Emotionale Abhängigkeit oder gar Liebe (?) Unsägliches Leiden!

    Hallo liebes Forum,


    Ich hoffe, ich finde bei euch Rat oder Trost, oder auch einfach nur eine neutrale emotionsfreie Sichtweise auf die Dinge, denn ich fürchte, ich kann selbst nicht mehr klar sehen. Alles was ich weiß ist, dass ich seit nunmehr über 5 Jahren mehr oder weniger am Leiden bin, immer abgewechselt von Hochs und Tiefs und so schwer es mir fällt, aber ein bisschen Rest-Rationalität in mir sagt, dass sich schnell was ändern muss!


    Ich hasse es, euch hier einen Roman vorsetzen zu müssen, weil ich befürchte, dass das die meisten Leute gleich von Anfang an abschreckt, dabei ist es gerade das, was ich brauche: möglichst viele Meinungen abseits von meiner eigenen verworrenen. Daher versuche ich mein bestes, diesen Thread hier auf das nötigste und wichtigste zu beschränken. Über Hilfe und Meinungen gleich welcher Art bin ich euch schon jetzt von Herzen dankbar!


    Vor über 5 Jahren (Beginn 2011, ich war damals 21 und frisch mit dem Abi fertig) lernte ich während meines FSJs in einem Jugendheim einen etwas jüngeren Jungen/Teenager kennen, der dort schon längere Zeit im Heim gewesen war und zu der Zeit in seinem letzten Jahr dort war - wir verließen also wenig später zur gleichen Zeit das Heim, er, weil seine Zeit dort beendet war und ich weil mein FSJ beendet war.


    Er fiel mir dort sofort unter all den anderen auf, weil er anders war, nicht wie die anderen, nicht die typischen Jugendheim-Regel-verachtenden-untere-Gesellschaftsschicht-Jugendlichen, wie man leicht meinen könnte, sondern er war stets höflich und respektvoll. Er ist ca. 4 Jahre jünger als ich, war damals also ca 16/17.


    Jedenfalls verstanden wir uns gleich ziemlich gut, was am Anfang noch etwas verhaltener war, da ich als Praktikant ja natürlich eher auf der Seite der dort Betreuenden zu sein hatte, aber sobald wir beide gegangen waren, blieben wir in Kontakt und der Kontakt hält (mehr oder weniger) bis heute.


    Ich hatte zu dem Zeitpunkt damals ein extrem niedriges Selbstbewusstsein (und das ist heute nur minimal besser geworden, würde ich meinen) und dieser Junge schaffte es, ohne es wohl zu wissen oder zu merken, durch sein Verhalten mir gegenüber, mir das Gefühl zu geben, dass es da jemand gibt, der sich für mich als Person/als Freund interessiert, der mich sehr wertschätzt und mich mag, so wie ich bin. Das hat er durch so Aktionen bzw. Handlungen gemacht, z.B. indem er wenn er mich irgendwo auf dem Heimgelände gesehen hat, gleich erfreut herüber gerannt kam um mir die Hand zu geben und mit mir zu plaudern. Bei der offiziellen Verabschiedungsfeier hat er mich dann sogar seiner Familie vorgestellt und verkündet, dass ich seine letzte Zeit im Heim wesentlich angenehmer und erfreulicher gemacht hätte.


    All diese Dinge haben einen enormen emotionalen und positiven Eindruck auf mich hinterlassen und waren damals natürlich Balsam für mein zerschmetteres Selbstbewusstsein.


    Auch danach, als wir beide nicht mehr im Heim waren, blieben wir via Skype oder Handy in Kontakt. Das nahm solche Ausmaße an, dass er mich wirklich mehrmals täglich sogar anrief, um zu quatschen, selbst wenn es nur unwichtiges Zeugs war, was gar keine Wichtigkeit hatte. Oder wir skypten den ganzen Tag lang, manchmal über 12h ununterbrochen (da habe ich sogar noch Screenshots von damals).


    Kurzum: Er zeigte ein solches Interesse an meiner Person durch all dies und ich war damals 1000% sicher, einen wirklich besten Kumpelfreund, den besten Freund für's Leben gefunden zu haben. Genau so einen, den ich immer vermisst und gesucht hatte, jemand der mit einem durch Dick und Dünn geht. Das ging irgendwann so weit, dass ich dann schon unruhig wurde, wenn sich der Tag Richtung Nachmittag neigte und ich mal noch nichts von ihm gehört hatte, sei es via SMS oder Anruf, so sehr war ich da schon dran gewöhnt an unseren intensiven Kontakt. Und jedes Mal freute ich mich, wenn dann doch noch das "Lebenszeichen" kam.


    Ein paar Monate später allerdings ließ das dann minimal nach und er lernte dann mit der Zeit auch noch neue männliche Bekannte kennen und ich merkte damals schon, dass mich das emotional schon runterzog, als er mir nicht mehr die Aufmerksamkeit schenkte, die ich bislang gewohnt war und dass ich eifersüchtig auf die neuen Bekanntschaften war. Ich hoffte inständig, dass ich nicht "ersetzt" werden würde durch die neuen Bekanntschaften.


    Nach unserer ersten (eigentlich banalen) Auseinandersetzung, die darin resultierte, dass er mich für eine zeitlang in den gängigen sozialen Netzwerken blockierte, fiel ich derart in ein emotionales Tief, dass ich aufgrund der einhergehenden Apetittlosigkeit innerhalb von nur 4 Wochen fast 13 Kg abgenommen habe (von knapp 80 auf 67, also immer noch in Ordnung für meine Größe und mein Alter).


    Das hätte eigentlich schon ein Alarmzeichen sein sollen, dass irgendwas kollosal falsch läuft, aber ich war so froh, als wir den Streit gelegt hatten und alles mehr oder weniger wieder wie vorher war.


    Seit dem folgten die ganzen Jahre bis heute mehr oder weniger immer wieder Hochs (wenn er sich bei mir meldet oder wir etwas zusammen unternehmen) und Tiefs (wenn er sich nicht meldet eine zeitlang). Dessen ist er sich meiner Meinung nach überhaupt nicht bewusst - er hat wohl keinen Schimmer wie sehr ich leide. Ich muss wohl auch richtig intensive Anzeichen für "Klammern" zeigen, aber auch die nimmt er zumindest nicht so wahr, dass ihm etwas "komisch" vorkommen würde. Andere würden bei diesen Umständen wohl alle Puzzelteile zusammensetzen.


    Einmal hatten wir mal wieder eine kleinere Diskussion, bei der ich durch meine Eifersucht gegenüber einem seiner Kontakten (den er NACH mir kennengelernt hat und mit dem er, so der Anschein nach, viel öfters zusammen etwas unternimmt und auch besser klarkommt aufgrund gleicher hobbymäßigen Interessen) dann einfach mal frei heraus zu ihm sagte, dass er mit zweierlei Maß messen würde zwischen uns beiden. Daraufhin kam eine richtig (für mich zumindest sehr) verletzende Antwort zurück, der andere sei eben wie ein Bruder für ihn und ich müsse das akzeptieren und solle nicht immer rumheulen deswegen, ich wär eben nicht sein bester Freund.


    Ich habe daraufhin versucht, den Kontakt etwas zurückzufahren, aber auch noch heute merke ich, dass ich es einfach nicht wirklich lange aushalte. Je länger ich bewusst der Versuchung widerstehe, ihn mal nicht zu kontaktieren, desto größer wird mein Leidensdruck. Dabei ist es schon sehr lange so, dass meistens ich immer derjenige bin, der einfach mal nur fragt, wie es so geht, oder wie es bei ihm läuft - sprich: einfach Interesse für ihn und sein Leben zeigt.


    Von ihm kommen solche Dinge so gut wie gar nicht mehr - das war am Anfang eben noch so. Wenn er mich mal kontaktiert, dann ist es entweder zweckgebunden, oder eben banales, z.B. ein Link zu einem Video oder Bild oder ähnliches was ich mir anschauen soll. Aber ich vermisse eben diesen Zustand wie am Anfang, wo ich das Gefühl hatte, ich wäre für ihn genauso wichtig wie er es für mich war.


    Wir hängen zwar immer mal wieder zusammen ab, wobei ich dann meistens aufgrund der kleinen Entfernung zwischen uns übers Wochenende zu ihm komme zum Übernachten, aber auch das wird, so merke ich das leider, weniger mit der Zeit.


    Mittlerweile bin ich mir sehr sicher, dass hier ein ziemlich großes Ungleichgewicht in der Freundschaft herrscht. Ich denke, ich bin für ihn einfach ein Kumpel, jedenfalls nicht DER Kumpel, der beste Freund. Er ist es bzw. war es aber für mich seit wir uns kannten, ausgelöst durch sein sehr prägendes Verhalten auf mich vom Anfang. Manchmal glaube ich sogar, dass er für mich sogar mehr als nur der beste Freund ist und das killt mich innerlich, denn er ist definitiv nicht homosexuell und auch für mich wäre Homosexualität neu. Ich muss allerdings mittlerweile sagen, wenn ich es je bei jemandem testen oder ausprobieren wollen würde, dann wär er es definitiv, wenn er nur wollen würde!


    Seit kurzem hat er mal wieder eine von seinen Online-Internet-Fick-Bekanntschaften und schwebt mal wieder total auf Wolke 7. Facebook ist voll mit seinen Postings an sie mit Millionen von Herzchen und Kuss-Smileys und sie sei doch die aller beste, love you forever, blablabla... Das gleiche war vor einem Jahr schon einmal mit einer anderen, bis es dann plötzlich genauso schnell aus war, wie es angefangen hatte. Für mich sind das auch nicht wirklich Beziehungen in dem Sinne, denn meiner Ansicht nach sind das eher triebgesteuerte als romantische Beziehungen (wie kann man denn nach ein paar Tagen Online-Kennenlernens schon "zusammen" sein, wo andere richtige Paare manchmal monate- oder jahrelang sich kennen, bevor sie in eine Beziehung gehen?!)


    Der Unterschied zu letztem Mal ist nur: er scheint mittlerweile gar keine Zeit mehr für seine Freunde zu haben. Er hängt nur noch den ganzen Tag im Skype, um mit ihr zu skypen. Das war zumindest bei der letzten Bekanntschaft noch anders, da hatte er dennoch hin und wieder mal Zeit sich zu treffen, auch wenn das manchmal recht nervig sein kann, weil er mehr am Handy und am Schreiben ist mit ihr als dass er Zeit mit uns verbringen würde.


    Ich habe ihn jetzt seit Ende August nicht mehr gesehen und das ist für unsere Verhältnisse schon recht lange, da wir meistens immer alle paar Wochenenden was zusammen gemacht haben.


    Es gäbe hier noch so viele weitere Dinge zu sagen, aber ich denke, ich habe das Gröbste hier für euer Verständnis umrissen.

  • 58 Antworten

    Zusammenfassung:


    Zusammengefasst kann ich nur sagen: ich leide enorm emotional, ich weiß nicht einmal, ob es sogar mehr als emotionale Abhängigkeit ist, ob es nicht sogar schon in Richtung Verliebt-Sein geht. Ich fühle mich gut, wenn ich Nachrichten von ihm kriege, bzw. er mir zeigt, dass ich ihm immer noch wichtig bin als Freund, indem er mich kontaktiert. Ich vermisse auch oft Bestätigung darüber, dass ich ihm immer noch wichtig bin als Freund, deswegen fordere ich die oftmals auch unbewusst und indirekt in manchen Gesprächen bei ihm ein, indem ich nach längerer Zeit des Nicht-Hörens von ihm dann nachfrage, warum er sich so lang nicht gemeldet hat und ob es an mir läge bzw. ich ihn nicht als Freund verlieren wolle.


    Sobald er mich längere Zeit nicht kontaktiert, werde ich emotional niedergeschlagen, oder vielleicht schon leicht depressiv. Mich regt es einerseits auf, dass ich sehr oft derjenige bin, der IHN kontaktiert, weil ich Angst hätte, es würde gar nichts mehr von seiner Seite kommen, wenn ich den Schritt nicht mal wieder tun würde. Meistens sind seine Antworten dann immer sehr knapp im Vergleich zu meinen ausladenden Nachrichten. Andererseits sagt mir manchmal mein kleines Stückchen Restverstand, dass ich von dieser Emotionalität und diesem Leid wegkommen muss! Ich möchte ihn nicht komplett aus meinem Leben verbannen, sondern vielleicht einfach auf die gleiche Ebene kommen, auf der er mich vermutlich sieht. Leider habe ich eingesehen, dass ich eben für ihn nicht der beste Freund bin, aber ich schaffe es nicht, ihn herabzustufen.


    Seit er jetz mal wieder diese Online-Fick-Bekanntschaft hat, ist es ganz extrem eingebrochen mit dem Kontakt. Auf letzte Woche hatten wir uns vor Ewigkeiten verabredet mal wieder, ich hatte mich so sehr gefreut, endlich wieder was zusammen zu machen. Am Abend vor dem Treffen kam dann eine eher unglaubwürdige Absage, es ginge ihm in letzter Zeit nicht so toll, ich solle bitte Verständnis haben. Anstelle unseres Treffens am Wochenende hing er dann wieder das ganze Wochenende den ganzen Tag im Skype und hat wohl mit ihr geskypt. Das alles verletzt mich total, gleichzeitig wächst nach jeder neuen inneren Verletzung der Drang, diesmal endgültig den "Cut" zu machen und mich zurückzuziehen und zu warten, was von seiner Seite aus kommt, bzw. OB überhaupt noch was.


    Was meint ihr dazu? Ich brauche Sichtweisen, Meinungen, außenstehende Bewertungen. Ich weiß und merke nur, so geht es nicht weiter, ich habe mittlerweile sogar schon psychosomatische Beschwerden entwickelt, meine Familie sagt seit Jahren schon, ich wäre dauernd eher melancholisch angehaucht. Ständig checke ich sein Whatsapp-Profil, um zu schauen, wann er zuletzt online war. Was genau mir das bringt, weiß ich selbst nicht, aber so geht das schon Jahre. Ähnlich bei Facebook: wo ich immer nur ganz speziell schaue, was er so gepostet hat, gelikt hat oder wen er befreundet hat.


    Das Schlimme: er hat von all dem Ausmaß, was diese Freundschaft für mich angenommen hat, vermutlich wirklich keine Ahnung. Leider ist er aber auch nicht jemand, mit dem man sich mal ruhig und ernsthaft hinsetzen könnte, um dies alles zu beichten. Ich fürchte, das würde ihn eher noch verstören.


    Wie komme ich da raus aus dieser Abhängigkeit, oder ist es vielleicht sogar schon Liebe? Ich weiß es nicht. Was ich aber weiß ist, dass sich was ändern muss!

    Hi Marvolo,


    Du bist heute 26, Dein Freund 22 und die Gefühlskiste läuft seit 5 Jahren.


    Offenbar habt Ihr noch nie Sex gehabt miteinander. Oder habe ich da was überlesen in Deinem Text?


    Du schreibst von gelegentlichen Treffen, wo ihr gemeinsam was unternommen habt.


    Du schreibst, dass Ihr überwiegend via elektronischer Medien kommuniziert.


    Du bist eifersüchtig, wenn er Dir mailt, dass er Männer datet.


    Ist er schwul?


    Bist Du schwul?


    Habt Ihr mal darüber gesprochen, was Ihr füreinander empfindet?


    Du sprichst vom "Ausmaß dieser Freundschaft". Bist also schwer verliebt in ihn und weisst nicht, ob er gleiches für Dich empfindet.


    Wie kommst Du raus aus dieser Abhängigkeit? Ganz einfach: Du musst ihm Deine Liebe gestehen. REDEN müsst ihr darüber. Was ist schlimm dabei? Natürlich kann es Dir wehtun, wenn er sagt, dass Du nicht sein Typ bist, er Dich aber sehr gerne hat als Freund.


    Dazu solltest Du aber wissen, dass Freundschaft mehr ist, als Liebe. Diese Erkenntnis habe ich in meinen fast 60 Lebensjahren gewonnenl


    Wenn Du hier im Forum HOMO/HETERO/BI guten Rat einholen willst, solltest Du schon ein wenig offener sein, was Deine sexuellen Vorlieben betrifft, denn ansonsten kann man mit Deinen oben eingestellten Fragen wenig anfangen.


    Richtig! Ändern musst Du was. Sprich Klartext mit ihm. Kläre die Fronten.

    @ murat86:

    Erst einmal herzlichen Dank für deinen Beitrag! Allerdings ist bei deinem Verständnis leider einiges durcheinander geraten - vielleicht habe ich das nicht so optimal rüberbringen können, aber bevor dieser Faden hier jetzt interpretatorisch in eine ganz falsche Richtung geht, möchte ich noch einmal einige Dinge richtigstellen:

    Zitat

    Du bist heute 26, Dein Freund 22 und die Gefühlskiste läuft seit 5 Jahren.

    "Freund" war hier immer nur "platonisch" gemeint. Wie ich in meinem längeren Text ja bereits geschrieben habe, bin ich mir zu 99% sicher, dass mein "Kumpel-Freund" nicht homosexuell ist. Auch ich bin mir selbst über mich nicht 100% sicher, ob ich mich als schwul klassifizieren sollte oder nicht. WENN ich das allerdings mit jemandem mal ausprobieren wollen würde, dann könnte ich es mir allerdings mit IHM (diesem Kumpel-Freund) am ehesten und besten vorstellen, allerdings weiß ich genau, dass es dazu nie kommen wird, da er das nie wollen würde und darüber hinaus auch nicht schwul ist.

    Zitat

    Offenbar habt Ihr noch nie Sex gehabt miteinander. Oder habe ich da was überlesen in Deinem Text?

    Ja, und zwar ordentlich, aber das ist ja nicht schlimm, deswegen kläre ich das ja gerade noch einmal.

    Zitat

    Du sprichst vom "Ausmaß dieser Freundschaft". Bist also schwer verliebt in ihn und weisst nicht, ob er gleiches für Dich empfindet.

    Hier nähern wir uns jetzt schon etwas mehr der Richtigkeit an, denke ich. Allerdings ist es so, dass ich für ihn schon immer nur ein normaler Kumpel-Bekannter war. Er war für mich aber von Anfang an mehr als ein 0815-Bekannter, sondern ich sah ihn als meinen besten platonischen Kumpelfreund. Das ist das Ungleichgewicht in unserer Freundschaft, was ich beschrieben habe.


    Ich kann nicht sagen, ob es Liebe ist, was ich für ihn empfinde, oder einfach nur sehr starke emotionale freundschaftliche Gefühle. Was ich sicher weiß ist, dass eine große Eifersucht auf ihn bei mir da ist und wohl eine starke emotionale Abhängigkeit.

    Zitat

    Du bist eifersüchtig, wenn er Dir mailt, dass er Männer datet.

    Auch das stimmt so nicht. Er datet keine anderen Jungs/Männer. Er datet Frauen, aber ich war anfangs eifersüchtig, wenn er neue männliche (platonische) Kumpel-freunde kennengelernt hat, weil ich Angst hatte, dass ich durch die "ersetzt" werden könnte, sprich: er ihnen gegenüber bessere freundschaftl. Gefühle empfindet als mir gegenüber, ergo: ich bin total eifersüchtig auf die anderen Leute, die er nach unserem Kennenlernen kenngelernt hat.


    Auf deine anderen Dinge muss ich jetzt, denke ich, nicht mehr explizit eingehen. Ich hoffe ich habe jetzt noch einmal klarstellen können, was genau die Sachlage ist.

    Mh - ich habe den Eindruck, dass Du eigentlich weisst was Sache ist.


    Bevor ich etwas dazu schreibe wüsste ich gern: Sind für Dich Frauen sexuell im allgmeinen interessant? Oder empfindest Du Dich bisher eher als asexuell?


    Und: Was ist Liebe für Dich? Liebst Du sonst jemanden ausser möglicherweise diesen Kumpel und wenn ja auf welche Art und Weise?

    Das wichtigste hast du bereits erkannt: Dass du etwas ändern musst. Das ist dir sicher schon damals, als du so viele Kilogramm Körpergewicht verloren hast bewusst geworden. Nur hat sich dein Verhältnis zu ihm dann wieder "normalisiert" und es war wohl bequemer so weiter zu leben, vermute ich mal.


    "Normal" dürfte dein Verhältnis zu ihm aber denke ich nie gewesen sein. Wahrscheinlich warst du anfangs als er 16 war wirklich eine Art bester Freund für ihn. Vielleicht hatte er wenig Freunde. Er hat sich weiterentwickelt, was auch ganz normal in dem Alter ist.


    Du warst damals schon älter und bist es jetzt natürlich auch. Hast du dich seither ähnlich weiterentwickelt wie er?


    Vielleicht die Hauptfrage ist für mich, ob du sonst einige andere gute Freunde hast oder ob er deine Hauptbezugsperson ist. Das würde viel erklären, wenn du sonst wenig Freunde hast. Dann ist es irgendwie logisch, dass du dich sehr auf ihn konzentrierst. Das schadet dieser Beziehung aber immens denke ich. Wenn es so wäre, dann würde wohl am meisten helfen, wenn du dich mehr weiterentwickelst. Neue Kontakte, neue Hobbys etc. Vielleicht hilft dir das die Beziehung zu ihm auf eine angemessenere Ebene zu senken. Er hat das bestimmt gemerkt, dass du sehr hängst an ihm und wahrscheinlich gefällt ihm das nicht wirklich.


    Ob du sogar verliebt in ihn bist kannst nur du wissen. Wenn du aber sonst wenig Freunde hast, könnte es durchaus auch nur das Bedürfnis nach inniger Freundschaft sein, was du in ihm suchst.


    Dass du dir wenn nur mit ihm eine romantische (und auch sexuelle) Beziehung vorstellen kannst und sonst wohl nicht mit einem Mann, spricht für mich dagegen, dass du schwul bist.


    Hast du schon Beziehungen geführt mit Frauen?


    Aber wie gesagt das sind alles nur Mutmaßungen. Wissen kannst das alles nur du. Und vielleicht auch vieles derzeit noch unterbewusst. Oft muss man Dinge erst aus dem Unterbewussten irgendwie hervorholen ins Bewusste. Wie ist halt eine ganz andere Geschichte.

    @ NotMichaelCaine

    Zitat

    Mh - ich habe den Eindruck, dass Du eigentlich weisst was Sache ist.

    Was lässt dich das denken? Ich bin mir manchmal überhaupt gar nicht mehr sicher, ob ich überhaupt noch Herr über mich selbst und meine Gefühle bin. Ich weiß nur, dass ich unter all dem Schrott ziemlich stark leide.

    Zitat

    Bevor ich etwas dazu schreibe wüsste ich gern: Sind für Dich Frauen sexuell im allgmeinen interessant? Oder empfindest Du Dich bisher eher als asexuell?

    Hmm, also bis ich diesen besagten Freund kennen gelernt habe, war ich fast der Meinung, dass ich in Richtung Asexualität tendiere. Das allein war ziemlich mühsam und schwer für mich, mir selber einzugestehen, denn wenn man in dem jungen Alter merkt, dass man eben nicht ganz so "normal" wie sein Umfeld tickt, ist das nie so wirklich erbauend. Aus ähnlichen Gründen resultierte damals auch mein sehr niedriges bis kaum vorhandenes Selbstbewusstsein. Das war zu den schlimmsten Zeiten so übel, dass ich kaum noch raus ging und meistens nicht unter gleichaltrige Leute bin, weil ich felsenfest davon überzeugt war, dass sie negativ über mich denken oder reden könnten.

    Zitat

    Und: Was ist Liebe für Dich? Liebst Du sonst jemanden ausser möglicherweise diesen Kumpel und wenn ja auf welche Art und Weise?

    Ach je, das kann ich dir leider nicht beantworten, was Liebe für mich ist... Diese Frage stelle ich mir schon selbst sehr lange. Ich kann ja nicht einmal sagen, ob es "Liebe" ist, was ich gegenüber diesem Kumpel empfinde, ich weiß nur, dass dies keine gewöhnlichen freundschaftlichen Gefühle sein können, denn bei ehemaligen Klassenkameraden von mir ist da längst nicht so eine emotionale Abhängigkeit bzw. schon fast krankhafte Eifersucht mit im Spiel und da macht es mir komischerweise auch überhaupt nichts aus, wenn ich mal längere Zeit nichts mehr von ihnen höre. Da habe ich komischerweise nicht gleich emotionale Tiefs und bin überzeugt, sie wollten mit mir nichts mehr zu tun haben. Dieser ganze Schrott ist nur bei ihm so.

    @ partykrach0r

    Zitat

    "Normal" dürfte dein Verhältnis zu ihm aber denke ich nie gewesen sein.

    Ganz bestimmt nicht, nein. Ich habe ihn durch seine (ganz sicher unbeabsichtigt und unbewusst) manipulative mich-lobende und auf mich fixierende Art als den besten Freund fürs Leben für mich eingestuft und heute leide ich sehr darunter, dass ich ihn emotional so sehr an mich gebunden habe.

    Zitat

    Wahrscheinlich warst du anfangs als er 16 war wirklich eine Art bester Freund für ihn. Vielleicht hatte er wenig Freunde. Er hat sich weiterentwickelt, was auch ganz normal in dem Alter ist.

    Er hatte damals, als wir beide aus dem Heim raus kamen, tatsächlich nicht sehr viele Freunde, im Prinzip hatte er ein paar Mitkumpanen aus dem Heim, mit denen er aber nie wirklich besondere Freundschaften pflegte, das waren eher halt Zweckbekanntschaften und zu denen besteht heutzutage auch kein Kontakt mehr. Dann hatte er noch was ER seinen "besten Freund" bezeichnet, einen Kindergarten-Freund, den er von kleinauf schon kennt und dann eben mich. So war seine Freundeskonstellation damals, würde ich sagen.


    Heutzutage hat er nicht sonderlich viel mehr reale Freunde mit denen er sich trifft als damals, allerdings durch sein Video-Online-Gaming eben viele virtuelle Online-Bekanntschaften, mit denen er halt zusammen spielt.


    Inwiefern und OB er sich stark weiterentwickelt hat, kann ich nicht sagen.

    Zitat

    Du warst damals schon älter und bist es jetzt natürlich auch. Hast du dich seither ähnlich weiterentwickelt wie er?

    Naja, arg viel älter bin ich ja nicht. Es sind ja gerade nur ca. 4 Jahre zwischen uns. Was meinst du mit "ähnlich weiterentwickelt"? Aus meiner etwas emotional-verblendeten Ansicht würde ich natürlich sagen, ich bin ihm seither als platonischer Freund stets "treu" geblieben und habe immer verzweifelt versucht, den Anfangszustand wiederherzustellen, wo wir wieder genauso intensiven täglichen Kontakt haben würden wie am Anfang und ich spüren und merken würde, dass ich wirklich wichtig zu sein scheine für ihn in seinem Leben als (platonischer) Freund. Diesen Zustand vom Anfang hätte ich so gerne für alle Ewigkeit behalten - aber natürlich hat das nachgelassen mit der Zeit.

    Zitat

    Vielleicht die Hauptfrage ist für mich, ob du sonst einige andere gute Freunde hast oder ob er deine Hauptbezugsperson ist. Das würde viel erklären, wenn du sonst wenig Freunde hast. Dann ist es irgendwie logisch, dass du dich sehr auf ihn konzentrierst. Das schadet dieser Beziehung aber immens denke ich. Wenn es so wäre, dann würde wohl am meisten helfen, wenn du dich mehr weiterentwickelst. Neue Kontakte, neue Hobbys etc. Vielleicht hilft dir das die Beziehung zu ihm auf eine angemessenere Ebene zu senken. Er hat das bestimmt gemerkt, dass du sehr hängst an ihm und wahrscheinlich gefällt ihm das nicht wirklich.

    Wie gesagt, durch seine ganze mich lobende Art ganz am Anfang und seine sehr intensiven Kontaktaufnahmen hat sich da seither etwas eingebrannt bei mir, was mich am Anfang so stark sicher gemacht hat, dass er mich wirklich wirklich mag als Freund, etwas, was ich so zuvor noch von keinem meinen Bekanntschaften erfahren habe. Und ja, du liegst richtig, bis auf 2, 3 Freunde aus der Schulzeit habe ich sonst keine anderen Freunde und bei ihm war ich mir so sicher, dass das einfach der "ABF" für mich werden wird. Für mich war er es gleich von Anfang an und ich wollte da auch keinen anderen mehr an diese Stelle ranlassen, was teilweise dazu geführt hat, dass ich bis heute Schwierigkeiten habe, neue Bekanntschaften näher an mich ran zu lassen, weil ich ihn damals einfach so stark emotional und freundschaftlich an mich gebunden habe, dass es mir fast wie eine Art "Betrug" vorkäme, wenn ich jetzt mit anderen, NEUEN Bekanntschaften eine ebenso oder auch nur ansatzweise innige Freundschaft aufbauen würde, oder mit denen gar mehr Zeit verbringen würde als mit ihm.


    Es zieht mich einfach so sehr emotional runter, wenn ich merke, dass er nicht mehr in dem Ausmaß und der Intensität Kontakt sucht wie am Anfang und sich scheinbar immer weniger für mich und mein Leben zu interessieren scheint.


    Ob das objektiv tatsächlich der Fall ist, weiß ich nicht so recht, ich vermute, dass ich durch mein Gefühlschaos oftmals eine sehr verzerrte Sichtweise auf die Situation habe, was das Ganze aber nicht unbedingt besser macht...

    Zitat

    Ob du sogar verliebt in ihn bist kannst nur du wissen. Wenn du aber sonst wenig Freunde hast, könnte es durchaus auch nur das Bedürfnis nach inniger Freundschaft sein, was du in ihm suchst.


    Dass du dir wenn nur mit ihm eine romantische (und auch sexuelle) Beziehung vorstellen kannst und sonst wohl nicht mit einem Mann, spricht für mich dagegen, dass du schwul bist.


    Hast du schon Beziehungen geführt mit Frauen?

    Nein, wie ich oben schon erwähnte, dachte ich bevor ich ihn kennen gelernt hatte, dass ich wohl eher asexuell bin. Frauen bzw. Mädchen haben mich komischerweise bisher einfach nie sexuell angezogen oder gereizt. Auch ertappe ich mich des öfteren dabei, wie ich Jungs hinterherschaue, die ich gut-aussehend oder attraktiv finde, Frauen nehme ich in dieser Hinsicht dabei irgendwie leider gar nicht wirklich war, soll heißen, wenn ich unterwegs bin, ziehen die nicht die Aufmerksamkeit auf mich. :l


    Ich kann nicht sagen, ob es Liebe ist ihm gegenüber oder nur sehr starke freundschaftliche Gefühle und, wie du richtig schreibst, vielleicht nur das Verlangen nach einem so innigen besten Freund, den ich nie hatte und scheinbar auch jetzt nach allem nicht habe.


    Ich bezweifle, dass ihm das alles überhaupt bewusst ist. Wenn es das wäre, hätte er womöglich eventuell von sich aus bereits den Kontakt abgebrochen. Ich weiß es nicht, ob er das getan hätte, aber er würde all das bestimmt nicht erwarten von mir. Vielleicht merkt er schon, dass ich sehr an ihm hänge, aber diese Komplexität und vor allem mein starker Leidensdruck wegen all dem, das ist ihm 1000% nicht bewusst, aber ich kann und werde es ihm auch nicht sagen, denn ich weiß, dass es nichts ändern würde, sondern vielleicht nur noch mehr kaputt machen könnte.


    Trotzdem will ich da endlich raus. Ich will und könnte ohnehin gar nicht den Kontakt komplett zu ihm abbrechen, also eine Art Tabula Rasa machen, aber ich möchte einfach nur aus diesem emotionalen Leidensdruck wegkommen und von der emotionalen Abhängigkeit, von dem ständigen Kontrollwahn, was er gepostet hat, wen er nun wieder neu befreundet hat auf Facebook oder wann er zuletzt in Whatsapp online war und dennoch wieder mich nicht kontaktiert hat.


    All das, so meine jüngsten Recherchen, sind wohl Zeichen einer starken Eifersucht. Ob das nun ein Beweis für Liebe ist? Ich weiß es nicht!


    Was kann und muss ich tun, um da raus zu kommen?

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    Mh - ich habe den Eindruck, dass Du eigentlich weisst was Sache ist.

    Was lässt dich das denken? Ich bin mir manchmal überhaupt gar nicht mehr sicher, ob ich überhaupt noch Herr über mich selbst und meine Gefühle bin. Ich weiß nur, dass ich unter all dem Schrott ziemlich stark leide.

    Der Eindruck entsteht durch Deine Beschreibung des "Wie?", durch Deine Beschreibung der Voraussetzungen für diese Freundschaft, die aus meiner Sicht auch die Lösung für Deine momentane Situation beinhaltet. Ich vermute, dass Dir das (unbewusst?) klar ist, dass das Thema für Dich aber zu wenig greifbar und vielleicht auch zu beängstigend ist um es selbst anzugehen:Selbstbewusstsein.


    Ich kann nachfühlen, dass Du unter der Gesamtsituation sehr leiden musst.

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    Hmm, also bis ich diesen besagten Freund kennen gelernt habe, war ich fast der Meinung, dass ich in Richtung Asexualität tendiere.

    Ok - das hab ich vermutet, ja. Und ausdrücklich: Es geht nicht um Bewertung einer Sexualität. Asexualität ist für mich genauso normal wie Heterosexualität oder Homosexualität. Ich habe mich beim Lesen Deines Beitrags nur gefragt ob er nicht unter Beziehung oder Psychologie womöglich mehr Aufmerksamkeit bekäme und hätte das vorgeschlagen, wenn du normalerweise heterosexuell unterwegs wärst. Da Du aber schreibst:

    Zitat

    Frauen bzw. Mädchen haben mich komischerweise bisher einfach nie sexuell angezogen oder gereizt. Auch ertappe ich mich des öfteren dabei, wie ich Jungs hinterherschaue, die ich gut-aussehend oder attraktiv finde, Frauen nehme ich in dieser Hinsicht dabei irgendwie leider gar nicht wirklich war, soll heißen, wenn ich unterwegs bin, ziehen die nicht die Aufmerksamkeit auf mich.

    gehört Dein Beitrag schon am ehesten hierher. Für mich würde Deine Aussage zusammenfassend heissen, dass Du bis zu der Begegnung mit Deinem platonischen Freund zwar noch nicht verliebt warst, aber wenn Du nicht tatsächlich asexuell sein solltest eher schwul bist als hetero oder bi.

    Zitat

    Ich kann ja nicht einmal sagen, ob es "Liebe" ist, was ich gegenüber diesem Kumpel empfinde, ich weiß nur, dass dies keine gewöhnlichen freundschaftlichen Gefühle sein können, denn bei ehemaligen Klassenkameraden von mir ist da längst nicht so eine emotionale Abhängigkeit bzw. schon fast krankhafte Eifersucht mit im Spiel und da macht es mir komischerweise auch überhaupt nichts aus, wenn ich mal längere Zeit nichts mehr von ihnen höre. Da habe ich komischerweise nicht gleich emotionale Tiefs und bin überzeugt, sie wollten mit mir nichts mehr zu tun haben.

    Angenommen diese ehemaligen Klassenkameraden würden tatsächlich nichts mehr mit Dir zu tun haben wollen - würde Dir überhaupt was fehlen? Wenn ja, was?

    Zitat

    Für mich war er es gleich von Anfang an und ich wollte da auch keinen anderen mehr an diese Stelle ranlassen, was teilweise dazu geführt hat, dass ich bis heute Schwierigkeiten habe, neue Bekanntschaften näher an mich ran zu lassen, weil ich ihn damals einfach so stark emotional und freundschaftlich an mich gebunden habe, dass es mir fast wie eine Art "Betrug" vorkäme, wenn ich jetzt mit anderen, NEUEN Bekanntschaften eine ebenso oder auch nur ansatzweise innige Freundschaft aufbauen würde, oder mit denen gar mehr Zeit verbringen würde als mit ihm.

    Wenn Du zweimal tief durchatmest und das was ich in Deinem Text markiert habe konzentriert liest... Merkst Du dann dass da was nicht stimmt? Das gehört zu Deinem eigenen Eindruck der Abhängigkeit, den Du ausdrückst. Realisierst Du das?


    Mein Eindruck ist: es geht hier um 3 Themenkomplexe, die eigentlich unabhängig voneinander existieren und die Du komplett auf "ihn" bzw. euer Beziehung zu reduzieren scheinst, oder krasser ausgedrückt auf seine Existenz in Deinem Leben, die - sobald sie nicht so statt findet wie Du sie brauchst - alle diese Themenkomplexe in Frage stellt:


    1. Selbstbewusstsein vs Fremdbestätigung - was ist was und welche Erwartungen sind realistisch.


    2. Akzeptanz Deines eigenen Gefühlslebens als wertvoller Bestandteil Deiner Selbst vs Krieg gegen und Abwertung Dein Gefühlslebens


    3. (und das eigentlich nur am Rande) Deine Beziehung und Deine Gefühle für diesen speziellen Freund.


    Die ersten beiden sind wie Du richtig erkannt hast Dein Job zu lösen ( geht uns allen so - willkommen im Club also). Sie existieren aber unabhängig von Deiner Beziehung mit Deinem Freund. Die Beziehung mit Deinem Freund fungierte nur eine Weile lang als Puffer so das Du Dich nicht damit beschäftigen musstest.


    Er hat Dich anfangs akzeptiert wie Du bist - prima, musstest Du das schon nicht machen. Das war vermutlich der Punkt an dem Du Deine Selbstakzeptanz, die Dir sowieso schon schwer fiel, outgesourced hast und froh warst, dass jemand die kompetent und emotional positiv übernimmt. Das war sicher keine bewusste Entscheidung Deinerseits, aber der Auftrieb für Dich kam dadurch zu stande, dass Du Fremdbestätigung mit Selbstbewusstsein verwechselt hast. Passiert sicher über 99 % der Menschen öfter mal im Leben! Dann ist es wichtig das irgendwann wieder auf die Reihe zu bekommen und oft wenn wir das nicht tun reagiert unser Gegenüber ab einem bestimmten Punkt irritiert ohne genau sagen zu können was da jetzt falsch läuft.


    Wenn jemand so ein Puffer in unserem Leben wird kann sich das unheimlich befreiend auswirken: Man lebt auf, hat den Kopf freier für andere Dinge - einfach klasse. Beim verlieben passiert das auch!


    Wenn derjenige den Puffer dann aber wieder wegnimmt und wir kein Selbstbewusstsein entwickelt haben (weils natürlich auch bequem war sich nur Fremdbestätigen zu lassen) fehlt das alles wieder. Du stehst wieder vor der Wand des: Boah - ich muss mich selber akzeptieren ohne dass mir das ein anderer abnimmt.


    Wenn Du Dir Deine eigenen Formulierungen hier durchliest kannst Du hinweise darauf sehen wo Du versuchst ihm die Verantwortung zuzuschieben, dass er Dir etwas wegnimmt (Dein Selbstbewusstsein) wovon Du eigentlich überzeugt bist, dass es Dir gehört. Das Problem ist, dass das eine Illusion ist: Er konnte Dir nie Selbstbewusstsein geben - nur Fremdbestätigung. Fremdbestätigung ist für uns alle immens wichtig, aber sie ist kein Selbstbewusstsein. Und derjenige der das verwechselt, weil er vermeidet Selbstbewusstsein zu entwicklen bist Du. Das ist sehr sehr schmerzhaft. :°_


    Es führt kein Weg daran vorbei Selbstbewusstsein zu entwickeln, wenn Du nicht wieder in eine Situation wie jetzt geraten willst und dieser Teil addiert sich jetzt zu dem Schmerz denverständlicherweise Du fühlst weil eure Freundschaft ungleich ist. Das bildet ein einziges Gefühlswirrwarr und das zu entwirren ist Dein momentaner Job dem Du Dich ja auch schon stellst. Dafür meine Hochachtung.


    Du hast deutlich erkannt: Ihr habt unterschiedliche Bedürfnisse nach Austausch. Er will sich - altersgemäss - ausprobieren und unterhält verschiedene Kontakte - ganz egal wie oberflächlich die sind oder nicht. Er ist sexuell unterwegs - wohl heterosexuell. Er entwickelt sich vielleicht wesentlich anders als Du es erwarten würdest und so weiter. Er drückt seine Gefühle aus - nicht nur Dir gegenüber sondern auch anderen gegenüber.


    Es tut weh weil es nicht so verläuft wie Du es Dir wünschst. Ungleiche Beziehungen tun das eigentlich immer für den der mehr will. Auch wenns Dich vermutlich nicht tröstet: diese Erfahrungen machen auch die meisten Menschen im Leben und es gibt unterschiedliche Strategien wie Menschen damit umgehen. Viele wählen in so einem Fall räumliche Trennung um zu sich selbst zu finden. So wie Du schreibst würde ich vermuten, dass Du davor große Angst hast. Ich würde diese "Baustelle" Freund also erst mal so weiterlaufenlassen wie sie ist und mich an Deiner Stelle ganz dringend um Dich selbst kümmern, bis Du Dir darüber klar geworden bist ob Du den Abstand von ihm ganz sicher brauchst oder vielleicht eine Möglichkeit gefunden hast den Suchtanteil in eurer Beziehung anders aufzulösen.


    Zieh eine Therapie in betracht, schau Dich auch zum Stichwort "Co-abhängigkeit" im Netz um. Hör mal in ein paar Vorträge auf youtube zum Thema Selbstbewusstsein rein. Oder schau Dich hier um und diskutier mit.


    Selbstbewusstsein gibts nicht von außen. Nur Fremdbestätigung. Das kannst Du aus dieser Begegnung mitnehmen.


    Liebe wirkt deshalb manchmal so kompliziert, weil sie gleichzeitig mit allem anderen - auch mit Abhängigkeit - auftreten kann. Sie kann parallel existieren. Du kannst jemanden von Herzen lieben, aber nicht mit ihm Zusammenleben können, weil der Alltag und die Bedürfnisse nicht passen. Du kannst mit Deinem Selbstbewusstsein hadern wie Du willst und trotzdem gleichzeitig einen Menschen tatsächlich lieben. Das bedeutet nicht zwangsläufig das Du zurückgeliebt wirst. Es bedeutet allerdings dass Dir niemand - ausser Dir selbst - die Möglichkeit einen anderen Menschen zu lieben nehmen kann. Nie.


    Viel Kraft für diese Woche wünsche ich Dir.

    übernimm Verantwortung für etwas wichtiges und etwas das deine Hilfe wirklich braucht. Kauf einen Hund oder ein Kaninchen. Ich will dich nicht verarschen. Selbstbewustsein schöpfe ich aus einem selbst erfundenen Leitsatz : "ich scheiße also bin ich". (nicht ganz selbst erfunden) Du hast keinen Mangel an Selbstbewustsein, du nimmst dich zu wichtig.

    jaa, da hat NotMichaelCaine eigentlich praktisch alles was ich schreiben wollte schon erklärt, und das sehr viel kurzer, prägnanter und professioneller als ich es je hätte machen können, damit sind Marvolo und mir elend lange und verwirrte romane meinerseits (grossteils...) erspart geblieben, vielen dank dafür! ;-)


    ...aber ich will noch etwas dazu sagen, sorry wenn ich manches schon geschriebenes, nur etwas verwirrter wiederhole...




    also, hi Marvolo!


    als erstes, du hast mein volles mitleid, verschmähte liebe kann echt furchtbar sein.


    ja, liebe, mir scheint ausser frage zu stehen das du über beide ohren verknallt bist, schade nur das dein "erstes mal" (verliebt sein) so arg und so lange weh tut, ich hoffe ich kann ein kleines bisschen dazu beitragen das zu ändern.


    sei mir aber net bös das ein stück kritik dazu gehört, es ist keinesfalls böse gemeint, auch wenn es auch mal hart klingt.


    mir ist beim lesen deines beitrages ziemlich schnell aufgefallen wie, ja, erschreckend ich-zentriert dein bericht geschrieben ist, klar, deine geschichte, dein beitrag, dein leiden, dein sichtpunkt, trotzdem...


    damit will ich dich keineswegs als egoist darstellen, so wie du schreibst glaube ich es dir das du bereit bist auch sehr viel zu geben, aber gerade deswegen ist es mMn ein nicht zu unterschätzender "symptom".


    also, du scheinst ein intelligenter und sensibler mann zu sein, der was ihm passiert analysiert, du weisst von dein niedriges selbstbewusstsein, also reflektierst auch über dich selbst.


    aber, du schreibst zwei romane über eine liebesgeschichte, und darin ist fast nur zu lesen was alles du getan hast, was du erwartet hättest aber nicht bekommst, wie sehr du leidest, was du denkst, usw, über den mensch den du liebst schreibst aber fast nur was er alles falsch macht, oder für dich verletzend, was er dir nicht, oder nicht mehr, oder nicht genug gibt, usw.


    alles in allem ein bisschen zu negativ und eben ich-zentriert das ganze, um von liebe reden zu können...


    eher denkt man an eifersucht, kontrolle, besitzanspruch, ja, viele meinen das sei liebe, ich meine eher das es das krasseste gegenteil ist.


    nein, nicht hass, aber zur liebe gehören eher sachen wie verständnis, vertrauen, offenheit, kommunikation, und erst wenn diese fundamentale sachen fehlen wird aus liebe eifersucht usw, das viele sich damit abfinden macht es nicht besser oder richtiger, mMn kein wunder also das so viele beziehungen und ehen den bach runtergehen oder sogar in rosenkriege ausarten.


    das eine beziehung aus geben und nehmen besteht stimmt schon, ein irgendwelches gleichgewicht muss es geben um zu funktionieren, es ist aber fatal zu denken man könnte oder müsste sowas aufwiegen, es ist kein geschäft, wo man für X stunden zuhören X umarmungen bekommen muss, somit ist es fatal auch ähnliches zu erwarten, darauf kann nur enttäuschung und frustration erfolgen.


    ich versuche zu erklären was dies alles mMn mit deine geschichte zu tun hat, es kann natürlich nur meine meinung sein, also nur einer der unzählige möglichkeiten, ich habe nicht den anspruch DIE wahrheit zu kennen, denn ich weiss nur was du geschrieben hast, ich versuche nur dir ein paar denkanstösse zu geben, als aussenstehender ist es einfacher alternativen zu sehen.


    also, für ihn als 16jähriger warst du mit 21 fast schon erwachsen, in seinen augen, als betreuer warst sein "vorgesetzter", also eigentlich hätte es viel mehr distanz zwischen euch geben sollen, wie es wahrscheinlich auch der fall war zwischen den meisten jungs und den meisten betreuern.


    wie du erzählst das er nicht wie die anderen chaoten war, und das er nicht viele freunde hatte, gehe ich davon aus das er auch ziemlich unsicher war, ich könnte mir vorstellen das es zwischen euch eine art seelenverwandtschaft gab, die ihr beiden sehr deutlich gespürt habt, wahrscheinlich spielte der niedrige selbstbewusstsein von beiden eine rolle.


    ich denke er hat dich als "vorbild" gesehen, wenn auch unbewusst, somit müsstest du in deinen vergleich wer-gibt-wieviel einen riesenhaufen vertrauen mit einberechnen, was er in dir vom anfang an gesetzt hat, und das hätte dein selbstbewusstsein eigentlich dauerhaft steigern sollen, worauf sollte man sonst stolz sein, wenn nicht auf eine erfahrung als erfolgreicher "teil-erzieher"?


    aber, die veränderungen die man von 16 bis 21 durchmacht sind meistens deutlich gravierender als die zwischen 21 und 26, und ich nehme an das eure respektive rollen sich irgendwann ausgeglichen haben, nicht nur wegen dem alter, oder sogar ins gegenteil umgeschlagen haben.


    ich meine, (deine) asexualität muss nicht, aber kann auch ein relativ einfacher weg sein um schwierige intermenschliche beziehungen, und somit prüfungen für den selbstbewusstsein, aus dem weg zu gehen, während er fröhlich rumvögelt, also könnte es sein das er sein selbstbewusstsein steigern konnte, vielleicht in deutlicherem ausmass als du, vielleicht ist es auch dein verdienst, aber ein 21jähriger braucht halt nicht mehr ein vorbild wie mit 16, und vielleicht braucht oder sucht er jetzt "stärkere", selbstbewusstere freunde, vielleicht auch, so falsch es sein mag, wie die chaoten mit denen er damals wahrscheinlich nicht so gut zu recht kam.


    somit müsstest du ihm eigentlich hoch rechnen das er sagen wir "trotzdem" seine (zumindest eine zeit lang doch recht enge) beziehung zu dir aufrecht gehalten hat.


    gerade in den jahren können sich wünsche und bedürfnisse sehr stark ändern, und er hätte nicht zu dir halten müssen, also, eigentlich müsstest du dich freuen das es so lange hält/hielt, und das müsste wichtiger sein als das eventuelle auseinander gehen, so wie es immer in eine beziehung sein sollte (aber selten der fall ist, man ist oft schockiert zu hören das meine 3 ex meine 3 beste freunde sind).


    du meinst er hat keine ahnung davon, das du so verknallt bist, mag sein, und vielleicht in diesem fall hätte offenheit deinerseits sogar das ganze viel früher und jäher beendet, nicht jeder mann freut sich zu erfahren das sein bester freund in ihm verknallt ist, aber ich denke du irrst gewaltig wenn du glaubst das er dein klammern nicht gemerkt hätte, wenn selbst du das erkennst kann ich mir sogar vorstellen das dies einer der gründe sein könnte, wieso er sich von dir entfernt.


    wenn du auch nur zum teil sein vorbild warst, wäre es nicht komisch wenn er nur schwer akzeptieren könnte, zwischen euch beiden jetzt der "stärkere" zu sein, krude gesagt, er würde dich einfach nicht mehr (so wie damals) brauchen.


    ...oder ist es vielleicht so, das du nicht akzeptieren kannst das er jetzt selbstbewusster ist, das dies dir minderwertigkeitsgefühle einjagt, und du deswegen versuchst alles seinerseits klein oder negativ zu reden?


    wenn offenheit in diesem fall vielleicht nicht angebracht gewesen wäre, vertrauen hätte sicher nicht geschadet, das würde heissen geniessen was ihr zusammen macht, nicht negativ belegen was er nicht mit dir macht, oder kontrollieren was er wem schreibt, ein liebevoller freund freut sich wenn der andere ein schöner fick hinkriegt, schmollt nicht rum, sonst könnte man z.b. auch denken das es neid ist weil sie, und nicht du den fick abbekommen hat, so als beispiel, somit könnte es auch durchaus sein das er doch ahnt wie sehr du verknallt bist.


    und wenn er dir in dem fall übel nehmen würde das du ihm nie erzählt hast was du für ihn fühlst? (aber nicht das du es jetzt plötzlich nachholst, ich will keine katastrophen einleiten!!! ich will nur deutlich machen das die eine eigene, spontane sichtweise nicht die richtige sein muss, ein bisschen objektivität und flexibilität sind immer gut.)


    wo bleibt dein verständnis für den mann den du liebst, du scheinst ihm nicht einmal ein eigenes leben gönnen zu können, ich weiss nicht wie du mit ihm umgehst, aber du schreibst fast nur negatives über ihm, ich habe nichts gelesen was mir persönlich grund zur weiterbestehen einer bindung geben könnte...

    ja sorry, das ist mein ganz persönlicher blick auf deine geschichte, ja drastisch und traurig vielleicht, aber ich versuche dir auch ein kleines ausweg zu zeigen, wenn die geschichte doch so ähnlich sein könnte.


    ein niedriger selbstbewusstsein ist eine böse bestie, aber wenn dir schon klar ist das sie da ist, und das sie dir problemen bereitet, dann musst du halt was dagegen tun, kein anderer kann es, und wenn du nichts änderst, ändert sich nichts, ausser eventuell im schlechter.


    also, lies dir deine beiträge wie wenn sie nicht von dir wären, versuche einen objektiven blick darauf zu werfen, aber nicht "emotionslos" wie du die antworten hier gewollt hättest, denn es sind eben gefühle und emotionen die den chaos in dir verursachen.


    aber wenn du dann darüber reflektierst was du tust, oder getan hast, solltest du auch die emotionen objektiv betrachten, wie ob es sich um jemand anderes gehen würde, lasse sie ja als erklärung gelten, nicht aber als alibi.


    also, es ist klar wieso du so negativ von ihm redest, gerecht oder weiterbringend ist es trotzdem nicht.


    es ist klar das du extrem unter die geschichte leidest, aber du bist nicht der einzige der in der geschichte verwickelt ist, und wer weiss, vielleicht leidet er auch darunter das du klammerst anstatt seinen freund zu sein, und eure beziehung hat mit sicherheit, mMn, schon darunter gelitten.


    es ist klar das du verbittert bist, aber ich kann nichts herauslesen was er falsches gemacht hätte, stelle mal in frage nicht was er macht, sondern was du tust und wieso.


    das du der leidende bist heisst nicht automatisch das du keine fehlern gemacht hast, es ist kein krimi mit täter und opfer, sondern ein verhältnis zwischen zwei menschen.


    und auch wenn du fehlern gemacht hast, tja, du bist auch nur ein mensch, sei also auch dir gegenüber liebevoll, aber gnadenlos und objektiv.


    es ist nicht schlimm fehlern zu machen, das tut jeder ständig, schlimm ist derselbe fehler weiter zu machen, oder die schuld dafür anderen in den schuhe schieben zu wollen, auch wenn es aus verständliche, menschliche versagenangst passiert.


    sich seiner selbst bewusst sein, das hat überhaupt nichts mit arroganz zu tun, wie oft missverstanden wird, das heisst sich bewusst sein welche die eigenen stärken, aber auch die eigenen schwächen sind, was man tut und wieso, es heisst die stärke zu haben, sich eigenen fehlern zugestehen zu können, und versuchen sie zu beheben, das heisst lernen, wachsen, und diesen bewusstsein kommt von innen, das kann dir keiner nehmen, und du brauchst niemand der das bestätigt (auch wenn es weiterhin gut tut), denn du weisst selbst das du das richtige gemacht hast, das du dich gebessert hast, und davon profitieren auch anderen, die wiederum dann auch besser mit dir umgehen (sollten...).


    die rede ist von liebe, also, beschuldigungen und vorwürfe haben hier nichts zu suchen, die schuldfrage ist irrelevant, es gibt eine situation und zwei menschen die sich, naja, mehr oder weniger lieben, wenn auch in verschiedene formen, es gibt problemen, es gibt ja fehlern, und es ist unsinnig energien mit beklagen und anklagen zu verschwenden, sei also lieb zu ihm, und lasse misstrauen und vorwürfe beiseite, sei lieb zu dir und erlaube dir auch fehlern machen zu dürfen, ohne dich deswegen zur sau zu machen und ohne das als versagen zu sehen.


    jaa, es sagt sich alles so einfach, aber versuche es mal, manchmal ist es erstaunlich wie einfach es tatsächlich ist.


    ich drück dich, und alle mir zur verfügung stehenden daumen das dein nächster eintrag fröhlicher wird.


    ...und bei eurer hochzeit will ich dabei sein!!! ;-D

    Marvolo

    Zitat

    Er fiel mir dort sofort unter all den anderen auf, weil er anders war, nicht wie die anderen, nicht die typischen Jugendheim-Regel-verachtenden-untere-Gesellschaftsschicht-Jugendlichen, wie man leicht meinen könnte, sondern er war stets höflich und respektvoll. Er ist ca. 4 Jahre jünger als ich, war damals also ca 16/17.

    aber eine/n Ursache/Grund das er dort war gab es und er scheint das gesucht und gefunden zu haben was du auch brauchtest, ihr habt euch gegenseitig etwas gegeben. Er ersetzt das jetzt als junger Erwachsener nach seiner sexuellen Orientierung mit Frau, auch mit anderen Freunden und für dich tut sich dadurch eine Lücke auf.


    Das du jetzt enttäuscht und trotzdem noch voller Hoffnung bist es würde sich wieder ändern, halte ich für sehr verständlich. Aber selbst wenn du ihn zeitweise immer wieder zurück gewinnst, wirst du dich danach enttäuscht und immer wieder leer fühlen, ohne das er es versteht. Würde das für dich Sinn machen?


    Was wenn er zB eine Persönlichkeits- oder Aufmerksamkeitsstörung entwickelt hat, wenn er dadurch selbst bei "bester Freund" überfordert ist ohne das er dafür etwas kann? Und das trifft auf anderen jungen Mann (dich) der warum auch immer (?) wenig Selbstbewusstsein hat und nicht weiß ob er Fisch oder Fleisch ist. Das wäre eine schwierige Konstellation die insbesondere dich verletzt/verletzen würde.


    Ich schreibe das ohne euch zu kennen, aber ich denke du solltest nicht so oberflächlich nach Gründen für euer beider Verhalten suchen, sondern da mehr in die Tiefe gehen. Eigentlich finde ich es blöd wenn jemand aus seiner Eifersucht, Verzweiflung und Frust andere als "Fick-Bekanntschaften" beschreibt, aber vielleicht liegst du damit instinktiv gar nicht falsch, kannst aber nicht einordnen warum.


    Wenn du deshalb selbstzerstörerisch unterwegs bist (Appetitlosigkeit) solltest du besser einen Cut machen, dass hat mit gesundem Lieben nichts zu tun. Mit der Zeit wirst du nicht mehr ständig an ihn denken und eure Begegnung vielleicht als Hinweis für deinen Weg betrachten, mit jemandem der deine Gefühle erwidert, wo du nichts zurückhalten musst um die Beziehung nicht zu gefährden. :)_

    Wow, Leute, ihr wisst gar nicht, wie viel es mir bedeutet, dass ihr euch alle so viel Mühe macht und mir helfen wollt! Schon einmal ganz herzlichen Dank dafür im Voraus! @:)


    Sorry, dass ich erst jetzt wieder dazu komme, zurückzuschreiben.


    NotMichaelCaine

    Zitat

    Angenommen diese ehemaligen Klassenkameraden würden tatsächlich nichts mehr mit Dir zu tun haben wollen - würde Dir überhaupt was fehlen? Wenn ja, was?

    Hmm, gute Frage. Also eine ehemals wirklich sehr enge Freundin von mir hat sich, seit sie ihren Partner kennen gelernt hat, nur noch total auf ihn fixiert und der Kontakt zu ihren Freunden (darunter auch mir) hat deutlich spürbar nachgelassen.


    Kurzer Exkurs: Ich hasse es total, wenn Leute in Partnerschaften oder Beziehungen kommen und dann gibt es nur noch den Partner. Genau so ist es momentan bei meinem oben angesprochenen Freund. Kaum noch Kontakt, wenn ich ihn nicht kontaktieren würde (und selbst da handelt es sich dann nur um sehr minimalistische Gespräche, wo er meistens nur meine Fragen (Wie geht's, was machst du so, etc) beantwortet mit oftmals nur einsilbigen Wörtern. Von seine Seite aus aber lässt er das Gespräch nicht am Leben, sprich, es kommt außer den Antworten auf meine Fragen sonst nichts mehr. Das macht mich so traurig, weil ich immer noch ganz genau die Zeiten von früher in Erinnerung hab, wo er mich so oft mehrmals mit jedem beliebigen Scheiß kontaktiert hat und ich deutlich gespürt hab, dass ich im Mittelpunkt für ihn stand und er auch für mich - bzw. er tut es ja heute trotz allem noch, deswegen habe ich ja den ganzen Schlamassel hier)


    Aber komischerweise hat mich das nie wirklich so stark berührt. Klar, ist es schade, dass der Kontakt zu ihr nun nachgelassen hat, aber das scheint mich irgendwie nicht groß zu kümmern. Meine 2 anderen verbliebenen engen Freunde scheinen Gott sei Dank wirklich die einzigen zu sein, die Partnerschaft bzw. Beziehung NICHT über Freundschaften stellen, sondern auf gleicher Ebene belassen, weswegen ich mit meinen anderen 2 Freunden nach wie vor immer noch regelmäßig was unternehmen kann, trotz dass Partnerschaften oder Beziehungen da sind. Sogar mehrtägige Urlaubstrips (ohne die jeweiligen Partner, nur wir 3) sind nach wie vor drin, ohne dass das ein Problem wäre. So finde ich das eigentlich auch gut, aber leider ist das wohl nur bei 0.1% aller Beziehungen so der Fall, alle anderen isolieren sich mit ihrem Partner/in und vergessen die Welt und vor allem ihre Freunde um sich herum und wenn es dann mal in die Brüche geht, sind die Freundschaften eben auch weg, zumindest ich, denn ich bin doch nicht das 5te Rad am Wagen, an das man sich dann am Ende wieder erinnert. Genau das habe ich auch meinem oben genannten Freund schon mehrmals so gesagt, aber so wie ich das sehe, scheint er sich nicht mal daraus sonderlich viel zu machen, in anderen Worten: ich glaube fast, es juckt ihn nicht wirklich, ob durch seine Abschottung nun die Freundschaft kaputt geht, sonst würde er sich doch nicht so abkapseln.


    Das ist jetzt wirklich nicht die erste dieser Beziehungen und bei allen vorherigen war das auch nie ein Problem, bloß bei der neusten jetzt ist er total komisch geworden und zieht sich total zurück, um bloß jeden Tag mit ihr im Skype zu hängen.

    Zitat

    Wenn Du zweimal tief durchatmest und das was ich in Deinem Text markiert habe konzentriert liest... Merkst Du dann dass da was nicht stimmt? Das gehört zu Deinem eigenen Eindruck der Abhängigkeit, den Du ausdrückst. Realisierst Du das?

    Ich fürchte, ich kann dir hier gerade leider nicht so ganz folgen. Natürlich habe ich erkannt, dass ich hier in einer Art emotionalen Abhängigkeit drin bin, das war mir vorher bereits klar. Irgendwas ist zwischen ihm und mir, dass ich so derart total emotional fixiert bin auf ihn. Es vergeht wirklich ungelogen, so bescheuert und dämlich es klingen mag, kein einziger Tag seit wir uns seit über 5 Jahren kennen, wo ich nicht in irgendeiner Art und Weise an ihn denke, bzw. täglich mehrmals seine virtuellen Lebenszeichen checke bzw. kontrolliere (z.B. immer in Whatsapp schaue, wann er zuletzt online war, was sein Status ist, oder was er auf Facebook gerade gelikt, gepostet oder sonst was kommentiert hat. Mein bisschen Rest-Rationalität sagt mir, dass das im höchsten Grade gestört, wenn nicht sogar schon wahnhaft ist, aber was soll ich machen...)

    Zitat

    Er hat Dich anfangs akzeptiert wie Du bist - prima, musstest Du das schon nicht machen. Das war vermutlich der Punkt an dem Du Deine Selbstakzeptanz, die Dir sowieso schon schwer fiel, outgesourced hast und froh warst, dass jemand die kompetent und emotional positiv übernimmt. Das war sicher keine bewusste Entscheidung Deinerseits, aber der Auftrieb für Dich kam dadurch zu stande, dass Du Fremdbestätigung mit Selbstbewusstsein verwechselt hast. Passiert sicher über 99 % der Menschen öfter mal im Leben! Dann ist es wichtig das irgendwann wieder auf die Reihe zu bekommen und oft wenn wir das nicht tun reagiert unser Gegenüber ab einem bestimmten Punkt irritiert ohne genau sagen zu können was da jetzt falsch läuft.


    Wenn jemand so ein Puffer in unserem Leben wird kann sich das unheimlich befreiend auswirken: Man lebt auf, hat den Kopf freier für andere Dinge - einfach klasse. Beim verlieben passiert das auch!


    Wenn derjenige den Puffer dann aber wieder wegnimmt und wir kein Selbstbewusstsein entwickelt haben (weils natürlich auch bequem war sich nur Fremdbestätigen zu lassen) fehlt das alles wieder. Du stehst wieder vor der Wand des: Boah - ich muss mich selber akzeptieren ohne dass mir das ein anderer abnimmt.

    Das klingt bisher alles sehr gut nachvollziehbar und scheinbar scheinst du mich basierend auf dem ganzen Wirrwarr, was ich im Eingangspost produziert habe, recht treffend eingeschätzt zu haben, jedenfalls würde ich dir bei diesen Punkten durchaus zustimmen. Es würde Sinn ergeben.

    Zitat

    Wenn Du Dir Deine eigenen Formulierungen hier durchliest kannst Du hinweise darauf sehen wo Du versuchst ihm die Verantwortung zuzuschieben, dass er Dir etwas wegnimmt (Dein Selbstbewusstsein) wovon Du eigentlich überzeugt bist, dass es Dir gehört. Das Problem ist, dass das eine Illusion ist: Er konnte Dir nie Selbstbewusstsein geben - nur Fremdbestätigung. Fremdbestätigung ist für uns alle immens wichtig, aber sie ist kein Selbstbewusstsein. Und derjenige der das verwechselt, weil er vermeidet Selbstbewusstsein zu entwicklen bist Du. Das ist sehr sehr schmerzhaft. :°_

    Hier muss ich nun doch aber nachfragen: inwiefern versuche ich ihm dafür Verantwortung zuzuschieben, dass er mir mein Selbstbewusstsein nimmt?

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    Es führt kein Weg daran vorbei Selbstbewusstsein zu entwickeln, wenn Du nicht wieder in eine Situation wie jetzt geraten willst und dieser Teil addiert sich jetzt zu dem Schmerz den verständlicherweise Du fühlst weil eure Freundschaft ungleich ist. Das bildet ein einziges Gefühlswirrwarr und das zu entwirren ist Dein momentaner Job dem Du Dich ja auch schon stellst. Dafür meine Hochachtung.

    Danke dir für die lieben Worte! Ich habe es nun seit über 5 Jahren immer wieder mehr oder weniger vor mich hergeschoben, habe immer wieder gehofft, es würde sich doch alles wieder so in den Anfangszustand zurück einpendeln, aber mittlerweile merke ich, dass ich psychisch und so langsam auch schon körperlich (mit psychosomatischen Beschwerden, siehe meine anderen Posts hier) daran kaputt gehe. Es muss sich jetzt was ändern, so schwer es mir auch fällt und so sehr ich die enge und gute Freundschaft vom Anfang zu ihm auch vermisse.

    Zitat

    Es tut weh weil es nicht so verläuft wie Du es Dir wünschst. Ungleiche Beziehungen tun das eigentlich immer für den der mehr will.

    Du würdest hiermit also meinen Verdacht bestätigen, dass für mich unbewusst wohl mehr als nur die "beste-Freund-fürs-Leben"-Freundschaft dahinter steht, sondern mehr als Freundschaft? Ich habe ja nun schon mehrfach die Frage nach "Verliebt-Sein" ins Spiel gebracht, aber ich konnte es mir bislang einfach nie erklären, ob das, was ich empfinde, schon Liebe sein soll, oder einfach nur sehr starke freundschaftliche Gefühle.


    [Fortsetzung folgt]

    [Fortsetzung zu NotMichaelCaine]

    Zitat

    Auch wenns Dich vermutlich nicht tröstet: diese Erfahrungen machen auch die meisten Menschen im Leben und es gibt unterschiedliche Strategien wie Menschen damit umgehen. Viele wählen in so einem Fall räumliche Trennung um zu sich selbst zu finden. So wie Du schreibst würde ich vermuten, dass Du davor große Angst hast. Ich würde diese "Baustelle" Freund also erst mal so weiterlaufenlassen wie sie ist und mich an Deiner Stelle ganz dringend um Dich selbst kümmern, bis Du Dir darüber klar geworden bist ob Du den Abstand von ihm ganz sicher brauchst oder vielleicht eine Möglichkeit gefunden hast den Suchtanteil in eurer Beziehung anders aufzulösen.

    Ich weiß nicht, ob ich das mit dem Abstand schaffe. Ich merke es ja jetzt schon: wir haben uns seit Ende August nicht mehr gesehen, und das war bislang wirklich die längste "Trennung", weil wir sonst immer ca. alle 2 bis 3 Wochen uns spätestens wieder gesehen haben zum zusammen Abhängen. Er wohnt mit dem Auto ca. 1 1/2h entfernt, das ist dann nicht unbedingt "die Welt".


    Aber nun, seit er seine neue Online-Bekanntschaft hat, schottet er sich, wie oben bereits beschrieben, total ab. Letztens wollten wir uns endlich mal wieder treffen, es war schon länger abgemacht und ich hatte mich echt darauf gefreut, habe ihm das auch öfters im Chat geschrieben, dass ich mich freue, mal wieder was zu machen. Am Tag vor dem Treffen haben wir noch darüber geredet, was wir dann am nächsten Tag unternehmen wollen. Am Abend vor dem Treffen schreibe ich ihm nochmal, wann ich dann ungefähr bei ihm sein würde, dann kommt ganz unerwartet zurück, dass wir das Treffen verschieben müssten, es ginge ihm in letzter Zeit psychisch einfach nicht so toll, ich sei nicht der einzige (er hat mir daraufhin dann noch einen Screenshot gezeigt, bei dem er die gleiche Botschaft auch einem anderen Freund von ihm geschickt hat, mit dem er sich scheinbar auch verabredet hatte) und ich solle doch Verständnis dafür haben. Fairerweise muss man nun dazu sagen, dass er schon seit er mit dieser Online-Bekanntschaft zusammen ist davon gesprochen hat, dass er einfach nur alleine sein möchte und sich mit niemand treffen wolle.


    Das geht also schon seit wir uns das letzte Mal real gesehen haben so. Was das nun soll, weiß ich nicht, ist es starkes Verliebt-Sein in diese Online-Bekanntschaft? Ich habe keine Ahnung. Jedenfalls klang seine Absage für mich stark nach Ausrede, denn im Prinzip hat er das darauffolgende Wochenende, an dem wir eigentlich schon vor langer Zeit ein Treffen geplant hatten, wieder mit Skypen mit dieser Online-Bekanntschaft verbracht.


    Sowas macht mich dann einfach nur traurig, aber auch wütend, weil es mir zeigt, wie sehr ich als sein "Freund" noch eine Priorität einnehme. Scheinbar war auch hier ich wieder der einzige, der sich mega auf das Treffen gefreut hat, ihm schien daran ja nicht sonderlich viel gelegen zu haben...


    Du siehst, räumliche Trennung halte ich nicht wirklich lange aus, ohne, dass es mir auch wieder zu schaffen macht. Das gleiche gilt auch für virtuellen Kontakt. Wie oft habe ich mir schon vorgenommen, jetzt entgültig von meiner Seite aus ihn nicht mehr zu kontaktieren und abzuwarten, ob und wann von ihm mal wieder was kommt (an dieser Stelle muss ich dazu schreiben, dass auch hier ein großes Ungleichgewicht herrscht und in zunehmendem Maße immer meistens ich es bin, der ihn mal anschreibt und sich nach ihm erkundet. Habe das ja weiter oben schon ein bisschen ausgebaut, wie diese Gespräche dann meistens ablaufen. Früher, bzw. am Anfang war er es, der mich mehrmals kontaktiert hat bzw. auch einfach nur mal fragte, wie es mir geht oder was ich mache. Das kommt heutzutage gar nicht mehr. Wenn, dann nur noch zweckgebundene Kommunikation. Auch hier sehe ich einen Beweis dafür, dass es ihn einfach gar nicht mehr so interessiert, wie es mir geht oder was ich mache)


    Die längste Zeit, die ich dann mal ausgehalten habe, ihn bewusst NICHT zu kontaktieren waren dann über 3 Wochen. Und auch das ist für unsere Verhältnisse wirklich sehr lange, gemessen an den unzähligen Kontakten mehrmals täglich von früher. Und je mehr Zeit in diesen 3 Wochen verstrichen, desto mehr litt ich natürlich wieder, weil sich mehr und mehr das Gefühl in mir auftat, dass es ihn schlichtweg gar nicht interessiert, mit mir in Kontakt zu stehen, oder mal nachzufragen, was ich so mache oder wie es mir geht.

    Zitat

    Viel Kraft für diese Woche wünsche ich Dir.

    Das wünsche ich dir von ganzem Herzen ebenfalls und ich bedanke mich für deine super tolle Hilfe!! @:) Da geht es einem tatsächlich schon wieder ein stückweit besser, bzw. ich komme endlich mal wieder auf etwas andere Gedanken!!

    @ Aelixir

    Zitat

    [...] aber, du schreibst zwei romane über eine liebesgeschichte, und darin ist fast nur zu lesen was alles du getan hast, was du erwartet hättest aber nicht bekommst, wie sehr du leidest, was du denkst, usw, über den mensch den du liebst schreibst aber fast nur was er alles falsch macht, oder für dich verletzend, was er dir nicht, oder nicht mehr, oder nicht genug gibt, usw.


    alles in allem ein bisschen zu negativ und eben ich-zentriert das ganze, um von liebe reden zu können...

    Du nimmst hier schon den Begriff "Liebe" so entgültig und sicher in den Mund, dabei bin ich mir ja selbst, wie oben mehrmals jetzt schon erwähnt, gar nicht sicher, ob es sich um Liebe handelt, oder um sehr starke freundschaftliche Gefühle. Das versuche ich noch herauszufinden.


    Und, es ist im Ausgangstext jetzt nicht herausgekommen, aber was für dich als Ich-Zentriert erscheint, hat teilweise, wenn nicht ganz und gar seine Berechtigung, denn wenn du wüsstest, wieviel ich bislang schon in diese Freundschaft gesteckt habe (und das nicht nur im metaphorischen Sinn), wie sehr ich immer und immer wieder kämpfe, weil ich durch meinen "Wahn" bzw. meine krude Wahrnehmung des Ganzen immer wieder davon überzeugt bin, dass wenn ich nicht kämpfe, diese Freundschaft sich verlieren wird. Ich war ihm von Anfang an immer total treu als Freund ergeben, hätte bis auf ganz wenige Ausnahmen wirklich ALLES für ihn getan und habe in der langen Zeit wo wir uns kennen, durchaus MEHR getan, als sicherlich seine ganzen anderen Bekanntschaften JE für ihn getan haben und HÄTTEN, aber mir scheint, es ist ihm überhaupt gar nicht bewusst, was er an mir hat bzw. was ich alles schon für ihn gemacht habe. Vielleicht lockert das dein Bild nun etwas über meine angebliche Ich-zentriertheit. Ich verlange ja nicht viel von ihm, ich hätte einfach nur total gerne wieder die Beachtung und die Fokussiertheit, die er mir am Anfang so gegeben hat und die mir so gut tat (in NotMichaelCaine's Worten eben die Fremdbestätigung, die ich so sehr gebraucht habe).


    Wenn ich irgendwas auf Facebook poste, merke ich immer noch, wie ich unbewusst immer darauf hoffe, dass ich von ihm ein "Gefällt-Mir" bekomme. Bei allen anderen ist es mir mehr oder weniger egal, aber wenn er etwas "liket", dann fühl ich mich gut. Umso schlechter gehts mir, wenn ich sehe, dass er bei anderen jeglichen Scheiß liket, aber wenn ich ähnlichen oder gar den gleichen Scheiß poste, kommt von ihm kein Like. Auch hier dann wieder das nagende Gefühl, es wird hier mit zweierlei Maß gemessen und es macht mich einfach wieder nur traurig und ich fühle mich elend.


    Es scheint also ein sehr großes Bedürfnis nach seiner Bestätigung und Anerkennung für mich da zu sein.

    Zitat

    also, für ihn als 16jähriger warst du mit 21 fast schon erwachsen, in seinen augen, als betreuer warst sein "vorgesetzter", also eigentlich hätte es viel mehr distanz zwischen euch geben sollen, wie es wahrscheinlich auch der fall war zwischen den meisten jungs und den meisten betreuern.

    Auch hier hätte ich mich klarer ausdrücken müssen. Zwar war ich als FSJ-Praktikant auf der Seite der Betreuer, allerdings war er nicht in meinem "Einsatzgebiet", er war in einem ganz anderen Bereich und wir sahen uns wenn dann nur draußen auf dem Gelände hin und wieder. Es war aber nicht so, dass er jetzt unmittelbar unter meiner Autorität dort gewesen wäre. Er hatte andere Betreuer in seinem Bereich. Von daher war zwischen uns genug "Distanz" vorhanden.


    [Fortsetzung folgt]

    [Fortsetzung zu Aelixir]

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    wie du erzählst das er nicht wie die anderen chaoten war, und das er nicht viele freunde hatte, gehe ich davon aus das er auch ziemlich unsicher war, ich könnte mir vorstellen das es zwischen euch eine art seelenverwandtschaft gab, die ihr beiden sehr deutlich gespürt habt, wahrscheinlich spielte der niedrige selbstbewusstsein von beiden eine rolle.

    Ich kann nur spekulieren, ob er ein geringes Selbstbewusstsein hatte oder nicht. Er hatte Bekannte dort im heim und zwar die anderen Jungs, die eben in seinem Bereich mit dabei war und die er täglich sah bzw. mit ihnen zu tun hatte. Aber als er dort rauskam, hielt zu keinem dieser Bekannten noch Kontakt, weswegen ich nun retrospektiv behaupten würde, dass dies keine richtigen Freunde für ihn waren, bzw. keine, für die er es Wert fand, Kontakt zu halten.

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    ich denke er hat dich als "vorbild" gesehen, wenn auch unbewusst, somit müsstest du in deinen vergleich wer-gibt-wieviel einen riesenhaufen vertrauen mit einberechnen, was er in dir vom anfang an gesetzt hat, und das hätte dein selbstbewusstsein eigentlich dauerhaft steigern sollen, worauf sollte man sonst stolz sein, wenn nicht auf eine erfahrung als erfolgreicher "teil-erzieher"?

    Ja, ich denke, damit hast du Recht. Er hat das zumindest, wie im Ausgangsposting beschrieben, sogar verbal so kommunziert, dass ich angeblich sein Vorbild gewesen sei und ihm die letzte Zeit dort im Heim, seit wir uns kannten, ziemlich versüßt hätte. Da er aber ein Talent dafür hat, sich bei jedem immer sehr schnell durch solche lobenden Worte "einzuschleimen" (das klingt jetzt vielleicht zu hart, aber mir fiel kein sanfteres Wort ein), weiß ich auch hier nicht genau, wie ernst ich das Ganze nehmen soll.

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    aber, die veränderungen die man von 16 bis 21 durchmacht sind meistens deutlich gravierender als die zwischen 21 und 26, und ich nehme an das eure respektive rollen sich irgendwann ausgeglichen haben, nicht nur wegen dem alter, oder sogar ins gegenteil umgeschlagen haben.

    Auch hier hast du Recht, zumindest mit dem ins Gegenteil umgeschlagen. Ja, so wie ich unsere "Beziehung" (hier platonisch gemeint) einschätze, hat sich da ziemlich schnell ein kolossaler "Hierarchiewechsel" vollzogen, vermutlich bedingt dadurch, wie sehr er mich durch seine lobende und preisende Art am Anfang und sein emotionales Geben für sich gewonnen hat. Heutzutage steht er von der Hierarchie sicherlich eindeutig über mir.

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    aber ich denke du irrst gewaltig wenn du glaubst das er dein klammern nicht gemerkt hätte, wenn selbst du das erkennst kann ich mir sogar vorstellen das dies einer der gründe sein könnte, wieso er sich von dir entfernt.


    Ich würde dir Recht geben, dass er sicherlich merkt, dass ich sehr an ihm hänge, aber ich bin mir sehr sehr sicher, dass er wirklich keine Ahnung davon hat, wie sehr viel tiefer für mich diese Freundschaft reicht. Ich möchte jetzt nicht zu negativ über ihn reden, aber um diese Komplexität zu erfassen oder mitzukriegen ist er ganz platt gesagt einfach zu naiv und hat keine gute bzw. tiefe Menschenkenntnis. Das klingt jetzt negativer als es soll, aber wegen dem ist er für mich trotzdem ein so enger Freund.


    wenn du auch nur zum teil sein vorbild warst, wäre es nicht komisch wenn er nur schwer akzeptieren könnte, zwischen euch beiden jetzt der "stärkere" zu sein, krude gesagt, er würde dich einfach nicht mehr (so wie damals) brauchen.

    Hier würde ich jetzt wieder bezweifeln, ob es in diese Richtung geht. Er ist von seiner Art her oftmals sehr von sich überzeugt, hat oftmals Probleme damit, wenn andere über ihm stehen oder besser sein könnten als er und er hat manchmal auch etwas eine überheblich-arrogante Sichtweise über sich selbst. Sprich, ich denke, er genießt es eher, der Stärkere und Bessere zu sein.

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    es ist klar das du verbittert bist, aber ich kann nichts herauslesen was er falsches gemacht hätte, stelle mal in frage nicht was er macht, sondern was du tust und wieso.

    Dazu bin ich ja weiter oben bereits eingegangen, sprich auf das, was er in meinen Augen oftmals "falsch" macht. Ich habe einfach schon seit so langer Zeit so oft das Gefühl, dass er bei mir einfach mit einem anderen Maß misst als bei seinen anderen Freunden und das tut mir so weh und verletzt mich, wenn ich bedenke, dass ich für ihn wirklich weitaus mehr gemacht habe, als seine anderen Freunde zusammen. Das weiß er auch, aber es kümmert ihn nicht. Vielleicht hält er es mittlerweile sogar für selbstverständlich, aber ich für meinen Teil kriege nur einen Bruchteil, wenn überhaupt, zurück.

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    ich drück dich, und alle mir zur verfügung stehenden daumen das dein nächster eintrag fröhlicher wird

    Ich danke auch dir ganz herzlich für deinen Beitrag und deine Hilfe! @:)

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    ...und bei eurer hochzeit will ich dabei sein!!! ;-D

    Vergiss hier bitte nicht, dass es hier von Anfang an nicht um eine Beziehungskrise zwischen zwei sich liebenden Menschen ging, sondern um eine platonische Kumpelfreundschaft, bei der er eindeutig hetero ist und absolut 0 Ahnung hat, dass er für mich so ein tiefer und inniger Freund ist und eventuell sogar noch mehr als das. Es wird also nie zu einer echten Beziehung oder gar Hochzeit kommen ;-)

    @ crossie

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    Das du jetzt enttäuscht und trotzdem noch voller Hoffnung bist es würde sich wieder ändern, halte ich für sehr verständlich. Aber selbst wenn du ihn zeitweise immer wieder zurück gewinnst, wirst du dich danach enttäuscht und immer wieder leer fühlen, ohne das er es versteht. Würde das für dich Sinn machen?

    Nein, nicht wirklich, da hast du vollkommen Recht und das ist nun auch der Grund, warum ich endlich nach all den langen Jahren des Leidens versuche, da raus zu kommen, weil ich sonst irgendwann daran kaputt gehe. Ich will nicht dramatisieren, aber der psychische Leidensdruck ist wahrhaftig abnormal. Wenn es soweit ist, dass der Tag gut ist, wenn ich merke, dass er sich mir in Form von virtuellem Kontakt widmet und wenn er es nicht tut, der Tag schlecht ist, dann sind das Alarmzeichen, das sich was ändern muss. In meinen wenigen lichten Momenten ist mir das bewusster als je zuvor - eigentlich ist es mir schon immer klar und bewusst gewesen, ich bin ja nun nicht geistig umnachtet oder unzurechnungsfähig. Es ist nur so, dass ich einfach nicht weiß, was ich tun muss. Ich kann ihn nicht aus meinem Leben streichen.


    Es klingt vielleicht verrückt, aber es gibt täglich so viele banale Dinge, die mich an ihn erinnern und es schmerzt dann wieder, wenn ich dran denken muss, dass wir jetzt schon so lange nichts mehr machen, er sich kaum noch meldet und dass dieser Zustand nun womöglich so bleiben wird. Ganz banale Dinge... Songs, die er gerne hört und ich im Radio zufällig höre, wenn ein Auto mit dem Kennzeichen seines Ortes an mir vorbeifährt, wenn ich irgendwo vorbeifahre, wo wir schon zusammen abgehangen haben. Es ist so verrückt und klingt so kitschig, aber wie ich schon sagte, jeden Tag ist er in irgendeiner Form in meinen Gedanken.

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    Was wenn er zB eine Persönlichkeits- oder Aufmerksamkeitsstörung entwickelt hat, wenn er dadurch selbst bei "bester Freund" überfordert ist ohne das er dafür etwas kann? Und das trifft auf anderen jungen Mann (dich) der warum auch immer (?) wenig Selbstbewusstsein hat und nicht weiß ob er Fisch oder Fleisch ist. Das wäre eine schwierige Konstellation die insbesondere dich verletzt/verletzen würde.

    Sehr gut, crossie. Das hatte ich im Ausgangsposting auch nicht richtig erwähnt. Was mir schon öfter aufgefallen ist: er hat scheinbar ein Problem damit, wenn ich ihn als Begrüßung umarme (mit anderen engen Jungs-Freunden machen wir das so, ohne dass es jemanden stört, es ist einfach ein Zeichen von inniger Freundschaft), aber er kann das scheinbar nicht. Er hat schon öfter gemeint, dass ihm so viel Nähe unangenehm sei, zumindest bei Freunden/Jungs. Bei seiner Online-Bekanntschaft natürlich nicht (laut Bilder).


    Auch hat er kein gutes Verhältnis zu seinen Eltern, er kam ins Heim, nicht weil er verhaltensauffällig gewesen wäre, sondern weil seine Eltern sich irgendwann trennten, die Mutter spurlos für eine zeitlang verschwand und der Vater aufgrund der Berufstätigkeit sich nicht ständig um ihn kümmern konnte. Heutzutage herrscht zum Vater so gut wie gar kein Kontakt mehr und zur Mutter nur sehr oberflächlich und eher auf "Bekannten-Ebene", als auf Eltern-Eben. Vielleicht trägt auch diese Info etwas zur Situation bei?

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    Eigentlich finde ich es blöd wenn jemand aus seiner Eifersucht, Verzweiflung und Frust andere als "Fick-Bekanntschaften" beschreibt, aber vielleicht liegst du damit instinktiv gar nicht falsch, kannst aber nicht einordnen warum.

    Ich gebe dir Recht und eigentlich bin ich auch nicht so oberflächlich. Allerdings kenne ich ihn nun lange genug, um das so ausdrücken zu können. Für ihn sind Beziehungen nicht das, was es für herkömmliche Leute bedeutet. Er ist wohl in dieser Hinsicht sehr triebgesteuert und das scheint bei seinen Bekanntschaften wohl ebenso zu sein.


    Jedenfalls ist man da nach 2 Tagen online-Kennenlernens dann schon "zusammen" und man schreibt sich bereits (ohne dass man sich real getroffen hätte, sondern nur online) Tonnen von Liebes-Herzchen-Smileys und "Ich liebe dich über alles, mein Schatz"-Nachrichten.


    Kann so was denn etwas anderes als der Ausdruck vollkommener oberflächlicher und triebgesteuerter Beziehungsvorstellungen sein? Für mich ist sowas jedenfalls nicht die Definition von "Beziehung" und von "Liebe" schon gleich gar nicht...