• Leben mit HIV

    Da in den letzten Beiträgen immer wieder hochkam, dass wirklich die wenigsten wissen, wie es wirklich mit HIV ist, möchte ich hier eine Lanze brechen! Scheinbar hat fast niemand, der hier schreibt, jemals erfahren, wie es heutzutage wirklich ist, mit diesem, ominösen, angsteinflößenden Virus zu leben. Also, aus zweiter Hand, ich selber bin negativ,…
  • 170 Antworten

    @ Flamechen

    Nein, er weiß nicht, bei wem er sich angesteckt hat, ist wahrscheinlich auch besser so. Und zu den Zeiten hatte er nicht nur hier und da mal n ONS....


    Rausgekommen ist es durch Zufall, beim Blutspenden.

    @ ms92

    Mit Gewissheit kann ich deine Frage nicht beantworten, den jungen Mann musste ich gerade ergooglen und ich vermute, das Haus Schaumburg-Lippe wird die Krankenakten nicht rausrücken :-)


    Aber etwas, das anders ist, hast du schon gesagt, er hatte es von Geburt an, was nochmal eine ganz andere Sache ist, ob das Virus auf einen ausgewachsenen Körper und ein gefestigtes Imunsystem trifft, oder auf einen Säuglingskörper.


    Und wenn ich daran denke, was die Medikamente, die es früher gab im Körper eines großen, durchtrainierten Mannes angerichtet haben, dann mag ich nicht zu genau daran überlegen, was die mit einem Kinderkörper anstellen. Aber.wie gesagt, das ist Kaffeesatz leserei, allerdings stand in den Berichten auch nur, er ist an den Folgen seiner HIV Infektion verstorben und aus gutem Grund bin ich vorsichtig, was jetzt die genauen Umstände betrifft, ich war nicht dabei und weiß leider auch, dass da Fröhlich Begriffe durcheinander gewürfelt werden, wenn in der Presse über HIV berichtet wird.

    so gut die therapiemöglichkeiten heutzutage sind, sollte man nichts verharmlosen. hiv ist weiter hin nicht heilbar. manche sprechen gut auf die therapie an, andere nicht. manche vertragen die medikation nebenwirkungsfrei, andere nicht. zu dem sollte man wissen, dass es verschiedene virenstämme gibt, die mutieren und mehr oder weniger therapieresistent sind. der teufel steckt meist im detail.

    @ dozibal

    Auch dir erkläre ich gerne nochmal, es geht mir darum, HIV zu entdämonisieren, nicht eine unheilbare Krankheit zu verharmlosen.


    Und ich habe auch schon erklärt, dass es etwas dauern kann, bis man die passende Therapie gefunden hat, da das von sehr vielen Faktoren abhängt, bis hin zur Genetik.


    Therapieresistente Mutationen kommen m.W.n vor allem durch mangelnde Therapietreue und bis da mal alle Möglichkeiten verbrannt sind, dauert es.

    Liebe Vampy77,


    Toll, dass Du darüber schreibst und so offen bist.


    Meine Schwester weiß seit ca. 2 Jahren von ihrer HiV-Infektion, die Recherchen haben ergeben, dass sie sich ca. 12 Jahre vor der Diagnose angesteckt hat (ihr damaliger Mann hat ihr seine Infektion verschwiegen und war nicht unter Therapie, gehörte leider zum Drogenmilleau, wie sich herausstellte).


    Die erste Zeit seit der Diagnose war hart. Da die Krankheit bei ihr ja schon fortgeschritten war, hatte sie Tuberkulose bekommen und vieles andere mehr. Sie spricht aber sehr gut auf die Therapie an und die Zellenanzahl steigt langsam.


    Mittlerweile ist sie glücklich verheiratet mit einem ebenfalls HIV-Positiven Mann (er hat sich durch Blutinfusion nach einem Autounfall angesteckt) und die beiden wollen demnächst mal Kinder (dazu müssen die Zellen aber noch ein bisschen ansteigen). Allerdings raten die Ärzte, nicht generell auf Kondome zu verzichten, sondern nur in den fruchtbaren Tagen.


    Und ja, die Medis haben Nebenwirkungen. Vor allem die erste Zeit hatte sie Schwindel, Übelkeit und so weiter. Mittlerweile geht es aber.


    Aber sie ist sehr guter Dinge, voller Lebensfreude.


    Das ist allerdings unser größtes Geheimnis - selbst nicht alle Familienmitglieder Wissen um die Infektion der Beiden.


    Ich wünsche Euch alles Gute!


    Liebe Grüsse

    Ja früher waren die Medikamentencocktails wohl ein anderes Kaliber. Ich habe 1983 mit 2 Schwulen in einer Wg gewohnt und es war heftig, wie doch einige aus dem Umfeld ganz schnell starben. Aber es war eine andere Zeit.

    @ Dreams2015

    Ja, man sollte sich gut überlegen, wem man es erzählt, leider. Meine Familie ist da zum Glück großartig.


    Aber es freut mich, dass deine Schwester inzwischen so gut damit klarkommt, vor allem, weil es ja schon Mies ist, vom eigenen Mann angesteckt zu werden! Das mit der Zellzahl wird schon, sie war ja sehr lange unbehandelt, da kann das schon ein bissl dauern, wie sieht es denn mit der Virenlast aus?


    Zum Thema Kondom, ja oder nein, das muss wohl jeder mit sich selbst abmachen in der Situation, ich plädiere auch in keinster Weise dafür, generell alles wegzulassen, nur weil wir es so halten, Schau mal hier http://www.hivandmore.de/archiv/2013-1/HIV_m1_13_46_Mitt_DAH.pdf


    Da steht einiges dazu.

    @ ms92

    Ja, das war eine ganz andere Zeit, da gab's glaub ich noch gar keine Medikamente, wer da nicht das Glück hatte, ein unglaublich gutes Imunsystem zu haben, hatte keine Chance. Und die älteren Medis waren echt heftig, ich weiß noch, dass mein Mann mal einige Wochen willkürliche Ausfälle an Armen und Beinen hatte, war ganz im Anfang, als wir uns kannten, das hat schon Angst gemacht. Leber und Niere haben auch gelitten, heute ist das zum Glück anders!

    Find ich sehr gut, dass es hier quasi Infos aus erster Hand gibt.


    Schade nur, dass dieser Thread wohl eher nicht von diesen Panik schiebenden Leuten gelesen wird.


    Gerade denen täte es ganz gut hier zu lesen, dass man trotz HiV noch ein lebenswertes Leben führen kann.

    Zitat

    Schade nur, dass dieser Thread wohl eher nicht von diesen Panik schiebenden Leuten gelesen wird.


    Gerade denen täte es ganz gut hier zu lesen, dass man trotz HiV noch ein lebenswertes Leben führen kann.

    Bei den meisten von denen würde sich ihre Angststörung wohl nur eine andere passende Diagnose suchen. :=o

    Zitat

    Das mit der Zellzahl wird schon, sie war ja sehr lange unbehandelt, da kann das schon ein bissl dauern, wie sieht es denn mit der Virenlast aus?

    Ja, 1-2 Jährchen früher entdecken hätte meiner Schwester das eine oder andere erspart... Doch die Ärzte kommen nicht darauf, auf HIV zu testen, wenn sich die Anzeichen einer Immunschwäche häufen... Nun ja, sie hat die Kurve ja gekriegt, das alleine zählt.


    Die Viruslast ist unter Nachweisgrenze bei den beiden, also würde hier wohl gelten, kein Ansteckungsrisiko mehr. Trotzdem raten die Ärzte zur Verhütung (außer eben fruchtbaren Tagen).

    Hi


    Nach langer Auszeit, bin ich mal wieder hier gelandet.


    Lange ist es her als ich meine Diagnose bekam ( fast 13 Jahre) und kann immer noch sagen " mir geht es doch recht gut "


    wollte einfach mal hier halllooooo sagen *:)


    Liebe Grüße Jürgen

    Endlich mal ein vernünftiger HIV-Thread :)^

    Zitat

    Und bitte, unterscheide zwischen HIV+ und AIDS, das ist nämlich ein himmelweiter Unterschied, jeder AIDS Kranke ist HIV positiv, aber nicht jeder Positive ist AIDS krank! Wenn dieses Stadium erreicht ist, was inzwischen auch wieder revidierbar ist, dann kann jeder Schnupfen tödlich sein.

    Auch in meiner Familie gibt es eine Person mit HIV, der in den 90ern an Tuberkulose erkrankt ist. Heute geht es ihm aber auch gut und er lebt mit den richtigen Medikamenten "gut" mit seiner Erkrankung. Ich weiß nicht, ob das nun Aids oder HIV bedeutet, zumindest ist auch er heute unter der Nachweisgrenze.


    Was absolut ein riesen Fehler war: Er rauchte über Jahrzehnte Kette, das hat seine bereits durch die Tbc geschädigte Lunge, sehr angegriffen. Er hat heute zudem COPD und das ist mit der HIV Erkrankung leider keine so gute Prognose in der Zukunft...dazu kam noch ein Schlaganfall.... aber das führt man eher auf das Rauchen zurück - aber vielleicht auch auf die jahrelange Tabletten-Therapie - das ist heute noch nicht wirklich Langzeit erforscht.


    Also lieber Rauchen, trinken sein lassen. Bei HIV nochmals dringender.


    Ansonsten ist uns die HIV Infektion meines Angehörigen oft in den Hintergrund gerutscht. Es gab Zeiten, da haben wir das alle vollkommen vergessen, dass er krank ist.


    Mit dem Erzählen ist das heute immer noch so eine Sache. Es gibt Leute die wissen es, andere nicht. Es ist immer noch ein Tabu-Thema...


    Es ist auch ziemlich privat und geht auch nicht jeden Hinz und Kuntz was an.

    ich finde beiträge aus dem alltag sehr gut und freue mich, dass es deinem mann und dir so gut damit geht... !!!


    dennoch möchte ich davor warnen das thema HIV bitte nicht zu verharmlosen...


    denn ich finde das dieses thema in der heutigen zeit viel zu wenig aufmerksamkeit und aufklärung erfährt... und nicht bei jedem schlägt die therapie so gut an wie bei deinem mann, es gibt viele patienten, die mit erheblichen nebenwirkungen zu kämpfen haben und es gibt viele jugendliche, die sich der ansteckungsgefahr und der folgen nicht bewusst sind... und leider immer noch die Stigmatisierung der betroffenen...