HIV-Therapie

    Therapie


    Es gibt zur Zeit 4 verschiedene Medikamentengruppen in der Kombinationstherapie


    -Entry Inhibitoren, diese verhindern, dass HIV in die Zelle eindringt und wirken auf deren Oberfläche und in einer Untergruppe (Fusions Inhibitoren) gegen das Eindringen von HIV in die Immunzelle.


    -NRTI, die an dem Enzym der Retroviren ansetzt, das die virale RNA in DNA umschreibt.


    -NNRTI, hier wird am selben Punkt der Virusvermehrung angesetzt wie bei NRTI. Hier wird das Enzym direkt blockiert um


    es funtionsunfähig zu machen


    -Integrase-Inhibitoren, Diese Medikamente hemmen die Integrase (Einbau) der Virus-DNA in die DNA der menschlichen Wirtszelle, die im Zellkern liegt.


    Zur Zeit werden alle diese Medikamente miteinander kombiniert, da keines alleine in der Lage wäre die Mutationsfähigkeit des HIV durch Fehler beim Kopiervorgang zu verhindern. Durch solche Fehler entstehen immer wieder Varianten des Virus(Mutationen), die sich trotz eines Medikaments vermehren können.


    Wird nur ein Medikament gegeben, vermehrt sich nach Wochen oder Monaten eine solche Variante sehr stark, während die anderen Varianten am Medikament scheitern, bis letztendlich die Mehrzahl der Viren im Körper des Infizierten den veränderten Bauplan aufweisen. Das Medikament ist nicht mehr wirksam und man spricht von einer Resistenz des Virus gegen das Medikament.


    Verhindern kann man diesen Vorgang durch gleichzeitige Gabe mehrerer Medikamente. Wenn sich eine Mutation dem Zugriff eines Medikaments entzieht, greift ein anderes.


    Im Idealfall wird durch die Medikamente die Bildung neuer Viren vollständig unterdrückt. Wenn keine neuen Viren entstehen, werden auch keine Mutanten davon entstehen. Die Zahl der neuen Viren im freien Blut (Virenlast) nimmt ab bis unter die Nachweisgrenze und die Zahl der Helferzellen nimmt zu > das Immunsystem erholt sich.


    Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Therapie vorschriftsmässig und zur Zeit Lebenslang eingenommen werden.


    Man geht mittlerweile davon aus, dass man mit HIV eine fast gleiche Lebenserwartung hat als ohne.


    Für eine optimale Wirksamkeit ist es Voraussetzung, dass die Therapie von Anfang an gut geplant und auf den Patienten abgestimmt wird.


    Eine medizinische Betreuung von Menschen mit HIV/AIDS sollte deswegen stets in HIV Schwerpunktpraxen oder HIV Ambulanzen erfolgen.


    Nebenwirkungen:


    Die Nebenwirkungen der Therapie unterscheiden sich je nach Medikament und Patient.


    Durchfall und Schwindel/Kopfschmerzen gehen meist rasch zurück und sind in der Regel gut behandelbar. Auch Langzeitnebenwirkungen wie schmerzhafte Entzündungen der Nerven in den Beinen(Neuropathien) oder Störungen des Fettstoffwechseln und der Fettzusammensetzung des Körpers (Lipidystrophie), die die HIV Infektion früher auch äusserlich sichtbar machten, lassen sich mit den modernen Medikamenten eher vermeiden oder durch Wechsel dieser Kombinationen in den Griff bekommen.


    Die Nutzen der Therapie überwiegt deutlich den Nebenwirkungen: Sie verlängern nicht nur das Leben, sondern auch die Lebensqualität HIV-infizierter Menschen.




    Ist die Virenlast dauerhaft unter der Nachweisgrenze, so ist auch eine Familienplanung mit dem gebären von gesunden Kindern gut möglich.


    Gerade dieser Aspekt ist besonders für junge infizierte Menschen wichtig, da diese oft erst mal dazu neigen zu resignieren.


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