Darm, Histamin- Schulmediziner vs Heilpraktike

    In entsprechenden Internetforen und auf Informationsseiten (mal mehr, mal weniger seriös) wird erklärt, dass die wahre Ursache von Histaminintoleranz sowie allerlei sonstigen Problemen und Unverträglichkeiten eine langfristige chronische Schädigung des Darms sei. Fehlernährung (böser Weizen, Zucker, Konservierungsstoffe etc) würden die Darmflora langfristig negativ beeinflussen, der böse candida albicans breite sich aus, die Darmschleimhaut würde beschädigt, als Folge gäbe es das "Leaky Gut" Syndrom, und und und..


    Alles in allem eine für Laien absolut plausibel klingende und nachvollziehbare Erklärung (zumal der Leidensdruck bei Betroffenen groß ist, die Unklarheit ebenso, daher auch der Wunsch, endlich irgendeinen Erklärungs-/Behandlungsansatz zu haben).


    Die Schulmedizin deklariert so gut wie alles davon nun allerdings als blanken Unsinn oder nichtbewiesene Theorien. Candida wäre normal, würde auch wenns sehr viel ist gar nix machen, und auch Zucker würde nicht zu einer Vermehrung führen, und das Leaky Gut Syndrom existiert nicht. Alles Humbug bestimmter Heilpraktiker-Webseiten, die letztlich nur Probiotika verkaufen wollen.


    Tjo, aber was denn nun? Wer hat Recht?


    Als Betroffener sitzt man zwischen den Stühlen und weiss nicht, wem man glauben soll.

  • 10 Antworten

    Keiner mit so pauschalen Ansichten.


    Histaminintoleranz haben viele weil ihnen die DAO Enzyme fehlen und viele bei denen nie Candida festgestellt wurde. Eine HIT ist also garantiert nicht immer durch Candida oder Fehlernährung entstanden.


    Zu sagen dass es HIT nicht gibt (solche Ärzte gibt es) oder dass eine Candida Überbesiedlung keine Probleme macht ist genauso Humbug.

    Ja, das denke ich auch. Bevor ich mir meinen Appetit durch vermeintlich böse, böse Sachen verderben lasse und auf ein "Mittelchen" vertraue, das eine Verdünnung von 1 Tropfen Wirkstoff verteilt auf das Mittelmeer hat, vertraue ich meinem Arzt, bis er sagt, dass da ein Behandlungsbedarf besteht. Und Homöopathische Mittel müssen den rechtlichen Hinweis tragen: ...ein Anwendungsgebiet ist nicht bekannt...

    Ich versteh nicht ganz wieso Homoöpathie dabei eine Rolle spielt?


    Probiotika sind nicht homoöpathisch und bei Darmfehlbesiedelung durchaus auch schulmedizinisch im Einsatz. Ein Arzt der davon nix wissen will ist einfach uninformiert und ein Heilpraktiker der behauptet sämtliche Krankheiten würden nur von Zucker oder Weizen kommen ist natürlich auch ein fehlgeleiteter ... hmm wie soll ichs sagen ... Scharlatan.


    Jeweils die Möglichkeiten und Ansätze auszublenden und nur stur beharrend eine Wahrheit zu vertreten ist weder als Heilpraktiker noch als Schulmediziner ratsam.


    Mir ist aber noch kein Arzt untergekommen der Darmfehlbesiedelung durch Bakterien nicht auch als Krankheitsbild sah. Also vielleicht bist du da einfach auf eine ignorante Spezies getroffen. Über die Wichtigkeit der Darmflora weiss man seit der Erfindung des Antibiotikums schon bescheid.

    Hat aber weitreichende Konsequenzen - also wenn man daran glauben will, muss man seine Ernährung massiv einschränken/umstellen und auf viel verzichten, und wenn man das dann ohne jeden tatsächlichen Grund tut, weils alles Humbug ist, ist das frustrierend.


    In entsprechenden Internetforen (über Histaminintoleranz und so) redet quasi jeder Betroffene vom Leaky Gut Syndrom, d.h. es wird mit völliger Selbstverständlichkeit ein Krankheitsbild als Ursache festgestellt (oder zumindest vermutet), welches laut schulmedizin gar nicht existiert. Das ist auch sehr seltsam scheuklappenmässig.


    Andererseits gibts ja in der Schulmedizin zumindest Ansätze, sich auch mit sowas zu beschäftigen.


    Weizen ist auch so ein Fall, dazu hab ich ja auch schonmal einen Faden eröffnet. Dass das WGA-Lektin auf Dauer sehr schädlich sein kann, finde ich jetzt auch nicht unplausibel.


    Hach mann, schwierig..

    Zitat

    Hat aber weitreichende Konsequenzen - also wenn man daran glauben will, muss man seine Ernährung massiv einschränken/umstellen und auf viel verzichten, und wenn man das dann ohne jeden tatsächlichen Grund tut, weils alles Humbug ist, ist das frustrierend.

    Solange der Preis übersichtlich ist (denke ich mal bei einer Diät) würde ich nach dem Prinzip "wer heilt, hat recht" gehen. Und zwar ganz individuell. Wenn es DIR gut tut, dann machs. Wenn du merkst, es bringt nichts, oder die Einschränkung ist größer als der Nutzen, dann lass es oder machs passend.

    3-4 Wochen reichen sicher um das zu merken. Die Frage ist eben was die Symptome sind, welche Unverträglichkeiten es sein könnten und da würde ich mit einer Diät ansetzen. Ich bin schnell auf Histamin gekommen und muss mich was Zucker angeht nicht weiter einschränken damit es mir gut geht.


    Einfach alles wegzulassen wie das manche Heilpraktiker empfehlen ist wie mit Schrot zu schiessen ... irgendwas wird schon treffen. Aber von dem "alles weglassen" wieder rauszufinden was man schon verträgt ist schwieriger.


    Also was das glauben angeht ... ich glaube nicht dass alle Menschen das selbe haben und auf alles verzichten müssen. Wenn man eine Fructoseintoleranz hat wird man mit dem weglassen von Weizen und Zucker, Ei und Fleisch auch nicht gesund.

    Klar gehts einem bei Histamin schnell besser wenn man sich entsprechend histaminarm ernährt. Aber wenn es um eine "ursächliche Heilung" handelt, Heilung des Darms etc., dürfte das erheblich länger als ein paar Wochen dauert.


    Ich kenne eine Dame, der es auch entsprechend ging, wo dann zuviele/pathogene Pilze im Darm diagnostiziert wurden, die dann als Therapie Zucker komplett und Weizenmehl weitgehend weggelassen hat. Es hat Monate gedauert bis eine spürbare Besserung eingetreten ist, aber nach einem halben Jahr war sie wieder fit.

    Was heißt strenge Diät? Wir sind es einfach nur gewohnt so und nicht irgendwie anders zu essen.


    Und wenn man dann angepaßt isst, heißt das keineswegs, dass das teuer oder langweilig oder irgendwie mit Mangel einhergeht.


    Es müssen nur eingefleischte Gewohnheiten gegen neue ausgetauscht werden. Und wenn es einem bestens damit geht, ist die Welt doch in Ordnung.


    Ein Inuit isst auch anders als ein Chinese oder Europäer, jeder nach seiner Gewohnheit. Da sagt man doch auch nicht wie teuer oder furchtbar.


    Es wäre höchstens ungewohnt, bis man sich wirklich dran gewöhnt hat.


    Die Bequemlichkeit aufzugeben und gerade mal in der Ernährung was Neues zu machen, das birgt erst mal nur Ängste. Man hat, ohne es wirklich probiert zu haben, schon das Argument parat: ich esse aber sooooo gerne Pizza (als Beispiel).


    Man hat vorher schon so schräg vernichtende Gedanken über neue Dinge und vermeintliche Verluste, dass man es meistens gar nicht erst anfängt oder nur 3 Tage durchhält.


    Erstaunlicher Weise meist mit dem Argument, es hätte nichts gebracht. Aber damit sich der Darm etc. wirklich regenerieren kann von etwas, dauert es eben.