Hallo liebes Forum,


    sorry, dass ich erst jetzt wieder dazu komme, hier zu schreiben, Ich habe versucht, etwas Abstand zu dem allem zu bekommen, aber ich schaffe es nicht - es gibt zu viel, was mich einfach immer wieder an ihn und unsere gemeinsame Freundschaft erinnert, das braucht nur ein Song im Radio sein, den wir beide mochten und schon kommt alles wieder hoch.

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    Ich verstehe das jetzt mal so, dass Du "Liebe" und "lieben" mit nur einer Person im Leben in Verbindung bringst. Es scheint für Dich unabhängig von verlieben nicht zu existieren und ist auf romantische Zweierbeziehungen beschränkt, ja?

    Also für mich gibt es verschiedene Arten von "Liebe". Ein sehr enger und guter Freund kann auch "geliebt" werden, eben halt auf einer platonischen, nicht-sexuellen Art und Weise. Aber das richtige "Lieben", mit dem das Verliebt-Sein einhergeht, also tiefe emotionale Verbundenheit und vielleicht auch sexuelle Gefühle, das verbinde ich optimalerweise natürlich nur mit einer Person im Leben, mit der ich dann natürlich auch mein Leben komplett teilen will, zu der ich komplettes, uneingeschränktes Vertrauen haben kann, Zuneigung - alles natürlich auf beidseitigem Verständnis.

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    Würdest Du sagen Deine Gefühle ihr gegenüber haben sich verändert oder war sie Dir immer schon eher gleichgültig: Da wenn sie da war und nicht besonders vermisst, wenn sie weg war?

    Gleichgültig würde ich nun nicht sagen - meine Freunde sind mir i.d.R. nicht gleichgültig, aber ja, es waren keine so starke Gefühle wie bei diesem einen Freund da, normale freundschaftliche Gefühle für sie eben und nein, wenn wir uns mal längere Zeit nicht gesehen hatten, habe ich nicht darunter gelitten oder sie in besonders starker Weise vermisst. Das ist bei keinem meiner wenigen Freunde der Fall, außer eben bei ihm, weswegen ich ja bereits meine Vermutung geäußert habe, dass das womöglich mehr sein muss von mir als reine freundschaftliche Gefühle. Auch wenn ich mir das bislang meistens nicht so richtig eingestehen wollte, aber ausgehend von all dem, was ich empfinde bei ihm im Vergleich zu meinen anderen Freunden, muss da mehr dahinter stehen von meiner Seite aus, vermutlich tatsächlich "Liebe". Und genau das macht die ganze Sache wohl so kompliziert - da er mich eben wohl so sieht, wie ich meine anderen Freunde sehe: Freunde eben, aber kein tieferes emotionales Netz und wenn man sich mal längere Zeit nicht sieht und nichts hört, dann ist das eben so.


    Soweit bin ich mittlerweile schon mit meiner Analyse: also ein ziemliches Ungleichgewicht in der "Beziehung" zwischen mir und ihm.

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    Deshalb kannst Du Deinen Teil der Bindung auch nur selbst wieder beenden oder lockern - genau wie er das für sich auch tun kann. Wenn Du das natürlich nicht willst sind wir Menschen in der Lage unseren Teil einer Bindung ewig aufrecht zu halten oder sogar noch durch "uns selbst einreden" zu verstärken, ganz ohne dass der andere daran beteilligt ist. Das passiert häufig dann, wenn eine Form von Angst im Spiel ist, die nichts mit Liebe und wenig mit dem Gegenüber selbst zu tun hat.

    Die "Angst", die du ansprichst, war schon von ganz am Anfang mit dabei, oder sagen wir, relativ am Anfang nachdem der Kontakt bei uns enger wurde. In der Tat erinnere ich mich, da hatten wir keine 3 Monate engeren Kontakt gehabt (und mit eng meine ich wirklich eng, jeden Tag stundenlang via Skype oder beim gemeinsamen PC-Online-Spielen) und für mich war es zu dem Zeitpunkt mittlerweile zum Normalzustand geworden, dass wir uns täglich mehrmals sogar und für längere Zeit täglich kontaktieren.


    Als ich ihn eines abends mal kontaktieren wollte, merkte ich gleich, dass etwas plötzlich anders war, er war kurz angebunden und meinte dann auch, er hätte jetzt gerade keinen Kopf/Lust zum reden. Der Grund war hinterher natürlich nicht ich, sondern ein ganz banaler auf seiner Seite, weswegen er gerade schlecht drauf war (und rückblickend neutral betrachtet ist sowas ja völlig normal und kommt hin und wieder vor), aber mich hat das damals selbst nach der kurzen Zeit wo wir uns kannten, bereits total in eine Niedergeschlagenheit oder fast schon leichte Depression gestürzt. Ich hatte total Angst, dass dieser plötzliche Wandel in seinem Verhalten nun Anzeichen dafür sind, dass sich das alles wieder auseinander lebt. Ich erinnere mich sogar, wie ich damals akut nach dem Gespräch sogar Tränen in den Augen hatte.


    Das hätten damals vielleicht schon Anzeichen sein sollen. Ebenso schlimm für mich war es, wenn auch immer er neue Kontakte kennen lernte und ich dann nicht mehr der einzige Fokus für ihn war, so wie das in den ersten paar Monaten nach dem Kennenlernen eigentlich 24/7 war. Ich erinnere mich, dass ich jedes Mal eine derartige Angst hatte, dass diese neue Kontakte mich nun als seinen Freund ersetzen würden und er mit ihnen irgendwann mehr unternehmen und machen wollen würde als mit mir. Ich war und bin auf jeden seiner Kontakte, die er NACHDEM wir uns bereits kannten kennengelernt hatte, eifersüchtig.


    Verlustängste, Ängste, ihn zu verlieren, waren schon ziemlich von Anfang an mit dabei.

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    Dazu kommt dass Gefühle sich verändern können. Ich kanns nicht wissen, aber ich denke nicht, dass Dein platonischer Freund anfangs gelogen hat. Er hat etwas ausgedrückt was zu dieser Zeit tatsächlich für ihn vorhanden war. Er war 16. Er hat sich verändert, seine Gefühle haben sich verändert und er ist auf der Suche geblieben, während Du festhalten willst und nicht suchen. Das kann seinerseits mit dem zusammenhängen was crossie angesprochen hat. Dein Freund hat schliesslich auch keine einfache Lebensgeschichte und muss da selbst einiges auf die Reihe kriegen - ganz unabhängig von Dir. Gut möglich das er unbewusst versucht das zu tun indem er immer wieder mit jemand anderem neu anfängt auf der Suche nach der Person die ihm gibt was er braucht, genau wie Du übrigens auch - nur meintest Du das in ihm gefunden zu haben und versuchst deshalb das festzuhalten, während er noch sucht.

    :( Ich kann nichts weiteres zu diesem Abschnitt sagen, ich denke bzw. vermute, dass es wohl genau so sein muss, wie du beschreibst.

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    Wie Du betonst ist die Freundschaft zu IHM anders. Ob Du verliebt bist oder nicht kann Dir hier allerdings wirklich niemand sagen. Du bist der Einzige der das ganz sicher wissen kann. Das ist etwas was Du Dir eingestehen musst, wenn es so ist, oder auch nicht, wenn es nicht so ist. Wäre es für Dich schwierig tatsächlich schwul zu sein? Hast Du ein Umfeld was Homosexualität ablehnt? Wie stehsts mit Dir selbst? ( Das geht in Richtung die crossie Dir geraten hat: Werde Dir über Deine Sexualität klar - Stichwort: werde Dir über Dich selbst bewusst)

    Ich vermute, dass es so ist. Ich vermute, dass ich mich schon gleich am Anfang mehr oder weniger sehr stark zu ihm hingezogen gefühlt habe und das mit den Jahren und zunehmendem Kennenlernens nur noch stärker wurde.


    Zu deiner Frage bezüglich der Schwierigkeit: ich bin ein sehr toleranter Mensch und betreibe in der Hinsicht fast schon Öffentlichkeitsarbeit, um andere ebenso zur Toleranz zu bewegen (Öffentlichkeitsarbeit mag jetzt etwas übertrieben sein, aber mit guten engen Freunden kann ich da schon gerne mal diskutieren und wenn ich merke, dass jemand eine etwas zurückhaltendere oder vielleicht gar ablehnende Haltung hat, versuche ich da in Diskussionen schon eher dagegenzusteuern und denjenigen zur Toleranz zu bewegen).


    Eigentlich vermute ich selbst schon seit langer Zeit, dass es auch bei wohl in diese Richtung geht, auch wenn ich es mir noch nie wirklich konkret eingestanden habe und nach außen hin schon gleich gar nicht. Ich glaube nicht, dass mein Umfeld wahnsinnig negativ reagieren würde, aber es wäre sicher (insbesondere für meine Familie) durchaus ein großer Brocken und ich habe auch Angst, ob sich dadurch (wie subtil auch immer) das Verhältnis ändern könnte/strapazieren könnte.


    Das alles sind natürlich nur Vermutungen und Ängste, letzten Endes kann ich nicht wissen, wie so eine Botschaft in meinem Umfeld aufgefasst werden würde.


    Ich habe dieses Thema bislang immer weit von mir gestoßen und verdrängt. Ich bin bei dem Thema ohnehin etwas empfindlich, da es in meiner Schulzeit vor ca 10 Jahren eine Phase gab, wo Mitschüler aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen annahmen, dass ich homosexuell wäre, obwohl es nach außen hin überhaupt keine Anzeichen geben konnte. Der Grund wird wohl gewesen sein, dass ich zu der Zeit einen engen Freund in der Schule hatte, bei dem sich aber irgendwann herausstellte, dass er homosexuell ist. Das war allerdings nachdem sich der Kontakt zwischen uns beiden verloren hatte. Vermutlich haben Mitschüler oder andere Schüler daher rückwirkend den Schluss gezogen, dass ich es wohl auch sein müsste, da wir vorher jahrelang eng befreundet waren.


    Ihm sah man seine Sexualität allerdings auch nach außen hin stark an, er hatte schnell einen femininen Touch, ohne hier jetzt abwertend klingen zu wollen, aber ich war schon immer von Natur aus einfach so wie ich war - männlich nach außen, ohne femininen oder gar tuntigen Touch. Für mich hat Homosexualität nämlich nicht zwangsläuf damit etwas zu tun, ob ein Mann sich feminin verhält oder gibt, das sind nur blöde unwahre Klischees über Homosexualität.

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    Es klingt anfangs etwas verliebt, aber dann noch sehr viel mehr abhängig Deinerseits - abhängig von positivem Feedback durch ihn und eher so als hättest Du ihn phasenweise fast vergegenständlicht: er gehört Dir - jeder der ihm zu Nahe kommt und etwas von dem bekommt was in Deinen Augen Dir zusteht, ist eine Bedrohung und das darf eigentlich nicht sein: Du hast recht - mit Liebe hat speziell das nichts zu tun. Es ist am ehesten angstbesetztes Besitzdenken und dass sich jemand dagegen wehrt, vor allem wenn offiziell gar keine Beziehung definiert ist, ist völlig klar und sehr gesund seinerseits.

    Genau das hatte ich ja weiter oben bereits angesprochen: Eifersucht und Verlustängste.

    Teil II

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    Dein platonischer Freund hat vermutlich nichts anderes getan, als Du geklammert hast und Dich so eifersüchtig aufgeführt hast: Seine Wertmassstäbe angelegt und beschlossen er ist nicht Dein Besitz, was dazu führte, dass er innerlich auf einen gewissen Abstand ging, um in Sicherheit vor Deiner emotionalen Übergriffigkeit zu sein, die Du an den Tag legst wenn Du versuchst ihm vorzuschreiben was er für andere fühlen darf und was nicht und was er für Dich zu fühlen hat. Das tust Du indem Du eine Rechtfertigung von ihm verlangst wenn er andere Dir vorzieht - als hättet ihr eine Beziehung in der ihr euch ausschliessliche gegenseitige emotionale Treue geschworen hättet, was nicht der Fall ist.V ielleicht hast Du diesen Treueschwur einseitig unbewusst geleistet. Er aber nicht.


    In einer "normalen" Freundschaft fällt es meistens leicht sich für den anderen zu freuen, wenn der z.B. glücklich verliebt ist. Das bedeutet nicht, dass man nicht ansprechen kann, wenn derjenige sich dann verändert, aber das Grundgefühl ist in einer normalen emotional stabilen konstruktiven Freundschaft eher:"Ich freue mich, wenns dir gut geht." Und nicht " ich will beschränken wie Du Dich wohlfühlen darfst".

    Auch hier kann ich mal wieder nichts hinzufügen. Es ist genau so und es macht auch alles total Sinn! Du hast das genau so erkannt, ohne, dass ich dir das explizit näher beschrieben hätte!


    Nur beim ersten Absatz muss ich vielleicht etwas korrigieren in deiner Analyse: ich weiß nicht genau, ob ich so weit gehen würde zu sagen, dass er sich nun distanziert hat, nachdem er angeblich "merkte", dass ich so besitzergreifend und einnehmend bin, denn wie gesagt, so war ich eigentlich schon die ganze Zeit und schon einige Male kam es deswegen zu ein paar Diskussionen unter uns. Aber nie in der ganzen Zeit hatte er deswegen drastisch den Kontakt verringert und sich zurückgezogen. Deswegen bin ich mir manchmal gar nicht so ganz sicher, ob er mein Verhalten überhaupt als "Klammern" oder "besitzeinengend" interpretiert oder empfunden hatte, oder ob er mich in diesem Punkt schlichtweg einfach etwas "eigen" empfand.


    Ich will (und könnte momentan auch) gar nichts negatives über ihn sagen, aber er ist manchmal (im positiven wie im negativen Sinne) sehr leichtgläubig, fast auch etwas naiv in mancher Hinsicht, weswegen ich vermute, dass ihm mein Gefühlszustand zu ihm in der Art so gar nicht richtig bewusst war/ist.


    Zwar habe ich sehr oft betont, dass er mir als Freund sehr sehr wichtig ist, dass er mein bester Freund ist und das weiß er auch bzw. ist ihm auch klar, aber die tiefgründigere Seite - sprich wie furchtbar emotional ich doch an ihm hänge und ob es vielleicht nicht schon in Richtung Liebe geht, das ist ihm so, meiner Einschätzung nach, nicht bewusst.


    Diese Distanz, die er momentan an den Tag legt und die mich akut so fertig macht, kam erst, als er gegen Ende August seine neue Online-Bekanntschaft kennengelernt hat und seitdem ist er wie ausgewechselt. Er hatte zuvor schon Beziehungen (teilweise auch Fernbeziehungen online, aber es war nie so wie jetzt. Er hatte trotzdem immer noch Zeit für Treffen, kontaktierte mich - das ist jetzt alles irgendwie tot) Und genau das macht mich momentan so fertig.

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    Hier deutest Du an, dass er quasi in der Pflicht steht etwas zu tun, aber ignorant ist. Merkst Du das? Er ist zuständig - nicht Du. In Deinen Augen. Warum ist das so?


    Hier auch: Du wirst nicht konkret, denn wenn Du konkret würdest - was würde er denn tun müssen? Dich "lieben"? Dich weiter bestätigen? Auch wenn er jetzt nicht mehr so empfindet? Du spürst vermutlich instinktiv, dass Du ihn nicht zwingen kannst anders zu fühlen als er das tut, also sprichst Du es nicht aus. Sonst müsstest Du Dir eingestehen, dass Du hier etwas forderst unmöglich ist: Zwang zur Liebe geht nicht. Dann ist Liebe nicht mehr Liebe, sondern nur noch Verstellung. Dadurch verliert sie völlig ihre sinn und glücksspendende Wirkung.

    Nein, soweit will ich gar nicht gehen und fordern, dass er mich "lieben" müsste. Es ist nur so: ich habe seit wir uns kannten immer so unglaublich viel von meiner Seite aus in diese Freundschaft gesteckt (nicht nur sozial, emotional, beratend, unterstützend, manchmal auch sogar finanziell - sprich ihm kleinere Beträge vorgestreckt, die er mir dann wieder zurückzahlte, oder sogar auch mal spontan unterwegs Dinge spendiert, einen Burger bei McDonalds, ein Dosengetränk, etc). Oder ich habe ihm in der Schule bei Präsentationen geholfen, bzw. noch nachts um 2 für ihn überarbeitet/erstellt, etc etc etc.


    Er war durch seinen Hintergrund finanziell nicht sehr gut aufgestellt und war auch eine beachtliche zeitlang arbeitssuchend und bekam Sozialhilfe. Das ist eigentlich für meine Freundschaft zu ihm belanglos, aber ich will damit nur verdeutlichen, wie viel ich immer in diese Freundschaft gesteckt habe. Es gab Zeiten, da bin ich extra wegen 1 Tag fast 150km zu ihm gefahren, nur damit wir uns einen Nachmittag sehen konnten, weil er fragte, ob ich käme, da ihm langweilig sei - ich tat es, weil ich es ja auch genoß, mit ihm abzuhängen. Oder ich habe ihn, da er kein Auto und kein Führerschein hat, zu Vorstellungs- und Bewerbungsterminen gefahren - es gab Zeiten, wo ich fast jedes Wochenende bei ihm war und dann übernachtet hatte, weil er fragte, ob ich kommen würde - manchmal teilweise sogar schon eher fordernd und egoistisch (er wusste ja, dass ich studiere und somit nicht immer ganz so spontan Zeit hätte) - aber ich tat all dies, und für mich war das im Grunde auch kein "Ausgenutzt-Werden", für mich war es selbstverständlich - er sollte sehen, dass ich ihm als Freund wirklich treu bin.


    All diese Dinge und noch weitaus mehr habe ich in der ganzen langen Zeit geleistet, ich war bereit für ihn durchs Feuer zu gehen - da ist es doch hoffentlich nicht zu viel verlangt, wenn ich wenigstens einen Bruchteil im Gegenzug von ihm erwarten kann? Es geht mir hier doch überhaupt nicht um ein Aufwiegen von Leistungen, denn was ich ihm alles schon getan habe, könnte er weiß-Gott nicht aufwiegen und das verlange ich auch gar nicht. Aber wenigstens die Bestätigung, dass ich ihm als Freund wichtig bin, dass er mir dankbar ist für diesen ganzen Einsatz und es (wie ich manchmal nämlich vermute) nicht als selbstverständlich ansieht, dass er einfach nur begreift und realisiert, WAS er an mir hat, wie treu ich als Freund für ihn bereit bin zu sein (so sehr schon, dass ich bereits schon angefangen habe, keinen engeren, größeren Kontakt zu anderen neuen Bekanntschaften meinerseits zuzulassen, weil ich das als eine Art "Betrug" an seiner Person angesehen habe - verrückt, oder?) - nur hin und wieder diese kleinen Bestätigungen, aber stattdessen kommt immer weniger Kontaktaufnahme von seiner Seite aus - im Grunde war es für sehr lange Zeit immer nur ich, der ihn mal kontaktiert und fragt, wie es so läuft und selbst da ist es im Grunde immer bloß ein Antworten auf meine Fragen mittels weniger Wörter, nicht mal Sätze.


    Kein wirkliches Gespräch, keine Nachfragen, wie es mir so geht, ob mich was beschäftigen würde, etc.


    Tatsächlich habe ich oftmals das Gefühl, dass es ihn gar nicht wirklich interessiert, wenn ich ihn mal kontaktiere -gleichzeitig aber sehe ich, wie oft und häufig er in WhatsApp aktiv ist - ergo scheint er sehr wohl in der Lage zu sein zu reden, aber halt mit anderen, nicht mit mir.


    Und genau solche Aktionen, von denen es noch so viel mehr gibt als das, all das macht mich gerade so furchtbar traurig.


    Unsere letzte Konversation via WhatsApp war heute vor 3 Wochen - früher undenkbar. Ich bin mittlerweile entschlossen, ihn nicht mehr zu kontaktieren, weil ich warten möchte, wann und OB überhaupt von ihm mal wieder etwas kommt. Immer bin und war ich es, der auf ihn zugeht und sich meldet und jetzt sind bereits 3 Wochen rum, ohne dass es ihn scheinbar groß gekümmert hätte, mit mir in Kontakt zu treten.


    Das macht mich furchtbar traurig, weil das für mich ein Zeichen, eine Bestätigung ist, dass das alles längst nicht mehr wie früher ist, dass sich das womöglich sogar noch weiter entfernt und ich kann einfach nichts tun.


    Gekämpft habe ich immer, von Anfang an habe ich alles versucht, dass diese Freundschaft nicht kaputt geht, denn wie bereits weiter oben beschrieben, war genau DAS ja meine Angst, daher vielleicht auch das klammernde Verhalten. Immer war ich es, der sich bei ihm wieder gemeldet hat, aus Angst, es könnte eine zu große Distanz entstehen. Mittlerweile kann ich nicht mehr kämpfen - es macht mir alles mittlerweile sogar ernsthaft psychisch und emotional zu schaffen, ständig diese Hochs und Tiefs und ich merke oder mir kommt es so vor, als wär ich ihm einfach zunehmend egaler.


    Ich habe erkannt, dass ich vermutlich eine längst verlorene Schlacht kämpfe und dennoch tut es mir so weh!


    Er selbst hat sich seit er diese Online-Bekanntschaft kennengelernt hat total verändert, aber er will nicht sagen, was es ist, warum er sich so abkapselt, er hat mir nur einmal versichert, dass ich nicht der einzige wäre, von dem er sich zurückziehen würde, er wolle zurzeit einfach nur für sich sein und fühle sich emotional nicht wohl. Auf Nachfragen kommt nur, dass er nicht darüber reden wolle. Stattdessen sehe und weiß ich aber, dass er tagein tagaus nur noch mit dieser Online-Bekanntschaft skypt und beschäftigt ist - ein totales soziales Abschotten.


    Manche meinen, das wären Anzeichen für starkes Verliebt-Sein, er vergäße die Welt um sich herum - tja, nur ist das, wie gesagt, nicht seine erste Beziehung und bei den vorherigen hatte er dennoch Zeit für mich und seine anderen Freunde. Aber irgendwas ist jetzt anders.


    Ich weiß, dass ich ihn nicht zwingen kann, mich als Freund wertzuschätzen, oder mich gar genauso zu sehen, wie ich ihn sehe, aber nach allem, was ich in diese Freundschaft zu seinen Gunsten gesteckt habe, kann ich doch wenigstens ein bisschen Entgegenkommen erwarten, oder nicht? :°(


    Vielen Dank, einen schönen Tag von Herzen! @:)

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    Also für mich gibt es verschiedene Arten von "Liebe". Ein sehr enger und guter Freund kann auch "geliebt" werden, eben halt auf einer platonischen, nicht-sexuellen Art und Weise.

    Trotzdem "wehrst" Du Dich dagegen das Wort hier in diesem Sinn für Deinen Freund zu gebrauchen. "Verliebt" willst Du in seinem Zusammenhang auch nicht schreiben. Trotzdem ist ER zentral für Dich, zentraler als alle anderen Freunde.


    Die Vermeidung von Liebe, die Du trotzdem als Möglichkeit in jedem Deiner Beiträge wenn es um ihn geht andeutest, hat im ganzen Faden schon epische Ausmaße. Warum ist es so schwer für Dich zu sagen: ich liebe ihn platonisch oder ich bin in ihn verliebt je nachdem was sich richtiger anfühlt? Weil Du beides nicht empfinden willst? Dadurch dass Du das nicht willst ändert sich aber doch die Realität nicht? Das merkst Du ja seit einiger Zeit, oder?


    So wie Du alles beschreibst hätte er ja am ehesten aus Deinem Freundeskreis jemand der für "geliebt werden" in Frage käme - egal ob platonisch oder im "verliebt" Sinn, oder etwa nicht?

    Also schön, bevor wir hier nicht weiter kommen. Ja, ich glaube ich bin es, war es, bin es?! Ich bin jedes Mal nach längerer Zeit des Nicht-Sehens nervös, ihn wieder zu sehen, das vergeht dann aber nachdem wir dann eine Weile zusammen rumhängen.


    Ändert sich durch dieses Eingeständis nun etwas an der Gesamtsituation? Ich fürchte, es macht sie nur noch schlimmer.


    Was sagt ihr zu den anderen Dingen, die ich noch geschrieben habe, speziell Teil 2. Wird es nun etwas verständlicher, dass ich nicht aus einem Egoismus (oder doch?) heraus seine Aufmerksamkeit erzwingen möchte, sondern eher, weil ich mir wünsche, etwas von all der Mühe und Treue zurückzubekommen, die ich investiert hatte?

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    Auch wenn ich mir das bislang meistens nicht so richtig eingestehen wollte, aber ausgehend von all dem, was ich empfinde bei ihm im Vergleich zu meinen anderen Freunden, muss da mehr dahinter stehen von meiner Seite aus, vermutlich tatsächlich "Liebe". Und genau das macht die ganze Sache wohl so kompliziert - da er mich eben wohl so sieht, wie ich meine anderen Freunde sehe: Freunde eben, aber kein tieferes emotionales Netz und wenn man sich mal längere Zeit nicht sieht und nichts hört, dann ist das eben so.


    Soweit bin ich mittlerweile schon mit meiner Analyse: also ein ziemliches Ungleichgewicht in der "Beziehung" zwischen mir und ihm.

    Und was für Schlussfolgerungen für die Zukunft ziehst du nun daraus? ... Das Ungleichgewicht wird ja bleiben; zumindest liest es sich nicht so, dass er plötzlich eine homoromantische Ader zu dir entwickeln wird und das, wie du zu ihm stehst, könnte ggf. seine bestehende Beziehung zu seiner Freundin untergraben; du bist ja in gewisser Weise ein Konkurrent - nur da er nicht auf dich steht eben ungefährlich aktuell.

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    Ich weiß, dass ich ihn nicht zwingen kann, mich als Freund wertzuschätzen, oder mich gar genauso zu sehen, wie ich ihn sehe, aber nach allem, was ich in diese Freundschaft zu seinen Gunsten gesteckt habe, kann ich doch wenigstens ein bisschen Entgegenkommen erwarten, oder nicht? :°(

    Erwarten kann man alles - auch dass morgen die Sonne nicht aufgeht.


    Wenn eure "Freundschaft" so lange schon vorwiegend deshalb bestanden hat ohne abzureißen, weil du dich da reingehängt und er nicht Nein dazu gesagt hat, reißt der Kontakt eben später ab, wenn du das nicht mehr tust oder er sich aktiv distanziert.

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    Das Ungleichgewicht wird ja bleiben; zumindest liest es sich nicht so, dass er plötzlich eine homoromantische Ader zu dir entwickeln wird und das, wie du zu ihm stehst, könnte ggf. seine bestehende Beziehung zu seiner Freundin untergraben; du bist ja in gewisser Weise ein Konkurrent - nur da er nicht auf dich steht eben ungefährlich aktuell.

    Nun, glaubst du, ich hätte je vor gehabt, ihm das alles so zu sagen? Ich bin überhaupt kein Konkurrent, für niemanden, denn er ist ja 100% nicht schwul. Zudem würde ich es ihm vermutlich eh nie eingestehen, dass für mich die Freundschaft vielleicht immer etwas stärker als normal war - auch wenn er mir zwar einmal versichert hatte, dass er immer noch an meiner Seite wäre, wenn ich schwul wäre, aber ich glaube er ging bei dieser Annahme nicht davon aus, dass er dann eventuell das Objekt der Begierde sein könnte.


    Mittlerweile bin ich durch meinen Leidensdruck allerdings so weit, dass ich mich einfach zurückziehen werde - vielleicht fällt ihm das auf, vielleicht auch nicht, immerhin hatten wir jetzt schon seit 3 Wochen kein Kontakt mehr, was für unsere Verhältnisse ja eigentlich sehr lang ist, da wir ansonsten maximal jeden zweiten Tag in irgendeiner Form in Kontakt standen.


    Ich hoffe zwar immer noch, dass sein abweisendes Verhalten nicht persönlicher Natur ist, sprich nich persönlich gegen mich gerichtet ist, sondern dass das einfach diesem Verliebt-Sein-Zustand geschuldet ist, wo man möglicherweise alles und jeden um sich herum vergisst, auch wenn das bislang in der Vergangenheit nie der Fall war.

    Ich fang mal von hinten an:

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    Ich weiß, dass ich ihn nicht zwingen kann, mich als Freund wertzuschätzen, oder mich gar genauso zu sehen, wie ich ihn sehe, aber nach allem, was ich in diese Freundschaft zu seinen Gunsten gesteckt habe, kann ich doch wenigstens ein bisschen Entgegenkommen erwarten, oder nicht?

    Für mich ist das was Du hier machst Kopf gegen Herz (ein innerer Konflikt): Rational und vielleicht auch aus eigenen erleben in anderen Situationen mit Menschen, die Dir weniger bedeutet haben, weisst Du, dass Gefühle nicht erzwingbar sind, weil sie auch von Dir selbst durch andere nicht erzwungen werden können. Sie sind nicht durch Leistungen erkaufbar. Es funktioniert nicht zu sagen: Ich helf Dir jetzt 5 mal bei Hausaufgaben ( oder was auch immer) und dafür zeigst Du mir Deine Wertschätzung oder interessierst Dich für meinen Alltag. Es kann z.B. auch passieren, dass jemand von Hilfe genervt ist, die als bevormundend empfindet obwohl er sie braucht oder in diesem Beispiel so genervt von diesen Hausaufgaben ist, dass er am liebsten alles was damit zusammenhängt (auch die Hilfe des anderen) so schnell wie möglich verdrängt. Auch ist nach der ersten Kennenlernphase der Alltag des andere irgendwann nicht mehr so interessant, weil ungefähre Abläufe und länger laufende Problemstellungen ja dann erst mal bekannt sind. Dazu kommt, dass sich ja eine gewisse Offenheit entwickelt wo jeder von sich aus Dinge ansprechen kann die ihm oder ihr auf dem Herzen liegen. Anfangs tastet man sich da ja gegenseitig erst noch ab und wirft dem anderen nicht gleich alles von sich selbst vor die Füsse. Insofern sind die Anfänge jeder Art von Beziehung anders als "laufende" Beziehungen und viele Menschen werden von den Anfängen sehr viel mehr angezogen wie von den laufenden, weil letztere auch mehr Arbeit machen.


    Du selbst beschreibst ja Deinen Freund als jemanden der Anfänge sehr emotional und begeistert ausdrückt: Egal ob das Du warst oder die Ex-Freundin oder die jetzige Freundin oder auch der beste Freund den er erwähnt und den er weniger lange kennt als Dich. Dein Freund ist - von der eigenen Persönlichkeit her - offensichtlich jemand, der seine Begeisterung speziell für neue Menschen in seinem Leben gern mit der Welt plakativ teilt (Facebook). So ist er halt?! Und diese Eigenschaft hängt - wie Du selbst ja schreibst - nicht an eurer Begegnung (wie Du es Dir wünschen würdest) sondern ist eine die er allgemein Menschen gegenüber besonders anfangs zeigt, wenn er sie neu kennenlernt - er drückt seine Gefühle einfach gern aus!


    Inwieweit sich seine Gefühle dann verändern und möglicherweise eben auch wieder abkühlen (muss mit der Ex-Freundin ja auch passiert sein) steht dann auf einem ganz anderen Blatt. Er scheint da jemand zu sein, der dann im Zweifelsfall auch wieder loslässt wenn etwas "interessanteres" um die Ecke kommt und auch das ist jetzt nicht speziell auf Dich bezogen sondern scheint Teil seiner Person zu sein. Wäre auch mit seiner Vorgeschichte nicht unbedingt erstaunlich.


    Natürlich ist es ein wünschenswerter Zustand dass der andere wertschätzt, wenn wir etwas für ihn tun. Wenn das nicht passiert bleibt das Mittel der Kommunikation und hier gilt normalerweise die Faustregel: Wer ein Problem hat spricht es an.


    Ich vermute das Du das möglicherweise in der Vergangenheit getan hast - ein Problem (egal wie klein) von Dir aus angesprochen was eure Freundschaft betraf - und der Konflikt damals so eskalierte, dass er Dich in den sozialen Medien blockiert hat.


    (

    Zitat

    Nach unserer ersten (eigentlich banalen) Auseinandersetzung, die darin resultierte, dass er mich für eine zeitlang in den gängigen sozialen Netzwerken blockierte,

    ).


    Danach scheinst Du Deinerseits Konflikte vermieden zu haben, richtig? Und Du hast wichtige Dinge nur noch indirekt angesprochen ("Wenn ich schwul wäre würde ich am ehesten mit Dir..." und so weiter).


    Dieses "Vermeiden" führt aber dazu dass was wir für Realität halten immer weiter von dem wegdriftet was Realität tatsächlich ist. Es interessiert Dich nicht wirklich "wie" Dein Freund momentan ist wenn das beinhaltet, dass er nicht mehr so ist und fühlt wie damals als ihr euch kennen gelernt habt. Eigentlich willst Du das gar nicht wissen. Du willst nur, dass es wieder so ist wie früher und das versuchst Du über Leistungen "einzukaufen". Für ihn lautet die Botschaft da möglierweise: Fühl Dich gefälligst mir gegenüber verpflichtet.


    Er hat Dir mehrere Male zu verstehen gegeben:


    "Nein tu ich nicht."


    z.B. hier:

    Zitat

    Einmal hatten wir mal wieder eine kleinere Diskussion, bei der ich durch meine Eifersucht gegenüber einem seiner Kontakten (den er NACH mir kennengelernt hat und mit dem er, so der Anschein nach, viel öfters zusammen etwas unternimmt und auch besser klarkommt aufgrund gleicher hobbymäßigen Interessen) dann einfach mal frei heraus zu ihm sagte, dass er mit zweierlei Maß messen würde zwischen uns beiden. Daraufhin kam eine richtig (für mich zumindest sehr) verletzende Antwort zurück, der andere sei eben wie ein Bruder für ihn und ich müsse das akzeptieren und solle nicht immer rumheulen deswegen, ich wär eben nicht sein bester Freund.

    Hat er in der Vergangenheit denn wirklich nie nachgefragt ob er Dir auch was helfen kann? Oder hat er und Du hast es immer abgelehnt? Hast Du dieses Ungleichgewicht zwischen euch nicht selbst stark provoziert um ihn zu manipulieren ganz sicher bei Dir zu bleiben? Kannst Du Dich in seine Situation versetzen und erkennen das er sowas nicht wollte?

    Zitat

    Nur beim ersten Absatz muss ich vielleicht etwas korrigieren in deiner Analyse: ich weiß nicht genau, ob ich so weit gehen würde zu sagen, dass er sich nun distanziert hat, nachdem er angeblich "merkte", dass ich so besitzergreifend und einnehmend bin, denn wie gesagt, so war ich eigentlich schon die ganze Zeit und schon einige Male kam es deswegen zu ein paar Diskussionen unter uns. Aber nie in der ganzen Zeit hatte er deswegen drastisch den Kontakt verringert und sich zurückgezogen. Deswegen bin ich mir manchmal gar nicht so ganz sicher, ob er mein Verhalten überhaupt als "Klammern" oder "besitzeinengend" interpretiert oder empfunden hatte, oder ob er mich in diesem Punkt schlichtweg einfach etwas "eigen" empfand.

    Kennst Du das Gefühl nicht "innerlich auf Abstand zu gehen"? Dieses Gefühl muss anfangs gar keine großen Auswirkungen nach aussen haben: Es passiert etwas und ein Freund verhält sich nicht so wie man es von ihm erwarten würde sondern auf eine Art und Weise, die einem selbst eher fremd ist und die man nicht zu dem Bild einordnen kann was man bisher von der Person hatte. Wenn man länger befreundet ist kann man das natürlich ansprechen und aus der Welt räumen. Nicht jeder macht das. Manche Menschen sind sich eben auch in dieser Situation nicht wirklich bewusst was gerade abläuft sondern haben nur ein komisches Bauchgefühl diesem Freund gegenüber. Sie wissen nicht was es ist aber sie sind irritiert. Das geht vielleicht sogar über Wochen bis wieder irgendwas passiert was dann ein Auslöser ist das eigene äußere Verhalten dem Freund gegenüber zu verändern... (will ihn seltener sehen und so weiter)


    Als dein Freund Dich in den sozialen Medien blockiert hat war das auf jeden Fall ein deutlicher Schuss vor den Bug: Er sagt damit ja aus - alle anderen außer Dir erhalten Informationen von mir und meinem Alltag, die ich Dir jetzt verweigere, weil zwischen uns was nicht mehr stimmt. Das ist schon ein sehr deutliches Dich auf Distanz setzen! Nicht mehr nur innerlich sondern eben auch äußerlich, sogar für andere sichtbar!


    Ihr habt den Konflikt nach Deiner Aussage irgendwie beigelegt. Aber ob sein innerer Abstand zu Dir sich dadurch wieder deutlich verringert hat wage ich zu bezweifeln. So wie er sich verhält eher nicht: Er hat Probleme ( das kommuniziert er Dir ja als Fakt) aber er teilt sie nicht mit Dir. Er vertraut sich Dir nicht an. Vielleicht vertraut er sie nur seiner neuen Freundin an - vielleicht nur seinem "besten Freund". Du bist auf jeden Fall (momentan) raus. Hätte er das früher nicht getan als ihr euch noch (innerlich!) näher standet?


    Die Realität ist doch, das irgendwas - was euch beiden vielleicht nicht mal bewusst ist - zerbrochen ist und Du versuchst das über eine " er schuldet mir was " Haltung zu kitten während er momentan keinerlei Interesse zeigt sich mit eurem Problem miteinander zu beschäftigen, seis weil er tatsächlich so verliebt ist oder weil es ihm mies geht (wie er ja angedeutet hat) und er sich Dir gegenüber nicht mehr öffnen kann. Ganz ehrlich: sich jemandem zu öffnen, wenns einem schlecht geht, der die " Du schuldest mir was" Haltung an den Tag legt ist psychisch auch Selbstmord. Würde ich auch nicht machen und ich glaube Du auch nicht wenn Du in seiner Situation wärst.


    Der Eindruck der bei all Deinen Texten entsteht ist:


    Indirekt erwartest Du von ihm etwas was Du selbst nicht kannst - Deine Realität zu erkennen (bist Du verliebt oder nicht?) und entsprechend für Dich so aufzulösen, dass Du Dich bessser fühlst. Er kann einer möglichen Verliebtheit Deinerseits vielleicht nicht entsprechen (er ist vermutlich nicht schwul), aber irgendwie hättest Du gern, dass er einen Weg findet wie Du Dich trotzdem besser fühlst.


    Das wird nicht funktionieren. Solange Du Dir nicht selbst darüber klar bist was Du fühlst ist es utopisch von anderen zu erwarten, dass die wissen was Du fühlst und dann auch noch eine Möglichkeit finden sich so zu verhalten, dass Du Dich besser fühlst ohne gegen ihre eigenen Gefühle zu leben.

    In eurer "Beziehung" zueinander herrscht extremes Ungleichgewicht, das beschreibst du ja selber. Ich denke, du könntest die Freundschaft durchaus wieder aufblühen lassen. Das ist aber meiner Meinung nach nur möglich, wenn sich eure Ebenen annähern. Und das ist nur möglich, wenn du du dich aus der Abhängigkeit lösen kannst.


    Ich nehme an, der ständige Gedanke an eure gemeinsame Zeit hindert dich in gewisser Weise neue Freundschaften zu schließen, eventuell sogar Personen zu daten oder eine Beziehung einzugehen. Wenn das so ist, dann befindest du dich in einem ziemlichen Negativkreislauf.


    Neue Leute könnten dein Leben sicher auch bereichern, so wie er es damals mit dir machte. Und dann wärst du auch nicht so darauf fixiert Anerkennung von ihm zu erlangen.

    Teil 1

    @ partykrach0r schrieb:

    Zitat

    ch nehme an, der ständige Gedanke an eure gemeinsame Zeit hindert dich in gewisser Weise neue Freundschaften zu schließen, eventuell sogar Personen zu daten oder eine Beziehung einzugehen. Wenn das so ist, dann befindest du dich in einem ziemlichen Negativkreislauf.

    Genau so ist es, denke ich.

    @ NotMichaelCaine schrieb:

    Zitat

    dass Gefühle nicht erzwingbar sind, weil sie auch von Dir selbst durch andere nicht erzwungen werden können. Sie sind nicht durch Leistungen erkaufbar.

    Wahrscheinlich war das unbewusst der Fehler, den ich gemacht habe. Vermutlich war ich der Meinung, indem ich ihm durch solche Taten "Gutes" tue, dass ich dadurch in seiner Gunst stehe bzw. vielleicht wieder mehr in seine Gunst rücke.


    Immerhin hat er selbst auch mal zugegeben, dass seine anderen Freunde nie so viel für ihn in dieser Hinsicht getan hätten, alle zusammen nicht einmal. Von daher wusste und weiß er schon, an wen er sich wenden musste, wenn er mal wieder Hilfe bräuchte, oder wenn er einen kleineren Geldbetrag vorgestreckt bekommen wollte (dies ist natürlich nicht allzu oft vorgekommen, aber es soll nur ein Beispiel sein).


    Nochmals: ich glaube und bin mir fast sicher, dass er mich in dieser Hinsicht NICHT ausgenutzt hat, natürlich hat er sehr davon profitiert und unangenehm war es ihm sicherlich auch nicht - er hat das ja teilweise sogar von sich aus öfters angeregt (z.B. wenn wir mal wieder in der Stadt unterwegs waren und irgendwo beim Discounter etwas gekauft haben, dann hat er hin und wieder mal einen Artikel, den er haben wollte (z.B. eine Getränkedose oder eine Packung Kaugummis) ungefragt zu meinen Artikeln auf das Band gelegt - in anderen Worten: er wollte, dass ich es ihm kaufe.


    Soweit ich ihn einschätzen kann, hat er diese Bereitschaft von mir, ihm bei so vielen Dingen zu unterstützen oder zu helfen ganz und gar nicht als Belastung oder in irgendeiner Weise negativ verstanden, sondern war eher froh drum bzw. hat es nicht abgelehnt und mir machte es natürlich auch nichts aus, meinem "besten" Freund war ich bereit, das zu leisten.

    Zitat

    Du selbst beschreibst ja Deinen Freund als jemanden der Anfänge sehr emotional und begeistert ausdrückt: Egal ob das Du warst oder die Ex-Freundin oder die jetzige Freundin oder auch der beste Freund den er erwähnt und den er weniger lange kennt als Dich. Dein Freund ist - von der eigenen Persönlichkeit her - offensichtlich jemand, der seine Begeisterung speziell für neue Menschen in seinem Leben gern mit der Welt plakativ teilt (Facebook). So ist er halt?! Und diese Eigenschaft hängt - wie Du selbst ja schreibst - nicht an eurer Begegnung (wie Du es Dir wünschen würdest) sondern ist eine die er allgemein Menschen gegenüber besonders anfangs zeigt, wenn er sie neu kennenlernt - er drückt seine Gefühle einfach gern aus!

    Ja, das scheint so zu stimmen. Momentan gehe ich selbst gar nicht mehr gern auf Facebook, weil die beiden sich nur noch gegenseitig unter irgendwelchen semi-romantischen Meme-Seiten verlinken, garniert mit mindestens 10 Herzchen-Smileys und Kuss-Smileys und gelegentlicher "liebe dich überalles, mein Engel"-Kommentaren.

    Zitat

    Inwieweit sich seine Gefühle dann verändern und möglicherweise eben auch wieder abkühlen (muss mit der Ex-Freundin ja auch passiert sein) steht dann auf einem ganz anderen Blatt.

    Die Ex hat mit IHM Schluss gemacht. Er war danach für eine zeitlang ziemlich am Boden, ich habe ihm angeboten, da zu sein, falls er reden wolle, aber mehr als das kann ich als Freund wohl nicht tun. Geredet hat er allerdings nie. Ich weiß nicht, ob es nur an mir liegt, dass er sich mir nicht (mehr?) anvertraut, wie du schreibst - ich glaube, dass er generell Dinge eher mit sich selber ausmacht und kaum andere um Rat fragt.

    Zitat

    Natürlich ist es ein wünschenswerter Zustand dass der andere wertschätzt, wenn wir etwas für ihn tun. Wenn das nicht passiert bleibt das Mittel der Kommunikation und hier gilt normalerweise die Faustregel: Wer ein Problem hat spricht es an.


    Ich vermute das Du das möglicherweise in der Vergangenheit getan hast - ein Problem (egal wie klein) von Dir aus angesprochen was eure Freundschaft betraf - und der Konflikt damals so eskalierte, dass er Dich in den sozialen Medien blockiert hat.

    Ja, ich bin eigentlich immer jemand, der Probleme klären und ansprechen möchte. Dieser Vorfall mit dem Blockieren ist jetzt schon zu lange her, als dass ich die genauen Umstände noch wüsste (das war vor ca 4 Jahren), aber soweit ich das noch in Erinnerung hatte, war nicht der eigentliche Konflikt Grundlage dafür, dass er mich blockierte, sondern die daraus resultierende Diskussion. Er ist von der Art her jemand, der mit Kritik an seiner Person nicht sehr leicht umgehen kann und reagiert dann auch sehr schnell über-empfindlich und bisweilen auch etwas kindisch/trotzig. Soweit ich mich erinnere, hat er mich blockiert, weil ich etwas zu penetrant war und jetzt unbedingt auf ein Gespräch bzw. Klärung gepocht hatte, nachdem er mir mehrmals sagte, er wolle nicht (mehr) über das Thema reden. Da ich weiß (das bestätigten mir meine Eltern auch schon mal), dass ich manchmal auch ziemlich penetrant sein kann und mich in eine Sache total reinsteigern kann, war das Blockieren, so schätze ich, vielleicht auch eine Art Selbstschutz, damit ich ihn nicht mehr weiter mit dem Thema "nerven" konnte.

    Zitat

    Danach scheinst Du Deinerseits Konflikte vermieden zu haben, richtig? Und Du hast wichtige Dinge nur noch indirekt angesprochen ("Wenn ich schwul wäre würde ich am ehesten mit Dir..." und so weiter).

    Nicht ganz. Gänzlich vermieden habe ich diese Konflikte nicht, wir hatten seit diesem größeren Ereignis als er mich blockierte immer mal wieder kleinere Auseinandersetzungen, meistens immer weil ich mich in irgendeiner Weise ungerecht behandelt gefühlt habe oder vernachlässigt. Das habe ich ihm in so Momenten auch immer offen mitgeteilt á la "Du machst viel mehr mit xyz als mit mir" und er ist dennoch immer wieder drauf eingegangen und hat nicht von vorneherein abgeblockt. Nur wenn zu sehr Kritik an seiner Person geäußert wird, also Dinge, die er angeblich falsch gemacht hat, sich falsch verhalten hat, da fällt es ihm immer sehr schwer, einsichtig zu sein, oder gar auch mal zu den Fehlern zu stehen. Meistens führte das dazu, dass diese Diskussionspunkte nie wirklich entgültig geklärt wurden, da natürlich immer ich am Ende nach einer längeren Zeit des gekränkten Schweigens (und da ich es nicht ertrage, längere Zeit keinen Kontakt mit ihm zu haben, oder gar Streit) eingelenkt und mich entschuldigt habe, selbst wenn meine Kritik eigentlich angebracht gewesen wäre. Da war er dann wieder zufrieden.


    Manchmal machte er sich auch von sich aus auf mich aufmerksam, in dem er ab und zu sagte: Schau, ich hab mir dieses Wochenende extra für dich frei genommen und habe den anderen extra geschrieben, dass ich keine Zeit habe, nur damit du siehst, dass ich nicht bloß mit anderen etwas mache. Das hat er mir dann manchmal sogar schriftlich auf dem Handy als Chatverlauf mit seinen anderen Kontakten gezeigt. Aber diese Momente waren eher selten. Der Grund dafür, so denke ich ist:


    Er ist von der Person her jemand, der (sicherlich auch aufgrund seiner schwierigen Kindheit/Jugend/Vergangenheit) ganz viel Bestätigung sucht und braucht. Das ist mir schon von Anfang an aufgefallen, dass er mir jede noch so kleine Aktion seinerseits zeigt/erzählt und indirekt ein Lob/Bestätigung erhofft. Das konnte sein, dass er sich neue Schuhe gekauft hatte oder sonstige Dinge und mir danach gleich ein Bild davon schickte, oder ein neues Lied auf dem Instrument eingeübt und mir dann sofort zeigen musste.

    Zitat

    Hat er in der Vergangenheit denn wirklich nie nachgefragt ob er Dir auch was helfen kann? Oder hat er und Du hast es immer abgelehnt? Hast Du dieses Ungleichgewicht zwischen euch nicht selbst stark provoziert um ihn zu manipulieren ganz sicher bei Dir zu bleiben? Kannst Du Dich in seine Situation versetzen und erkennen das er sowas nicht wollte?

    Nun ja, ich wusste, dass er durch seine vorrübergehende Arbeitslosigkeit finanziell natürlich am wirklichen Minimum gelebt hatte, da war es für ihn von Natur aus schon schwer, sich in der gleichen Weise zu revanchieren, wie ich es durch meine "Leistungen" getan hatte. Aber dennoch hat er hin und wieder auch mir Dinge spendiert oder gekauft, obwohl ich es meistens nicht wollte. Ich habe oftmals natürlich aus Höflichkeit und weil ich ja wusste, wie es finanziell um ihn steht, abgelehnt, er hingegen hat meine "Leistungen" nie abgelehnt, meistens ja sogar noch indirekt danach gefragt, in dem er mir noch zusätzliche Artikel auf's Warenband legte.


    Auch als wir das letzte Mal telefoniert hatten (das war vor ca 2 Monaten, da war er schon mitten in dieser Verliebtheits-Phase) hat er mich gefragt, wie es mir ginge und ich habe wahrheitsgemäß gesagt: "nicht so gut" und er hatte tatsächlich gefragt "warum, was ist los?". Als ich meinte, es sei nicht so wichtig, war er dann schon fast drängend und meinte, ich solle es ihm 2 Tage später, wenn wir uns treffen würden, erzählen und wir würden darüber reden.


    Jedoch kam es zu jenem besagten Treffen ja nie (hatte ich ja bereits erwähnt), da er am Abend davor ganz plötzlich abgesagt hatte.

    Teil 2

    Zitat

    Als dein Freund Dich in den sozialen Medien blockiert hat war das auf jeden Fall ein deutlicher Schuss vor den Bug: Er sagt damit ja aus - alle anderen außer Dir erhalten Informationen von mir und meinem Alltag, die ich Dir jetzt verweigere, weil zwischen uns was nicht mehr stimmt. Das ist schon ein sehr deutliches Dich auf Distanz setzen! Nicht mehr nur innerlich sondern eben auch äußerlich, sogar für andere sichtbar!


    Ihr habt den Konflikt nach Deiner Aussage irgendwie beigelegt. Aber ob sein innerer Abstand zu Dir sich dadurch wieder deutlich verringert hat wage ich zu bezweifeln. So wie er sich verhält eher nicht:

    Genau das ist das Komplizierte - ihn richtig einschätzen zu können. Diese Blockier-Sache war vor über 4 Jahren, seit dieser Geschichte war er dennoch die ganze Zeit nicht distanzierter als sonst auch. Die wirkliche eigentliche Veränderung an ihm ist mir vor kurzem erst aufgefallen, nämlich seit dem Zeitpunkt, wo er diese Online-Bekanntschaft kennengelernt hatte - seitdem ist alles anders und ich habe Angst, er sondert sich mehr und mehr ab und unser Kontakt verliert sich im Sande.

    Zitat

    Er vertraut sich Dir nicht an. Vielleicht vertraut er sie nur seiner neuen Freundin an - vielleicht nur seinem "besten Freund". Du bist auf jeden Fall (momentan) raus. Hätte er das früher nicht getan als ihr euch noch (innerlich!) näher standet?

    Wie oben bereits schon geschrieben: ich weiß nicht genau, wem er sich anvertraut, da er mir das ja nicht mitteilt. Er meinte einmal zu mir, nachdem er sich mal wieder beschwerte (weil ich mal wieder etwas auf den Tisch brachte, wo er sich in meinen Augen ungerecht bzw. falsch verhalten hatte), dass alle immer bloß auf ihm rumhacken würden, aber wie ER sich fühle, dass würde keinen interessieren. Daraufhin sagte ich zu ihm: du brauchst dich auch nicht wundern, wenn du nie jemandem etwas über deine Probleme/Sorgen erzählst, dann kann dir auch keiner helfen und sich dafür interessieren.


    Daraufhin meinte er nur, dass er eben solche Dinge eher für sich behält und mit sich ausmacht. Ich werde manchmal selbst nicht richtig Schlau aus ihm.


    Summa Summarum: Ich glaube ich verstehe mittlerweile, dass es Dinge gab in meinem Verhalten, die eventuell falsch von mir waren, wenngleich diese auch unbewusst von mir aus passierten, z.B. mein exzessives Klammern. Zwar glaube ich nicht, dass er sich deswegen tatsächlich distanziert hat, denn wir waren trotz der hin und wieder mal vorkommenden Diskussionen immer regelmäßig zusammen und standen regelmäßig in Kontakt. Mir ist in der Hinsicht eigentlich nichts aufgefallen. Wie gesagt, er schottet sich ab, seit er Ende August diese Online-Bekanntschaft kennengelernt hat und mir kommt es fast schon so vor, als sei er ihr total hörig.


    Kaum war sie mal eine Woche zu Besuch bei ihm, hat er mittlerweile ein Tatoo (was er vorher nie wirklich wollte), das gleiche wie sie und hat ganz plötzlich einen komplett anderen Kleidungsstil (über den er vorher noch meinte, dass sowas gar nicht sein Fall wäre).


    Dieses fehlende Rückgrat, diese unterwürfige Haltung, sowas macht mich zornig. Vermutlich ist das alles dem Verliebt-Sein geschuldet, aber ich werde nicht Schlau daraus: es ist nicht seine erste Beziehung, bei den vorherigen war das doch auch alles nicht so krass, nur jetz scheint er sich total zu vergessen - wie gesagt, seit 3 Wochen keinen Kontakt mehr gehabt - scheinbar 0 Interesse mal mit mir zu plaudern. Vor dieser Bekanntschaft hatte er sich immerhin vielleicht mal spätestens nach 3, 4 Tagen gemeldet, selbst wenn es nur belangloses Zeugs war, aber ich war schon froh, dass ich überhaupt etwas hörte.


    Nun, auch wenn ich mir nicht sicher bin, ob mein Verhalten ihm gegenüber der eigentliche Grund für die momentane Distanz ist (sondern wie ich glaube eher diese Online-Bekanntschaft und seine rosarote-Brille, die er auf hat), was kann ich tun, um diese Freundschaft nicht zu verlieren?


    Wie soll/muss ich mich verhalten? Wie beseitige ich diese Eifersucht? Dieses häufige Gefühl des ungerecht-behandelt-seins?


    Ich habe mich jetzt in den 3 Wochen absichtlich nicht gemeldet, weil ich sehen wollte, wann es IHM vielleicht auffällt, dass wir keinen Kontakt mehr haben, aber je länger kein Kontakt herrscht, desto trauriger werde ich, weil ich befürchte, dass sich unser Kontakt im Sande verläuft. Deswegen habe ich immer mal wieder Momente, wo ich mit mir ringe und denke, kämpfe weiter! Kämpfe darum, dass sich die Freundschaft nicht verliert, kontaktiere ihn!


    Aber ganz ehrlich: ich habe in meinen Augen seit Anfang an mehr als gekämpft (er hat das vermutlich so gar nicht wahrgenommen), aber ich habe ihm schon oft gesagt, dass meistens immer ICH es bin, der sich meldet, er kann mir beim besten Willen keinen Vorwurf machen, dass ich jetzt mal auf seinen Einsatz warte.


    Und falls dieser kommt... Wie sollte ich reagieren? Fragen, warum er sich so lange nicht gemeldet hat? Meine Traurigkeit ausdrücken, dass ich es so schade finde, dass der Kontakt so wenig wurde?


    Das letzte was wir geschrieben hatten war, als er mir ganz plötzlich am Abend vor dem besagten Treffen absagte, mit der in meinen Augen etwas fadenscheinigen Begründung, es gehe im zurzeit emotional nicht so gut und ich solle das doch bitte verstehen (obwohl er nur wenige Stunden vorher noch mit mir geredet hatte, was wir am nächsten Tag bei unserem Treffen alles machen wollen). Ich wollte nicht schon wieder diskutieren und mein Ungerechtigkeitsempfinden ausdrücken, deshalb schrieb ich erstmal gar nichts zu dieser Absage.


    Irgendwann fragte ich dann, ob dieser Zustand des Abkapselns denn nun anhalten würde (da es zu dem Zeitpunkt ja schon seit 2 Monaten fast so war) und dass ich ihn nicht als Freund verlieren wolle, da er mir sehr wichtig sei (einen Satz, den ich ihm so oft schon in verschiedenen Varianten und Situationen gesagt hatte), aber er meinte nur: er wolle jetzt einfach nur mal seine Ruhe.


    Ich habe daraufhin gesagt, OK, falls er reden wolle, er wisse, wo er mich fände. Er hat es gelesen, aber nie etwas entgegnet, kein "Danke, OK" oder dergleichen.


    Das ist der momentane Stand. Ich habe versucht, nicht zu aufdringlich zu sein, habe ihm meine Hilfe und mein Ohr angeboten, mehr als das kann ich wohl nicht tun. Jetzt ist er am Zug, nicht wahr?


    Was muss ich tun, um diese Freundschaft auf eine gesunde Ebene zurückzuholen, sodass er vielleicht auch wieder sieht, dass ich auch anders sein kann?

    Zitat

    Was muss ich tun, um diese Freundschaft auf eine gesunde Ebene zurückzuholen, sodass er vielleicht auch wieder sieht, dass ich auch anders sein kann?

    Gar nichts "musst" du tun, weil du nichts tun kannst. Wann willst du anfangen, Nägel mit Köpfen zu machen? Wenn er sich nicht entscheiden kann oder will, dann kannst nur du es für dich tun. Dein Selbstwertgefühl sollte dir sagen, dass du schon über Jahre mehr als genug in Vorleistung gegangen bist. Wenn er gewollt oder gekonnt hätte, hätte er es längst getan, oder in irgend einer Form zu erkennen gegeben. Du erwartest von ihm eine Entscheidung, bist aber selbst zu keiner fähig. Du solltest dir Gedanken machen, wie viel Lebenszeit du auf dieser Baustelle noch investieren willst. Womöglich wärst du an andere Stelle längst viel erfolgreicher und mit jemand anderen glücklich geworden.

    Was ist dein Problem damit, wenn er schon direkt sagt, dass er seine Ruhe möchte, ihn dann auch in Ruhe zu lassen und es auszuhalten, dass die Zukunft und der Fortbestand dieses Kontaktes ungewiss ist?


    Und mit der Konkurrenz meinte ich deine Eifersucht auf seine Beziehung mit der anderen Frau. So wie das läuft, geht dir das ziemlich gegen den Strich. ... Wenn mir an seiner Stelle die Partnerschaft am wichtigsten wäre und dein Freund auch nur einen Hauch davon spüren kann/mitbekommen hat, wie du seine Beziehung mit dieser Frau siehst und von deiner Eifersucht, würde ich an seiner Stelle keinen Kontakt mehr zu dir aufnehmen und mir weitere unerwünschte Kontaktversuche von dir verbitten.


    Du kannst von ihm nichts erzwingen und ihm auch nichts abnötigen, mit mehr Druck schon gar nicht. Kann sein, dass er nicht halb so "genervt" darauf reagiert, wie ich es an seiner Stelle tun würde, aber dass er sich nicht mehr meldet, wundert mich nicht.


    Befremdlich finde ich eher deine Überlegungen, wie du ihn wieder dahin bekommst, wo du ihn haben möchtest und das er nun an der Reihe wäre etwas zum Erhalt der Freundschaft zu tun (er willl das doch jedenfalls derzeit nicht). Das ist das Gegenteil von Akzeptanz seines Wunsches danach, von dir erstmal oder dauerhaft in Ruhe gelassen zu werden. Und das ist das, was ich dir raten würde:


    Lass ihn in Ruhe - auch wenn das für die Ewigkeit ist - und konzentriere dich auf andere soziale Kontakte statt dich ungesund auf ihn zu fixieren mit Garantie auf Unglück, weil er nicht bi- oder homosexuell ist und bereits eine Partnerschaft mit jemand anderem hat und weil das Geben und Nehmen bei euch nie ausgeglichen war. Das ist auch für eine Freundschaft (platonisch) nicht gut; spätestens auf Dauer. Er hat dir das auch deutlich gesagt, dass du nicht sein bester Freund bist - umgekehrt ist er dein bester Freund und wohl noch mehr. Das haut nicht hin und je eher du das akzeptierst und loslässt, desto besser für dich und desto früher kannst du dich wieder anderen Kontakten und Menschen zuwenden.

    Und nur mal so, um deine Geschichte ins Bild zu rücken. Jeder Schwule kennt mindestens einen Freund oder besten Kumpel, den er nicht als Partner bekommen hat. Dies liegt allein in der Natur der Sache, nämlich der statistischen Verteilung von hetero bis schwul.