Leitfaden HPV, Feigwarzen: Fakten, Fragen, Antworten

    Da viele Fragen öfter hier im Forum auftauchen, habe ich mich erdreistet, diese mal beantwortet zusammenzufassen. So können "Neulinge" auf diesem Gebiet Fragen schnell beantwortet bekommen, ohne selbst fragen zu müssen.


    Zu Aktualisierungen, Änderungen und Ergänzungen bitte an Lientje wenden.


    HPV heißt Humanes Papilloma Virus. Dies ist eine Gruppe von Viren, die je nach Typ verschiedene Symptome hervorrufen. Wir beschäftigen uns hier mit den Typen, die je nach Art Feigwarzen oder Gebärmutterhalskrebs auslösen können (nicht müssen). Die Viren lassen sich in genau diese zwei übergeordneten Gruppen aufteilen:


    Low risk Viren:


    Zu diesen Viren zählen die Typen HPV 6, 11, 40, 42, 43, 44, 54, 61, 70, 72, 81 und CP6108. In 90% der Fälle werden Feigwarzen (auch Condylomata acuminata genannt oder einfacher Condylome) von den Typen 6 und 11 ausgelöst. Diese Viren sind ungefährlich, sie haben außer den Feigwarzen keine Auswirkungen.


    High risk Viren:


    Zu diesen Viren zählen die Typen HPV 16, 18, 31, 33, 35, 39, 45, 51, 52, 56, 58, 59, 68, 73 und 82. Wird Gebärmutterhalskrebs von diesen Typen verursacht, handelt es sich in 70% der Fälle um die Typen 16 und / oder 18. Wird Gebärmutterhalskrebs diagnostiziert, sind in 99,7% der Fälle HP-high-risk-Viren nachweisbar.


    Eine gute Homepage (auch für medizinische Laien sehr informativ): http://www.digene.de/fuer_frauen/Fragen_Antworten


    Werde ich das Virus mein ganzes Leben lang haben? Werde ich es irgendwann wieder los?


    Das Immunsystem schafft es über kurz oder lang, das Virus zu unterdrücken. Dabei kann es in seiner Konzentration unter die Nachweisgrenze "rutschen", das heißt, es ist zu wenig Virus da, um es nachzuweisen zu können. Ist das erst einmal der Fall, benötigt es schon ein Immunsystem das sehr tief im Keller ist, damit die Feigwarzen wieder ausbrechen. Also gut auf die Gesundheit achten ;-)


    Wie lange dauert es, bis die Feigwarzen (FW) weg sind?


    Das ist sehr verschieden. Unbehandelte FW verschwinden in etwa 30% der Fälle innerhalb von 2 Jahren. Da man aber nie wissen kann, ob man zu diesen 30% gehört, sollte man zum Arzt gehen. Auch wenn man zu den 30% gehören sollte – es will wohl kaum einer 2 Jahre lang Feigwarzen haben. Werden Feigwarzen behandelt, können sie im Idealfall bereits nach ein paar Wochen verschwunden sein, die Behandlung kann aber auch mehrere Monate in Anspruch nehmen. Um die Dauer zu verkürzen, sollte das Immunsystem gestärkt werden.


    Was bedeuten die Pap-Werte?


    Zur Krebsvorsorge wird ein Zellabstrich des Muttermundes genommen. Der Zustand der Zellen wird untersucht und je nach Befund einem Wert der Pap-Skala zugeteilt: Die Pap-Werte werden auf einer Skala von 1-5 klassifiziert:


    PAP 1: Völlig normales Zellbild


    PAP 2a: Normales Zellbild mit leicht entzündlichen Veränderungen


    PAP 2b: Unklares Zellbild bei schwer entzündlichen Veränderungen


    PAP 3: Stark verändertes Zellbild


    PAP 3d: Leichte bis mittelschwere Zellveränderung


    PAP 4a: Schwere Zellveränderung. Vorstufe zum Karzinom


    PAP 4b: Verdacht auf invasives Karzinom


    PAP 5: Zellen eines bösartigen Gebärmutterhalskrebses


    Wenn ich einen schlechten Pap-Wert habe, habe ich dann automatisch HPV oder Krebs?


    Nein, schlechte Pap-Werte können auch durch z.B. eine Entzündung hervorgerufen werden.


    Wie steckt man sich mit dem Virus an?


    Die Ansteckung erfolgt meist beim Geschlechtsverkehr. Kondome bieten einen gewissen Schutz, jedoch keinen 100% igen. Die Viren werden beim GV über die Haut übertragen – und es gibt schließlich mehr Haut als nur diejenige, die vom Kondom bedeckt wird. In den FW ist die Anzahl der Viren am höchsten, daher ist eine Ansteckung bei Hautkontakt mit den Warzen sozusagen fast garantiert "erfolgreich". Es reicht dafür schon ein einziger Kontakt. Daher zählt das HP-Virus zu den am häufigsten übertragenen sexuellen Infektionen.


    Es sind jedoch auch andere Wege der Infektion in der Diskussion und in diversen Quellen zu finden. Dazu gehören gemeinsam benutzte Handtücher, Sauna, Solarium, Whirlpools etc. – jedoch ist die Infektionsrate (durch den fehlenden Hautkontakt) viel geringer.


    Eine weitere Möglichkeit der Infektion ist die Übertragung der Viren von der Mutter auf das Kind während einer natürlichen Geburt.


    Woran merke ich, dass ich Feigwarzen habe?


    Oft kann man Feigwarzen schon ertasten wenn sie klein sind, sie fühlen sich wie Unebenheiten an. Sind sie größer, kann man sie oft mit dem Auge erkennen. Hier einige Beispiele:


    http://depts.washington.edu/nn…ry/images/condylomata.jpg


    http://www.zdravlje.hr/slike/f…est/x1169885976773555.jpg


    http://www.nant.doh.gov.tw/pub…b7d3f521f56941413d364.jpg


    http://upload.wikimedia.org/wi…mata-acuminata-female.jpg


    Sie sehen manchmal aus wie Pickel, Blumenkohl oder einfach wie kleine Erhebungen. Die Farbe kann zwischen hautfarben, bräunlich und gelblich-weiß variieren. Manchmal machen sich FW auch durch einen Juckreiz im Intimbereich bemerkbar.


    Seit wann habe ich das Virus?


    Das wird nie jemand beantworten können. Es sein denn, man weiß, bei welchem Partner man sich angesteckt hat. Das Virus kann sehr lange im Körper schlummern, bis es ausbricht. Diese so genannte Inkubationszeit kann zwischen wenigen Wochen bis zu Jahren liegen.


    Warum habe gerade ich Feigwarzen?


    Das Entstehen von FW hat sehr viel mit dem Immunsystem zu tun. Für das Immunsystem ist die Bekämpfung dieses Virus’ in manchen Fällen nicht sonderlich wichtig, es gibt gefährlichere, wie z.B. HIV. Nur wenn das Immunsystem auf Hochtouren arbeitet und sonst nichts zu tun hat, bekämpft es das Virus von alleine und Antikörper werden gebildet.


    Sehr viele Menschen haben das HP-Virus. Die meisten Menschen wissen es nur nicht, da es bei ihnen nie ausbricht. In Statistiken ist die Rede davon, dass 50% der Bevölkerung mit dem Virus infiziert sind, jedoch bekommen nur 1% (der Bevölkerung) Feigwarzen (die Zahlen variieren je nach Quelle, die Tendenz bleibt jedoch gleich). Man muss sich daher auch nicht für seine FW schämen – man ist nur einer von denen, bei denen es ausbricht.


    Zu welchem Arzt sollte ich mit den Feigwarzen am besten gehen?


    Frauen sind beim Frauenarzt gut aufgehoben, Männer beim Urologen. Für beide Geschlechter besteht auch die Möglichkeit, einen Hautarzt aufzusuchen, im Idealfall hat dieser sich auf Geschlechtskrankheiten spezialisiert.


    An welchen Stellen kann man Feigwarzen bekommen?


    FW können sich im gesamten Genitalbereich ansiedeln.


    * Bei den Frauen: Äußerer Intimbereich wie die Schamlippen, außerdem innen in der Scheide, am Gebärmutterhals, am Po und im Enddarm, (selten) in der Harnröhre.


    * Bei den Männern: Penis, Po und Enddarm, (selten) in der Harnröhre


    Im Internet findet man auch Bilder von FW im Mund – diese sind jedoch sehr selten


    Haben FW am Po etwas mit Homosexualität zu tun?


    Nein, haben sie nicht. Jeder sexuell aktive Mensch – Mann wie Frau – kann sich mit dem Virus infizieren. FW können an beliebigen Stellen entstehen, daher kann nicht von FW am Po auf die sexuelle Gesinnung geschlossen werden.


    Was kann ich gegen die FW tun? Wie behandelt man sie?


    Es gibt mehrere Möglichkeiten:


    * Vereisen


    * Ätzen (mit Trichloressigsäure, Solco-Derman etc.)


    * Behandlung mit der Creme "Aldara"


    * Behandlung mit Teebaumöl (mehrmals täglich)


    * Abtragen der FW beim Hautarzt mittels einer Elektroschlinge (unter örtlicher Betäubung)


    * Verdampfen des viralen Gewebes (der FW) per Laser, meist im Krankenhaus


    * Homöopathie (bitte nicht auf eigene Faust!!)


    * Condylox Lösung (enthält das Zellgift Podophyllotoxin, ist für den Gebrauch zu Hause)


    * Wartec Creme (enthält das gleiche Zellgift wie Condylox, aber in geringerer Konzentration, wird auch zu Hause angewendet)


    * Höllenststeinstift (bitte nur vom Arzt anwenden lassen, kann sonst schlimme Wunden verursachen)


    * Silbernitrat-Lösung 0,5%ig, eine Stunde einwirken lassen (viel weniger aggressiv als der Höllensteinstift)


    * In jedem Fall eine Stärkung des Immunsystems!!!


    Welches Mittel wirkt am besten gegen Feigwarzen?


    Das ist pauschal leider nicht zu beantworten. Das Mittel, das dem einen hilft, kann bei einem anderen vollkommen unwirksam sein. Daher muss meistens zusammen mit dem Arzt das geeignete Mittel gefunden werden. Das geht leider nicht anders, als durch ausprobieren. Es gibt kein Allheilmittel – daher gibt es so viele verschiedene Produkte.


    Wie wirken Condylox und Wartec?


    Condylox und Wartec enthalten das Zellgift Podophyllotoxin. Der Wirkstoff greift Zellen an, die sich gerade in ihrer Vermehrung, der sogenannten Zellteilung befinden. Das Gewebe von Feigwarzen, welches sich ständig teilt und vermehrt, kann somit angegriffen und zerstört werden. Schwangere dürfen Condylox und Wartec nicht verwenden. Während der Behandlung darf kein Alkohol getrunken werden, da die Nebenwirkungen dadurch verstärkt werden können.


    Quelle: http://www.primatab.de/condylox-loesung-3804259/

  • 14 Antworten

    Wie wirkt Aldara?

    Aldara macht das Immunsystem sozusagen darauf aufmerksam, dass es etwas zu bekämpfen gibt und regt somit zur Bildung von Antikörpern an. Aldara ist somit das einzige Mittel, das zur Bekämpfung des Virus’ dient und nicht nur zur Entfernung der Feigwarzen. Aldara sollte unbedingt nach den Hinweisen des Beipackzettels angewendet werden, bei zu heftiger Reaktion (z.B. starke Entzündungen) kann bis zum Abklingen dieser Reaktionen ausgesetzt werden. Bei Entzündungen kann auch eine Heilsalbe verwendet werden.


    Infos über Imiquimod, den Wirkstoff von Aldara: http://de.wikipedia.org/wiki/Aldara


    Wie lange dauert es, bis Aldara anschlägt?


    Das ist von Person zu Person verschieden. Manche merken die Wirkung nach 1 – 2 Wochen, andere verbrauchen 1 – 2 Packungen, bis sie eine Wirkung bemerkt. Also nicht aufgeben und fleißig weitercremen.


    Darf ich ein Aldara-Tütchen wirklich nur 1 mal benutzen?


    Nein, die können mehrmals verwendet werden. Ich selbst habe sie immer mit Tesafilm zugeklebt, im Kühlschrank aufbewahrt und so lange benutzt, bis sie komplett aufgebraucht waren. Eine Abschwächung der Wirkung habe ich bei dieser Methode nicht feststellen können. Tesa und Kühlschrank sind aber nicht zwingend erforderlich, ich habe auch schon Berichte gelesen, in denen die Tütchen "ganz normal" aufgebraucht wurden – auch ohne Abschwächung der Wirkung.


    Muss ich mit Aldara wirklich alle Feigwarzen treffen?


    Nein, das muss man nicht. Aldara wirkt ganzheitlich und stimuliert das Immunsystem im Genitalbereich. Dann ist es nicht schlimm, wenn man eine nicht erwischt. Das Immunsystem wird angeregt, Antikörper zu produzieren – diese können dann überall hin, nicht nur in die Bereiche, die man eingecremt hat.


    Was kann ich gegen das Jucken bei der Aldara-Behandlung tun?


    Vielen hilft Aloe Vera Gel. Zufällig bin ich auf folgendes Rezept gestoßen: Einen Teelöffel frischen Naturjoghurt (ohne Zucker, ganz wichtig!) mit 15 Tropfen Frauenmanteltinktur vermischen (Apotheke: Alchemilla Urtinktur) und zwei mal am Tag etwas von der Mischung auftragen. Am besten ein bisschen antrocknen lassen, bevor man (wieder) Unterwäsche anzieht. Außerdem besser eine Slipeinlage benutzen - sonst gibt's braune Flecken auf der Unterwäsche Bitte nicht gleichzeitig mit Aldara anwenden (zur Sicherheit). Ob dieses Rezept auch für Männer tauglich ist, weiß ich leider nicht.


    Was kostet Aldara?


    Wenn man einen Arzt findet, der es verschreibt, dann kostet es einem selbst um die 10 €. Viele Ärzte verschreiben es leider nur auf Privatrezept, da die Creme auf ihr Budget geht (kostet komplett um die 110 €).


    Was kosten die restlichen Methoden und wer bezahlt sie?


    * Vereisen: Kostet den Patienten nichts, zahlt die Kasse.


    * Ätzen: Wenn der Arzt etwas in der Praxis hat, kostet es den Patienten nichts (nur die Kasse). Ansonsten muss evtl. etwas gekauft werden (z.B. Solco-Derman, etwa 5 € auf Rezept), das der Arzt dann anwendet.


    * Teebaumöl: Je nach Menge und Qualität des Öls verschieden. Die kleinsten Flaschen enthalten 10 ml, der Preis ist auch nach Qualität unterschiedlich. Man sollte darauf achten, gutes" Teebaumöl zu bekommen, also kein mit Alkohol gepanschtes. Am besten den Apotheker fragen (rezeptfrei).


    * Elektroschlinge: Zahlt die Kasse.


    * Lasern: Zahlt die Kasse.


    * Homöopathie: Zahlt die Kasse meistens nicht, je nach Homöopath und Behandlung ist der Preis verschieden.


    * Condylox: 3,5 ml Lösung zum Pinseln; auf Privatrezept bei online-Apotheken 33,50 - 36,18 €, bei Kassenrezept nur Rezeptgebühr


    * Wartec: 5 g Creme; auf Privatrezept um 40 €, bei Kassenrezept nur Rezeptgebühr


    * Höllensteinstift: Wenn der Arzt ihn hat, kostet er den Patienten nicht, sonst um 5 €, rezeptfrei


    * Silbernitrat-Lösung 0,5% ig: Wahrscheinlich je nach Apotheke verschieden. Dort wo ich war: 10 ml um 6 €.


    Gibt es Möglichkeiten, einer Infektion mit dem Virus vorzubeugen?


    Abgesehen von der lebenslangen sexuellen Enthaltsamkeit (was wohl für niemanden in Frage kommt) gibt es noch eine andere Möglichkeit. Seit Ende 2006 ist eine Impfung namens Gardasil auf dem Markt. Diese immunisiert gegen die HPV-Typen 6, 11, 16 und 18. Die Impfung wird bereits von einigen Krankenkassen bezahlt (TK, AOK, DAK, Ortskrankenkassen, in Einzelfällen die Barmer), meist für Mädchen in einem Alter zwischen 11 und 18 Jahren. Ob die eigene Krankenkasse die Impfung übernimmt, muss erfragt werden. Die Impfung wird in drei Schritten verabreicht: Erste Dosis, die zweite nach 2 Monaten, die dritte nach 6 Monaten. Oft kommt die Frage auf, ob die Impfung auch zur Behandlung der Viren eingesetzt werden kann. Dazu gibt es bisher keine Erfahrungswerte oder Studien, daher kann ich das nicht bestätigen. Mehr Informationen, auch zu den Kosten wenn man die Impfung selbst bezahlen muss, gibt es hier: http://www.hpv-impfung.net/fil…formation_HPV_Impfung.pdf


    Es befindet sich eine zweite Impfung in der Genehmigungsphase. Diese nennt sich "Cervarix" und immunisiert ausschließlich gegen die high risk Typen 16 und 18, außerdem gibt es Hinweise darauf, dass sie auch einen gewissen Schutz vor den Typen 31 und 45 gewährleistet.


    Infos zu Cervarix: http://www.glaxosmithkline.de/…te/factsheet_cervarix.pdf


    Können auch Jungen und Männer geimpft werden?


    Ja, aber sie müssen die Impfung selbst bezahlen.


    Woher erfahre ich, welche Virustypen ich habe?


    Dazu muss man einen Test beim Arzt machen lassen. Es wird ein Abstrich vom entsprechenden Bereich gemacht, also vom Gebärmutterhals und / oder den Feigwarzen. Die Erbsubstanz der Viren wird vermehrt, so können sie nachgewiesen und typisiert werden. Hier die Info von einem Test-Hersteller: http://www.digene.de/produkte/HPV-Test. Es gibt auch Bluttests, diese weisen jedoch "nur" die Antikörper des Virus' nach, eine Typisierung kann nicht erfolgen.


    Eine ausführliche Erklärung der verschiedenen Tests (Sinn, Nutzen, was kann bestimmt werden...) erfolgt später (siehe Beitrag vom 26.09.2007).


    Mein Partner und ich haben beide Feigwarzen. Wenn einer sie losgeworden ist, kann er sich dann beim anderen wieder anstecken?


    Studien konnten zeigen, dass es bei Sexualpartnern nicht zu einem so genannten Ping-Pong-Effekt, also der erneuten Infektion durch Kontakt mit dem gleichen Virus, kommt. Der weitere Kontakt lässt die Läsion (Feigwarze) mit dem gleichen Virus genauso abheilen, da die Infektion nur durch die eigene Körperabwehr geheilt wird. Es kann jedoch bei dem von FE "befallenen" Partner dazu kommen, dass FW durch Reibung (wie beim Sex) verletzt werden, wodurch sich das Virus verteilt und sich neue FW bilden können. Eine Neu-Ansteckung stellt diese Art der Verbreitung jedoch nicht dar.

    Darf ich mich trotz meiner Feigwarzen rasieren?

    Dürfen tut man es schon, allerdings besteht dabei die Gefahr, die Haut zu verletzen. Wie bereits in der vorigen Frage erwähnt, können sich die Viren dadurch ausbreiten. Ob man es trotzdem tut, muss man selbst entscheiden – es gibt ja auch noch andere Methoden wie Trimmer mit Aufsätzen von einigen Millimetern – dabei kommt die Haut in keinerlei Kontakt mit einer verletzenden Klinge.


    Ich hatte mehrmals einen schlechten Pap-Wert. Mein Arzt rät mir zur Konisation. Was ist das?


    Bei einer Konisation wird ein kegelförmiger Ausschnitt des Gewebes der Portio (der Mündung des Gebärmutterhalses in die Scheide) entweder mit Laser oder Skalpell entnommen. Die Konisation ist die sicherste Form der Gewebsentnahme am Muttermund. Der Eingriff kann von der Scheide her ohne große Operation erfolgen. Meist wird die Konisation in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt und es ist ein stationärer Aufenthalt von ein/zwei Tagen notwendig. Der Eingriff ist klein und relativ komplikationslos. Im Zusammenhang mit der Konisation wird immer auch eine Ausschabung der Gebärmutterschleimhaut durchgeführt, um eine weitere Ausdehnung der Veränderungen auf den Innenraum der Gebärmutter auszuschließen. Je nach Alter der Patientin wird eine flache oder einer steilere Schnittführung angewendet.


    Das entnommene Gewebe wird feingeweblich untersucht, denn dies ist genauer als der Zellabstrich und dient zur Abklärung von verdächtigen Zellveränderungen (sogenannten Dysplasien).


    Hier noch ein paar Links dazu (der zweite mit einem Bild des Kegelausschnittes):


    http://www.operieren.de/conten…/e898/e935/index_ger.html


    http://9monate.qualimedic.de/a…/read.php?article_id=1788


    Kann ich nach einer Konisation noch Kinder bekommen?


    Selbst bei einem später erneut auftretenden Befund ist die Wiederholung der Konisation oft möglich, ohne dass die Funktion der Gebärmutter und die Möglichkeit, Kinder zu bekommen, dadurch wesentlich eingeschränkt wären, sofern während der Schwangerschaft eine sorgfältige Betreuung erfolgt. Also: Ja ;-)


    Kann ich trotz Feigwarzen Kinder bekommen?


    Ja, das ist kein Problem. Ein Kaiserschnitt wird nur gemacht, wenn entweder FW den Geburtskanal versperren oder der Arzt es für notwändig hält.


    Können Männer vom high risk Virus Peniskrebs bekommen?


    Es existieren solche Fälle – aber die sind extrem selten. Daher: Keine Panik, das ist sehr unwahrscheinlich. In den meisten Fällen sind Männer "nur" Überträger für diese Viren, ohne dass sie Symptome zeigen.


    Was passiert beim Lasern?


    Das Lasern kann unter Vollnarkose oder Rückenmarksnarkose durchgeführt werden. Mit dem Laserstrahl wird das Warzengewebe vaporisiert (verdampft) und so die FW abgetragen. Innerliche und äußerliche FW können so sehr gut und genau entfernt werden. Je nach Krankenhaus und der Intensität des Warzen"befalls" kann der Patient nach einer Aufwachzeit in Begleitung nach Hause gehen oder muss ein paar Tage (oft auch nur einen) im Krankenhaus bleiben. Je nach vorherigem "Befall" und der Stelle an der gelasert wurde, können Nachblutungen auftreten. Gegen evtl. auftretende Schmerzen können Schmerzmittel wie z.B. Paracetamol genommen werden. Außerdem ist darauf zu achten, dass die Wunden sich nicht entzünden, z.B. mit Desinfektionsmitteln etwa 2-mal täglich (nach meiner OP bekam ich Octenisept). Bei innerlich entfernten FW ist dies jedoch nicht möglich. Auf Sex sollte in der ersten Zeit verzichtet werden, erst recht, wenn in der Scheide FW entfernt wurden (dann mehrere Wochen).


    Werde ich nach dem Lasern krankgeschrieben?


    Ja, das wird man, meist sind es einige Tage. Für Studenten fällt das jedoch flach, weil ein gelber Schein denen nichts nützt.


    Bleiben die Feigwarzen nach dem Lasern für immer weg?


    Die Wahrscheinlichkeit, dass die FW nach dem Lasern wieder auftauchen, liegt bei etwa 50%. Das erneute Auftauchen ist stark vom Immunsystem abhängig. Durch das Lasern wird die Viruslast – also die Zahl der Viren – verringert. In vielen Fällen kommt das Immunsystem danach alleine mit dem Virus klar und es kommen keine FW wieder. Treten jedoch wieder FW auf, so wird meist mit Aldara nachbehandelt, da es das Immunsystem lokal stimuliert.


    Wie bekomme ich heraus, ob ich auch Feigwarzen im After habe?


    Dazu sollte man einen Proktologen aufsuchen. Ein Frauenarzt, Urologe oder Hautarzt ist die falsche Adresse, nur der Proktologe kennt sich auf diesem Gebiet wirklich aus. Der Arzt wird eine Proktoskopie durchführen. Das ist nicht schlimm, tut auch nicht weh und ist der einzige Weg um sicher festzustellen, ob man innerlich FW hat.


    Was kann man bei analen Feigwarzen tun?


    Es gibt ein Rezept für Aldara-Zäpfchen (oft auch anal-Tampons genannt). Diese müssen von einer Apotheke hergestellt werden – was leider nicht alle Apotheken anbieten. Die Suche nach einer entsprechenden Apotheke bleibt einem also nicht erspart. Aldara schlägt bei analen FW nicht so gut an, die Behandlung dauert ein wenig länger. Außerdem kann wie bei allen anderen FW gelasert werden. Wurden FW in Enddarm entfernt, so ist es normal, dass beim Stuhlgang noch 2 – 3 Wochen Blut im Stuhl ist. Damit die Wunden nicht wieder aufreißen, ist es ratsam, den Stuhl weich zu halten, z.B. mit Agaffin oder Lactulose. Beides ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Zur schnelleren Abheilung kann man Bepanthen-Salbe (oder andere Heilsalben) verwenden. Zur Desinfektion werden von Ärzten oft Sitzbäder empfohlen, z.B. mit Braunol oder Kamille-Lösung (z.B. Kamillosan).


    So, ich bin fertig ;-)

    Es geht weiter ...


    Wie kann ich mein Immunsystem stärken?


    Hier einige Beispiele:


    * Gesunde Ernährung, also Obst, Gemüse, Vollkornprodukte, möglichst keinen Alkohol und nicht rauchen


    * Wenig Kaffee und Tee


    * Grüner Tee soll auf Grund der Polyphenole (Inhaltsstoff) gegen FW helfen, es ist auch schon eine Creme mit diesem Wirkstoff in der Genehmigungsphase.


    * Vitamin C zu sich nehmen (nicht einmal viel, sondern über den Tag verteilt, da es schnell abgebaut wird)


    * Produkte zum Aufbau / zur Regeneration der Darmflora (der Darm ist die "Zentrale des Immunsystems)*


    * Sport treiben, am besten an der frischen Luft ( = positiver Stress = stimuliert das Immunsystem)


    * Stress vermeiden


    * Genug schlafen


    * Enzyme nehmen, z.B. http://www.easyapotheke.de/pro…-ndung-200-Tabletten.html (leider nicht gerade günstig)


    * Positiv denken http://www.tk-logo.de/nachrich…k-news-1236-01-02-06.html


    * 3 mal täglich einen halben Teelöffel Schwarzkümmelöl ( die essentiellen Fettsäuren regen den Stoffwechsel an und stärken das Immunsystem)


    Ich habe das Gefühl, dass die Feigwarzen immer mehr werden, wenn es mir schlecht geht. Kann das sein?


    Ja, das ist sehr gut möglich. Das Immunsystem reagiert auf Stress negativ, auch auf seelischen den man sich selbst macht. Also auch darauf, dass man sich selbst evtl. wegen seiner Feigwarzen fertig macht. Ein Zitat aus dem "Positiv denken" link von oben: "Negative Gefühle schwächen die Immunabwehr: Diese These haben US-Forscher in einer neuen Studie untermauert. Demnach entwickeln Studienteilnehmer mit besonders negativen Emotionen weniger Antikörper nach einer Grippeimpfung als Probanden mit positiven Gefühlen." Da hilft nur positives Denken, auch wenn es manchmal schwer ist. Aber FW sind nicht gefährlich – also Kopf hoch! Es könnte schlimmer sein!

    Ich habe Feigwarzen, mein Partner aber nicht. Warum?

    Dann hat dein Partner ein besseres Immunsystem als du. Wenn ihr ungeschützten Verkehr hattet, hast du deinen Partner sicher angesteckt, bei Verkehr mit Kondomen besteht die Möglichkeit auch. Der Partner wird so lange keine FW haben, wie das Immunsystem in Ordnung ist un gut arbeitet. Ist es schlecht, dann bekommt er / sie auch Feigwarzen.

    Damit die Arztsuche für "Neulinge" oder jene, die von ihrem Arzt gefrustet sind einfacher ist, verlinke ich mal zu diesem Faden: http://www.med1.de/Forum/HPV/310285/


    Außerdem bitte ich jede/jeden der etwas zu diesem Faden beitragen kann, dort seine Erfahrungen mitzuteilen. An alle die das schon getan haben: Ein ganz großes DANKE!!!

    Mit freundlicher Genehmigung von Bart81 ;-)


    Immer wieder kommt hier im Forum die Frage auf, wieso das Immunsystem die Infektion nicht in den Griff bekommt. Als Antwort wird immer wieder gegeben, dass das Immunsystem die Infektion gar nicht als solche erkennt.


    Für diejenigen, die es interessiert, wieso das so ist, hier die Haupteigenschaften von HPV, die es dem Immunsystem schwer machen. Die Gründe stammen aus der Fachzeitschrift "Der Hautarzt", Ausgabe Juni 2007, S. 493f.. Da es ein ziemliches Fachchinesisch ist, hab ich versucht, im Anschluss an die Zitate das Ganze nochmal in verständlichem Deutsch zu erklären:


    - "HPV Infektionen verlaufen streng intraepithelial ohne Virämie": d.h. die Infektion bleibt auf die Hautschichten begrenzt und verbreitet sich nicht im Blut. Infektionen im Blut werden vom Immunsystem aber leichter erkannt.


    - "Das infizierte Hautepithel ist nur im dermalen Bereich durchblutet und der Infektionsherd für das adaptive Immunsystem kaum zuänglich": d.h. die Hautschichten sind vergleichsweise schlecht durchblutet, und somit ist es auch schwer Antikörper in die Infektionsherde zu transportieren.


    - "Die Freisetzung der Viren erfolgt passiv nach natürlicher Apoptose der Epithelzellen, wodurch Entzündungsreaktionen und Gefahrensignale für das Immunsystem vermieden werden": d.h. die Viren setzen sich nicht "künstlich" frei, sondern verbreiten sich mit dem natürlichen Zelltod. Dies wird vom Immunsystem aber kaum erkannt.


    - "Die antigenpräsentierenden Langerhans-Zellen der Haut werden im Gegensatz zu den myeloiden dendritischen Zellen des Blutgefäßsystems durch die Aufnahme von HP-Viruspartikeln nicht aktiviert": Das bedeutet nichts anderes, dass die Abwehrmeachnismen der Haut nicht so sensibel arbeiten wie die im Blut. Auf Infektionen im Blut wird daher meistens mit Fieber etc. reagiert. Da die Infektion aber in der Haut verbleibt, bemerkt der Körper die Infektion gar nicht.


    - "Interferonantworten werden durch HR-HPV Onkoproteine E6 und E7 unterdrückt: Interferon ist ein körpereigenes Hormon und wirkt antiviral und antitumoral. Der spezielle Aufbau des Virus unterdrückt die Produktion." ;-)

    Condylox jetzt auch zugelassen für die Behandlung von Frauen

    Condylox war früher nur für die Behandlung beim Mann zugelassen. Das ist jetzt geändert worden.


    Condylox = 0,5%ige Podophyllotoxin-Lösung


    *:)

    Folgende Informationen hat Bart81 verfasst, da in letzter Zeit immer wieder Fragen zu HPV-Tests usw. auftauchten. Danke dir dafür, Bart81!


    Für wen ist ein HPV Test sinnvoll?


    Ein HPV Test ist vor allem sinnvoll, um die Ursache von einem erhöhten PAP-Wert abzuklären. Außerdem kann ein positiver Test auf High Risk Viren bei Frauen über 30 einen Hinweis auf eine persistierende ("chronische") Infektion geben, die das Krebsrisiko eventuell erhöht. In dem Fall wäre es wichtig, die Vorsorgeuntersuchungen wirklich regelmäßig einzuhalten bzw. eventuell sogar die Abstände zu verkürzen. Wenig sinnvoll ist ein HPV Test bei jungen Frauen unter 30 (es sei denn, es liegt ein erhöhter PAP vor!). HPV ist sehr weit verbreitet, weswegen viele Tests positiv ausfallen würden und die Betroffenen eventuell verunsichern könnten. Fakt ist aber, dass bei den meisten jungen Frauen die Infektion nach ca. 2 Jahren nicht mehr nachweisbar ist. Die Krebsgefahr erhöht sich nur, wenn die Infektion mit ein und demselben High Risk Typ über Jahre persistiert! (vgl. auch http://www.digene.de/fuer_frau…en/HPV_Test_Durchfuehrung)


    WENIGER ALS 1 PROZENT ALLER HIGH RISK INFEKTIONEN FÜHREN ZU KREBS!


    (vgl. http://www.krebsinformationsdi…en_und_Antworten/hpv.html)


    Bei klassischen Feigwarzen (condylomata acuminata) macht ein HPV Test wenig Sinn, weil diese quasi immer von Low Risk Viren verursacht werden. Feigwarzen werden üblicherweise durch eine Blickdiagnose von einem Arzt erkannt. Um die Diagnose abzusichern kann eventuell eine histologische Untersuchung durchgeführt werden. Der Essigsäuretest ist wenig sensitiv und nicht HPV spezifisch. Das bedeutet: Keine Reaktion schließt nicht aus, dass die Hautauffälligkeiten durch HPV verursacht wurden. Wenn er reagiert heißt das aber auch nicht zwingend, dass diese Auffälligkeiten durch HPV verursacht wurden! Der Standard-HPV-test eignet sich zur Diagnosesicherung bei Feigwarzen eher nicht.


    Kann man HPV im Blut nachweisen?


    HPV Infektionen verlaufen ohne Virämie, das heißt, die Viren verbreiten sich nicht durch das Blut. Daher kann man die Viren selber im Blut nicht nachweisen. Entsprechende Antikörper könnten theoretisch nachgewiesen werden. Kommerzielle Testverfahren hierfür gibt es allerdings nicht, weil sich der diagnostische Wert eines Antikörpertests bei HPV in Grenzen hält. Daher bleibt der Antikörpertest wissenschaftlichen Untersuchungen vorbehalten, bspw. um die Verbreitung in der Bevölkerung hochzurechnen. (vgl. http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/059-001.htm).


    Wie wird dann HPV nachgewiesen?


    Die derzeitigen kommerziellen HPV Tests sind ausnahmslos Abstrichtests.

    Gibt es verschiedene Tests?


    Ja. Es gibt mittlerweile mehrere kommerzielle HPV Tests von verschiedenen Firmen, die alle ihre spezifischen Vor- und Nachteile haben. Generell lassen sich aber zwei Testverfahren unterscheiden: Tests durch HYbridisierung/Sondentests und Tests auf Basis einer PCR (Polymerase-Kettenreaktion).


    Wenn man bei einem Arzt einen HPV Test machen lässt, wird normalerweise ein Hybridierungstest im Labor durchgeführt.


    Dieser ist vergleichsweise günstig, differenziert aber in der Regel nur zwischen High- und Low Risk Viren und ist eher unempfindlich. Zur Abklärung von Dysplasien eignet sich dieser allerdings sehr gut, weil die Viruslast Hinweise darauf geben kann, ob die Zellveränderungen weiter entarten oder sich von selbst zurückbilden werden. Bei einer geringen Viruslast bleibt dieser Test negativ.


    HPV Tests auf PCR Basis sind vergleichsweise teuer und werden nicht von jedem Labor angeboten. Sie gehören nicht zur Routine- diagnostik. Allerdings kann hier auf Wunsch nicht nur zwischen Low und High Risk unterschieden, sondern der exakte Virustyp definiert werden. Außerdem sind HPV Tests auf PCR Basis ca. 100 mal empfindlicher als der Standardtest von Digene (HC2). Eine Studie des Laboratoriums Becker, Olgemöller & Kollegen hat gezeigt, dass bei dem Standardtest von Digene (HC2) ca. 30 Prozent aller Ergebnisse falsch-negativ sind, weil der Test zum einen unempfindlicher als ein PCR Test ist und zum anderen nur die im Sondengemisch vorhandenen HPV Typen erkannt werden. (vgl. http://www.labor-bo.de/fileadm…tologie/hpv-statistik.pdf). Außerdem kann es durch Kreuzreaktionen bei dem Standardtest (Hybridisierungs-, Sondentest) auch zu falsch positiven Ergebnissen kommen. In einer vergleichenden Studie waren immerhin 11 Prozent aller Hybridisierungstests falsch positiv (vgl. http:www.labor-bo.de/fileadmin/PDF/Zytologie/vergleichsstudie.pdf). HPV-PCR Tests sind also deutlich zuverlässiger als Hybridisierungstests. Außerdem bergen nicht alle High Risk Viren das gleiche Gefahrenpotenzial, weswegen eine Bestimmung des genauen Virustyps von Interesse sein kann (vgl. http://www.labor-bo.de/fileadm…teilung_der_hpv-typen.pdf).


    Bei HPV 16 wurde nachgewiesen, dass die Viruslast mit der Schwere der Zellveränderungen korreliert. Nach einem hochempfindlichen PCR Test sollte daher bei einer nachgewiesenen HPV 16 Infektion ein Viruslasttest durchgeführt werden. Bei dem Standardtest ist dies nicht nötig, weil dieser bei geringer Viruslast negativ bleibt (was in diesem Fall durchaus ein positives Merkmal des Tests ist).


    Ich habe etwas von E6 oder E7 Tests im Zusammenhang mit HPV gehört. Was ist das?


    Diese Tests sind vergleichsweise neu. HPV infizierte Zellen schütten bestimmte Proteine aus (E1, E2, E6, E7), die das Immun- system lokal austricksen und so erst die Tumorbildung ermöglichen. Es gibt mittlerweile Testverfahren, die genau auf diese Proteine abzielen. Eine hohe E6/E7 Konzentration in einem Abstrich bedeutet, dass mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits eine schwere Dysplasie (CINII+) vorliegt. Ein negatives Ergebnis schließt aber keine schwere Dysplasie aus! Diese Testverfahren sind allerdings noch neu, nicht sehr verbreitet und nicht Teil der Routinediagnostik.


    (vgl. http://www.labor-bo.de/fileadm…lles/07-07_HPV16_mRNA.pdf)


    Ich habe Feigwarzen, aber mein Freund/meine Freundin hat keine und der Test war negativ. Wie kann das sein?


    Zum einen ist der üblicherweise verwendete HPV-Test (Hybridisierungs-, bzw. Sondentest) relativ unempfindlich. Der Standardtest von der Firma Digene (Hybrid Capture 2) wird erst ab ca. 5000 Viruskopien positiv. Bei mir war dieser Test direkt von einem Kondylom negativ (PCR Test war positiv). Zum anderen erfolgt der Test ja per Abstrich. Wenn also beispielsweise von der Eichel abgestrichen wird, sich aber subklinische (nicht sichtbare) Läsionen (Hautveränderungen) an einer anderen Stelle im Intimbereich befinden, bleibt der Test natürlich trotz Infektion negativ. Selbst mit hochempfindlichen Testverfahren ist es ist derzeit nicht möglich eine HPV Infektion mit Sicherheit auszuschließen. (vgl. zur Ansteckungsgefahr auch http://www.cervical-cancer.de/faqhpv.html#7)


    Was ist bei HPV mit subklinischen Läsionen gemeint?


    HPV ist sehr weit verbreitet. Die allermeisten Infektionen verlaufen aber symptomlos und unproblematisch. Eine Studie in den USA zur Verbreitung von HPV hatte das Ergebnis dass nur ca. 25 Prozent der Bevölkerung nicht infiziert ist und auch offensichtlich nie eine HPV Infektion durchgemacht hat. Bei 60 Prozent konnten HPV Serumantikörper nachgewiesen werden, was beweist, dass diese eine HPV Infektion durchgemacht haben. Bei 10 Prozent lag eine subklinische (nicht sichtbare) Infektion vor, die nur durch PCR nachweisbar war. Bei 4 Prozent wurden Dysplasien am Gebärmutterhals durch eine Kolposkopie nachgewiesen. Nur bei 1 Prozent der untersuchten Personen lagen akut Feigwarzen oder deutlich erkennbare Dysplasien vor (vgl. Fachzeitschrift "Der Hautarzt" Juni 2007).


    Jeder 10. hatte also nicht sichtbare Hautveränderungen (subklinische Läsionen) durch HPV, die normalerweise niemals diagnostiziert werden. Die Viren können diese Personen aber dennoch weitergeben. Unter anderes dies erklärt auch die extrem hohe Verbreitung von HPV.


    Nach aktuellen Studien haben sich 5 Jahre nach dem ersten Geschlechtsverkehr ca. 70 Prozent aller Frauen mit HPV infiziert.


    (Literatur: Kjaer SK et al., Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention 2001; 10: 101–106/Xi LF, Carter JJ, Galloway DA, Kuypers J, Hughes JP, Lee SK, Adam DE, Kiviat NB, Koutsky LA, Acquisition and natural history of human papillomavirus type 16 variant infection amonga ochort of female university students. Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention 2002; 11: 343–351).


    Die allermeisten Frauen bemerken die Infektion nicht und das Immunsystem unterdrückt den Virus nach einiger Zeit soweit, dass die Infektion nicht mehr nachweisbar ist. Von allen Frauen über 30 sind in Deutschland nur noch ca. 6 Prozent High Risk positiv.


    (Literatur: Petry KU, Der Gynäkologe 2003; 36: 289–296).

    Wozu wird Interferon-beta-Gel angewendet?


    Nach der Entfernung von FW mittels Kauter (Elektroschlinge) oder Laser kann Interferon-beta-Gel unterstützend angewendet werden (zur Minderung von Rezidiven). Das Gel wird fünfmal täglich über eine Dauer von vier Wochen auf die betroffenen Stellen aufgetragen. Die zu therapierende Warzenfläche darf nicht größer als 10 Quadratzentimeter sein.


    Auf Anregung von hpvfeind wurden diese Beiträge erstellt:


    Was ist Polyphenon E-Salbe?


    Vorweg: Dieses Medikament ist in Europa noch nicht auf dem Markt. Der Zulassungsantrag ist jedoch bereits gestellt. In den USA ist das Medikament unter dem Namen "Veregen" seit dem 14.12.2007 erhältlich (Vermarktung durch Bradley Pharmaceuticals). Der Hersteller der Salbe ist das deutsche Biotechnologie-Unternehmen MediGene.


    Der Wirkstoff Polyphenon E wird aus den Blättern des grünen Tees gewonnen. Als Wirkstoffe enthält die Salbe eine definierte Zusammensetzung von Katechinen (bestimmte Pflanzenwirkstoffe). Der Wirkmechanismus bei der Beseitigung von genitalen Warzen ist bisher unbekannt – in Versuchen außerhalb des lebenden Körpers hatten die Katechine eine antioxidative Wirkung. In den Studien wurden zum Beispiel Rötungen und Jucken als Nebenwirkungen beobachtet. In der aktuellen Leitlinie der deutschen STD-Gesellschaft wird jedoch berichtet, dass keine systemischen Nebenwirkungen während der Anwendung auftraten. Ebenfalls musste die Anwendung nicht wegen starker lokaler Nebenwirkungen unterbrochen werden.


    In drei Plazebo-kontrollierten Studien mit mehr als 1200 Patienten mit genitalen und perianalen Warzen wurden verschiedene Polyphenon E–Formulierungen und Dosierungen über 12 – 16 Wochen drei mal täglich lokal aufgetragen und mit der Placebo-Gruppe verglichen: Bei insgesamt 54% der Probanden kam es zur völligen Abheilung der Warzen (63% der weiblichen und 49 der männlichen Probanden). Die Rezidivquote war mit 6,2 % der Fälle extrem niedrig.


    Detaillierte Infos zur Polyplenon E-Salbe gibt es hier (hauptsächlich auf englisch):


    http://www.fda.gov/cder/foi/label/2006/021902lbl.pdf


    http://www.centerwatch.com/patient/drugs/dru938.html


    http://www.ariva.de/MediGene_A…eites_Medikament_n2460039

    Was ist wIRA?


    Bei der wIRA-Behandlung werden die FW mit wassergefiltertem Infrarotlicht bestrahlt. Durch die Wasser-Filterung werden die Strahlungsanteile gemindert (sogenannte Wasserbanden innerhalb des Infrarot A sowie die meisten Teile des Infrarot B und C), die sonst durch Wechselwirkung mit Wassermolekülen in der Haut eine unerwünschte thermische Belastung der obersten Hautschicht bringen würden.


    Wirkmechanismen von wIRA


    wIRA wirkt sowohl über thermische Effekte als auch über nicht-thermische Effekte. Zu den thermischen Effekten gehören der Aufbau eines therapeutischen Wärmefeldes sowie die daraus ableitbaren - unten erläuterten - energetischen Aspekte.


    Thermische Effekte von wIRA und Aufbau eines therapeutischen Wärmefeldes:


    Der Aufbau eines therapeutischen Wärmefeldes erfolgt durch:


    • Erreichen hautoberflächennaher Kapillarbereiche durch die Infrarot-A-Strahlung (Primärerwärmung)


    • Wärmeabtransport durch das Blut (Kühlung hautoberflächennaher Gewebebereiche, Wärmeverschleppung in die Tiefe)


    • Erhöhung der Kapillardurchblutung mit Ausweitung der der Strahlung zugänglichen Durchblutungsbereiche


    • Gewebewärmeleitung in die Tiefe


    • sekundäre Energiefreisetzung durch Stoffwechselanregung (Stoffwechselsteigerung) infolge Temperatursteigerung (gemäß der Reaktions-Geschwindigkeits-Temperatur-Regel, RGT-Regel, bedeuten z.B. 3°C mehr Temperatur ca. 30% mehr Reaktionsgeschwindigkeit und damit mehr Energiebereitstellung im Gewebe)


    • relativ hohe primäre Tiefenwirksamkeit von wIRA.


    Nicht-thermische Effekte von wIRA:


    Nicht-thermische Effekte von wIRA beruhen auf der Reizsetzung auf Zellen und zelluläre Strukturen. Reaktionen der Zellen sind z.B. bei Infrarot A - auch z.T. bei sehr kleinen Bestrahlungsintensitäten - beschrieben, z.B. zellschützende Effekte von Infrarot A und wassergefiltertem Infrarot A (wIRA). Für wIRA in therapeutischen Bestrahlungsstärken und -dosen konnte nicht nur gezeigt werden, dass es für menschliche Haut harmlos ist, sondern dass es zellschützende Effekte gegen die durch UV-Strahlung hervorgerufenen Schäden hat.


    wIRA wird nicht von der Krankenkasse bezahlt (IGeL-Leistung).


    Quelle:


    http://www.egms.de/en/journals/dgkh/2006-1/dgkh000020.shtml


    Was ist eine Photodynamische Therapie (PDT)?


    Das Grundprinzip der Photodynamischen Therapie PDT besteht darin, dass eine photosensibilisierende Substanz (häufig Delta-Aminolävulinsäure "ALA") zusammen mit Licht-Strahlung mit Zellsubstanzen (z.B. Lipiden) in Wechselwirkung tritt. Das führt über verschiedene Mechanismen zur gewünschten zytotoxischen oder zellstoffwechselmodulierenden Wirkung.


    ALA wird auf die betreffenden Stellen aufgetragen. Die sich schnell teilenden Zellen der FW reichern Protoporphyrin IX an, das durch die Einstrahlung von Licht einer bestimmten Wellenlänge auf ALA gebildet wird. Unter Beleuchtung mit rotem Licht kommt es zur Einleitung des Zelltodes (der betreffenden Zellen) und anschließender Heilung.


    Eine PDT wird nicht von der Krankenkasse bezahlt (IGeL-Leistung).


    Was ist der Unterschied zwischen wIRA und PDT?


    Hauptsächlich das verwendete Licht (nun wird es physikalisch ;-) ):


    Die "klassische" PDT nutzt Wirkbanden im sichtbaren Licht (VIS), z.B. 629 nm für das aus 5-ALA im menschlichen Körper gebildete Protoporphyrin IX. Bei wIRA wird Licht im Wellenlängenbereich zwischen 780 – 1400 nm verwendet. Beide Methoden sind kombinierbar: Die "erweiterte" PDT mit wIRA nutzt Wirkbanden im sichtbaren Licht (VIS), z.B. 629 nm für das aus 5-ALA endogen gebildete Protoporphyrin IX, und zusätzlich die Wirkverstärkung durch wIRA (780-1400 nm).


    Quelle zur PDT und wIRA: http://www.egms.de/en/journals/dgkh/2006-1/dgkh000020.shtml


    Was ist Fluoreszenzdiagnostik?


    Die selektive Porhyrinanreicherung in Kondylomen (siehe PDT) kann zur Fluoreszenzdiagnostik (FD) der Hautveränderungen genutzt werden. Unter Bestrahlung mit blauem Licht grenzen sich verdächtige Gebiete auf Grund ihrer typischen rot-violetten Fluoreszenz deutlich vom umliegenden Gewebe ab.


    Die Informationen zur Polyphenon E-Salbe, PDT und Fluoreszenzdiagnostik stammen zu einem großen Teil aus diesem Dokument: http://www.aerztekammer-bw.de/…itteltherapie/0703ctj.pdf (auch sonst sehr informativ!)


    Können HP-Viren mit Desinfektionsmitteln zerstört werden?


    Nein, das können sie leider nicht. Keines der existierenden Mittel wie z.B. Kodan oder Octenisept ist dazu in der Lage. Will man die Viren ganz sicher aus z.B. Unterwäsche entfernen, muss bei 60°C gewaschen werden, da die Viren nur bis 56°C hitzeresistent sind.


    http://www.ohiolink.edu/etd/send-pdf.cgi?ucin1123617019 (link von Bart81)

    Mit freundlicher Genehmigung von sonnenfrucht (und zur Minimierung der diesbezüglichen PNs an sie ;-) ):


    Orale FW:


    Da Fw an jeder Art von Schleimhaut auftreten können, kommen sie natürlich auch im Mundbereich vor, dies ist allerdings weitaus seltener als im Intimbereich.


    Feigwarzen im Mund bilden sich bevorzugt am Zungenrand, Gaumen und unter der Zunge. Sie sind unter der Zunge leicht mit Speicheldrüsen zu verwechseln und im hinteren Bereich des Mundes mit den sog. Wallpapillen, die jeder Mensch hat und völlig harmlos sind.


    Der Zahnarzt wird die Behandlun von oralen Feigwarzen übernehmen, er hat die Möglichkeit sie unter der Lupe zu betrachten und so sicher von Speicheldrüsen zu unterscheiden. In vielen Fällen ist ein Eingriff nicht nötig, da die FW sich ebenso schnell zurückbilden wie sie gekommen sind. Persistieren sie allerdings über einen längeren Zeitraum, so werden sie gelasert. Dies ist ein völlig unspektakulärer Eingriff, wird ambulant beim Zahnarzt gemacht, ohne jegliche Betäubung und ist schmerzfrei. Die gelaserten Stellen schwellen ein wenig an aber nach ein bis zwei Tagen kann man wieder wie gewohnt alles zu sich nehmen.


    Auf orale FW darf man unter keinen Umständen die herkömmlichen Medikamente wie Aldara, Condylox oder Wartec anwenden, da sie nicht zur oralen Einnahme gedacht sind und schwerste Schäden hervorrufen können.


    Auch sollte man nicht in Panik verfallen wenn man kleine "Knubbel" entdeckt, wie bereits oben beschrieben, handelt es sich in der Regel um völlig harmlose Speicheldrüsen. Verändern sie sich, werden grösser oder kleiner oder bilden flächige Gewächse, so ist ein Gang zum Zahnarzt ratsam.


    Die sog. Kusspause ist nur dann ratsam wenn der Partner noch überhaupt nicht mit HPV in Kontakt gekommen ist, d. h. Noch kein Geschlechtsverkehr stattfand. Dies wird natürlich schwierig sein auszuschliessen, da man HPV auch über benutzte Handtücher, Solarium, Toiletten etc. bekommen kann. Der Ping-Pongeffekt ist auch hier umstritten. In der Regel wird der Arzt aber anordnen sich für ein paar Wochen zu enthalten.


    Vorher muss nicht zwingend Oralsex stattgefunden haben, um sich mit oralen FW anzustecken. FW dort sind allerdings nicht so störend und langwierig als im Intimbereich, also nicht verzweifeln. Auch hier gilt es, das Immunsystem zu stärken um das Virus zu bekämpfen.