Bin ich möglicherweise Homosexuell?

    Ich stand immer auf Frauen und hatte auch Sex mit ihnen. Interessiere mich auch nachwievor für das er weibliche Geschlecht. Doch seit geraumer Zeit verspüre ich einen starken Drang auch mit Männern Sex zu haben und finde es absolut erregend. Nur alleine bei dem Gedanken durchzuckt es meinen ganzen Körper und hab starkes kribbeln im Bauch. Kann es sein das mir jetzt erst bewusst wird das ich vielleicht schwul bin. Bin mitte 40zig. Hab mal so etwas gelesen das viele erst mit 40 od 50 merken das sie eigenlich schwul sind. Ich bin mir jetzt nicht mehr sicher ob es eine etwa doch homosexuelle Neigung bei mir gibt.


    Gibt es jemand dem es ähnlich geht od weiß jemand darüber Bescheid.


    Freue mich auf aufschlussreiche Antwort. Gruß Rüiger

  • 24 Antworten

    Mir geht ähnlich wie dir. Nur hatte ich schon Sex mit beiden Seiten und bereue nichts. Wenn du die Möglichkeit hast das zu erleben nutze die Chance und versuche nicht deine Neigung zu unterdrücken. Du hast wohl eine Bi-neigung. Habe Spass und geniesse die Sachen die du erleben wirdt.

    Lebe es aus. Nur so findest Du heraus was an Männern du wirklich attraktiv findest. Alle Männer haben eine latente homophile Neigung, sonst fänden wir uns selbst ja nicht schön oder attraktiv. Naja... alle Männer außer katholischen Priestern, allen Polen und natürlich dem CSU-Parteivorstand!

    Ich bin auch der Meinung, dass du deine Fantasien ausleben und dich weiter erforschen solltest. Wir sind Menschen und die Welt verändert sich täglich und wir wachsen immer weiter und weiter und es war niemals so, dass wir an einem bestimmten Punkt oder Alter auf einmal aufhören. Das ist engstirniges Denken.


    Und selbst wenn du entdeckst, dass du für beide Geschlechter fühlst, ist das absolut kein Problem.


    Ich bin bi und bin sehr besorgt um das Stigma, das Bisexualität umgibt, da so viele Leute das nicht ernst nehmen. Wie oft ich schon unheimlich verletzt wurde, wenn ich mich vor wem geouted habe und mir gesagt wurde, ich solle mich doch entscheiden. Und jedes Mal, wenn ich eine neue Beziehung eingegangen bin, hieß es ich hätte mich endlich festgelegt.


    Ich wünsche dir alles Gute!

    Hi ich bin schwul. Und 18 Jahre alt. Habe schon mit 14 gemerkt dass ich schwul bin.

    Hatte damals einen Freund in der Weiterführenden der jetzt mein Fester Freund ist. Alles hat damit angefangen dass ich ihn genau wie Mädels richtig scharf fand. Ich fand ihn aber dann doch besser als Mädchen. Und so habe ich gemerkt, dass ich mich für das männliche Geschlächt interessiere. Jetzt sind wir seit 3 Jahren zusammen und ich bereue nichts. Wir haben mit gemeinsamer Sb angefangen. Hatte mir nichts ausgemacht ich fand es sogar erregend und da wusste ich, dass ich schwul bin. Jetzt machen wir ganz andere Dinge.

    Die Frage ob Hetero, Schwul oder Bi, ist aus meiner Sicht einfach zu beantworten: Wenn auch Gefühle für das gleiche Geschlecht da sind, man also küssen und zärtlich sein möchte, dann ist man schwul/bi. Wenn man aber lediglich scharf auf einen Schwanz oder Arsch mit der entsprechenden Befriedigung ist und mehr einem abtörnt, dann ist man sexuell zwar vielseitig interessiert, was ja toll ist, aber man ist nicht schwul/bi.

    Haki schrieb:

    Die Frage ob Hetero, Schwul oder Bi, ist aus meiner Sicht einfach zu beantworten: Wenn auch Gefühle für das gleiche Geschlecht da sind, man also küssen und zärtlich sein möchte, dann ist man schwul/bi. Wenn man aber lediglich scharf auf einen Schwanz oder Arsch mit der entsprechenden Befriedigung ist und mehr einem abtörnt, dann ist man sexuell zwar vielseitig interessiert, was ja toll ist, aber man ist nicht schwul/bi.

    Das halte ich für Selbstverleugnung. Wer als Mann bei einem anderen Schwanz oder Männerarsch Bock auf Sex kriegt, ist nicht hetero. Das ist aber auch nicht schlimm. Himmel, wir leben in modernen Zeiten. Man muss doch nun wirklich keine Hilfsargumente mehr konstruieren, um bloß nicht als schwul oder bi zu gelten (das ist im Hinblick auf Akzeptanz sogar kontraproduktiv, weil es Bi- oder Schwulsein nach wie vor als etwas darstellt, von dem man sich irgendwie freisprechen muss). Steht doch einfach dazu.

    Stalfyr schrieb:

    Das halte ich für Selbstverleugnung.

    Der Fehler wird mMn ganz woanders gemacht. Sexualität und Partnerwahl werden ständig in einen Topf geworfen, obwohl es sich um zwei verschiedene Dinge handelt.

    Das nächste Ungemach entsteht durch die Illusion einer zwingend monogamen Sexualität und/oder Beziehung.

    Man muss sich vor Augen halten, dass Sexualität eine natürliche, biologische Angelegenheit ist und die Partnerwahl und Beziehungsleben eine sehr kulturell geprägte Angelegenheit. Dabei gilt: Die Natur machts möglich (Sex in allen Varianten), die Kultur verbietet.

    Die "klassische Einteilung" hetero, bi, schwul ist allein der Partnerwahl geschuldet. Die Partnerwahl orientiert sich nach aktuellen gesellschaftlichen Modellen des Zusammenlebens, welche sozialen, juristischen und wirtschaftlichen Prämissen folgen.

    Da im Laufe der Sesshaftwerdung des Menschen, der fortwährenden Ökonomisierung und Industrialisierung einiges in Bewegung gekommen ist, stimmen Sexualität und Beziehungsmuster nicht mehr immer überein.

    Sexuell betrachtet ist quasi immer mehr drin, als beziehungstechnisch "erlaubt". Das ist das Dilemma.

    Evoluzzer schrieb:

    Die "klassische Einteilung" hetero, bi, schwul ist allein der Partnerwahl geschuldet. Die Partnerwahl orientiert sich nach aktuellen gesellschaftlichen Modellen des Zusammenlebens, welche sozialen, juristischen und wirtschaftlichen Prämissen folgen.

    Da im Laufe der Sesshaftwerdung des Menschen, der fortwährenden Ökonomisierung und Industrialisierung einiges in Bewegung gekommen ist, stimmen Sexualität und Beziehungsmuster nicht mehr immer überein.

    Sexuell betrachtet ist quasi immer mehr drin, als beziehungstechnisch "erlaubt". Das ist das Dilemma.

    Ja, gut möglich dass hier die Ursache liegt bzw. dass dieser Faktor diese "Schönrede-Tendenzen" befeuert. Wobei sich die Kategorien hetero, bi oder homo doch genauso auf die Sexualität wie auf die Partnerwahl beziehen können. Mittlerweile gibt es ja noch Begriffe wie "heteroromantisch", "homoromantisch", etc., um es vom sexuellen Aspekt zu trennen. Klar, in Heterosexualität oder Homosexualität steckt ja der Begriff Sexualität bereits drin (dem Wirrwarr an neuen potentiellen Geschlechteridentitäten geschuldet kommen aktuell ja noch pan- und poly- dazu).

    Wer nur heteroromantisch unterwegs ist, sexuell aber an beiden Ufern fischt, für den passt der Begriff bisexuell exakt, auch wenn er diesbezüglich keine Paarbeziehungen einschließt.

    Zitat

    Als Bisexualität (eigentlich „Ambisexualität“, nach der lateinischen Vorsilbe bi- für „zwei“) bezeichnet man die sexuelle Orientierung oder Neigung, sich sowohl zu Frauen als auch zu Männern emotional oder sexuell hingezogen zu fühlen.
    (Quelle:https://de.wikipedia.org/wiki/Bisexualit%C3%A4t)

    Zitat

    sich sowohl auf das eigene als auch auf das andere Geschlecht richtendes sexuelles Empfinden und Verhalten; Nebeneinander von homo- und heterosexueller Neigung
    (Quelle: Google, Suche:Bisexualität)

    Unterm Strich ist es ein kulturelles Problem mit der Sexualität. Die Natur hat überhaupt kein Problem damit, da halten sich die Veranlagungen seit Jahrtausenden die Waage. Die "Entwicklung" zu einer oder anderen Variante ist allein ein mediengemachter "Trend", der eigentlich gar keiner ist. Nur weil über die eine oder andere Variante mehr geschrieben und berichtet wird, ist dies kein Trend, sondern ein Medienprodukt. Sexualität ist eine Fähigkeit mit Bandbreite. Auf welcher Frequenz man sich dabei vorzugsweise bewegt, ist nicht mehr oder weniger Geschmackssache, wie beim Essen auch. Allein die Sache mit dem Kinderkriegen beeinflusst die Wahlmöglichkeit in besonderer Weise. Da Sex aber nicht nur der Fortpflanzung dient, sondern auch Spaß macht, obendrein mittlerweile Verhütungsmethoden zur Verfügung stehen und Medikamente für STDs ist die Wahlmöglichkeit eine ganz andere. Der Slogan "Die Freiheit nehm ich mir" ist leider aus einer anderen Werbung.

    Hätte die Ökonomisierung uns nicht alle in Richtung monogamer Beziehung eingeschworen, sähe es um einiges anders aus und es würde bei weitem nicht so viel und kontrovers diskutiert. Man würde sagen: Ich hatte Sex. Der Gegenüber würde interessiert nachfragen: Ach ja, wie schön, mit wem denn? Und es wäre völlig natürlich, dass die Frage einen gleich- sowie gegengeschlechtlichen Sexpartner ohne Vorbehalte oder Vorurteile zulässt.