Leben mit HIV

    Da in den letzten Beiträgen immer wieder hochkam, dass wirklich die wenigsten wissen, wie es wirklich mit HIV ist, möchte ich hier eine Lanze brechen!


    Scheinbar hat fast niemand, der hier schreibt, jemals erfahren, wie es heutzutage wirklich ist, mit diesem, ominösen, angsteinflößenden Virus zu leben. Also, aus zweiter Hand, ich selber bin negativ, mein Mann ist positiv, es ist nicht das Ende der Welt!


    Ja, klar, gesund ist immer besser, aber mein Morbus Crohn macht im Alltag deutlich mehr Probleme als sein HIV, echt! Kurz zu unserer Geschichte: mein Mann hat sich sein HIV vor beinahe 30 Jahren ehrlich ervögelt, wie er selber sagt. Und damals war das echt noch Mist, zum Glück hat ihn sein Immunsystem bis in die Zeit getragen, in der es gute und wirksame Medikamente gab. Vor etwas über 15 Jahren bin ich dann in sein Leben getreten, brave Beamtentochter, negativ, sehr blauäugig und bis über beide Ohren verliebt! Ich habe alles gelesen, was ich in die Finger bekommen habe, und mich dann Hals über Kopf in die Beziehung gestürzt. Die erste Zeit nur Safe, dann gab es die Medikamente der heutigen Generation, dann auch ohne. Heute sind wir eine ganz normale Familie, haben zwei Töchter, die absolut gesund sind, arbeiten am dritten Kind und das einzige, was uns an die Krankheit erinnert ist eine Tablette morgens ( ok, die hat, für mich Tablettenphobiker eine Größe, bei der ich froh bin, sie nicht nehmen zu müssen ]:D ) und ab und an, das Umfeld. Wenn meine Töchter den gleichen Mist aufschnappen, den ihr hier aufgeschnappt habt und nach Hause kommen und fragen, wann der Papa jetzt stirbt, das ist ehrlich gesagt zum kotzen! Aber auch die beiden wissen inzwischen, dass das alles nicht ganz so Wild ist und die Bilder, die die meisten noch von Freddy Mercury im Kopf haben Vergangenheit sind!


    Vielleicht mag Tsunami_xe dazu auch noch was sagen?


    Ich werde mich auf alle Fälle bemühen, den Faden hier hoch zu halten, um vielleicht einige Panikattacken im Keim zu ersticken. Wie immer gilt, wenn ihr Fragen habt, immer her damit!

  • 162 Antworten

    Find ich toll das jemand mal offen über HIV spricht , das sollte man öfter da gibt es genug andere dinge doe auch tot geschwiegen werden.

    @ fussel88

    Das man mit solche einer Krankheiten genau so Leben kann , und auch keine Todkranken Kinder bekommt , das wird alles immer so verteufelt.

    Zitat

    Und was soll uns das jetzt sagen? Dass es völlig in Ordnung ist sich HIV "ehrlich zu ervögeln"?

    Ich hatte mal einen Bekannten, der, nachdem er sein HIV-positiv Ergebnis bekommen hatte, Selbstmord verübt hat.


    Ihm war damals leider weder bekannt noch bewusst, dass man heutzutage als HIV-Positiver kein Todgeweihter mehr ist. Aus Scham allein hat er sich sicherlich nicht umgebracht.


    Sich den Virus "ehrlich zu ervögeln" ist nicht mehr oder weniger in Ordnung als zu Rauchen, zu Saufen, Drogen zu konsumieren etc. etc.

    Informationen vielleicht , über Betroffene und wie man mit solche einer Krankheiten umgeht ?


    Das ist genau das selbe wie Psychische Krankheiten, da wird man gleich abgestempelt!!

    @ Fussel,

    nein, das soll es ganz und gar nicht heißen, nur zu Zeiten, als es meinen Mann erwischt hat, wusste man wirklich noch so gut wie nix darüber.


    Es geht eher darum, den Menschen, die vielleicht so reagieren, wie @Evoluzzer beschrieben hat, einen Erfahrungsbericht an die Hand zu geben, dass HIV eben nicht das Emde der Welt ist, sondern man trotzdem ein lebenswertes Leben führen kann.


    Es soll auch ein bisschen Angst und Vorurteile nehmen, im täglichen Umgang mit HIV positiven, dass ist nämlich das Einzige, was ums hier und da das Leben schwer macht.


    Wenn der Tag nicht gerade so chaotisch und stressig läuft wie heute, dann wird es hier regelmäßig mal was zu dem Thema Alltag mit HIV geben.


    Aktuell ist es etwas chaotisch, weit die ART Medikation umgestellt wurde, und jetzt die passenden Dosen für die Medikamente gefunden werden müssen, die gegen andere Wehwehchen wie Blitdruck und Schildrüse genommen werden müssen.

    @ Löwin,

    danke, du hast das prima übernommen und genau meine Intention getroffen.

    @ all,

    Fragen sind erlaubt und erwünscht, sagt mir, was euch interessiert, fragt, wenn etwas unklar bleibt! Ich freue mich über jedes Feedback!

    Ich finde es toll,dass du/ihr so offen damit umgeht :)^


    Ich hattenoch nie mit HIV zu tun und auch noch keine Angst HIV zu haben...aber da du schreibst,Fragen sind erwünscht, hab ich jetzt doch eine Frage;


    Wie schützt du dich vor einer Ansteckung? Du schriebst,ihr habt 2 Kinder und arbeitet am 3. Heißt ja im Umkehrschluss,dass ihr ungeschützten Sex habt.


    Und ungeschützter SEx ist ja nun mal ein Risiko...


    PS:ich drückeuch die Daumen,dass es schnell klappt mit dem 3. :-@ :-@

    Ich habe mich das gleiche gefragt wie Flamechen79...

    Zitat

    Die erste Zeit nur Safe, dann gab es die Medikamente der heutigen Generation, dann auch ohne

    Das würde mich interessieren... Besteht da kein Risiko?

    Zitat

    Und ungeschützter SEx ist ja nun mal ein Risiko...

    Zitat

    Das würde mich interessieren... Besteht da kein Risiko?

    Nein, unter Therapietreue ist man nicht infektiös. Und ich gehe davon, dass Vampy und ihr Mann nach 30 Jahren ausreichend Erfahrung auf diesem Gebiete haben.