannt, oder positiv ist.


    Die Spende als HIV-Test zu missbrauchen ist auch für den Betroffenen nicht so optimal. Ich schreibe mal eine konstruierte Geschichte:


    Da kommt jemand mit einer panischen Angst vor HIV zur Spende. Sein Blut wird untersucht, sein HIV-Test ist negativ, aber z.B. sein Leberwert passt nicht.


    Ca. eine Woche nach der Spende kommt der Anruf, dass mit seinen Blutwerten etwas nicht passt und er einen Termin mit dem Arzt machen soll. Er kriegt einen richtigen Schock-bestimmt ist es HIV-wenn er mutig ist fragt er gleich am Telefon. Die Antwort, die er bekommt ist:Nein, es ist der Leberwert, wir machen einen Termin für in einer Woche.


    Jetzt sitzt er noch eine Woche daheim und brütet. "Hätten sie einen positiven HIV-Test am Telefon mitgeteilt, oder nicht?""das mit dem Leberwert ist bestimmt nur eine Ausrede"...


    So geht das dann die ganze Woche, bis er endlich den Arzttermin hat. Dann kommt raus, dass es wirklich nur der Leberwert war.


    Obwohl, so richtig sicher ist er sich trotzdem nicht, weil ein negatives Ergebnis ja nicht mitgeteilt wird (er müsste schon danach fragen, aber das traut er sich nicht, das sieht bestimmt so aus als wolle er nur einen HIV-Test machen...). Und wer weiß wielange das überhaupt beim Blutspendedienst dauert. Richtig entspannt ist er wahrschenlich erst, wenn er einen Monat nach der Spende nichts gehört hat.


    Das ist doch für die betroffene Person auch keine schöne Situation. Geht man zum Gesundheitsamt bekommt man ganz einfach eine Antwort auf seine Frage.


    Bei negativem Test kann man dann ja immer noch Blutspenden gehen, wenn man das will und dann kann man mit gutem Gewissen anderen helfen.

    Dazu muss ich sagen das ich dort angerufen hab ( mit viel überwindung )... Es ist richtig das man die Ergebnisse nicht am Telefon mitgeteilt bekommt, aber man kann sie sich zufaxen bzw. zusenden lassen


    und wer das nicht tut... naja wenn spätestens 1 Woche vergangen ist ...kommt außer dem Blutspendepass sowieso nichts mehr...


    Bei meiner Spende war es so... Spende am 29.12. dazwischen 2 Feiertage! ... und am 02.01. hatte ich den Befund auf dem Tisch... soviel zur schnelligkeit!

    Ist es etwa nicht so, dass die Blutspende nicht verwendet werden darf bevor man frühstens zwei Monate danach nochmal spendet? Zumindest steht es immer so in der Post von der Blutzentrale, die ich bekomme, wenn ich ne längere Zeit nicht spenden gehe. Somit wäre ja die Inkubationsfrist vorbei oder?


    Ich muss zugeben, dass ich die Blutspende auch "missbrauche", also nicht direkt als einen AIDS-Test, aber um zu gucken, ob allgemein alles in Ordnung ist. Ich finde es aber gar nicht schlimm.. man macht sich manchmal einfach zu viele Sorgen und nach der Spende ist man beruhigt ("die melden sich schon falls mit mir irgendwas nicht in Ordnung ist") und hat dabei noch ein schönes Gefühl, weil man was gutes getan hat... Und so wie ich hier im Forum lese, haben die meisten nur eine panische Angst vor der Ansteckung, obwohl es eigentlich gar keinen Grund dafür gibt.. Also 99% von den Tests von diesen Leuten werden bestimmt negativ.. Deswegen finde ich es eigentlich ganz gut, wenn sie alle spenden gehen anstatt zum Gesundheitsamt mit "Ach eigentlich habe ich mit keinem geschlafen, fühle mich aber immer sehr müde, vielleicht ist es aids??" Was die Kosten angeht... Es kostet bestimmt auch mehr, viele unnötige kostenlose Tests durchzuführen.. Bei einer Spende lohnt es sich zumindest, sie muss ja sowieso getestet werden und wird anschließend für knapp 100 € oder so an Krankenhäuser verkauft.. Und wenn sie dann einmal in deinem Blut was finden, dann hast du zuvor bestimmt schon zehn mal gespendet, und dann lohn es sich ja auch.. Also ich vertraue den Tests, die sie da durchführen und glaube, es kommt kein verseuchtes Blut an die Patienten..


    Also bei einem begründeten Verdacht würde ich auch zu einem richtigen AIDS-Test gehen.. Das ist ja viel schneller und wie schon oben erwähnt, ganz anonym.. Aber wenn man eigentlich gesund ist und nur eine kleine Panikattacke hat, finde ich eine Blutspende eine gute Alternative..


    Und den Punkt mit dem Kreuz "Bitte mein Blut nicht verwenden" verstehe ich sowieso nicht.. Die entsorgen es dann doch einfach und machen keine Tests, oder? Dann hast du nur deine Zeit verschwendet, 0,5 l Blut verloren, viel Aufwand verursacht und nicht erfahren, ob du was hast oder nicht.. Das ist ja nicht für den Fall gedacht, dass man nur testen will, sondern für den Ausschluss des Gruppenzwangs.


    Aber bitte! nicht falsch verstehen! Also ich finde es nicht schlimm, wenn es ganz normal abläuft.. Natürlich, wenn man falsche Angaben macht und vor dem Spenden bescheisst (da gibt's ja eine ganz lange Checkliste für alle möglichen Risiken), finde ich es auch nicht OK..