Feigwarzen/ Condylome, Entfernung & Creme: Erfahrungsbericht

    Vor einiger Zeit litt ich unter Feigwarzen im Analgang. Da mir Schmierereien mit Cremes nicht zusagten und ich die lästigen Dinger schleunigst loswerden wollte, entschied ich mich sie entfernen zu lassen. Da bei meinen Recherchen hierzu teilweise Fragen offen blieben, habe ich einfach mal Buch geführt, um zum Einen Leidensgenossen meine Erfahrungen mitzuteilen und zum Anderen würde es mich auch interessieren wie es bei euch war, bzw ob ihr irgendwelche Tipps habt. Da Feigwarzen ja scheinbar gerne wieder kommen, kann da ein Informationsaustausch nicht verkehrt sein. Ich habe meinen Test mit weiterem Verlauf etwas runtergebrochen, darum entschuldigt bitte bestimmte grammatikalischen Formulierungen :D


    Warum ich mich für eine Entfernung allgemein entschieden habe:


    Generell haben mich die Feigwarzen nicht wirklich eingeschränkt da es nur kleine Warzen waren. Juckreitz kam auch nur in seltensten Fällen vor, besonders wenn ich zu harten Stuhlgang hatte und die Warzen gereitzt wurden. Ausschlaggebend für die Entfernung war meine sexuelle Orientierung und meine Vorliebe für Analsex. Neben Schmerzen beim Eindringen des Gliedes war auch die Angst nach Bekanntweden der Diagnose, ich könnte meinen Freund anstecken oder es könnten sich Warzen an Rasurwunden durch Schmierübertragung im Bereich um den Penis bilden. Des Weiteren hatte ich Angst die Warzen könnten neben dem ganzen Analgang noch weiter hochwandern.




    Dienstag, 05.03.2013, Tag des Eingriffes:


    Der Gastroenterologe entfernte meine Feigwarzen im Analbereich mit einem Elektrokauter, bzw er entfernte sie mit einer Elektroschlinge. Kurz vor dem Eingriff musste ich mich untenrum entkleiden und auf einen Stuhl wie beim Frauenarzt setzen. Im Raum waren der behandelnde Arzt und 3 weitere Frauen. Wer die lästigen Dinger also loswerden will, der sollte keine Scham zeigen. Ich bekam eine Narkosespritze und wachte nach etwa einer halben Stunde wieder auf. Man hatte mir ein schmerzlinderndes Zäpfen gegeben und zudem eine Art Mullbindenrolle zwischen die Pobacken getaped. Da man nach Narkose nicht am Straßenverkehr teilnehemen darf fuhr mich eine Freundin nach Hause. Wirkliche Schmerzen verspührte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht, eher ein Brennen. Nach zwei Stunden in etwa kamen etwas mehr Schmerzen, weshalb ich eine Schmerztablette nahm. Ansonsten schlief ich etwas an dem Tag und ruhte mich aus. Am meisten Schmerzte die Mullbinde welche an dem Zäpfchen befestigt war, um dieses im unteren Bereich des Anus zu halten. Diese scheuerte schon den ganzen Tag bei jeder Bewegung. Abends entschied ich mich dann, eben diese zu entfernen, da ich auch das Gefühl hatte, eben wegen dieser Binde keinen "Stuhl abtreten zu können". Entgegen meiner Erwartung war die Mullbinde länger als gedacht und es war sehr schmerzhaft dieses störende Ding zu entfernen. In dieser "Mullbindenwurst" zwischen meinen Backen hatte sich etwas Flüssigkeit und Blut gesammelt. Darum rollte ich ein paar Stück Klopapier zur Rolle zusammen und ersetzte die Mullbindenrolle, um evtl austretende Flüssigkeit aufzufangen.




    Mitwoch, 1.Tag nach Eingriff


    Mir ging es super gut, die Sonne schien, ich hatte keine wirklichen Schmerzen. Kurze Zeit nachdem ich aufgestanden war musste ich auf Toilette... Leider hatte ich viel zu harten Stuhlgang weshalb wohl auch einiges wieder kaputt ging. Die Folge waren starkes Brennen und auch Blut auf dem Klopapier. Ich weiß nicht ob es der brennende Schmerz war oder der Anblick des Blutes in Verbindung mit etwas Schock (eigentlich bin ich da nicht zimperlich) aber auf jeden Fall wurde mir schwarz vor Augen und ich musste mich kurz hinlegen. Als sich der Schmerz legte habe ich mir, die von meinem Arzt verschriebenen Zäpfchen geholt. Diese sollen mit einem lokalen Schmerzmittel Abhilfe leisten, doch haben auch diese die von mir als so störend empfundene Mullbinde. Zudem besorge ich mir etwas für weicheren Stuhlgang in der Apotheke. Auch dieses mal wanderte das Zäpfchen samt Mullbinde weiter in meinen Anus was mir am Abend wieder Schmerzen besorgte und ich das Ding entfernte.


    Fazit: Mit einer Schmerztablette am Tag kam ich gut zurecht. Am schlimmsten ist der morgendliche Gang zur Toilette. Der Schmerz hällt bei mir jedoch nur kurz an und ich konnte den Tag gut überstehen. Die Mullbinde wieder zu entfernen war eine Tortur (laut Beipackzettel muss man diese auch vor jedem Stuhlgang entfernen).




    Donnerstag, 2. Tag nach Eingriff


    Kurz nach dem Aufstehen Toilettengang mit Stuhl – ging leichter, wesentlich weniger Blut, trotzdem wieder Brennen und leichte Kreislaufprobleme.


    Bad genommen, Po gereinigt, in der Wanne gefrühstückt und eine Schmerztablette genommen. Nach dem Baden wieder Toilettenpapier zusammengerollt und zwischen die Pobacken geklemmt (dies erneuere ich bei jedem Toilettengang, da sich immer etwas Sekret mit Blut darin sammelt)


    Fazit: Mittel für weicheren Stuhl ist unabdingbar!!! Wie viel und wann man es einnimmt hängt von dem jeweiligen Mittel ab und wie hart der eigene Stuhl ist (am besten Situation in der Apotheke schildern und beraten lassen) 1x Schmerztablette 400mg Wirkstoff: Ibuprofen, auf das Zäpfchen habe ich verzichtet, da es nur schmerzstillend ist und keine heilende Wirkungen hat. Mir ging es super, war einkaufen und habe einen Kuchen gebacken ^^




    Freitag, 3. Tag nach Eingriff


    Keine Zäpfchen, 1x Schmerztablette, sehr feuchten Stuhl (3x Toilettengang), Po hockend in der Wanne abgebraust/gereinigt.




    Sonntag, 5. Tag nach Eingriff


    Mittags auf Toilette, leider etwas zu harten Stuhl, kurzes starkes Zwicken und Brenen. Ein wenig Blut am Papier, kein Schmerz nach Reinigung in der Wanne, daher keine Schmerzmittel über den Tag eingenommen.




    Fast drei Wochen nach Eingriff:


    Mittlerweile habe ich keine Probleme mehr, sofern der Stuhl denn normal oder weich ist! Heute war er leider etwas zu hart, da ich das Mittel für dir Aufwässerung des Stuhls nicht mehr nutze. Nun muss mein Darm erstmal selbst wieder ran... Wahrscheinlich habe ich auch wieder etwas geblutet, doch ob es stark oder wenig war kann ich nicht sagen, da ich gestern sehr viel Rote Beete gegessen habe und daher das "Bild” stark verfälscht wird :D


    Nach meinen Feigwarzen nachgeschaut habe ich noch nicht wieder, da ich mich damit nicht verrückt machen will. In einem Monat habe ich meine Nachkontrolle und dann wird sich zeigen was der Arzt sagt. Vielleicht schaue ich in der Zeit mal spontan nach aber solange noch nicht alles tip top abgeheilt ist und ich auch keinen neuen Juckreitz oder ähnliche Einschränkungen durch evt. neu aufgetretene Warzen verspühre, werde ich meinem Po Ruhe gönnen.


    Fazit: Gut Ding will Weile haben, Sex geht selbstverständlich noch nicht!




    27.04.2013: Vor ein paar Tagen war ich zur Nachkontrolle bei meinem Arzt. Bis einen Tag vor der Untersuchung hatte ich nicht mehr nach Condylomen geschaut. Im äußeren Afterbereich sind kleine, grießkorn große Pünktchen zu sehen. Zudem tiefer ein paar größere Warzen. Da mein Arzt nur die kleinen Pünktchen Beachtung schenkt, scheinen die größeren "Dinger” wohl nur übrige Warzen bzw. die übrige Haut zu sein. Wie dem auch sei... Mein Arzt hat mir nun die Wartec Creme verschrieben, welche ich drei Tage hintereinander jeweils morgens und abends rundherum auf die befallenen Stellen schmieren soll.


    Heute war der zweite Tag, an dem ich die Creme benutze. Mein Poloch war heute Abend leicht gerötet und irgendwie aufgequollen. Nachdem ich geduscht habe, cremte ich die geröteten Stellen mit einer Babycreme ein. Hätte ich mir den Blick nach "Innen” gespart, so wäre an sich auch nichts spektakuläres zu berichten. Doch als ich ins Poloch schaute, so war ich von mir selbst fast schon etwas angeekelt. Die Condylome sahen so weiß aus... Ich bin mir nicht sicher ob die immer SO aussahen aber es schien als wenn auch diese sich mit der Creme aufgesaugt hätten. Zumindest sah es nicht schön aus.. dieses aufgequollene Poloch mit diesen weißen Wucherungen im Inneren.


    Nunja ich werde nun die nächsten Wochen nach den Angaben meines Arztes weiter cremen. Wenn ich nicht cremen müsste, so würde ich mir den täglichen Anblick ersparen um mich nicht verrückt zu machen.


    Ich selbst könnte mit den Condylomen leben sofern sie nicht mehr werden oder weiter in den Darm hoch wandern würden, denn sie jucken ja nie bei mir. Doch ich möchte meinen Freund Sex ermöglichen (er ist super einfühlsam und verständnisvoll) und vor allem möchte ich ihn niemals anstecken.


    Soweit nun erstmal zu meinen bisher gesammelten Erfahrungen. Wenn es etwas neues gibt werde ich wieder etwas schreiben. Mich würde nun interessieren, was ihr hierzu meint, wie es bei euch war, ob ihr Tipps für mich habt.

  • 6 Antworten

    Es fängt heute das dritte Wochenende an, an welchem ich die Creme benutze. Diese große weiße Wucherung war wohl eine große Feigwarze, die ich einfach bisher nur nie zu Gesicht bekommen hatte. Mittlerweile hat fast alles was Feigwarze war, einen gesunden Hautton. Auch die große Feigwarze hat ihr ekeliges weißt verloren und ist auch schon sichtlich geschrumpft. Ich bin mit dem derzeitigen Ergebnis von so bisschen cremen echt begeistert :)^


    Kleiner bitterer Nachgeschmack: Am Ende des ersten oder zweiten Wochenendes (bin mir nicht mehr sicher wann genau das war) war die Haut stark angegriffen und auch etwas eingerissen. Ich hatte echt Angst dass sich auch dort Warzen bilden aber dem war nicht so. Immer vorsichtig gereinigt, gecremt und/oder mit Babypuder gepudert und nun ist alles tip top :)

    Nunja was gibt es großartig zu berichten...


    Das vierte Wochenende hat heute begonnen. Die Dinger sind zwar immer noch nicht verschwunden, aber hey... sie sind auch nicht größer oder mehr geworden ;-) Ob sie nun im Vergleich zu letztem Wochenende besser aussehen kann ich jedoch nicht genau sagen.

    Hey Incroyable,


    danke für deinen Bericht!! Ich habe die Dinger auch vorwiegend am After und innendrin, ist übel, weil man da die Haut absolut nicht voneinander trennen kann und meine jucken leider auch. Mittlerweile habe ich nur noch so 2-3 Stück würde ich mal sagen... leider hat sich bei mir durch die ganzen Behandlungen eine Mariske gebildet und dahinter fühlen sich die Biester sauwohl und sind auch quasi unerreichbar.


    Ich kann nur sagen, du hast Glück, dass dein Arzt sich so kümmert, ich war schon bei etlichen Ärzten innerhalb der 1,5 Jahre des Befalls und meist werde ich gar nicht richtig untersucht und werde als gesund heimgeschickt. Da die Biester bei mir zwischen den Hautfalten liegen und auch innen, müsste man eben eine richtige proktologische Untersuchung machen aber bisher machte das nur ein Hautarzt bei mir und hat bei der Gelegenheit auch welche vereist. Es ist schon komisch, wieviele Hautärzt proktologische Chirurgie usw. anpreisen und wenn man dann da ist, dann ekeln sie sich wohl doch davor und verweigern die Behandlung.


    Ich bin zwar eine Frau, stehe aber auch sehr auf Hinternspielchen ... ich hab echt Angst, dass das nie wieder stattfinden kann, auch, weil mein Hintern ziemlich entstellt ist, durch diese Mariske. Das Innere ist auch sehr empfindlich geworden bei mir, sobald ich etwas festeren Stuhlgang habe oder zuviel Papier benutze, blutet es sofort. Ich kenne das auch, in der Wanne hocken und die Brause ins A-Loch halten. Ich war schon lange nicht mehr ganz normal und sorglos auf dem Klo :-(.


    Ich wünsch dir alles Gute,


    LG

    Na es freut mich schonmal sehr, dass überhaupt mal jemand über meinen Beitrag gestolpert ist ^^


    Ich bin direkt zum Proktologen gegangen, da ich anfangs ja vermutete es seien irgendeine Art von hartnäckigen oder schweren Hämorriden. Daher wusste mein Arzt natürlich sofort was Sache war.


    Nächste Woche habe ich meine zweite Nachkontrolle. Bis dahin war ich nun jedes Wochenende am cremen und 100%ig ist es noch immer nicht. Außen hat sich eine neue Fw gebildet, wofür ich die Creme eig auch verschrieben bekommen habe. Mein Arzt wollte nicht wieder mit dem Elektrokauter anrücken und das kleine Ding so behandeln. Leider ist es etwas größer geworden und nunja, über den Zustand im Inneren bin ich total verwirrt :-DDa ist immernoch dieses "Hautfurunkel" welches ich bereits am Anfang mal erwähnt habe, aber scheinbar ist es keine Fw, denn mein Arzt schenkt dem Ding keine Aufmerksamkeit. Wie dem auch sei... ich erwäge mal zum Heilpraktiker zu gehen, dann ich habe schon gelesen dass die anders an die Sache heran gehen. Proktologen oder andere Ärzte behandeln ja nur die Symptome, somit nur die Feigwarzen. Doch diese können bei Schwächung des Immunsystems oder Stress wieder kommen. Heilpraktiker schauen sich da mir die Ursachen an, was mit dem Körper nicht stimmt.


    Den Ärger mit der Mariske kann ich voll und ganz nachvollziehen. Mein Po ist wie gesagt auch nicht wirklich "glatt" da unten rum und da muss auch ich immer genau nachschauen ob irgendwo etwas ist, bwz ob ich überall Creme hinbekommen habe.


    Nunja, du hast ja beim Sex zum Glück noch eine "Ausweichmöglichkeit", bei mir gibt es leider nur diese eine Öffnung... Aber das Empfindlichkeitsproblem, insbesondere beim (zu harten) Stuhlgang kenne ich auch. Es ist einfach nur nervig und auch auf langer Sicht belastend :|N

    Stand am 12.09.2013


    Da weit innen liegend eine Feigwarze war und zudem ein paar kleine sichtbar am After, wurde eine zweite Entfernung unter Narkose vorgenommen. Diesmal verlief der Heilungsprozess jedoch wesentlich schneller, bereits nach einer Woche war fast alles verheilt.


    Dann: Trennung von meinem Freund!


    Durch den Stress sind schlagartig viele kleine "Huckel" fühlbar gewesen. Ich habe mich wirklich aufgeregt, dass die Dinger nun durch den Stress so schnell wieder gekommen sind. Also dachte ich mir "nun ist eh zu spät, kannst nichts machen"


    Mein Freund und ich haben uns jedoch wieder gefangen und alles ist wieder top :)


    1 Monat nach zweiter Feigwarzenentfernung:


    Gelegentlich verspürte ich zum ersten mal überhaupt ein leichtes Jucken, welches jedoch wohl dem Heilungsprozess zuzurechnen war, da mein Arzt meinte alles sähe gut aus und siehe da, tatsächlich keine Feigwarzen :)z


    Nun soll in in 2 Monaten noch einmal zur Kontrolle vorbei schauen.


    Mein Plan für die Zukunft:


    Bereits Anfang August habe ich eine Zusatzversicherung für den Heilpraktiker abgeschlossen. Wenn die 3 Monate Wartefrist um sind, werde ich im November, egal bei welchem derzeitigen Stand der Feigwarzen zum Heilpraktiker gehen, um meinen Körper richtig auf Tapp zu bringen und evtl. noch in meinem Körper befindliche Viren loszuwerden. Sollten bis dahin schon wieder welche aufkommen werde ich sie direkt mit wartec cremen um es erst gar nicht schlimmer werden zu lassen.


    Ich denke ich bin noch ein leichter Fall von Kondylomen aber ich kann jeden verstehen der unter psychischem Stress leidet und die Dinger los werden will. Das wichtigste ist wirklich, dass man sich nicht unterbuttern lässt. Das ist euer Körper und negatives Denken ist eher kontraproduktiv. Willensstärke ist sehr wichtig!

    Hey Hey, dass ist echt ein interessanter Bericht gewesen. Bist du denn mittlerweile wieder fit und gesund ?


    Viele Grüße