Wieso haben so viele Leute Angst vor HIV?

    Frage ist im Titel, aber warum haben so viele Leute Angst vor HIV? Ist nicht besonders ansteckend, da Leute mit HIV meistens Medikamente nehme, ein niedrigen Virenlast haben und HIV ist sehr instabil (Viren sterben sehr schnell ab).


    Ich persönlich hätte eher Angst beim RK vor Syphilis. Ist oft Jahre lang ohne Symptome und kann das Gehirn massiv angreifen (oft die Folgen behandelt) und ist wesentlich häufiger als HIV. Tendenz leider steigend.


    Habe einige Freunde mit HIV seit über 20 Jahren. Sie nehmen zwar Medikamente, sind aber sonst gesund und führen ganz normalen Leben. Normale als meinem. Sind auch sehr selten krank (Erkältungen usw.) während wir alle am rotzen sind.

  • 31 Antworten

    Ich kann es dir leider nicht erklären.


    Manche Menschen fürchten sich vor dem eigenen Tod, manche haben Angst vor Hunden und andere vor HIV.


    Es gibt viele (in meinen Augen) unsinnige Fäden hier, in welchen sich die Ersteller zu viele Gedanken machen und sich selbst verrückt. Und das bei so wenig Information wie möglich, sprich die Angst ist groß aber wirklich informiert wie man sich WIRKLICH ansteckt etc. hat sich keiner.


    Im Gegenteil, da wird noch an negativen Testergebnissen gezweifelt und und und ...


    Schade eigentlich, man genießt das Leben doch nicht mehr wirklich, wenn man sich selbst so Panik macht.

    Ja, jeden Tag tauchen unsinnigen Threads diesbezüglich auf.


    Scheint die neue Borreliose zu sein (war vor 5 Jahre Mode)....

    Nicht alle wissen um ihr HIV. Vielleicht habe die Leute auch Angst, sich gerade bei denen anzustecken.


    Und es wird immer noch die Angst in den Knochen stecken, wie elend man damals an Aids verreckte, als diese Sache noch nicht behandelt werden konnte.

    Zitat

    warum haben so viele Leute Angst vor HIV

    Wie kommst du darauf, dass es "viele" sind? Eine repräsentative Umfrage, oder selektive Wahrnehmung des Med1-Forums? ;-)


    Man sollte Respekt vor der potenziellen Infektion haben und entsprechend handeln. Keine "Angst" zu haben bedeutet ja nicht, dass man HIV auf die leichte Schulter nehmen sollte.

    Zitat

    Ich persönlich hätte eher Angst beim RK vor Syphilis. Ist oft Jahre lang ohne Symptome und kann das Gehirn massiv angreifen (oft die Folgen behandelt) und ist wesentlich häufiger als HIV. Tendenz leider steigend.

    Syhilis ist immerhin heilbar, wenn sie erkannt ist. HIV nicht und man ist Stand heute für den Rest seines Lebens von Medikamenten abhängig, die ja für den Körper nicht nebenwirkungsfrei sind und auch einige organisatorische Umstände mitbringen (z.B. auf längeren Reisen).

    Zitat

    Habe einige Freunde mit HIV seit über 20 Jahren. Sie nehmen zwar Medikamente, sind aber sonst gesund und führen ganz normalen Leben.

    Mein Onkel war HIV+ und musste seine Kombitherapie mehrmals umstellen und auch Medikamente gegen die Nebenwirkungen nehmen. Schlussendlich starb er nach 25 Jahren Therapie an Organversagen, lag im Koma an der Dialyse. Das "normale Leben" hielt da leider nicht ewig. Wenn noch andere Erkrankungen hinzukommen wird die HIV-Therapie ziemlich komplex und medikamentös schwierig.


    Was wäre denn jetzt das Gegenteil von deiner Interpretation "Angst vor HIV"? Alles locker nehmen, oder wie stehst du persönlich dazu?

    @ Comran

    Wann war das mit deinem Onkel ?

    @ Topic

    Man sollte, wie bei jeder Infektionskrankheit, einen gesunden Respekt entwickeln. Angst ist in den meisten Fällen kontraproduktiv.

    @ Comran

    Ich finde man sollte über Krankheiten bewusst sein aber vor man hier über HIV Angst postet, sich erstmal erkündigen - es gibt reichlich Information hier.


    Gibt ja ein Thread hier, ob man sich von eine Türklinke anstecken kann...


    Es gibt wesentlich ansteckende Erkrankungen die schnell tödlich verlaufen können und wesentlich häufiger sind. Zum Beispiel Grippe. Die ist ja hochansteckend.

    Zitat

    Gibt ja ein Thread hier, ob man sich von eine Türklinke anstecken kann...

    Ja, aber daraus darfst du nicht im Umkehrschluss davon ausgehen, dass es eine große HIV-Angst gäbe. Manche machen sich halt Sorgen, wenn sie betrunken irgendwo ihr Ding ungschützt reingesteckt haben (die ja durchaus begründet sind), andere haben leider auch Psychosen und Angststörungen, die sich auch im HIV-Thema manifestieren können. Das ist aber eher zu bemitleiden, weil die Menschen tatsächlich ein Problem haben, was nicht HIV heißt.


    Bei 80 Millionen Menschen in Deutschland darfst du nicht von den 4-5 isolierten Sorgen-Beiträgen pro Monat hier in einem solchen Forum daraus schließen, dass viele diese Angst hätten. Nur finden halt unweigerlich die Leute, die Panik schieben, solche Foren wie dieses hier. Ich würde aber behaupten, dass 95% der Bevölkerung keine Angst vor einer HIV-Infektion hat (was nicht heißt, dass sie alle gut informiert sind). Es gibt Menschen, die haben Angst vor Wasser, Höhe, Hunden usw. - andere halt vor HIV. Ich würde da nicht mehr reininterpretieren.

    Hallo!


    Ich glaube, Du schmeißt hier mehrere völlig unterschiedliche Dinge in einen Topf:


    1. Angst (Die natürlich auch irrational sein kann)


    2. Vorsicht (Aufgrund der Informationen, die man hat)


    3. Realismus (Jeder kann betroffen sein, auch Nicht-Risikogruppen)


    4. Weitblick (Aufgrund der Konsequenzen einer Infektion; immense gesundheitliche und partnerschaftliche Schwierigkeiten)


    5. Lebenseinstellung ("Live fast, die young")


    6. Verantwortung seinen Mitmenschen gegenüber (va Betthüpfer, medizinisches Personal, Tattoowierer usw)


    Bei den meisten Menschen ist wohl eine Mischung aus allem, im Idealfall.


    Liebe Grüße

    Das betrifft nicht nur HIV - sehr viele Menschen können Risiken kaum realistisch einschätzen. Gerade sehr kleine Risiken werden oft stark überschätzt und verzerrt wahrgenommen. Das führt dann zu so widersinnigen Konstellationen wie Rauchern, die gegen das eventuell krebserregende Glyphosat demonstrieren...


    Risikowahrnehmung und Risikokommunikation (wie bekomme ich Leute dazu, Risiken korrekt einzuschätzen) sind mittlerweile eigene Forschungsrichtungen in Psychologie und Kommunikationswissnschaft. Hat ja erhebliche Bedeutung für Entscheidungsprozesse z.B. in Politik und Medizin: Z.B: nehmen viele Leute aus Angst vor irgendwelchen seltenen Nebenwirkungen Medikamente nicht ein, auch wenn das Risiko der Nicht-Einnahme viel höher ist.


    Besonders bedrohlich wirken Risiken, zu denen man keinen Zugang über die eigenen Sinne hat: HI-Viren kann man halt nicht anfassen, genausowenig wie Radioaktivität. Autos dagegen kann man anfassen, da hat man Erfahrungen aus der eigenen Lebenswelt. Deswegen kann man Angst vor HIV haben und trotzdemangstfrei Auto fahren - obwohl es in Deutschland zehnmal mehr Verkehrstote als HIV-Tote gibt.

    Finde es interessant, das als Krankheiten ängstliche Leute/Hypochonder hier im Forum sehr oft Angst vor HiV oder degenerative neurologische Erkrankungen haben. Von Threadanzahl ist Krebsangst nicht so stark vertreten als die andere 2.

    Da sind wir wieder beim Überschätzen kleiner Risiken - weniger als 400 Todesfälle jährlich durch HIV, mehr als 200.000 durch Krebs...

    Zitat

    Da sind wir wieder beim Überschätzen kleiner Risiken - weniger als 400 Todesfälle jährlich durch HIV, mehr als 200.000 durch Krebs...

    Wie war das noch mit Äpfeln und Birnen? ;-D


    Gegen HIV kann man sich aktiv und mit wenig Aufwand schützen und HIV lässt behandelt ein langes Leben zu. Wenn jeder sagen würde, er möchte das HIV-Risiko auf nahezu Null reduzieren und entsprechend handelt, gäbe es auch keine 3000 Neuinfektionen mehr in Deutschland. Oder sind das alles Menschen, die Statistik nicht verstanden haben? ;-)


    Gegen Krebs hilft im Laufe des Lebens leider nicht viel, außer die Gesundheit zu achten und zu fördern. Könnte man sich durch Überziehen eines Gummis sowie einfachen Vorsichtsmaßnahmen bei bestimmten Handlungen auch gegen Krebs behelfen, dürfte Krebs längst der Vergangenheit angehören.


    Nicht alles, was hinkt, ist ein Vergleich *:)

    bei als liege wir wahrscheinlich auch im Bereich unter 1000 Todesfälle im jahr und trotzdem gibt es hier mehr ALS-Phobiker als Krebsphobiker...


    Abgesehen davon gibt es eine Menge Krebsarten, vor denen man sich ganz gut schützen kann - vor manchen sogar mit Kondomen ;-)