• Wieso haben so viele Leute Angst vor HIV?

    Frage ist im Titel, aber warum haben so viele Leute Angst vor HIV? Ist nicht besonders ansteckend, da Leute mit HIV meistens Medikamente nehme, ein niedrigen Virenlast haben und HIV ist sehr instabil (Viren sterben sehr schnell ab). Ich persönlich hätte eher Angst beim RK vor Syphilis. Ist oft Jahre lang ohne Symptome und kann das Gehirn massiv…
  • 31 Antworten

    @ comran.

    Ich glaub nicht das hier jemand die Verhütung bzw das Kondom hier als nicht nötig verkaufen will... wirkt so als würdest du das denken.


    Vielmehr geht es um die irrationale Angst TROTZ Verhütung. ..


    Oder um kreierte Szenarien einer unmöglichen Ansteckung.


    Darum kann man die Angst miteinander auch vergleichen. Angst kann man ja haben egal ob man sich schützen kann.


    Der Vergleich mit Syphilis HPV oder Ner anderen Geschlechtskrankheit fiel ja auch. .. gefällt dir evtl besser

    @ Comran

    Dein Onkel hat dann ja praktisch für alle folgenden HIV Patienten "Versuchskaninchen" gespielt.


    Das war in den Anfängen der HIV Epidemie leider Gang und gäbe. Die heutigen Betroffenen profitieren nun davon. Meine Therapie hat sich auch schon mehrmals geändert, immer mit denselben einzelnen Medikamenten in verschiedenen Dosierungen um die Belastung des Körpers so gering wie möglich zu halten.


    Anfangs waren leider nicht so vielfältige Wirkstoffe verfügbar. Das hat die Optionen stark eingegrenzt, heute sieht das zum Glück wesentlich besser aus.




    Just my 5 cents


    Zum Thema Neuinfektionen die sehr stetig bleiben, ist anzumerken das Homosexuelle Männer leicht auf dem Rückweg sind. Heterosexuelle sind leicht mehr betroffen.


    Meiner Meinung wird das Thema noch zu sehr stigmatisiert, davon kann ich ein kleines Liedchen singen, man steuert sehr schnell in die Isolation und in den Ruin wenn man sich öffentlich macht.


    Ist man nicht in einem stabilen Umfeld, kommt man da schnell unter die Räder.


    HIV ist in unseren Breitengraden kein Todesurteil mehr und es sollte viel mehr thematisiert werden.

    Vollkommen richtig, Tsunami.


    Ich bin froh, dass die Medizin heute so weit fortgeschritten ist, dass eine HIV- Infektion nicht mehr unmittelbar ein Todesurteil ist. Auch wenn dies auf Kosten vorangegangener "Versuchspersonen" geht, wie du erklärt hast.


    Ich glaube, was die Threaderstellerin meinte ist, dass hier so viele Themen erstellt werden, in der manche Menschen sich so verrückt machen, ohne sich vorher überhaupt richtig informiert zu haben. Sowas stößt bei mir auch auf Unverständnis. Klar haben die Personen im ersten Moment Panik, aber manche machen sich so verrückt und hören dann noch nicht einmal auf den Rat, denen man ihnen mitgibt - selbst negative Testergebnisse werden angezweifelt.


    Wir haben das Thema damals mehr als gründlich im Schulunterricht durchgenommen - vor 15 Jahren war das leider nicht so selbstverständlich. Aber es wurde darauf eingegangen, wie man sich infizieren kann und wie man es halt verhindert - und das detailreich.


    Was manche sich hier zusammenreimen in Kombination mit Symptome-Googlen ist einfach nur lachhaft. Deswegen haben auch alle direkt immer MS oder ALS ...

    Wieviele von den 3000 Neuinfektionen sind denn wirklich echte Neuinfektionen, wieviele davon sind denn in Wahrheit sog Late Presenter, also Menschen die schon "ewig" positiv sind, ohne es zu wissen und die entweder zufällig entdeckt werden oder nach langer Zeit erst einen Test machen. Darin unterscheidet die Statistik nämlich nicht.


    Und warum menschen Angst, ist relativ einfach zu beantworten. Weil sie unwissend sind. Der Mensch hat vor allem Angst, was er nicht kennt und nicht versteht. 'Das ist ja auch eine Art Schutzmechanismus. Sachen, die mich ängstigen, lasss ich sein. Nun ist hier die Crix, dass Sex ein menschliches Bedürfnis ist und opbendrein auch noch Spassmacht - und bei dieser tollen Sache "holt man sich den Tod". Von daher ist die nach wie vor verbreitete Panik vor HIV nachvollziehbar. Warum man dabei die anderen STI, von denen einige erheblich leichter zu übertragen sind als das HI-Virus und die ebenso weitreichende Folgen haben können, ist mir allerdings schleierhaft.


    Dazu kommt das Stigma der "Schwulenseuche" und der Strafe Gottes für ein sündiges Leben und all der ganze Scheiß und die damit verbundene Diskriminierumg im alltäglichen Leben. Die Leute haben immer noch das Bild des dahinsiechenden AIDS-Kranken der 80er Jahre vor sich.


    Und - wer nicht selber betroffen ist, beschäftigt sich auch nicht mit dem Thema, das ist auch verständlich. Tu ich auch nicht.

    Sorry für die vielen Fehler ... da waren die Finger mal wieder schneller als die Augen. Danke MED 1, dass es immer noch keine Editierfunktion gibt.

    Zitat

    aber warum haben so viele Leute Angst vor HIV?

    weil es eine unheilbare Krankheit ist (aber inzwischen behandelbar).

    Zitat

    weil es eine unheilbare Krankheit ist (aber inzwischen behandelbar).

    Ist Diabetes auch, HPV geht auch nicht mehr weg, Herpes auch nicht, MS ist auch nicht heilbar ... die Liste lässt sich beliebig fortführen.

    Zitat

    Dein Onkel hat dann ja praktisch für alle folgenden HIV Patienten "Versuchskaninchen" gespielt.

    Anfangs sicherlich. Wobei die Therapie bei ihm eigentlich sehr gut verlief, er war auch unter der Nachweisbarkeitsgrenze, hatte ein sehr enges Screening und einen guten Spezialisten (er konnte es sich's leisten).


    Nicht die schlechteren Medikamente vor 20 Jahren waren bei ihm das Problem (die Kombi wurde ja stets modernisiert und ging mit der Zeit), sondern mit zunehmendem Alter ab Mitte 60 kamen eben ein paar andere Krankheiten dazu, die nichts mit HIV zu tun hatten, aber eben behandelt werden mussten. Und die weitere Medikation führte zu Unverträglichkeiten und Nebenwirkungen mit der HIV-Therapie. In manchen Kombinationen gab es richtige Aussetzer wie auf Drogen und die Nieren zeigten Schädigungen.


    Wenn man ein gesunder, fitter Mensch ist, ist eine isolierte HIV-Therapie beherrschbar. Mit zunehmender Notwendigkeit von Medikamenten wird es schwieriger. Das ist zwar prinzipiell immer so, nur ist eben die HIV-Medikation alternativlos, wie man so schön sagt. Daher ist es umso wichtiger, dass man gut auf sich aufpasst, und natürlich gehört auch eine Portion Glück dazu. Mein Onkel hatte dieses Glück leider nicht - er hatte die Wahl, an Medikamenten zu sterben, oder eben an unbehandelten Krankheiten.

    Comran

    Sorry für meine späte Antwort.


    Sicher ist das zunehmende Alter der Patienten mit HIV nicht ohne Auswirkungen. Das bekomme ich auch jedesmal gepredigt. Jeglicher Risikofaktor sollte ausgeschaltet werden. Rauchen, Alkohol und alle anderen Mittel die schädlich für den Körper sind, sollten gemieden werden.


    Wie im wahren Leben nicht immer ganz einfach und auch für gesunde Menschen nicht einfach einzuhalten.

    Ich denke, bei dem Thema geht es gar nicht so sehr darum, dass es "so viele" sind, sondern eben um die Irrationalität der Betroffenen.


    Was mir bei diesen Fäden auffällt, dass es in der Regel Männer sind. Meiner Theorie nach ist es das männliche Pendant zu den irrationalen "bin ich schwanger"-Panik-Threads von Frauen. Wo dann ebenso absurde Konstrukte aufgestellt werden, wie es zu einer Schwangerschaft hätte kommen sollen/können und auch der 7. negative Test nicht von einer Nicht-Schwangerschaft überzeugt und weiterhin Symptome im Sinne von Schwangerschaftsanzeichen festgestellt werden.


    Ich denke, in beiden Fällen stecken da andere Dinge hinter. Ich will nicht andere Probleme oder andere Ängste schreiben, denn das trifft es womöglich nicht. Ich denke aber, es kommt auch nicht von ungefähr, dass beides mit Sexualität bzw. sexuellen Handlungen zutun hat.


    Ich glaube, dass ich in dieser Hinsicht relativ normal ticke und in meinem Leben gab es auch schon Vorfälle, wo ich sowohl betreffend einer Schwangerschaft als auch einer HIV-Infektion lieber mal einen Test gemacht habe. Mit dem negativen Ergebnis war dann das Thema auch abgehakt bis auf die Hinsicht, in Zukunft (noch) achtsamer zu sein, um nicht wieder vor dieser Frage zu stehen.


    Wenn man sich da aber völlig verrückt macht, hat das in meinen Augen andere Ursachen und mit einem tatsächlichen Schwangerschafts- oder Ansteckungsrisiko nichts mehr zutun. Daher sind die Schreiber dann bezüglich rational ausgeführter Erklärungen/Erläuterungen dann auch so unzugänglich.

    Ich finde es teilweise erschreckend, wie sich manche Fadenersteller in die Situation versteifen.


    Klar kann ich verstehen, dass Angst im Vordergrund steht.


    Aber da werden sich die krassesten Ansteckungs-Szenarien zusammengesponnen; an negativen Tests wird gezweifelt und auf die Aussagen der anderen Mitschreiber wird nicht eingegangen.


    Das macht teilweise den Eindruck, als wolle der Fadenersteller sich angesteckt haben... Da reagiert man leider oft mit Unverständnis...

    wie schon anderen schrieben, bin ich auch der meinung das vieles auf den schrecklichen todesfälle der vergangenheit (...und der aktuellen ärmere länder...), sowie auf der diskriminierende, pseudomoralisch getragene image als strafe gottes für die promiskuität, schwulenseuche usw liegt.


    und nicht zu vergessen, jahrzehntelang ist fast nur von AIDS und HIV geredet worden, damals war es auch angebracht, die leute kannten kondomen nur als verhütungsmittel, die infektionszahlen schnellten immer weiter in die höhe, und man konnte medikamentös kaum was dagegen tun, ausser ein oftmals furchtbares leben hinauszuziehen.


    ich würde persönlich sagen das die ganzen kampagnen der AIDShilfe u.ä. sehr viel gebracht haben, von den heutigen generationen gibt es vergleichsweise sehr viel weniger leute die einen gummi "lieber vergessen", oder ablehnen.


    andererseits muss ich kritisieren das inzwischen die ganze anderen STDs ziemlich vernachlässigt wurden, somit steigen die zahlen der neuinfizierten von praktisch alle anderen STDs, nur nicht von HIV.


    und jetzt ist ein anderer problem hinzu gekommen, einen moralischen aber auch und besonders finanzieller natur.


    HIV ist in in der pseudozivilisierte welt kein todesurteil mehr, aber meine supermoderne und hochwirsame therapie, praktisch (zumindest noch...) ohne nebenwirkungen, kostet der krankenkasse gut 1.800 € im monat.


    also haben sich AIDShilfe u.ä. sehr zurückgehalten mit der nachricht das man hier nicht mehr an AIDS stirbt, da dies von zu viele leute als willkommenes freischein zum ungeschützt bumsen angesehen wird, was sollen die paar tabletten sein... :|N


    der nächste beispiel also das der mensch immer noch zu dumm ist für die technologie wozu er fähig ist, ich weiss gerade die aktuellsten zahlen nicht, aber praktisch alle neuinfektionen, also HIV und alle anderen STDs, haben am anfang wieder zugenommen, als die aktuelle medikamenten auf den markt kamen.


    also wurde es lange nicht offiziell, offen bestätigt das (ungefährer o-ton AIDShilfe) eine gewissenhaft gefolgte RVtherapie genau so gut vor HIV (und nur vor HIV!!!) schützt als ein gummi, lange war es nur auf nachfrage zu erfahren, und es wird immer noch nur zögerlich publik gemacht, die kosten steigen schon so ins unermessliche für krankenkassen und co.


    und die heutige jüngere generationen sind grossteils erschreckend unaufgeklärt und desinformiert, einerseits gut, denn das spart neuinfektionen und erhebliche kosten, allerdings wird dadurch die stigmatisierung auch länger bestehen, denn es ist nicht mehr zeitgemässe todesangst, nicht aufklärung die sie dazu treibt einen gummi zu benutzen.


    es bleibt also wie gehabt, wer viren und bazillen rumstreuen will macht es genauso, oder noch ungehemmter weiter, wer ein bisschen was verstanden hat wird auch mit ganzkörperkondom und in desinfektionsbad weiterhin stigmatisiert, so funktioniert die welt...


    also, folgerichtig müsste Trump präsident werden, er entspricht ziemlich genau der intellektuell-moralischen durchschnitt der möchtegern zivilisierte welt...


    ...und die ausnahmen haben halt pech gehabt.

    ich glaube viele leute haben keine angst vor hiv aber das schlechte gewissen der freundin gegenüber plagt sie da würde nämlich alles raus kommen was will man da noch sagen?